Fasten bei Typ 1 Diabetes ist möglich

  • Pelzlöffel Zitat aus deinem Zitat:

    "Für sie gelten die allgemeinen Empfehlungen hinsichtlich einer gesunden Kost."

    Die allgemeine Empfehlung dafür lautet aber eben nicht LC. Diese ganze Diskussion ist dennoch müßig, so lange nicht jemand wirklich weiß, wie die Rechtslage tatsächlich ist. (...)

    Nunja, es wird nicht genannt was "gesunde Kost" oder diese "allgemeine Empfehlung" überhaupt ist.

    Man könnte spekulieren dass die (vollkorn-carb-reiche) Nahrungspyramide der DGE gemeint sein könnte, geschrieben steht das aber nirgends. Zumindest sehe ich es nirgends.


    Stattdessen schreiben die Leitlinien sogar selbst:

    "Insgesamt ist die Definition und Evidenz zu dem Begriff „gesunde Ernährung“ schwierig."


    Und weiter:

    "Entsprechende Auskünfte sollten im Rahmen der allgemeinen Schulung gegeben werden. Die Ernährungsberatung sollte neben der Vermittlung von Informationen zur Blutglukosewirksamkeit von Lebensmitteln das Üben der erworbenen Kenntnisse im Alltag umfassen."


    Der Arzt soll also "Informationen zur Blutglukosewirksamkeit von Lebensmitteln" vermitteln und dem Patienten zu undefiniert "gesunder" Ernährung raten. Für mich liest sich das sowas von vage formuliert das es eigentlich ein Freibrief ist über jede Form von Ernährung zu sprechen und zu empfehlen.

  • Wer will, der findet Wege. Wer nicht will, der findet Gründe. Alte Bürokratenweisheit.



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    Nix Diabetes - das ist lediglich Glucose-Intoleranz.

  • Liebe Leute,


    nun will ich mich doch auch endlich einmal zu dem Ernährungsthema und den fehlenden genaueren Empfehlungen der Leitlinien äussern: Aus meiner Sicht atmen die Leitlinien noch immer den Geist der Diätliberalisierung, also das Ende der strengen diätetischen Vorschriften, die es für uns über viele Jahre lang gab und die leider bei vielen von uns zu Essstörungen etc. geführt haben, weil wir eine normale metabolische Flexibilität nicht entwickeln konnten/durften. Erst mit der Möglichkeit der Blutzuckerselbstbestimmung war es möglich, auch primär auf die Befähigung zum Insulindosisanpassung zu achten. Zur vor galt halt noch : KEIN Zucker, wenig Fett und genau berechnete KHE! Dass diese streng vorgeschriebenen Vorschriften nicht mehr nötig waren, wurde zu erst als Befreiung gefeiert und dieser Geist findet sich noch immer in den Leitlinien wieder. Was fehlt, sind dezidierte Empfehlungen zu den Vor- und Nachteilen bestimmter Ernährungsformen, was aber auf Grund der mangelnden Evidenz auch nicht so ganz einfach ist. Dabei wäre es zumindest in Bezug auf die Fett-Protein-Berechnung überfällig. Auch ich habe im Augenblick noch keine Lust , eine Studie über 10 Jahre aufzulegen, die Low carb in Hinblick auf Spätfolgen untersucht, ganz einfach, weil die Wahrscheinlichkeit, dass ich mit 61 Jahren dann die Ergebnisse auswerten und noch umsetzen kann, sehr gering sind. Da spricht mein Bedürfnis nach Selbstwirksamkeit dagegen, ich finde es hart genug, drei Jahre zwischen Antragstellung und Publikation warten zu müssen, bis ich endlich die Ergebnisse des Follow-ups der Fastenstudie herumposaunen darf. Aber auch ich habe mit der Idee gespielt, die Follow-up Phase nach der Fastenstudie mit zwei oder drei randomisierten Gruppen laufen zu lassen: Low carb versus Interpretierendes Fasten versus normale Ernährung. Aber ich denke zunehmend, das Ernährung etwas sehr Invasives ist- insbesondere bei T1DMlern, so dass ich lieber beobachte, wad die Menschen machen, als dass ich ihnen Vorschriften mache! Nach der Fastenstudie konnten wir jedenfalls beobachten, dass die metabolische Flexibilität gestiegen ist und etliche Leute interpretierende Fastenformen nutzen.....:);)