Management of Type 1 Diabetes With a Very Low–Carbohydrate Diet

  • https://pediatrics.aappublicat…g/content/141/6/e20173349


    duerfte die studie sein an der LocMa teilgenommen hat. falls es wen interessiert. IMO viel neues ist nicht dabei.

    “Insulin is a remedy primarily for the wise and not for the foolish, be they patients or doctors. Everyone knows it requires brains to live long with diabetes, but to use insulin successfully requires more than brains.” – Elliott Joslin, 1923

  • Liebe Leute, in den USA ist ein Konsens Paper zu verschiedenen Ernährungsformen bei Diabetes erschienen: Nutrition Therapy for Adults With Diabetes or Prediabetes: A Consensus Report Diabetes Care 2019;42:731754 https://doi.org/10.2337/dci19-0014

    Hauptsächlich beschäftigt sich der Report zwar mit T2DM, aber dafür mit allen möglichen Ernährungsformen! Zu T1DM ist relativ wenig, die Studienlage ist nach wie vor dünn, aber immerhin folgenden Eintrag habe ich gefunden:


    "A few studies have examined the impact of a VLC eating pattern for adults with type 1 diabetes. One randomized crossover trial with 10 participants examined a VLC eating pattern aiming for 47 g carbohydrate per day without a focus on calorie restriction compared with a higher carbohydrate eating pattern aiming for 225 g carbohydrate per day for 1 week each. Participants following the VLC eating pattern had less glycemic variability, spent more time in euglycemia and less time in hypoglycemia, and required less insulin (130). A single-arm 48-person trial of a VLC eating pattern aimed at a goal of 75 g of carbohydrate or less per day found that weight, A1C, and triglycerides were reduced and HDL-C increased after 3 months, and after 4 years A1C was still lower and HDL-C was still higher than at baseline (131). This evidence suggests that a VLC eating pattern may have potential benefits for adults with type 1 diabetes, but clinical trials of sufficient size and duration are needed to confirm prior findings."


    Das ist ja schon mal was, vielleicht sollten diejenigen, die der VLC Ernährung was abgewinnen können, in diese Richtung weiter gehen... Ich zerbreche mir die ganze Zeit den Kopf, ob und wenn ja wie ich das mit in das nächste Studiendesign aufnehme.....

    Wenn jemand Ideen hat und mitdenken will, herzlichst gerne!


    Ich habe Euch den gesamten Report angehängt, er enthält zahlreiche kostbare Quellen!


    Bettina

    Dateien

    • Nutrition.pdf

      (915,33 kB, 30 Mal heruntergeladen, zuletzt: )
  • Das ist ja schon mal was, vielleicht sollten diejenigen, die der VLC Ernährung was abgewinnen können, in diese Richtung weiter gehen...

    In wiefern weiter gehen?

    Weiter gehen im Sinne von "noch weniger KH"?

    Weiter gehen im Sinne von "dies weiterhin so praktizieren"?

    Weiter gehen im Sinne von "weiterforschen"?


    Ist nur eine Verständnisfrage, da ich mich angesprochen fühlte.

  • Angesichts der Studienlage wäre es IMHO sinniger, sich 100 Delinquenten^wStudienteilnehmer mit echter Typ-1 zu suchen, dann randomisiert(!) die Hälfte auf LC umzustellen und zu sehen, wie sich das über wenigstens 6-12 Wochen entwickelt. Dabei drei Fragen - Akzeptanz durch den Patienten, Ergebnis bezüglich HbA1c und zudem die Volatilität.


    Aus meinem Bekanntenkreis: hab einen sehr ambitionierten Typ-2 (ca 70 Jahre, 5 vor 12 beim Thema "künftig statt Tabletten mit Insulinpflicht") auf etwas "nahe LC" umgestellt, es hat bei Ihm ganz knapp geklappt. Noch hat er seinen Sportpilotenschein. Sein Hausarzt war quasi unbeteiligt.... deckt sich mit den Daten/Ergebnissen der o.g. Studie.


    Da sich mein Diabetologe jedes Quartal die Daten meines Lesegerätes holt und zudem weiss, welche seiner Patienten aus der LC Ecke kommen - IMHO liegen die Daten für eine Feldstudie bei vielen Praxen fertig vor. Wenn der Arzt nun nur noch zuordnen würde, ob der Patient LCler ist oder eben nicht - spart eine Menge Zeit. Danach könnte man mit einer kleineren Gruppe durchschnittlicher Typ-1 Patienten untersuchen, wie die Umstellung von "DGE nahe Ernährung" auf "LC" wirkt.


