Aktuell neue Pumpe beziehen - ja oder nein?

  • Hallo Community,
    ich bin wirklich hin- und hergerissen...
    Einerseits juckt die Vorstellung einer Pumpe (bin Pen-Patient) mit CGM und AAPS sehr,
    andererseits sind ja schon neue Systeme am Start, welche Automatismen wie CGM-Messung, Bolus-Korrektur, Hypo-Abschaltung, etc. bereits integriert haben (wie Minimed 670G).
    Da ich mich bei der Kasse für 4 Jahre an ein bestimmtes System binden muss und somit bis Ende 2022 keine Möglichkeit auf einen Umstieg hätte, fällt es mir sehr schwer, zu entscheiden, ob ich jetzt mit einer neuen Pumpe starten soll oder die Entwicklung am Markt abwarte und noch eine Zeit lang mit den Pens weitermache...
    Wofür würdet Ihr Euch entscheiden?
    Lieben Dank und Gruß,
    Roman

  • Das, was momentan die DIY-Systeme können, werden die auf dem Markt erhältlichen Pumpen erst in Jahren können (zumindest in Deutschland).


    Die Entwicklung geht in Richtung bihormonelles System (Insulin und Glucagon) in Verbindung mit einem CGM und entsprechenden Algorithmus der dann in beide Richtungen korrigiert. Auch wenn es bereits Termine gibt, dass derartiges z.B. die t:slim bis 2020-2021 ohne Glucagon können soll und dann 1-2 Jahre später mit Glucagon, so musst du auch die Dauer der Studien und Genehmigungsverfahren berücksichtigen.


    Medtronic selbst gibt zu bedenken, dass die MiniMed 670G erst nach einem "langwierigen regulatorischem Zulassungsprozess" auf den Markt kommen wird (in Deutschland). Du siehst also, das wird dauern...


    Die 4 Jahre würden sich also z.B. mit der Minimed 640G überbrücken lassen, um dann auf ein kommerzielles System umzusteigen. Wenn du auf Nummer sicher gehen willst, dann wäre dies der einfachste Weg. Auf der einen Seite die Dauer einer Zulassung und auf der anderen Seite die gegenwärtige Entwicklung (Insulin + Glucagon in der Pumpe) machen die Sache sicher nicht einfacher, nur ...wie oft wurde derartiges schon verlautbart, jetzt endlich wäre es soweit...etc.


    Wenn du dir allerdings sagst, dass du - auf eigene Gefahr - gleich die besten Möglichkeiten die es gegenwärtig gibt, wählen möchtest, dann am besten die Dana und ein CGM, zusätzliche Hardware wäre dann nur ein passendes Smartphone und fertig (weiterführende Informationen gibts zuhauf).


    Edit:


    Ich würde also - was den Loop anbelangt - nicht auf irgendetwas warten oder eine schnellere Entwicklung abwarten um dann die neuste Pumpe zu bekommen (denn das wird Jahre dauern). Ich würde mir an deiner Stelle die Dana holen, dazu ein passendes CGM und mich einlesen (die links wurden glaube ich in einem anderen Thread in dem du danach gefragt hattest, schon gelinkt) wie das mit dem Loop und alles drum herum funktioniert.


    Denn dann bist du - nicht nur den aktuellen Pumpenmodellen, sondern den noch kommenden (der 670G sowieso) - weit voraus.

    2 Mal editiert, zuletzt von Max1 ()

  • Max1 : Ich bekomme von der Wiener Krankenkasse leider nur den Combo mit Zubehör bezahlt... Bei der Dana inkl. Zubehör habe ich auf alles dauerhaft nur 70% Leistung, den Rest muss ich selber zahlen... Lohnt sich das?

  • Nur 70%?


    Hm, dann würde ich an deiner Stelle einfach die Krankenkasse wechseln, wenn es möglich ist und dir keine allzu großen Probleme bereitet.


    Ist das denn in Österreich normal, dass KK nur einen Bruchteil der Versorgung übernehmen (sorry, blöde Frage aber da kenne ich mich nicht aus)?

  • Max : Nein, die Kassen zahlen alle Pumpen inkl. Zubehör zu 100%... Roche, Ypsomed, Medtronic, Insulet, etc... Nur die Dana nicht, weil die Vertriebs-Firma sich preislich nicht mit der Kasse einigen konnte... Daher muss man die Dana in Deutschland bestellen und dann warten, bis die Kasse den Konstenanteil entsprechend der anderen Hersteller übernimmt...

  • Pumpe ist gegenüber Pen ein Mehraufwand für dich. Ständiges Katheterwechseln alle zwei bis drei Tage. Im Urlaub am Strand, in der Sauna u.s.w. musst du immer dran denken und hast viel mehr Gepäck.


    Wenn du bei der Therapie mit Pen und Spritze keine unüberwindbaren Probleme hast, also z. B. immer hohe Morgenwerte und Hypos in der Nacht, oder zu hoher HbA1c trotz hohem Aufwand dagegen etwas zu unternehmen, dann würde ich dir raten, gar keine Pumpe zu nehmen, sondern beim Pen zu bleiben. Eine Pumpentherapie ist auch viel teurer. Ein Katheter kostet rund zehn bis fünfzehn Euro, und du brauchst davon viele.

  • Wofür würdet Ihr Euch entscheiden?

    Ich würde danach entscheiden wie gut es momentan mit den Pens läuft und welche Vorteile man sich erhofft.
    Hat man zB viele (nächtliche) UZ die man einfach nicht in den Griff bekommt dann wäre eine Hypo-Abschaltung super. Vielleicht reicht einem aber auch ein CGM bzw Libre-Aufsatz damit man eher gewarnt wird.
    Ist man superstrebsam mit einem 3er hba1c ;) dann wird einem wiederum der Automods von der 670G nicht gefallen denn der hat doch irgendwie einen festen Ziel-BZ von 120mg/dl und korrgiert erst ab 150mg/dl...
    Bei dem DIY-Kram muss man gucken ob man sich das zutraut.