Libre 2 Entschlüsselung

  • Der Artikel verwendet mg/dl, und trotzdem bewirken Schwankungen zwischen 80 und 150 über den Tag gerechnet nur 1 Komma irgendwas... Was habe ich übersehen?

    Es wird normiert bzw. durch die „Normalkurve“ eines Gesunden geteilt. Dadurch kürzt sich die Einheit weg.


    Das Optimum ist keine 1, da in Relation zu einer angenommenen Modellkurve eines Gesunden gerechnet wird.

  • Was bei der “simplen Mathematik" nicht erklärt wird: wie die unterschiedlichen Einheiten normiert werden. Ob man den Tag in Minuten oder Herzschlägen misst, ist egal (da mit einer horizontalen Ideallinie normiert wird), aber auf die BG-Maßeinheit sollte man sich schon einigen... Der Artikel verwendet mg/dl, und trotzdem bewirken Schwankungen zwischen 80 und 150 über den Tag gerechnet nur 1 Komma irgendwas... Was habe ich übersehen?

    Das L0: Da es sich um ein Durchschnittsprofile über den Tag eines gesunden handelt, hat dieser natürlich auch Schwankungen und dadurch keine Kurve der Länge 1 oder 0. In verschiedenen Papern sind Glukoseprofile von Gesunden zu finden: (aus "Continuous Glucose Profiles in Healthy Subjects under Everyday Life Conditions and after Different Meals")



    Die Schwankungen von 70 bis 130/140 gelten als normnah. Dadurch hat das zur normierung genutzt L0 schon einen signifikant großen Wert. Fluppt dein Zucker nun zwischen 80 und 150 am Tag hin und her, bist du nicht weit weg vom L0 wodurch sich die 1,x erklären lässt. (x<2)

  • Herzlichen Dank Gummihupe , jetzt verstehe ich endlich die Kennzahlen.:* Und in dem Artikel stehen auch Vergleichswerte, mit denen man sich einordnen kann.


    Nur, da steht PGS 35 = nicht diabetisch. XDrip zeigt mir ein PGS von 20 an – bin ich jetzt tot?:/


    Nee, das liegt an einer hohen TIR. PGS ist ja das Produkt aus GVI, Mittelwert und Anteil der Zeit die man nicht im Zielbereich war.Bei Leuten mit einer hohen TIR wird der letzte Faktor sehr klein, bei 100 % TIR bzw. 1 sogar Null, und damit der PGS sehr klein oder sogar Null. Das bedeutet aber auch, dass der PGS extrem von der Definition des Zielbereichs abhängig ist und damit nicht vergleichbar zwischen Personen mit verschiedenem Zielbereich. Und jemand, der eine hohe TIR hat, aber ständig extrem schwankt oder einen relativ hohen Mittelwert hat, erreicht trotzdem einen sehr guten PGS.


    Das schwächt die Aussagekraft dieser Kennzahl. Man darf sie also nicht allein betrachten.

  • Richtig. Erst alle zusammen ergeben ein ganzheitliches Bild. Der PGS lässt sich insoweit vergleichen, dass er unabhängig vom eigentlichen Zielbereich ist. Zeigt gleichzeitig aber auch nur die eigene Disziplin an. Wenn dann noch der Zielbereich hinreichend klein ist, ist die Einstellung mit GVI und HbA1C gut zu beurteilen.

  • Da meine Libre 2 Sensoren schon auf ihren Einsatz warten, habe ich mich mal durch diesen Thread gekämpft.

    Es wird bei mir momentan definitiv nicht die gepatchte Libre Link App. Ist mir biel zu kompliziert

    Aber ich habe hier etwas anderes interessantes entdeckt. Die Methode Robert Berger dass man Lesegerät und Handy nutzen kann. Vllt funktioniert das mit der originalen Libre App auch. Hat das irgendjemand probiert? Das will ich probieren, wenn ich nächste Woche einen neuen Sensor setzen muss.