    Edit: ich gehe übrigens davon aus, dass sich die individuelle Erwartungshaltung bezüglich "Akzeptanz durch den Patienten" im Laufe der LC ändern wird. Tippe (böse gesagt) auf Effekte wie beim Alkoholentzug. Mit guten Vorsätzen beginnen, durch das Tal der Tränen müssen. Einige schaffen es, andere nicht. Thema "Gewohnheitstier".

    --
    Nix Diabetes - das ist lediglich Glucose-Intoleranz.

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  • Nein, ich meinte eher im Sinne von weiter forschen! Ernährung ist ein derart invasiver Eingriff in unser gesamtes System und nach dem viele Menschen mit T1Dm jahrzehntelange Zwangsvorschriften in der Ernährung mit zum Teil massiven Essstörungen hinter sich haben, dass ich mir hier nur eine freiwillige Zustimmung, aber keine zufällig Zuteilung (Randomisierung) vorstellen kann. Die retrospektive Analyse der Daten von Menschen mit und ohne VLC wird in der Regel deshalb ungerne gemacht, weil man in der Regel die vielen Ko-Founder schwer berechnen kann: ist der Kerl gesünder/kränker weil er sich VCL ernährt? Oder ernährt er sich VCL, weil er eh schon gesünder/Kränker ist?.. derartige Probleme mit der Kausalität gab es in der Medizingeschichte zu Hauf---- .

    Dann muß man anderen Kausalitätskonzepten arbeiten, als den derzeit gängigen....



    BB

  • Viel interessanter und greifbarer fände ich eine Untersuchung, wie sich VLC bei neu diagnostizieren T1d langfristig auf den cpeptit / Restaktivität auswirkt.

    Bis aus Vermutungen, dass die Remission dadurch verlängert wird, gibt es keine Daten ob das eine Auswirkung auf den Zelltod hat.

  • Tja, das wäre schon sehr spannend, aber leider kann ich im Bereich der neuerkrankten Kinder mit Diabetes nicht arbeiten, weil ich bei jedem Kind mit T!DM anfange zu heulen. ... deshalb muß ich mit den Erwachsenen arbeiten, bei denen zwar diabetologisch gesehen Hopfen und Malz verloren ist, aber dennoch durch die Erweiterung der Perspektive und die unüblichen Fragestellungen viel gewonnen werden kann. Aber gerade die LADA Leute sprechen ja z,B, auf das Fasten mit einer sehr gut an, ausgesprochen reagibel, so das ich wohl bei der nächsten Untersuchung gezielt LADA Leute mit einschliessen und als Subgruppe auswerten werde. Ich mache nämlich Forschung gerne selber und verziehe mich ungerne nur hinter den Schreibtisch, ich will also den Menschen begegnen, für die und mit denen ich arbeite..........bb

  • Also wenn mir was richtig Spass macht, dann ist das Essen. Aus diesem Grund kommt es bei mir sehr häufig vor, dass das Gewicht mal wieder steigt.


    Um das loszuwerden mach ich keine richtige Diät, sondern als Ernährungsumstellung Slow Carb für 6-8 Wochen. Was bei mir heisst so ca 20gr Kh am Tag, Dabei habe ich auch immer Top Werte, keine Hypo selten Hyper, Gewichtreduzierung. Ich starte die ersten Wochen auch mit 0gr Kh und steiger es dann ein wenig.

    Wobei wir hier jetzt von 5 Kg vorheriger Gewichtszunahme reden ca.

    Optimismus ist Mangel an Detailkenntnis

  • Also wenn mir was richtig Spass macht, dann ist das Essen. Aus diesem Grund kommt es bei mir sehr häufig vor, dass das Gewicht mal wieder steigt.


    Um das loszuwerden mach ich keine richtige Diät, sondern als Ernährungsumstellung Slow Carb für 6-8 Wochen. Was bei mir heisst so ca 20gr Kh am Tag, Dabei habe ich auch immer Top Werte, keine Hypo selten Hyper, Gewichtreduzierung. Ich starte die ersten Wochen auch mit 0gr Kh und steiger es dann ein wenig.

    Wobei wir hier jetzt von 5 Kg vorheriger Gewichtszunahme reden ca.

    Wie sieht dann ein beispielhafter Tag in der Ernährung bei dir aus?

  • 20g KH am Tag ist bei mir bereits faktisch NoCarb. Keine Ahnung obs die LC Definition gibt - bei mir ist alles bis 40 KH am Tag oder 20g/Mahlzeit problemlos. Drüber wirds langsam "zickig".


