Operationsvorbereitung

  • Hallo

    ich werde in 2 Wochen am Handgelenk operiert mit lokaler Anästhesie.

    Sowas hatte ich in meiner Diakarriere bisher noch nicht.

    Den genauen Zeitpunkt der OP erfahre ich erst am Tag zuvor und darf dann bis Mitternacht des Vortages noch Essen was ich möchte, danach nur noch Trinken.

    D.h. wenn ich davon ausgehe, dass irgendwann zwischen 8 und 16 Uhr operiert wird, habe ich eine Phase von 10 bis 18 h in denen ich nichts essen darf und kann.

    Sollte ich in UZ fallen und KH zu mir nehmen, muss die OP verschoben werden.


    Sicherlich könnte ich mir vorm schlafengehen noch den Bauch mit zuckrig-fettigen Dingen vollhauen, die eine langsame Verdauung und hohe Werte über Stunden garantieren. Aber ob das das wahre ist?


    Jetzt überlege ich, wie ich da am besten vorgehe...


    Meine Ziele sind

    1. Auf keinen Fall in UZ geraten und die OP gefährden (Termin ist bewusst gewählt und ein Verschieben wäre uncool)

    2. Idealerweise auch nicht über Stunden Werte über 200 "nur" damit man safe ist.

    3. Freestyle libre kann ich während der OP nicht tragen, Werte sollten also idealerweise nicht zu sehr fallen/steigen.


    Bin daher dankbar für Ideen und Vorschläge...


    Tendiere aktuell zu stark reduziertem Basal (Tresiba)-2-3 Tage vor OP und Low Carb Kost

  • Basal reduzieren ist eine gute Vorbereitung, bei Tresiba müßte das bereits ein paar Tage vorher passieren.

    Da es i.d.R. darum geht, daß der Magen während der Op leer ist, kannst Du bei UZ Traubenzucker lutschen - der Zucker erreicht den Magen quasi nicht, sondern wird in der Mundschleimhaut resorbiert.

    So habe ich es bisher vor OPs immer gemacht - außerdem wird während der OP der Blutzucker gemessen und bei Niedrigzucker wird Glukose per Infusion gegeben - zumindest wird das im Normalfall so gemacht.


    Normalerweise hat man vorher noch ein Gespräch mit dem Anästhesisten - dort kannst Du ihm alles mitteilen und sehen, was er empfiehlt...

    Viel Glück und alles Gute

  • Jo, einen normalen Typ-1 sollte auch ein Anästhesist kennen:rofl


    Aber eine andere Frage: Warum wollt ihr das Basal reduzieren? Sollte die Basalmenge nicht so beschaffen sein, dass der BZ ohne Nahrungsaufnahme seine Höhe nicht verändert? *duck und wech*


    Liebe Grüße vom Arbyter

    Das Leben ist zu kurz für ein langes Gesicht!

  • Hm...also Gespräch mit der Narkose-Ärztin hatte ich schon...

    die meinte ich dürfe definitiv NICHTS zu mir nehmen außer Wasser und ungesüßten Tee und hat gezuckerte Getränke und Traubenzucker etc. explizit mit eingeschlossen.

    Zum Thema Typ 1 konnte sie mir nicht wirklich weiterhelfen, sie meinte "das müsse ich selber regeln".


    Arbyter Das mag ja sicherlich an nem normalen Tag so sein, wenn man zB eine Mahlzeit ausfallen lässt, aber 18 h ohne Essen (im Maximalfall) bringt auch bei guter Basaleinstellung möglicherweise nen Sinkflug mit sich.

    V.a. weil ich keine Ahnugn habe wie ich auf den Op-Stress, die Narkose-Medis etc. reagieren werde, da will ich halt kein Risiko eingehen.

  • Arbyter

    Klaro hast Du im Prinzip Recht, aber da man keine UZ während einer OP möchte, stellt man den BZ vorher etwas höher ein und da das über das Essen nicht geht, kann man es über die BR versuchen zu steuern - bei Pumpe kein Problem, bei Tresiba müßte man etwas frühzeitig basteln ;).

    Vielleicht hat auch jemand einen viel besseren Vorschlag - bei mir hat es so immer hingehauen. Nach der OP steigt der BZ eh an wegen Wundheilung und so... ein paar Tag mal höhere Werte sehe ich persönlich nicht als Problem an :urlaub

  • Wieso darfst du bei einer lokalen Anästhesie das Freestyle nicht tragen? :confused2

    Leg es doch am Bauch, oder am anderen Arm. Das wäre doch total praktisch nach der OP, dann musst du nicht mit einer Hand Blutzucker messen, sondern kannst einfach scannen.


