Wie ist Euer HBA1c Wert 01.10.13 - 31.12.13 ?

  • Warum wird denn die Weihnachstzeit dauernd als Grund hergenommen, dass sich der Hba1c erhöhen wird? Hatte jetzt schon die 2. [ungefährliche] Unterzuckerung aufgrund eines falsch eingeschätzten Glühweins - ich werde dadurch also einen drastisch niedrigeren Langzeitwert bekommen ;) ;) ;)

    Das versteh ich ehrlich gesagt auch nicht, nur weil Vorweihnachtszeit ist muss ich mich nicht dumm und dämlich futtern, kann doch normal Essen ohne irgendwas zu verpassen oder auf etwas verzichten zu müssen und dementsprechend halt Insulin geben. Aber hey, so kann man sich halt mal "rausreden" wenns bescheidener als sonst ist. Und zum. 1.1.14 dann wieder nen besseren 1c als guten Vorsatz nehmen. :rolleyes:

  • Hallo liebe Leute,


    hatte sehr viel um die Ohren in letzter Zeit, daher kann ich euch erst jetzt genauere Informationen zu meinen HbA1c-Werten geben, die diesen Thread ganz schön aufgebauscht haben, wie ich grad gelesen hab.


    Also erst mal bin ich Typ1-LADA-Diabetiker, seit etwa einem Jahr bekannt, mein erster HbA1c-Wert war 7,6 %. Laut mehrerer Spezialuntersuchungen (C-Peptid nüchtern und nach Stimulation, oGTT) liegt weiterhin eine geringe, aber sogar noch stimulierbare ß-Restfunktion meiner BSD vor. Meine Tagesinsulingesamtdosis ist bei 81 kg sportlicher Masse etwa 25 IE (Basal zu Bolus etwa Faktor 0,4). Meine BE-Faktoren liegen je nach geleisteter oder geplanter sportlicher Aktivität und Tageszeit zwischen 0,4 und 0,9. Meine Insulinempfindlichkeit (Insulin-Clamp-Test) ist sehr hoch, höher als bei Gesunden, was sehr wahrscheinlich der Kombination aus LADA (meist sehr hohe Empfindlichkeit) und Sport geschuldet ist.


    Als Arzt kannte ich mich vor meiner Erkrankung schon ein wenig, mittlerweile aber doch recht gut mit dem LADA-Diabetes aus, wobei ich bei den absoluten Feinheiten à la Joa wahrscheinlich nicht mithalten kann.


    Ich weiß, dass meine HbA1c-Werte sicherlich nicht optimal sind und zum Teil mit milden Hypoglykämien erkauft sind. Mein AccuChek-Mobile weist als langfristigen Durchschnitts-BZ 89 mg/dl aus, etwa ein- bis zweimal pro Woche lande ich in der Hypoglykämie (meist Werte in den oberen 50ern, im letzten Jahr zwei hohe 40er Werte). Etwa einmal im Quartal "entgleise" ich postprandial nach oben (höchste Werte 193 und 202 mg/dl). Hyposymptome verspüre ich tagsüber zuverlässig unter 65 mg/dl, spätabenst erst so ab 55 mg/dl. Ich muss aber zugeben, dass die Wahrnehmung etwas nachgelassen hat: im ersten Quartal spürte ich schon deutliche Symptome unter 70 mg/dl. Mein BZ-Profil ist (gemäß der Eigenmessungen und 6 Tage probeweise cGM) relativ stabil, die Schwankung beträgt etwa 23 % meines mittleren BZ, also Standardabweichung etwa 20 mg/dl.
    Ich messe im Durchschnitt 6 mal täglich, wenn ich noch mehr Sport als üblich oder gerade viele Nachtdienste im Krankenhaus mache, dann auch etwas öfter, immer aber zwei bis drei Stunden postprandial, vor dem Schlafen und morgens nüchtern, selten nachts.


    Ich gehe mit euch dahingehend in Ordnung, dass mein HbA1c-Wert gerne ansteigen darf, auch meine Diabetologin rät mir das, vor allem in Hinblick darauf, meine Hypo-Wahrnehmung zu erhalten. Werte um die 4,3-4,5 % sind für (wirklich) Gesunde absolut physiologisch, meine übergewichtige, aber ansonsten gesunde Mutter liegt bei 4,4 %, ein junger ärztlicher Kollege bei 4,3 %.


    Viele von euch wissen bestimmt, dass die umgekehrte Beziehung von HbA1c-Wert und dem Risiko für zu erwartende Folgeschäden bis weit in den nicht-diabetologischen Bereich hineinreicht. Das bedeutet: Ein Mensch mit einem HbA1c-Wert von 5,0 % hat ein statistisch geringeres Risiko für Folgeschäden als ein Mensch mit 5,5 % - beides an sich physiologische Werte.


    Im Angesicht meiner noch jungen Diabetes-Karriere und den hoffentlich noch vor mir liegenden Lebensjahren steht diese Tatsache für mich im Vordergrund. Natürlich darf dieser Wert nicht mit vielen Hypoglykämien erkauft werden, weshalb ich versuche, diese konsequent zu vermeiden. Dies klappt (auch nach Schelte meiner Diabetologin) in letzter Zeit etwas besser, seit ich Messwerte unter 70-75 mg/dl schnellstmöglichst mit Traubenzucker nach oben korrigiere und postprandiale Werte (3h) bis 120 mg/dl akzeptiere. Ich wäre daher über einen fiktiven nächsten HbA1c-Wert von um die 5 % nicht unglücklich. Solange ich aber mit ICT und ß-Restfunktion meinen BZ in engen Grenzen stabil halten kann, ist mir ein HbA1c-Wert von 5 % lieber als einer um die 6 %. Auch in den offiziellen Leitlinien steht als Ziel der glykämischen Kontrolle nur ein Wert kleiner 7,5 % - natürlich ohne schwerwiegende Hypoglykämien. Einen minimalen anzustrebenden HbA1c-Wert gibt es nicht.


