Blitzartig auftretende Unterzuckerung (mit Bewusstseinsverlust und Ohnmacht)

  • Ich hatte im letzten Jahr ein Fall in dem ich morgens recht hoch war. 200 mg/dL zeigte das CGM an. Zur sicherheit hatte ich den Wert (217mg/dL) blutig bestätigt. - Ich habe dann die Korrektur + den Bolus für das Frühstück mit Novorapid wie sonst auch in den Bauch gespritzt. Was dann folgte ist mir schleierhaft. In den nächsten 15-25 min ist mein Blutzucker massiv abgestürzt. Weil ich erst dachte es handele sich um einen Sensorfehler hatte ich nochmals blutig kontrolliert. da war ich dann schon um die 60 herum. Ich habe dann sofort Traubenzucker eingeschmissen und schnell das Frühstück verputzt. Ich bekam dann auch recht schnell starke unterzuckerungsanzeichen. Einen kakao später war dann auch wieder alles i.O. .Einen solchen Fall hatte ich nie davor oder seither beobachten können. Es gab keine Besonderheiten im Tagesablauf oder beim Spritzen. Ich werde aus dem Vorfall nicht schlau. Solange es nicht wieder passiert hake ich es als einmalige Sache ab. Aber es hat mich wieder mal gelehrt, dass Diabetes ziemlich unberechenbar sein kann.

  • Hochinteressant! Also, vor einem Jahr habe ich bei einer Hypo noch geschwitzt wie Sau. Aber noch genug Zeit zu reagieren. Deshalb hat mich das so erschrocken. Auch das mit den 2 Stunden. "Spritz-Ess-Abstand"? Also ich habe nach dem Frühstück ausgeglichen. Mit wenigen 4 Einheiten auf Nüchternwert 160 und 1 1/2 Brötchen. Das verstehe ich noch weniger. Das mit dem verschlafenen Niedrigwerten klingt durchaus plausibel und erklärt das Dilemma.

    Vielen Dank für diese ausführliche und einleuchtende Antwort.


    Gruß,R.M.

  • Ich hatte im letzten Jahr ein Fall in dem ich morgens recht hoch war. 200 mg/dL zeigte das CGM an. Zur sicherheit hatte ich den Wert (217mg/dL) blutig bestätigt. - Ich habe dann die Korrektur + den Bolus für das Frühstück mit Novorapid wie sonst auch in den Bauch gespritzt. Was dann folgte ist mir schleierhaft. In den nächsten 15-25 min ist mein Blutzucker massiv abgestürzt. Weil ich erst dachte es handele sich um einen Sensorfehler hatte ich nochmals blutig kontrolliert. da war ich dann schon um die 60 herum. Ich habe dann sofort Traubenzucker eingeschmissen und schnell das Frühstück verputzt. Ich bekam dann auch recht schnell starke unterzuckerungsanzeichen. Einen kakao später war dann auch wieder alles i.O. .Einen solchen Fall hatte ich nie davor oder seither beobachten können. Es gab keine Besonderheiten im Tagesablauf oder beim Spritzen. Ich werde aus dem Vorfall nicht schlau. Solange es nicht wieder passiert hake ich es als einmalige Sache ab. Aber es hat mich wieder mal gelehrt, dass Diabetes ziemlich unberechenbar sein kann.

    Da tippe ich drauf, dass du irgendwo genau in ein Blutgefäß gespritzt hast.. Insulin direkt ins Blut wirkt brutal schnell.

  • Insulin direkt ins Blut wirkt brutal schnell.

    aber im Gegenzug dafür nur sehr kurz! Weil freies Insulin, das sich nicht in einem Fettdepot anreichert, recht schnell abgebaut wird. Deshalb funktioniert ja das ganze System bei Gesunden auch so gut.

  • ...

    Hochinteressant! Also, vor einem Jahr habe ich bei einer Hypo noch geschwitzt wie Sau. Aber noch genug Zeit zu reagieren. Deshalb hat mich das so erschrocken. Auch das mit den 2 Stunden. "Spritz-Ess-Abstand"? Also ich habe nach dem Frühstück ausgeglichen. Mit wenigen 4 Einheiten auf Nüchternwert 160 und 1 1/2 Brötchen. Das verstehe ich noch weniger. Das mit dem verschlafenen Niedrigwerten klingt durchaus plausibel und erklärt das Dilemma.

    Vielen Dank für diese ausführliche und einleuchtende Antwort.


    Gruß,R.M.


    Hallo,


    ich möchte meine kurze Andeutung zu den Studienerkenntnissen des Diabetologen R. Ryan etwas umfassender ausformulieren.

    Ich habe die folgenden Zeilen aus der ersten Nachricht (#1) dieses „Fadens“ von Rudi Ment:


    „Bei beiden Vorfällen habe ich Apidra höchstens um 1,bis 2 Einheiten überhöht. Bei 2 Weißbrötchenhälften mit Konfitüre 4 Einheiten. Was sonst immer geklappt hat. Nehme ich weniger, bleibt der BZ hoch.

    Bei beiden Vorfällen begann der Unterzucker erst nach ca. 2 Stunden. Normaler Weise merke ich sowas innerhalb 1 Stunde nach Injektion von Apidra.“


    … so interpretiert, dass der BZ nach zwei Stunden in Richtung Unterzuckerung abgleitet (Fehlinterpretation nicht ausgeschlossen) ist.


    Im Anhang habe ein Diagramm angeheftet, welches aus dem Fachbuch (Die Logik meines Diabetes S. 259, "Hpoglykämie und Unterzuckerungen") von Dr. Teupe, Althausen stammt.

    Das Diagramm zeigt die Erkenntnisse des Diabetologen R. Ryan aus Austalien.

    Eine Studie von R. Ryan hat nachgewiesen, dass Spritz-Ess-Abstände auch bei Analog-Insulinen wichtig sind.

    Im Diagramm kann man erkennen, dass die gelbe Kurve nach gut zwei Stunden den Ausgangswert erreicht hat und dann direkt in eine Unterzuckerung führt ohne Spritz-Ess-Abstand.

    Wenn eine Dosis überhöht wird, dann tritt das Abgleiten in eine Unterzuckerung noch früher ein, als auf dem Diagramm aufgezeigt (ca. 160 Minuten).

    Man darf auch erkennen, dass die rote Kurve eine optimale Kurve darstellt, sollte man eine Mahlzeit mit hohem glykämischen Index zu sich nehmen und analoges Insulin injizieren und einen Spritz-Ess-Abstand einhalten.

    Und ganz wichtig ist zu beachten, dass das Abdriften der grünen Kurve in den Niedrigbereich nach runden 210 Minuten normal ist, weil bei Normal-Insulinen eigentlich immer Zwischenmahlzeiten notwendig sind bzw. waren.

    Es sollte also bei der grünen Kurve eine kleine Zwischenmahlzeit nach ca. 165 Minuten erfolgen, das ist aber normal, so zumindest habe ich es immer praktiziert.


    Im Weiteren sind die Kurven mit einer ausgelichenen Basalversorgung erstellt worden. Eine ausgeglichene Basalversorgung mit einem Basalinsulin herzustellen ist sehr schwierig, folglich kann das Basalinsulin durch das Wirkprofil Auswirkungen verstärken bzw. abschwächen.


    Mit Gruß




    insulinclub.de/core/index.php?attachment/2892/