Konfrontation Cortison Therapie

  • Hallo,


    die letzten 20 Jahre lebe ich mit ständig starken Schmerzen. Da war mal die Froozen Shoulder, dann die Bandscheibe und jetzt als Folge der Bandscheibe das Knie. Und immer wieder erlebte und erlebe ich jetzt gerade wieder das die Ärzte als erstes mir gleich eine Cortison Therapie andrehen wollen, auf der ich gleich antworte kann ich nicht machen, habe Zucker. Da wird mir gleich über den Mund gefahren und gesagt, na und... dann gehen die Werte eben mal leicht hoch.
    Aber mit Spätfolgen an den Augen und einen schlechten HbA 1 c Wert von 8,4 möchte ich das eigentlich gar nicht.


    Wie geht oder würdet ihr damit umgehen ? Soll ich dennoch einwilligen ? Wie wirken sich Cortison Spritzen auf den Zucker aus ? Kann das BZ Meßgerät die Werte noch messen ?

    Ich werde im Alter immer schöner ! Ich sehe jetzt schon aus wie nächste Woche.


    ---ooOOo-----"(_)"-----oOOoo---


    Interpunktion und Orthographie ist frei erfunden. Eine Übereinstimmung mit aktuellen oder ehemaligen Regeln wäre rein zufällig und ist nicht beabsichtigt.





  • Ganz Ehrlich: Eine Cortison-Therapie ist ein Grund für einen hohen Insulinverbrauch aber, sie führt nicht zwangsläufig zu höheren Werten.Vor allem führt es dann nicht zu höheren Werten, wenn die Zeit gegeben ist die Insulinmengen anzupassen.
    Und selbsredend müssen auch andere Erkrankung, neben den Diabetes behandelt werden.

    Einmal editiert, zuletzt von nikp ()

  • Hab seit Jahren Frozen Shoulder, auch mir wurde ne Cortisontherapie angeraten. Hab ich auch gemacht. 20 Tage Prednisolon. Je 5 Tage 20,15,10,5
    War kein Problem und hat auch geholfen.
    Wichtig ist, dass man AM ANFANG das Insulin anpasst. War mein Fehler, am dritten Tag kam ich von 350mg/dl nach 15 Einheiten ganz langsam runter, Danach konsequent erhöht. Am besten Basalrate prozentual erhöhen. Bespreche es mit dem Diabetologen, das Cortison brauchte bei mir etwas Zeit bis es sich auswirkte. Meine Empfehlung; Nutze für die Zeit den Freestyle Libre, das hilft enorm. So kannst Du reagieren,


    Würde es wieder tun, was bringen mir gute Werte mit brutalen Schmerzen? Ist auch keine Lebensqualität.
    Wenn Du am Anfang reagierst, dann klappts auch. Nach 5 Tagen hatte ich den Mist im Griff.


    Darf ich fragen, wie Du deine frozen Shoulder ausgeheilt hast? Bei mir ist immernoch was da, nach 3 Jahren

  • Moin,
    nach oralem prednisolon 100, wurde in der Klinik versucht mit NPH Insulin gegenzusteuern.der Erfolg war sehr überschaubar.
    Im Netz gesucht und fand dort Dr. Teupe als Ansprechpartner seine Ratschläge waren sehr zielführend und für mich angepasst bekam ich meinen BZ sehr gut in den Griff.


    Den nicht ausbleibenden Anstieg des BZ bitte nicht hinnehmen sondern energisch gegensteuern.


    Wichtig ist der Einsatz von angepassten Insulin Mengen, dazu engmaschig den BZ überwachen und schon bei beginnenden
    Anstieg ausreichend Bolus Insulin zu spritzen.


    Die Mengen sind abhängig von der Pred. Dosis und in der Vergangenheit benötigtem Insulin.



    MlG


    Hinerki

  • Die Frage ist, ob der beschissene HbA1c und nun noch Cortison kein Grund für CGM und ggf. auch ne Pumpe sein kann. Macht die "engmaschige" Kontrolle sicher einfacher.

    --
    Nix Diabetes - das ist lediglich Glucose-Intoleranz.

