Schwangerschaftsdiabetes/Nadelphobie/Freestyle Libre

  • Hallo Zusammen,


    Eine Freundin hat Schwangerschaftsdiabetes und eine starke Nadel- und Spritzenphobie. Ihr wird so kalt, dass Sie kein Blut aus dem Finger gewinnen kann. Heulen, zittern und Es dauert ewig bis mal ein Wert ermittelt wurde. Es ist ein echtes Drama wenn Sie den Blutzucker bestimmen soll. Weil Sie weiß, dass ich Typ 1 Diabetikerin bin, hat Sie mich um Hilfe gebeten. Hab mit ihr über das Freestyle Libre geredet auch weil ich es selber nutze und über den Softclix von Accu-Check. Leider erfüllt Sie mit Schwangerschaftsdiabetes nicht die Voraussetzungen für das Freestyle Libre oder gibt es da eine Sonderregelung? Sie ist bei einer Schwerpunktpraxis und fragt im nächsten Termin nach.


    Habt Ihr vielleicht noch ein paar Tipps, die ich weitergeben kann?


    Bin mir nicht sicher, wo der Beitrag am besten aufgehoben ist -> Sorry

    Einmal editiert, zuletzt von Jen83 ()

  • Im Internet bei einem Shop selber kaufen und zahlen. Ob das Libre aber passende Werte liefert, kann man nur mit Kontrollmessungen halbwegs sicher bestimmen und was ich hier öfters rauslese, ist das in der Schwangerschaft durch die zusätzlichen Hormone meist eher nicht gegeben.

    Ob der Schwangerschaftsdiabetes eine Indikation für das Libre ist, kann ich Dir nicht sagen, da muss sie echt beim DiaDoc nachfragen.

    Alles Gute!!

  • Ich habe auch eine starke Spritzenphobie.

    Bin auch seit einem halben Jahr Diabetiker, zum Glück noch nicht insulinpflichtig. Aber ich will jetzt das BZ-Messen versuchen, habe ich bisher auch immer verweigert.


    Folgende Strategien habe ich mir jetzt überlegt:

    - FastClix nur erstmal niedrigste Stufe und versuchen, ob es nicht damit schon geht.

    - Mit einem Kugelschreiber "üben" und sich vorstellen, dass es die Stechhilfe ist

    - Ggf. mal versuchen, ob es leichter fällt statt im Finger im Ohrläppchen zu messen

    - Ggf. hilft es, wenn jemand anderes es macht

    - Ggf. eine Belohnungsliste, wo man immer wenn man es schafft, einen Strich macht und dann sich bei so und so viel mal was sich kauft oder ggf. auch jemand anderes es belohnt mit einer Kleinigkeit (wirkt meist als stärkerer Anreiz)

    - die Stelle betäuben wäre auch noch notfalls eine Möglichkeit, ist aber schwierig, weil dann nicht so leicht das Blut rauskommt



    Ich bezweifel, dass das Freestyle Libre übernommen wird, wenn kein Insulin gespritzt wird. Aber nachfragen. Jedoch wird das mit der Spritzenphobie schwer nachweisbar sein, wenn man nicht in psychotherapeutischer Behandlung ist. Falls es die Krankenkasse wegen Spritzenphobie übernehmen, werden sie einen Befund vom Psychiater/Psychotherapeut verlangen.

  • Bei deinen Strategien habe ich Bedenken.


    Die niedrigste Stichtiefe bedeutet, dass du trotzdem genauso stechen musst, wie bei einer höheren Einstichtiefe. Die Folge ist, je nach Durchblutung aber, dass die Blutzuckermessung fehlschlagen kann, weil du nicht genug Blut gewinnst. Die Blutzuckermessgeräte lassen sich nicht anflehen, mit zuwenig Blut trotzdem zu messen. Die nächste Folge der niedrigsten Stichtiefe wird also sein, dass du nochmal stechen musst.


    Eine größere Stichtiefe tut kaum mehr weh, verhindert aber, dass du zwei- oder mehrmals stechen musst.


    Wenn es stimmt, dass du eigentlich nicht schmerzempfindlich bist, sondern eher nur Angst vor dem Stechen ansich hast, dann solltest du mit der größten Einstellung beginnen und nicht mit der kleinsten.


    Übrigens werden die Finger nach den ersten Blutzuckermessungen noch tagelang leicht wehtun. Später, bei regelmäßigem Messen ist das nicht mehr der Fall. Das ist aber nur meine persönliche Erfahrung.