    Mein Ziel ist eigentlich nur, (annähernd) physiologische BZ-Werte zu erreichen, und das klappt - wie ihr wisst - nicht mit Spritzen nach "pi mal Daumen" und Phlegma bezüglich regelmäßiger BZ-Kontrollen, Nahrungszusammenstellung, Basalrateneinstellung, körperlicher Aktivität und passender Essensinsulinierung. Gerade mit Spritz-Ess-Abstand (oder manchmal auch Ess-Spritz-Abstand) und öfter auch zeitlichem Fraktionieren der Essensboli habe ich zumeist gute Erfahrungen gemacht, weshalb ich in letzter Zeit immer öfter für größere bzw. "langsamere" Speisen von Analog- auf Humaninsulin wechsle. Das ganze kostet viel "Hirnschmalz" und geht natürlich hin und wieder auch mal daneben, auch das ist euch sicher aus euren eigenen Erfahrungen bekannt.


    Jeder empfindet das "Kreuz Diabetes", das er zu tragen hat, anders. Und jeder geht anders damit um. Darum gibt es auch so viele Meinungen dazu, gerade auch zum Thema Langzeitzuckerwert.


    Ich wünsche euch jedenfalls allen ein stressfreies Wochenende und noch genügend Zeit für die Weihnachtsvorbereitungen.


    Viele Grüße,


    halbriol

  • 8,0 ganz frisch gemessen

    Ihr kennt das:


    Da will man die Welt retten und dann stellt man fest, dass der Superheldenanzug in der Wäsche ist....
    8| 8|

  • So Freunde,


    4,8% und ich freue mir ein Loch in den Bauch.


    Und vielleicht sollten sich die Kritiker mal etwas zurück halten und evtl. nach den Umständen fragen bevor sie ihre Diagnosen stellen.
    Und damit meine ich nicht mich. Mir ist das geplappere des Ein oder Anderen mittlerweile völlig schnurz.
    Aber einen Neuling kann das erheblich verwirren und soviel Respekt sollte man jedem zollen !


    Und für die Hypo-Erkaufungs-Theoretiker: Eine Hypo geht erst dann in den HbA1c ein wenn sie länger als 4h dauert !
    Und wann sollte das wohl der Fall sein ? Na klar, Nachts. Blablabla. Wer da Sorgen hat der kann ja Nachts messen.


    Also, ohne Missgunst mit freuen ist angesagt !

    Grüße.
    Der Guido.


    If "Plan A" didn't work ...
    The alphabet has 25 more letters !
    Stay cool !

  • Und für die Hypo-Erkaufungs-Theoretiker: Eine Hypo geht erst dann in den HbA1c ein wenn sie länger als 4h dauert !

    Vielleicht solltest du nochmal über die "Hypo-Erkaufungs-Theorie" nachdenken, vielleicht verstehst du sie dann auch mal und begreifst, was wirklich dahintersteckt!


    P.S. Wenn ich jemanden, der einen Hba1c von 4,4% als erstrebenswert empfindet kritisiere, dann hat das 0,0% mit Missgunst zu tun. Ich hatte auch schon nen HbA1c von 5,0% und fand es damals toll. Mittlerweile weiß ich es besser... Jeder sollte natürlich selbst wissen, was er mit seinem Körper macht, aber eine freie Meinungsäußerung sollte in einem Forum doch erlaubt sein oder?

    Der Clown ist die wichtigste Mahlzeit des Tages!

  • Mittlerweile hat ja halbriol einen erklärenden und in sich logisch klingenden Beitrag geliefert ! und das Thema sollte jetzt doch abgeschlossen sein ?


    Mein Hb war 5,5 % und ich werden die Basalrate moderat senken.

  • 6,4 waren es gestern.

    "Allem kann ich widerstehen, nur der Versuchung nicht."
    (Oscar Wilde)

  • 6,1 :) zufrieden ob mancher leicht erhöhter Werte zwischendurch

    LG Cowgirl




    Je stiller Du bist, desto mehr kannst Du hören

  • 7,3 HbA1c. Mein Diabetologe meint, Typ1 sollte sich unter 7,0 besser noch unter 6,5 halten wegs der Augen und der Nieren. Sehe ich auch so, schaffe ich aber wegen häufig zu hoher Morgenwerte aktuell leider nicht.

  • 5,9 trotz kleiner Kinder und neuem Job- Dank CGM! Ich freue mich riesig darüber....

    5,9 hätte ich auch gern.. ;)
    CGM steht m. E. bei mir Anfang 2014 an, ich habe ein Angebot für 5 Wochen CGM zum Preis von 322.- €. Zahlt das die gesetzliche Krankenkasse?
    lg b

  • Nachträglich, weil Samstag erst im Briefkasten: 5,3 und 5,7 (am gleichen Tag gemessen, unterschiedliche Labore) - ich wiederhole meine Aussage, Schall und Rauch. Ich hatte schon höhere 1c mit deutlich mehr UZ und "unwohl fühlen".

    "Echte Männer essen keinen Honig, echte Männer kauen Bienen!"

  • Zitat

    - ich wiederhole meine Aussage, Schall und Rauch.


    Sowas hatte ich auch schon mal. Gemessener Wert deutlich zu hoch. Ich sagte: Das kann nicht sein. Der dann genommene Kontrollwert war deutlich niedriger.