    Jetzt habd ich noch eine Frage, kann ich irgendwie die Daten nach dem De- und Wiederinstallieren auch wieder in dir App bringen. Wäre mir wichtig, dass ich sie komplett am Handy sehen kann. LibreView schaue ich mir nur selten an. Ich glaube ich habe hier was von Backup gelesen.

    Wie funktioniert das? Bin technisch total unbegabt . Vllt kannn mir jemand helfen.

  • erst mit dem Lesegerät aktivieren, dann mit dem Handy und dann ginge beides

    Richtig, Aber die Alarme funktionieren dann nur auf dem Lesegerät, nicht auf dem Handy. Die Alarme (also die Bluetooth-Verbindung des Sensors) werden immer dem Gerät zugeordnet, mit dem der Sensor gestartet wurde.


    July95 Bei der Verwendung der gepatchten App in Verbindung mit xDrip ist es ja immer erforderlich, dass die Bluetooth-Verbindung des Sensors zum Handy besteht. Deshalb die Robert-Berger-Methode, wenn man parallel das Lesegerät verwenden will. Bei Verwendung der Original-App ist das aber irrelevant. Es bestehen dann nur keine Alarme auf dem Handy, wenn der Sensor mit dem Lesegerät gestartet wurde. Man kann den Sensor aber dennoch mit dem Handy scannen.


    Wenn man den Sensor mit dem Handy startet (auch mit der original-App), um darauf auch die Alarme zu haben, ist grundsätzlich das Lesegerät nicht mehr verwendbar. Dass jemand die Robert-Berger-Methode mit der original-App erfolgreich praktiziert hat, wurde hier noch nicht berichtet (kann aber eventuell funktionieren). Nach einer Neuinstallation der App sind die Daten darin jedesmal verloren. Ein Backup ist nur sehr umständlich möglich mit speziellen Apps und Insider-Kenntnissen.


    Aber wozu? Am besten verabschiedest du dich von deinem Lesegerät (hab ich noch nie benutzt). Die Handy-App ist viel einfacher und komfortabler. Und das umständliche Hochladen der Daten in Libre view per Kabel entfällt, sondern geschieht automatisch. Die Auswertungen kannst du ausdrucken und deinem Arzt vorlegen oder im Kundenkonto von Libre view einen direkten Zugriff deines Arztes freigeben.

  • Danke Kappa für deine ausführliche Antwort.

    Ich fand die Idee, dass ich das Lesegerät auch noch für den Notfall nutzen kann, halt super. Sag nur Handyakku leer oder das Handy geht wirklich mal kaputt. Mein altes Handy hat kein NFC und die App funktioniert auch nicht darauf, deshalb kann ich es im Notfall nicht hernehmen, sondern müsste einen neuen Sensor starten.

    Gäbe es in dem Fall eigentlich wenn das Handy wirklich kaputt geht, einen Ersatzsensor?:/:/


    Ich nutze eigentlich nur noch die Apm, weil ich da viel mehr eingeben kann z.B. blutig gemessene Werte beim freien Kommentarfeld, Praxis kann ohne Probleme auch die Daten einsehen, da gibt es nichts. Nur für den Notfall habe ich immer noch das Lesegerät.

  • Die Handy-App ist viel einfacher und komfortabler

    Die Handy-App (LibreLink) kennt aber immer noch kein IoB. Das gibt's aber als "Aktives Insulin", mit Restzeitangabe auf dem Lesegerät.


    Nebenbei für alle, die die App nicht patchen können oder wollen:

    xDrip+ funktioniert ja mittlerweile wieder mit dem Libre2 und einigen Transmittern (Bubble, MiaoMiao, ...) sowie der Zusatz-App OOP-Algorithm.

  • Die Handy-App (LibreLink) kennt aber immer noch kein IoB. Das gibt's aber als "Aktives Insulin", mit Restzeitangabe auf dem Lesegerät.

    Falls man sich darauf verlassen will … Der Bolusrechner im Lesegerät ist meines Erachtens aufgrund der Rundungsfehler richtig gefährlich. Da waren Anfänger am Werk.


    Im Vergleich zu xDrip ist beides grottenschlecht.