  • Darf ich fragen, wie Du deine frozen Shoulder ausgeheilt hast? Bei mir ist immernoch was da, nach 3 Jahren


    Meine ist auch nach 10 Jahren immer noch nicht ausgeheilt. Hab eine Odysee hinter mir. War erst beim Orthopäden, den ich regelrecht um physiotherapie anbetteln mußte und sonst nur schmerztabletten bekam. Tramadol long 150 mg /tag. dann schickte der mich zum schmerz therapeuten der nur die dosis erhöhte. ich war damit nciht glückich. habe dann bei meiner damaligen fernbeziehugn in leverkusen einen arzt aufgescuht, der meinte man muß nahtlos ohne pause physiotherapie machen. und zu meinem glück war da eine therapeutin auf schulter spezialisiert. die hat das mega hingekriegt. ich kann die arme 95 % wieder bewegen udn einsetzen. leider sind wir dann für imemr nach berlin gezogen un dich mußte dort die behandlung abbrechen. und lebe jetzt mit noch ein bissel bewegungseinschränkung und phasenweise schmerzen, für die ich immr noch im höhstfall die schmerztabletten nehme.

    Ich werde im Alter immer schöner ! Ich sehe jetzt schon aus wie nächste Woche.


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    Interpunktion und Orthographie ist frei erfunden. Eine Übereinstimmung mit aktuellen oder ehemaligen Regeln wäre rein zufällig und ist nicht beabsichtigt.





  • So ähnlich war es bei mir auch. Nach massiver Physio habe ich gute 95% wieder, aber der Rest ist wohl für immer verloren :-(
    Mir hat damals das Cortison geholfen, ich würde es an Deiner Stelle probieren. Ich habe es mit dem libre sehr gut hinbekommen.
    CGM und Pumpe wären natürlich optimal. Aber wenn es um ein akutes Problem geht, ist der Libre wohl am besten.


  • Die Frage ist, ob der beschissene HbA1c und nun noch Cortison kein Grund für CGM und ggf. auch ne Pumpe sein kann. Macht die "engmaschige" Kontrolle sicher einfacher.


    ich habe damit schon geliebtäugelt. aber ich las dann das sie ncoh nciht so hundert prozentig funktionieren, da sie erst unterzuckerung melden wenn der eigentlich schon längst weiter unten ist.
    Zitat aus aus dem dibetis ratgeber Was sind Nachteile eines CGM-Systems?


    Das Hauptproblem besteht darin, dass der Glukosespiegel im Gewebe nicht eins zu eins dem in den Blutbahnen entspricht. Er hinkt diesem etwa fünf bis zehn Minuten hinterher. Ein CGM-System kann den Zuckerspiegel deswegen nur mit dieser Verzögerung abbilden. Da manche Geräte den Gewebezucker nur alle fünf Minuten messen, kann der Wert, der auf dem Display zu sehen ist, im Extremfall sogar nur dem Blutzuckerspiegel von vor einer Viertelstunde entsprechen.


    Dank ausgeklügelter Algorithmen beträgt bei heutigen CGM-Systemen der Unterschied zwischen gemessenem Wert und Blutzuckerspiegel nur noch rund fünf bis zehn Minuten. Dennoch können Patienten durch diese Verzögerung eine Unterzuckerung möglicherweise zu spät bemerken. Laut dem Gerät ist der Zucker noch im grünen Bereich, während der Wert im Blut schon zu tief gefallen ist.

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  • da sie erst unterzuckerung melden wenn der eigentlich schon längst weiter unten ist.

    Deshalb wird der Alarm (CGM-Träger, korrigiert mich, wenn ich falsch liege) so eingestellt, dass es schon warnt, bevor man es "Unterzuckerung" nennt. Also wenn man sagt, dass man bei 50 unterzuckert ist, warnt das CGM bei 80 beispielsweise - ich habe hier auch gelesen, dass sich manche bei 100 warnen lassen.
    Entscheiden muss man immer noch selber, ob man aktiv was dagegen macht oder ob es eh gleich wieder hoch geht.
    Genauso kann das CGM auch bei zu hohen Werten warnen, die man unter Umständen nicht mal merkt (gilt ja auch für niedrige Werte).
    Aber wenn man nun ein CGM mit dem Menschen, der nur blutig misst, vergleicht: Ein CGM misst immer, die Intervalle weiß ich spontan nicht, aber ich hätte jetzt auf unter 5 Minuten getippt. Blutig misst man nur bei Bedarf - auch das kann schon zu spät sein.....

  • ich habe damit schon geliebtäugelt. aber ich las dann das sie ncoh nciht so hundert prozentig funktionieren, da sie erst unterzuckerung melden wenn der eigentlich schon längst weiter unten ist.
    Zitat aus aus dem dibetis ratgeber Was sind Nachteile eines CGM-Systems?