    LG

    zuckerstück

    P.S. Am Bauch würde es der Anästesist gar nicht sehen.;)

  • Preisfrage: Warum hat der dicke Onkel am Ende *duck und wech* geschrieben???


    Ach männo ...


    Liebe Grüße vom Arbyter

    Das Leben ist zu kurz für ein langes Gesicht!

  • elettra

    aha, da läßt man Dich also im Regen stehn..... wenn ich es richtig verstanden habe, wirst Du örtlich betäubt - dann verstehe ich umso weniger, wo bei gelutschtem Traubenzucker - nicht gekautem! - das Problem sein soll.


  • Mit Bauch hab ich ehrlich gesagt keine guten Erfahrungen gemacht...
    Ich werde nach der OP tatsächlich selbst nicht messen können, da die eine Hand nicht benutzbar sein wird für ne Zeit. Hm...

  • elettra

    aha, da läßt man Dich also im Regen stehn..... wenn ich es richtig verstanden habe, wirst Du örtlich betäubt - dann verstehe ich umso weniger, wo bei gelutschtem Traubenzucker - nicht gekautem! - das Problem sein soll.

    Hm...ich glaube das ist für den Notfall wenns Probleme gibt und die doch Vollnarkose mit intubation machen müssen, so hatte Ärztin mir das auf jeden Fall erklärt...

  • also wenn die Narkose-Ärztin nicht wirklich viel Plan davon hat, würde ich mir vermutlich nochmal in meiner Dia-Praxis Rat einholen.


    Ich glaub auch, dass das der Grund zwecks Libre die Unwissenheit ist - oder was wird da noch gemacht, wo ein Metallfaden im Gewebe störend sein könnte? Oder nur die Position?


    Andererseits ist das mitm Libre vllt gar nicht so schlecht - dann sieht man das "Übel" nicht, wenn die Werte wegen anderer Hormone austicken.

  • Das mit dem Libre verstehe ich auch nicht... hat das auch die Anästhesistin gesagt? Weiß sie, was Diabetes ist????

    Aber im Ernst: ich hatte bei allen OPs - und das waren einige (Bauch, Knie, 2 x Handgelenk, danach jeweils OPs zur Materialentfernung) IMMER die Pumpe am Bauch bzw. Oberschenkel... hat niemanden gestört, wurde ausdrücklich erlaubt.... das gleiche mit dem Traubenzucker... O-Ton der Narkoseärztin: Das geht schon, ansonsten könnten wir Diabetiker ja nicht operieren....

  • Dieses mal ohne Augenzwinkern und in völligem Ernst.


    Im Fall der Fälle, also falls unerwartet intubiert werden muss: Wo liegt da der Unterschied, ob der Tee in meinem Magen-Darm-Trakt nun Zucker enthält oder nicht?


    Liebe Grüße vom Arbyter

    Das Leben ist zu kurz für ein langes Gesicht!

  • Hallo elettra,


    da hast du anscheinend nicht wirklich das beste Exemplar von den Narkoseärzten erwischt...


    Soll bei dir wirklich eine lokale Anästhesie gemacht werden? Da wird das Betäubungsmittel in der Regel von den Chirurgen selber ins OP Gebiet gespritzt. Oder bekommst du das Betäubungsmittel weiter oben, zum Beispiel in die Achsel gespritzt? Da können leider nicht immer (aber meistens) alle Nerven zuverlässig betäubt werden, deswegen muss es immer die Vollnarkose als Backup Plan geben. Deswegen musst Du am OP Tag nüchtern sein. Klare Flüssigkeiten in kleinen Mengen sind in der Regel bis 2 Stunden vor der OP erlaubt, außer du hast eine Magenentleerungsstörung. Die Getränke dürfen selbstverständlich auch gezuckert sein. Kohlensäure (Cola) halte ich persönlich suboptimal, gegen einen gezuckerten (abgekühlten) Tee spricht aber normalerweise nichts.


