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Freitag, 16. Juni 2017, 12:04

SPIEGEL Online zum Thema HBA1c

http://www.spiegel.de/gesundheit/diagnos…-a-1151348.html

Es geht zwar hauptsächlich um Typ2, dennoch finde ich den Artikel interessant.
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Sonntag, 18. Juni 2017, 11:26

Hochinteressant - schade, dass man nicht auch in Richtung Typ 1 recherchiert hat, wie sinnvoll hier besonders niedrige Hba1C-Werte sind.

hakaru

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Sonntag, 18. Juni 2017, 11:48

Der Beitrag ist interessant, ja. Aber ich lese ihn leider auch mit dem Gedanken im Kopf, dass hier die entgegengesetzte Richtung beworben werden soll. Und die beinhaltet, dass ältere Diabetiker eigentlich, wenn überhaupt nötig, mit Metformin gut versorgt sind, neue Medikamente gar nicht brauchen und sowieso alles nur dem Absatz der Arzneimittel dient.
Wobei das Verhalten der DAK dann auch wieder zwiespältig sein dürfte.

Generell sehe ich auch das Problem, dass gerade älteren Diabetikern mit zu straffer Einstellung geschadet werden kann. Allerdings liegen die Langzeitwerte der Leute dieser Altersklasse, die ich kenne, kaum unter 7. Die meisten Hausärzte lassen doch mittlerweile gesunden Menschenverstand walten.

Was mir beim Artikel sauer aufstößt: Der genannte Allgemeinmediziner Dr. Uebel hat sich deutlich gegen den Einsatz moderner Basalanaloga, konkret Tresiba, ausgesprochen. Na und der andere, nicht zitierfähige Experte wird vermutlich mit N anfangen und aus H stammen. :S
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Sonntag, 18. Juni 2017, 13:14

Moin,

Zitat hakaru
Generell sehe ich auch das Problem, dass gerade älteren Diabetikern mit zu straffer Einstellung geschadet werden kann. Allerdings liegen die Langzeitwerte der Leute dieser Altersklasse, die ich kenne, kaum unter 7. Die meisten Hausärzte lassen doch mittlerweile gesunden Menschenverstand walten.
Ende Zitat.

Ich bin auch ein älterer Diabetiker und habe jetzt ein Problem wenn mein 1c über 7 sein kann, wie erreiche ich dann 2 Std. pp Werte von < 160?
Widerspricht sich das oder darf der ältere Diabetiker auch gerne 2 Std, pp Werte von über 200 haben weil ein 1c von 7,4 schon ca. 160 Zielwert entspricht.

MlG

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Sonntag, 18. Juni 2017, 13:25

Ich sehe da auch eher den Spiegel-Artikel kritisch als die Kampagne.
Die Kampagne steht in erster Linie unter dem Motto "Mehr Bewegung heißt mehr Gesundheit".

Im Programm der Kampagne heißt es: "Ziel der Aktion ist es, ein Bewusstsein für die Notwendigkeit eines aktiven Lebensstils mit gesunder Ernährung und regelmäßiger Bewegung zu schaffen. So kann das Risiko an Diabetes zu erkranken gesenkt und die Blutzuckerwerte verbessert werden."

Zur Insulintherapie heißt es: "Liegt der HbA1c-Wert trotz einer Lebensstiländerung mit mehr Bewegung und gesunder Ernährung sowie oraler Diabetesmedikamente über 7 Prozent, bietet eine Insulintherapie die Chance, ihn zu erreichen. "

Diesen Aussagen würde ich zustimmen. Es wird ja nicht gesagt, dass man den HbA1c mit allen mitteln unter 7 runterprügeln muss wie in der vom Spiegel erwähnten Studie mit der erhöhten Mortalität. Und es wird auch nicht gesagt, dass jeder Typ 2er mit HbA1c über 7 eine Insulintherapie bräuchte. Es wird nur auf die Möglichkeit hingewiesen. Ob sie dann nötig ist oder nicht, entscheidet immer noch der behandelnde Arzt. Es ist ja nicht so, dass man sich bei uns wie in den USA das Insulin einfach rezeptfrei im Walmart kaufen kann.

Klar verfolgt Sanofi auch das Ziel, den Medikamentenabsatz zu erhöhen. Aber bei dem was ich gelesen habe, tun sie das ohne groben Unsinn zu verbreiten. Was man von besagtem Professor N aus H nicht gerade behaupten kann.

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Sonntag, 18. Juni 2017, 16:05

Wer schreibt dem Spiegel einen Leserbrief, dass der Statistik-Fehler im Rahmen von ACCORD von den Autoren selber berichtigt wurde und es nicht die Leute mit niedrigem HbA1c waren, sondern die mit hohem HbA1c (auch und eben in der intensivierten Gruppe), die früher gestorben sind?