    Edit @BB: "weil ich bei jedem Kind mit T!DM anfange zu heulen"


    Dafür sind Kinder IMHO die einfachere / bessere Zielgruppe. Weil Kinder weniger zurückschauend denken und "das hab ich aber immer schon so gemacht" leben. Zudem sind die meisten von Natur aus neugierig. Kommst du mit einer Erklärung durch, dann ist das viel wirksamer als mit Verboten aller Art. "Du darfst nicht" funktioniert nicht. Zum Lernen gehört auch in die Scheisse zu greifen. Und vor allem zu verstehen warum es dazu gekommen ist.

    --
    Nix Diabetes - das ist lediglich Glucose-Intoleranz.

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  • Also wenn mir was richtig Spass macht, dann ist das Essen. Aus diesem Grund kommt es bei mir sehr häufig vor, dass das Gewicht mal wieder steigt.


    Um das loszuwerden mach ich keine richtige Diät, sondern als Ernährungsumstellung Slow Carb für 6-8 Wochen. Was bei mir heisst so ca 20gr Kh am Tag, Dabei habe ich auch immer Top Werte, keine Hypo selten Hyper, Gewichtreduzierung. Ich starte die ersten Wochen auch mit 0gr Kh und steiger es dann ein wenig.

    Wobei wir hier jetzt von 5 Kg vorheriger Gewichtszunahme reden ca.

    Wie sieht dann ein beispielhafter Tag in der Ernährung bei dir aus?


    Es kostet alles auf jedenfall mehr Zeit. Zum Frühstück esse ich viel mit
    Ei. Es kommt auch bei allen Gerichten auf die Zubereitung an. Ich esse meistens
    2-3 mal warm (mittags/Abends) und nehme das von Abends dann mit zum Mittag am
    nächsten Tag. Man kann hier wirklich reinhauen und satt werden. Zwischendurch
    kann man zB gerne Nüsse essen.

    Achtung: Da es keine dauerhaft gesunde Ernährung ist und ich das überwiegend
    zum Abnehmen nehme ess ich hierbei auch keine Milch, Joghurt, Käse, Obst nur
    selten. Ein Tag in der Woche esse ich fast normal, morgens Brot oder Brötchen
    zB. oder Joghurt mit Obst.

    Morgens:

    Rührei mit Gehacktes & Frühlingszwiebeln

    Rührei mit Kräutern

    Rührei mit Speck

    Omelette mit Bohnen und Speck

    Omelette mit Thunfisch &Zwiebeln

    Räucherlachs mit Rucola, gek. Ei und Meerrettich


    Mittags/Abends:

    Chili con Carne mit Mais

    Burger ohne Brot mit Avocado,Rucola, Zwiebeln, Tomaten, Gurken

    Hackbällchen mit Spinat in Tomatensauce

    Sesampute mit Romanasalat

    Rinderrouladen mit Kohlrabi

    Zucchininudeln mit Tomatensauce

    Thunfischsteak Artischockenpüree


    Im Grunde geht immer Fisch, Fleisch mit Gemüse/Salat in jeglichen
    Kombinationen. Gemüse kann auch püriert werden, anstatt Nudeln gehen auch
    Zucchini oder Möhren. Wenn ich Kohlenhydrate esse dann ein paar Kartoffeln zum
    Rinderragout ansonsten nur die sehr langsamen aus Bohnen zB.

    Optimismus ist Mangel an Detailkenntnis

  • Moin, ich hab mich mit low carb etc noch nicht näher beschäftigt, weil ich es so verstehe, dass es sehr fleischlastig sein muss. Ansonsten bleibt eher wenig übrig - sehe ich das richtig? Auf diese Fleischersatzsachen habe ich keine Lust.

    Es ist wie es ist

  • Moin, ich hab mich mit low carb etc noch nicht näher beschäftigt, weil ich es so verstehe, dass es sehr fleischlastig sein muss

    Das ist so pauschal nicht richtig.

    Ich esse täglich ca. 2-3 KE, was sich definitiv in den Low-Carb-Sphären bewegt.

    Mein Fleischkonsum liegt bei ca. 100g pro Woche (!), meist Leber. Pro Woche gibt es 2 Eier und keine Milchprodukte.

    Solch ein Spagat erfordert allerdings Experimentierfreude in der Küche.


