

Sonderformen des Typ1-Diabetes
Typ-1-Diabetes und Typ 2 sind die bekanntesten Diabetes-Formen, aber es gibt auch noch Sonderformen der Erkrankung. Ihre eindeutige Diagnose nicht immer einfach, für die weitere Behandlung jedoch wichtig.
LADA
Oft kann ein Diabetes den beiden klassischen Typen nicht zugeordnet werden, zum Beispiel wenn ein anfänglicher Typ-2-Diabetes im Laufe der Erkrankung insulinpflichtig wird. Bei den betroffenen Patienten sprechen schon kurze Zeit nach Diagnose Diät und Tabletten nicht mehr an, sodass die Insulinbehandlung notwendig wird. Bei dieser Form des Diabetes spricht man vom LADA (latent insulinpflichtiger Diabetes im Erwachsenenalter = latent autoimmune diabetes with onset in adults). Bei den Patienten sind, wie beim klassischen Typ-1-Diabetes, Antikörper gegen die Inselzellen im Blut nachweisbar und es liegt ein Insulinmangel vor. Es kommt jedoch auch vor, dass bei Menschen mit Typ-2-Diabetes die Behandlung mit Sulfonylharnstoffen nicht mehr anspricht und dass eine Insulintherapie erforderlich wird. Bei diesen Patienten sind jedoch keine Antikörper nachweisbar, sodass man nicht von einem LADA ausgehen kann.
Mögliche Ursachen bei LADA
Menschen mit einem LADA sind bei der Diagnose meistens nicht älter als 25 Jahre alt und haben kein Übergewicht. Es gibt keine gehäuften Diabetes-Fälle in ihren Familien, sodass eine genetische Veranlagung ausgeschlossen werden kann. All diese Faktoren sprechen bei jungen Menschen gegen einen Typ-2-Diabetes und für die Sonderform LADA. Die genauen Ursachen für die Entstehung eines LADA-Diabetes sind noch unklar. Man vermutet, dass ein bislang unbekanntes Ereignis (Erkrankung, Viren, Umweltgifte) den Grundstein für die Zerstörung der Inselzellen legt. Im Unterschied zum Typ-1-Diabetes dauert der Prozess von der Initiation bis zur unwiderruflichen Zerstörung der Inselzellen beim LADA sehr viel länger: Bis zur endgültigen Diagnose des Diabetes können teilweise Jahrzehnte vergehen.
Therapie des LADA
Menschen mit einem diagnostizierten LADA müssen damit rechnen, dass ihre Therapie möglicherweise in ein paar Monaten oder Jahren von Tabletten auf Insulin umgestellt wird. Bislang ist noch nicht bekannt, ob bei einem LADA eine schon früh einsetzende Insulinbehandlung die Blutzuckereinstellung verbessern kann. Oberstes Ziel der LADA-Therapie ist, wie bei anderen Diabetesformen, das Erreichen von normnahen Blutzuckerwerten.
MODY
Der MODY-Diabetes (maturity-onset diabetes in the young) tritt häufig bei Kindern auf und galt früher als "jugendlicher Typ 2". Unter einem MODY-Diabetes versteht man einen nicht insulinpflichtigen Diabetes bei Kindern und Jugendlichen. Er manifestiert sich häufig vor dem 25. Lebensjahr, das Gewicht der Patienten ist normal. Beim MODY sind keine Antikörper gegen die Inselzellen nachweisbar. Im Gegensatz zu LADA kommen in den Familien der MODY-Patienten Diabetesfälle gehäuft vor.
Gendefekte lösen MODY aus
Inzwischen ist bekannt, dass ein MODY durch Mutationen auf bestimmten Genabschnitten verursacht wird. Diese genetischen Veränderungen beeinflussen die Insulinsekretion negativ. Aus diesem Grund wird der MODY heute nicht mehr als Sonderform des Typ-2-Diabetes gezählt, sondern anderen spezifischen Diabetestypen zugeordnet.
Mithilfe von genetischen Untersuchungen kann der MODY-Diabetes nachgewiesen und von anderen Diabetesformen abgegrenzt werden.
Behandlung des MODY
Die Mehrheit der MODY-Fälle kann ohne blutzuckersenkende Medikamente behandelt werden. Bei diesen milden Fällen ist eine Kontrolle des Blutzuckerspiegels mit Diät und körperlicher Aktivität möglich. Eine Schwangerschaft bei MODY-Diabetes sollte als Risikoschwangerschaft betrachtet werden, oft ist in dieser Zeit daher eine Behandlung mit Insulin notwendig.
In schweren MODY-Fällen unterscheidet sich die Behandlung mit oralen Antidiabetika oder Insulin kaum von der des Typ-2-Diabetes. Die Kontrolle des Blutzuckers und eine gute Einstellung ist auch hier wichtig, um Folgeschäden zu vermeiden.