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Sonntag, 18. Juni 2017, 17:50

Wer schreibt dem Spiegel einen Leserbrief, dass der Statistik-Fehler im Rahmen von ACCORD von den Autoren selber berichtigt wurde und es nicht die Leute mit niedrigem HbA1c waren, sondern die mit hohem HbA1c (auch und eben in der intensivierten Gruppe), die früher gestorben sind?


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Sonntag, 18. Juni 2017, 18:24

Hi hinerki,

ich kann Dir die Frage nicht beantworten. Ich würde mich aber informieren, inwieweit neue Grenzwerte für mich zutreffen könnten. Wenn Du einen guten HbA1c erreichst ohne böse Hypos, warum solltest Du daran was ändern?

Hab gerade einen Text aus dem April gefunden, der Studiendaten zum Thema A1c bei älteren Diabetikern auswertet. Ganz so locker wie die im Spiegel online erwähnte 'neue' Richtung geht man dort nicht vor. Über 8% steigen die Risiken auch bei betagteren Diabetikern deutlich an.

Zitat

Im Vergleich zu Diabetikern mit einem HbA1c< 6,5 Prozent hatten Patienten ab einem Wert von 8 Prozent ein deutlich erhöhtes Risiko, während des Follow-up zu sterben: Bei 8,0–8,9 Prozent war ein Plus von 60 Prozent, ab 9,0 Prozent von 80 Prozent zu verzeichnen. Die kardiovaskuläre Mortalität stieg dagegen erst ab Werten über 9,0 Prozent, und zwar um 150 Prozent.

In der Altersgruppe von 65 bis 74 war das Sterberisiko bei HbA1c-Werten von 8,0 bis 8,9 Prozent und > 9,0 Prozent jeweils doppelt so hoch wie bei einem Wert < 6,5 Prozent.


http://www.aerztezeitung.de/medizin/kran…ter-gefahr.html

@Adrian: Ich weiß zu wenig über den Fehler in der ACCORD-Studie. :S
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Sonntag, 18. Juni 2017, 18:42

Wer schreibt dem Spiegel einen Leserbrief, dass der Statistik-Fehler im Rahmen von ACCORD von den Autoren selber berichtigt wurde und es nicht die Leute mit niedrigem HbA1c waren, sondern die mit hohem HbA1c (auch und eben in der intensivierten Gruppe), die früher gestorben sind?
Das glaube ich irgendwie nicht so ganz ?( Bitte einen Link

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Adrian

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Sonntag, 18. Juni 2017, 19:30

Wer schreibt dem Spiegel einen Leserbrief, dass der Statistik-Fehler im Rahmen von ACCORD von den Autoren selber berichtigt wurde und es nicht die Leute mit niedrigem HbA1c waren, sondern die mit hohem HbA1c (auch und eben in der intensivierten Gruppe), die früher gestorben sind?
Das glaube ich irgendwie nicht so ganz ?( Bitte einen Link


Ich habe es von unterwegs grad auch nicht auf der Hand, aber ich vermute, es war:
Riddle, Matthew C., et al. "Epidemiologic relationships between A1C and all-cause mortality during a median 3.4-year follow-up of glycemic treatment in the ACCORD trial." Diabetes care 33.5 (2010): 983-990.

lg, Adrian

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Montag, 19. Juni 2017, 12:20

http://care.diabetesjournals.org/content/33/5/983


"These findings confirm the earlier report warning of increased risk of death associated with the intensive treatment strategy in ACCORD (11), but they suggest that low A1C is unlikely to be a primary mediator of this risk. They do not support the hypothesis that overly rapid reduction of A1C from high levels increases risk of death. In fact, the opposite relationship was observed. Participants who were unable to reduce A1C after initiation of the intensive strategy and continued to have average A1C >7% seemed to be at greater risk than those with average A1C <7% using the same strategy or than those with A1C >7% using a standard strategy."

Also unter 7% Hb1 "alles leidlich gut".
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Montag, 19. Juni 2017, 14:47

seemed to be at greater risk



Also seemed to be at greater risk klingt jetzt leider auch nicht nach harten Fakten, aber das ist sowieso das Problem mit der Statistik. Es sind nur Korrelationen, die nichts über den Einzelfall aussagen und leider eben auch keine Erklärung liefern. Daran wäre ich interessiert.
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Freitag, 23. Juni 2017, 01:41

Zitat von »Adrian«

Wer schreibt dem Spiegel einen Leserbrief, dass der Statistik-Fehler im Rahmen von ACCORD von den Autoren selber berichtigt wurde und es nicht die Leute mit niedrigem HbA1c waren, sondern die mit hohem HbA1c (auch und eben in der intensivierten Gruppe), die früher gestorben sind?

Zitat von »DerWurstkuchen«

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Gruß
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