  • Die Handy-App (LibreLink) kennt aber immer noch kein IoB. Das gibt's aber als "Aktives Insulin", mit Restzeitangabe auf dem Lesegerät.

    Falls man sich darauf verlassen will … Der Bolusrechner im Lesegerät ist meines Erachtens aufgrund der Rundungsfehler richtig gefährlich. Da waren Anfänger am Werk.


    Im Vergleich zu xDrip ist beides grottenschlecht.

    Ich hab im Webseminar das Thema mal angesprochen gehabt. Es soll weitergegeben werden mit dem Bolusrechner. Mal schauen ob sie bei der nächsten Version wirklich was ändern.

  • Gäbe es in dem Fall eigentlich wenn das Handy wirklich kaputt geht, einen Ersatzsensor?:/:/

    Diese Ecke der Abbott-Kulanz hat wohl noch niemand ausgeleuchtet, und auch dir wünsche ich es nicht. Hängt sicher auch noch davon ab, ob man selbst draufgesessen hat oder jemand anders draufgetreten (aber dann soll sich dessen Haftpflicht damit rumärgern - die dann voraussichtlich auch nur einen Zeitwert ansetzt...)


    Da man einen laufenden Sensor mit einem neu aufgesetzten LibreLink (gepatcht oder nicht, hat da mal jemand die Details?) "kapern" kann, findest du sicher eine schnelle Übergangslösung. dideldum in der Looper-Community hätte vielleicht sogar noch eine Idee, wie man einen angemeldeten Sensor auf ein nicht-NFC-Handy "verpflanzen" könnte, falls du wirklich zum Gürtel noch Hosenträger brauchst.


    Du machst dir viele Gedanken, das ist gut. Zu viele aber nicht ;)

  • Da meine Libre 2 Sensoren schon auf ihren Einsatz warten, habe ich mich mal durch diesen Thread gekämpft.

    Es wird bei mir momentan definitiv nicht die gepatchte Libre Link App. Ist mir biel zu kompliziert

    Hi July,


    bei mir hat es auch eine Weile gedauert bis ich mich zum patchen durchgerungen habe, weil es mir viel zu kompliziert erschien. Die Diskrepanz zwischen eigentlichen Möglichkeiten des Libre2 und der tatsächlichen Umsetzung durch Abbott hat mich aber so genervt, dass ich mir letztendlich aus den hunderten von Seiten, Beiträgen und Infos eine eine kleine Sammlung an Links zusammengestellt habe und mich drangewagt habe. Was soll ich sagen, es ging dann sehr zügig und unkompliziert. Vielleicht hilft die Liste dir oder anderen ja auch weiter.


    Vorab noch (ggf. nicht interessant für July, aber vielleicht für andere Mitleser): Mein Interesse lag ursprünglich einfach in der technischen Realisation, aber letztendlich hat das nachfolgende Setting ("echtes" CGM, Smartwatch/Fitness Uhr, einfache Führung eines guten & kompletten Tagebuchs, etc.) zu einer substantiellen Verbesserung meiner Diabetes Einstellung/Werte geführt.


    Libre2/LibreLink Patch und xDrip+:


    Danach bist du schon fertig...

    eigentlich... ;) Denn wenn du das gemacht hast und nicht mehr missen willst, kommen die ganzen anderen weiteren (möglichen) Schritte.

    Denen kannst du dich aber nach und nach und in Ruhe widmen.


    Smartwatch:

    Viele Smartwatches werden direkt durch xDrip unterstützt und das Darstellen der Werte auf der Uhr ist kein Problem.

    Ich gehöre zu den Samsung Nutzern und habe daher nach Lösungen für xDrip in Verbindung mit Samsung Smartwatches (z.B. Galaxy Watch Active) gesucht:

    • G-Watch App + G-Watch Client auf der Watch (müssen beide installiert werden)
      Wenn du kein Samsung Handy hast, findest du die App fürs handy nicht, da sie (z.Zt.) nur im GalaxyStore verfügbar ist - im Thread dort hat der Dev aber einen Downloadlink der apk angegeben.