  • Wenn es stimmt, dass du eigentlich nicht schmerzempfindlich bist, sondern eher nur Angst vor dem Stechen ansich hast, dann solltest du mit der größten Einstellung beginnen und nicht mit der kleinsten.


    Übrigens werden die Finger nach den ersten Blutzuckermessungen noch tagelang leicht wehtun. Später, bei regelmäßigem Messen ist das nicht mehr der Fall. Das ist aber nur meine persönliche Erfahrung.

    Mit der größten Stechtiefe beginnen?? Da kriege ich schon beim Lesen Angst!

    Das würde ich bei normalsituierten "Damenfingern" definitiv nie machen, es sei denn, zum Abgewöhnen. Ich habe mal nachgesehen - meine Fastclix steht bei 2,5 von 5,5 Stufen (warme "Bürofinger"). Das tut dann auch nach dem Stechen selber nicht mehr weh.


    Lg Hubi

    "What I tell you three times is true!"

    (Lewis Carroll, The Hunting of the Snark)

  • Die niedrigste Stichtiefe ist psychologisch bedingt. Weil ich mich dann eher überwinden kann zum Stechen, wenn ich weiß, dass es so gering wie nur möglich ist. Schmerzempfindlich bin ich im allgemeinen nicht, aber wenn es um Nadeln geht, ist das irgendwie anders. Meine Therapeutin hat mir jetzt eine Schmerzphobie unterstellt, aber nur im Bezug auf Nadeln:(

    Ich rechne irgendwie damit, dass ich statt 0,5 sicher min. 1 brauche. Das plane ich mit ein. Aber hoffentlich nicht mehr. Auch wenn das erste Pieksen vielleicht nicht erfolgreich war, wegen der Blutmenge, ich habe es wenigstens geschafft zu pieksen, darum geht es mir erstmal.

  • Die halbe Miete ist, dass der ausgewählte Finger wirklich warm und gut durchblutet ist. Bei mir haben die kleinen Finger und die Ringfinger die zarteste Haut, so dass ich die bevorzuge. Habe heute morgen wegen komischem Sensor-BZ seit längerem mal wieder blutig gemessen und muss mich korrigieren: bei mir reicht auch Stechtiefe 1,5 bei der Fastclix. Wenn's nicht geklappt hat, besser den Finger wechseln für den nächsten Versuch.

    Und ich würde weiterhin empfehlen, bei anderen Objekten zuerst zu üben, um die Handhabung der Stechhilfe und das Gefühl beim Auslösen kennen zu lernen. Also anderer Leute Finger, oder z.B. Obst.

    Ich habe häufig Probleme mit dem Tablettenschlucken, das geht auch am Besten mit Übung, schnell und möglichst dabei nicht nachdenken.


    Lg Hubi

    "What I tell you three times is true!"

    (Lewis Carroll, The Hunting of the Snark)

  • Bei mir wurde heute von Diabetesberaterin mit 3 =O=Ogestochen. Alles andere sei nur für Kinder. Es tat nicht wirklich weh, aber ich werde definitiv auch weniger nehmen.


    Jen83 was mir jetzt super geholfen hat. Wäre auch ein guter Tipp an deine Freundin/Bekannte. Erstmal Fastclix OHNE Nadel versuchen. Das erste Mal Knopf drücken OHNE Nadel drin, war für mich schon eine Herausforderung pur. Habe dafür allein 3 Stunden gebraucht. Aber als ich einmal gemerkt habe, oh Wunder, da passiert ja nichts, kann es ja auch nicht, wurde es immer leichter. Dann habe ich bestimmt 200 Mal einfach zum Gewöhnen beim Finger gedrückt. Immer wieder.

    Heute bei der Diabetesberaterin hat mein Kopf voll die Verbindung gehabt, dass ja nichts passiert. Jetzt war eine Nadel drin, jedoch hat mir das komischerweise nichts ausgemacht, weil ich fest daran gewohnt war, das tut nicht weh und man sieht ja auch nicht, dass was anderes ist.

    Und so werde ich es auch weiter handhaben, nach den 6 Stechen, erstmal keine neue Nadeln rein, sondern oft einfach so üben ohne Nadel. Und somit verbindet man dann die Angst/den Schmerz nicht mit der Stechhilfe. Sondern eher mit es tut nicht weh. 200 Mal passiert nichts gegen 6 Mal wo was passiert.