    Das Hauptproblem besteht darin, dass der Glukosespiegel im Gewebe nicht eins zu eins dem in den Blutbahnen entspricht. Er hinkt diesem etwa fünf bis zehn Minuten hinterher. Ein CGM-System kann den Zuckerspiegel deswegen nur mit dieser Verzögerung abbilden. Da manche Geräte den Gewebezucker nur alle fünf Minuten messen, kann der Wert, der auf dem Display zu sehen ist, im Extremfall sogar nur dem Blutzuckerspiegel von vor einer Viertelstunde entsprechen.


    Dank ausgeklügelter Algorithmen beträgt bei heutigen CGM-Systemen der Unterschied zwischen gemessenem Wert und Blutzuckerspiegel nur noch rund fünf bis zehn Minuten. Dennoch können Patienten durch diese Verzögerung eine Unterzuckerung möglicherweise zu spät bemerken. Laut dem Gerät ist der Zucker noch im grünen Bereich, während der Wert im Blut schon zu tief gefallen ist.


    Sorry, aber das ist Quatsch. Wurde ja schon geschrieben dass ein Hypoalarm bei 60 nix mehr hilft. Ich habe einen bei 100 und einen bei 80. Zusammen mit einer günstigen Smartwatch das perfekte System. Zu 90% stimmen die Werte sowieso überein mit blutiger Messung. Die Berechnungen sind sehr ausgereift, lediglich bei stark steigenden oder fallenden Verläufen hinkt das System hinter her. Die wäre nicht von der FDA dazu zugelassen ohne blutigen Referenzwert Behandlungsentscheidungen zu treffen, wenn sie nicht genau wären. Also der Bericht ist einfach falsch.
    Lass Dich davon nicht abhalten. Pumpe plus CGM ist absolut super. A1c bei mir von 7% auf 6% runter. Wenn ich auf AAPS umsteige sollte der noch besser warten.

  • Moin Ihr Lieben,
    meine Kenntnisse im DM Bereich sind noch bescheiden, darum ist mir der Zusammenhang zwischen Kortison und Hypos noch fremd, bei Kortison und Hyper hätte ich wohl Verständnis.


    MlG


    Hinerki
    Man kann natürlich alles in den Keller spritzen.

  • Ein funktionierendes Regelwerk zur Berechnung der Insulindosierung während einer Cortisontherapie wurde von Dr. Teupe, Althausen veröffentlicht: 2009 und 2012 im Insuliner, sowie 201x (mein Exemplar hat sich gerade verkrochen, nachdem ich gerade mal wieder intensiv darin lese) in seinem Buch "Die Logik meines Diabetes, Insulinpumpen-Therapiewissen".



    Das Buch ist unter der Signatur Med 660/393 bei der ZLB Berlin ausleihbar, ggf auch per Fernleihe über den KOBV



    Wenn Du Dich auf eine Cortisontherapie einlässt, brauchst Du allerdings meines Erachtens nach einen Arzt/Ärztin, der das unterstützend begleitet, und nicht jemand, der Dir bei Deinen berechtigten Bedenken "über den Mund fährt".

    4 Mal editiert, zuletzt von Quo ()

  • Aus meinen persönlichen Erfahrungen sind diese empfohlenen Mengen zu viel. Die hätten mich zum Notarzt gebracht.
    Was stimmt ist, dass man frühzeitig beginnen muss das Insulin anzupassen da sonst die Resistenz zuschlägt. Wobei ich erst nach 3 Tagen Auswirkungen hatte. Hätte ich bei der Einnahme so gehandelt, wäre das verdammt gefährlich geworden.


    Aber bei mir wäre das Ketoazidoseschema sowie das Cortisonschema absolut tötlich da deutlich überdosiert.

  • Also, meine Erfahrungen mit Cortison, die allerdings bei 100 mg Prednisolon beginnt, ist die, dass es schon am ersten Tag, nach einigen Stunden, zu einem Mehrbedarf kommt. Um diesen zu decken musste ich immer schon zuvor mehr Insulin zuführen, da das Korrigieren sehr viel schwieriger ist. Mein Korrekturfaktor geht von 65 mg/dl/U auf 25 mg/dl/U runter. Das Schema von Taupe passt bei mir ganz gut.