    Und jetzt kommst Du! ;)

  • Dafür sind Kinder IMHO die einfachere / bessere Zielgruppe. Weil Kinder weniger zurückschauend denken und "das hab ich aber immer schon so gemacht" leben. Zudem sind die meisten von Natur aus neugierig. Kommst du mit einer Erklärung durch, dann ist das viel wirksamer als mit Verboten aller Art. "Du darfst nicht" funktioniert nicht. Zum Lernen gehört auch in die Scheisse zu greifen. Und vor allem zu verstehen warum es dazu gekommen ist.

    Nach meinen Eindrücken von T1 Kindern und Eltern stimmt das imo nicht. Schon alleine weil du nicht nur den Kindern alles erklären musst sondern auch Oma, Opa, Lehrern, Kindergärtnern, Eltern von Freunden usw.

    Viel Glück da überall mit Erklärungen durchkommen.


    Selbst wenn die Kinder neugierig sind, fehlt bis zu einem gewissen Alter schlicht das Verständnis für Zahlen und Zusammenhänge, Körpergefühl. Das macht es auch schwer aus Fehlern zu lernen.

    Wenn die Mathematik und Kurvendiskussion dann verständlicher wird, beginnt das Alter wo sie trotzig werden und erstmal alles doof ist was Eltern sagen.

  • Tja, das wäre schon sehr spannend, aber leider kann ich im Bereich der neuerkrankten Kinder mit Diabetes nicht arbeiten, weil ich bei jedem Kind mit T!DM anfange zu heulen. ... deshalb muß ich mit den Erwachsenen arbeiten, bei denen zwar diabetologisch gesehen Hopfen und Malz verloren ist, aber dennoch durch die Erweiterung der Perspektive und die unüblichen Fragestellungen viel gewonnen werden kann. Aber gerade die LADA Leute sprechen ja z,B, auf das Fasten mit einer sehr gut an, ausgesprochen reagibel, so das ich wohl bei der nächsten Untersuchung gezielt LADA Leute mit einschliessen und als Subgruppe auswerten werde. Ich mache nämlich Forschung gerne selber und verziehe mich ungerne nur hinter den Schreibtisch, ich will also den Menschen begegnen, für die und mit denen ich arbeite..........bb

    Ja, ich meine auch Lada.

    Irgendwo hab ich erst eine Studie gelesen, dass bei Lada statistisch die ersten 7 Jahre ein Abbau der Betazellen erfolgt, und dann diese aber langfristig erhalten bleiben. Wenn es gelänge, den Abbau zu verlangsamen, würde das für viele möglicherweise eine starke Abmilderung für den Rest des Lebens bedeuten.

    Zudem gibt es keine besondere Leitlinie für Lada. Da wird bei T1 auch gesagt, mach weiter so und spritz es weg.

  • Ich verstehe nicht, wieso hier zwischen Typ 1 und LADA differenziert wird. Ist LADA denn kein Typ 1?

    Normaler T1, v.a. Der Jugendliche, geht viel schneller im Abbau der Betazellen. Lada ist im Erwachsenenalter ab 30 Jahre und verläuft viel langsamer und die Remission ist ausgeprägter. Viele bleiben lange unentdeckt oder werden als T2 falsch behandelt. Wenn man hier den Verlauf abmildern könnte beispielsweise über Ernährung, würde man ein Leben lang davon profitieren.

    Beim normalen T1 hat man oft schon bei Diagnose schon eine nahezu komplette Zerstörung der Betas, da kann man nicht mehr viel abmildern. Daher macht die Unterscheidung schon Sinn.

  • Tja da komm ich und bin auch gleich wieder raus, weil ich keine Vorstellung habe, womit ich da experimentieren könnte. Meine bisher BZ-freundliche und alltagstaugliche Ernährung besteht aus slow carbs (sehr gern Haferflocken mit Obst und möglichst unter 12 BE) möglichst viel Gemüse und gelegentlich etwas gutes Fleisch. Milch vertrage ich nicht und Naschabende versuche ich zu vermeiden.

    Es ist wie es ist

    Einmal editiert, zuletzt von Maggie ()

  • Aus meiner Sicht ist der Eiweißgehalt ein wesentlicher Knackpunkt bei fleischarmem Low-Carb.


    Nur als Beispiel:

    Ich backe recht häufig Kuchen (meist Brownies) mit pflanzlichem Proteinpulver. Das ist so ein Experiment gewesen.


    Ansonsten gehen aber auch (je nach dem, wie man es verträgt) Eier, Milchprodukte, Tofu, Hülsenfrüchte. Und Fleisch eben so viel, wie man es für angemessen hält.

    Ich habe bestimmt irgendetwas vergessen. :)