    Auch gegen das Libre spricht in meinen Augen nichst. Es darf nicht am operierten Arm getragen werden, sondern auf der anderen Seite, oder am Bauch, wie andere schon geschrieben haben. Da beim Libre kein Metall auf blanker Haut liegt, wüsste ich auch nicht was die Chirurgen dagegen haben sollten. Der Narkosearzt muss das Ding ja nicht benutzen wenn er sich unsicher ist. Für dich wäre es nach der OP allerdings deutlich einfacher, weil du das Libre ja auch mit nur einer Hand bedienen kannst.


    Übrigens glaube ich nicht, dass mal ein Tag mit Werten jenseits 200 besonders tragisch sind. Auch nicht für die Wundheilung, wenn du ansonsten gut eingestellt bist. Hast du dem Narkosearzt angegeben, dass du zu Übelkeit und Erbrechen neigst? Dann bitte vor der OP (wenn du in den OP gebracht wirst) dem Narkosearzt unbedingt sagen, dass du kein Kortison zur Übelkeitsprophylaxe haben möchtest, da gibt es gute Alternativen, die sich nicht auf den BZ auswirken. Ich bin zuversichtlich, dass du die OP und die Narkose gut überstehen wirst. :) Es hört sich alles schlimmer an als es ist...

  • 1. Lass das libre dran. Setz es an dem Arm, der nicht operiert wird und so, dass es eine Blutdruckmanschette nicht stört. Wenn sie es dann wirklich abnehmen wollen, können sie das ja machen. Ich wüsste aber nicht, warum das nötig sein sollte.

    2. Wenn du bis 2h vor OP noch eine kleine Menge Apfelsaft oder gesüßten Tee trinkst, wird ganz bestimmt nicht die OP deswegen abgesagt. Schon gar nicht eine die primär in Lokal/Regionalanästhesie stattfinden. Schon allein aus wirtschaftlichen Gründen nicht.

    3. Ob du den Blutzucker lutscht, unter die Zunge legst, kaust, oder sonst was spielt kaum eine Rolle. Zucker wird nicht in relevantem Ausmaß über die Mundschleimhaut resorbiert, auch wenn sich dieses Gerücht hartnäckig hält. Problematisch könnte es höchstens werden, wenn du die Traubenzucker-Plättchen am Stück runterwürgst.

    4. ich würde schon 2 tage vorher die kohlenhydrate stark reduzieren und mit einem stabilen, leicht erhöhten BZ wert in die OP gehen. Eher 150 als 200. Die OP bedeutet zusätzlichen Stress für den Körper. Dann werden aus 200 schnell mal 300 und dann wirds auch irgendwann blöd.

  • mir ist der Zusammenhang "lokale Anästhesie" und Essen/Trinken unklar. In meinem bisherigen Leben spielte Essen/Trinken ausschließlich bei einer Narkose eine Rolle.

    • Sarkasmus, Ironie, schwarzer Humor und schmutzige Gedanken - wie manche ihr Leben und sich selbst ohne das alles ertragen, bleibt mir für immer ein Rätsel. :evil:
    • Ein Leben ohne Marzipan ist möglich, aber sinnlos. (sehr frei nach Loriot) :rofl

    Einmal editiert, zuletzt von Frank_SH ()

  • 2. Wenn du bis 2h vor OP noch eine kleine Menge Apfelsaft oder gesüßten Tee trinkst, wird ganz bestimmt nicht die OP deswegen abgesagt. Schon gar nicht eine die primär in Lokal/Regionalanästhesie stattfinden. Schon allein aus wirtschaftlichen Gründen nicht.



    Perfekt ausgedrückt. :D:D:D Bist du vom Fach?

    Einmal editiert, zuletzt von Manuela ()

  • Ich hatte vor im Februar eine ambulante Kiefer-OP mit Analgosedierung (Schmerzmittel und Schlafmedi ohne Intubation).

    Mit ähnlichen Zeit - und Essensbedinungen.


    Für die Anpassung vom Langzeitinsulun würde ich dir eine Rücksprache mit deinem Diabetologen empfehlen, vor allem wegen der Depowirkung von Tresiba.


    Und da, wo du operiert wirst, solltest du nochmal klipp und klar machen (ev den DiabDok zu nem Telefonat bewegen), dass du wegen deines Diabetes einen frühen Termin brauchst. Die können das schon planen, ist halt für sie bequemer, wenn sie sich die Mühe nicht machen müssen.


    Frag mal, ob die drauf vorbereitet sind, falls du während der OP unterzuckerst.

    Seltsam, mein Anästhesist war froh, dass ich Libre trage, 🤔 genau deswegen.