    Ein anderer Weg, xDrip auf Tizen/Samsung Smartwatches anzuzeigen ist, etwas Geld für Watchmaker zu zahlen (insg. ca. 10 Euro) und dann auf unzählige Watchfaces zugreifen zu können (z. B. von Frederik Wagner). Oder nach seiner Anleitung einfach eigene Watchfaces bauen.

    Mit der Smartwatch nutze ich nun natürlich auch die FitnessFunktionen. Ist gut für meine Figur ;) aber vor allem auch für mein Tagebuch. Der Fokus auf das allgemeine "Fit & Gesund bleiben, Sport machen, etc." inspiriert mich persönlich deutlich mehr und positiver, als "schon wieder abwiegen, um die blöden Kohlenhydrate vernünftig abzudecken". Insofern habe ich ein so genaues und komplettes Tagebuch wie noch nie und in Verbindung mit den ständig verfügbaren CGM Werten auch die besten Werte - ewwa.

    Meine FitnessApp ist Samsung Health und ich bin sehr zufrieden.


    Auswertungen/Berichte:

    Loop:

    Da ich ICTler bin, habe ich diesen Schritt nicht gemacht: Loop mit AndroidAPS


    ... hier könnten bestimmt noch weitere interessante Dinge stehen, also: to be continued ;)


    Wie gesagt: Zum patchen von LibreLink und einer ersten sinnvollen Nutzung reichen schon die ersten beiden Links. Den Rest in Ruhe, nach Interesse und Lust und steigendem Erfahrungsschatz einfach schrittweise vollziehen.


    Viel Erfolg :)


    P.S.: Vielfaches, ehrliches Danke an alle hier und im Netz, die mir auf der Suche nach den Infos mit Ihren Beiträgen enorm weitergeholfen haben.

  • qwertz0815 Das ist wirklich eine tolle Zusammenfassung, die viel Arbeit spart, wenn man sich mit dem Thema neu beschäftigt. Ich vermute auch, dass viele kapitulieren, wenn sie nur das erste Drittel dieses Themas gelesen haben. Aber man sollte sich nicht abschrecken lassen, die Mühe lohnt sich wirklich und es ist nicht so schwierig wie es scheint.


    Ich kann alles was du schreibst, voll und ganz bestätigen. Die Verwendung von xDrip und der Anzeige der Werte auf einer Uhr erhöht die Aufmerksamkeit enorm und liefert eine zusätzliche Motivation (z.B. durch die tägliche Statistik). Bei mir hat sich durch die Anwendung der Apps und Komponenten innerhalb von 3 Monaten der HbA1c (Laborwerte) um 0,6 %-Punkte verbessert und das ohne eine echte Unterzuckerung. Auch sonstige Kennzahlen sind extrem gut geworden.


    Ich bin täglich von dem Libre-CGM und xDrip von neuem begeistert. Meinen allergrößten Respekt und Dank an die Entwickler. Und Abbott sollte sich schämen.

  • Ich fand die Idee, dass ich das Lesegerät auch noch für den Notfall nutzen kann, halt super. Sag nur Handyakku leer oder das Handy geht wirklich mal kaputt. Mein altes Handy hat kein NFC und die App funktioniert auch nicht darauf, deshalb kann ich es im Notfall nicht hernehmen, sondern müsste einen neuen Sensor starten.

    Gäbe es in dem Fall eigentlich wenn das Handy wirklich kaputt geht, einen Ersatzsensor?:/:/

    In dem Fall würde mein Sensor leicht am Oberrarm verrutschen, mehrere Messungen einen Fehler auswerfen und der Sensor von Abbott ersetzt werden ;)



    Unterscheidet sich euer xDrip Wert eigentlich stark vom gescannten Wert in LL? Bei mir sind das teilweise 3mmol/L, jedoch liegt xDrip immer richtig, wenn ich blutig zur Kontrolle messe

  • ich krieg ne Mail von Abbott, dass meine Sensoren verschickt wurden - ähm... das Rezept hab ich noch hier :patsch::pfeil: und ich hab immer nur einen Quartalsbedarf...


    anyone riddle me this... :confused2