Was genau sagt der HbA1c?

  • Moin,


    eine Frage zum Verständnis:

    Ist der HbA1c quasi ein "Durchschnittswert" alle Werte oder nur das Ergebnis der hohen Werte?

    Also gleichen sich 70 und 180 aus oder bleibt jeder hohe Wert im Hämoglobin Gedächtnis?


    Oder anders gefragt: wenn ich z.B. immer morgens 120, mittags 100 und abends (3-4 Stunden NACH dem Essen) 180 habe - ergibt das einen tollen HbA1c Wert oder sieht man an dem Wert, dass ich abends drei Stunden nach dem Essen ständig 180 habe?

    • Sarkasmus, Ironie, schwarzer Humor und schmutzige Gedanken - wie manche ihr Leben und sich selbst ohne das alles ertragen, bleibt mir für immer ein Rätsel. :evil:
    • Ein Leben ohne Marzipan ist möglich, aber sinnlos. (sehr frei nach Loriot) :rofl

    Einmal editiert, zuletzt von Frank_SH ()

  • Im Gegenteil, er zeigt nur den Durchschnitt der Nüchternwerte an,die hohen nach dem Essen spiele drei, vier Stunden lang keine Rolle.

    Formel:

    Durchschnitt Nüchternwerte+86 /33,3

    Man muss die Schuld auch mal bei den Anderen suchen :bigg

  • Im Gegenteil, er zeigt nur den Durchschnitt der Nüchternwerte an,die hohen nach dem Essen spiele drei, vier Stunden lang keine die 180 sind um 22 Uhr.

    die 180 nach dem Essen sind immer frühestens 3 Stunden nach dem Essen (zur Schlafenszeit) gemessen.

    Wenn ich die Formel anwende und nur die Nüchternwerte nehme, komme ich auf 6,1. Das wäre ja perfekt. 🤔

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  • Man wird definitiv nicht sehen, wann du die 180 hat. Es ist möglich, dass man nicht einmal sieht, dass du sie überhaupt hast. Entscheidend dafür ist, wie lange du sie hast.


    Gemessen wird im Grunde die Menge der Glucose, die an das Hämoglobin dauerhaft gebunden wurde. Zu Beginn, wenn sich die Glucose ans HB anlagert, kann sich diese Verbindung (je nach dem, wo man liest) 3 - 4 Stunden lang auch wieder lösen. Erst danach findet eine festere Verbindung mit dem Hämoglobin statt, die nicht mehr gelöst wird. In der Konsequenz heißt das: Eine kurzzeitige, also schnell wieder auf 'normal' zurückgehende Spitze, zeigt sich im HbA1c-Wert kaum bis gar nicht. Bleiben die 180 noch die halbe Nacht auf dem Tacho, wird das definitiv ein höheres HbA1c bedeuten.


    Und da die Erythrozyten mit dem darin enthaltenen Hämoglobin eine Lebensdauer von 8 - 12 Wochen haben, ist das der Zeitraum, für den eine Aussage getroffen werden kann. HbA1c schlecht = BZ-Einstellung der letzten 8 - 12 Wochen schlecht. HbA1c gut = BZ-Einstellung vielleicht gut, vielleicht auch nicht.


    Liebe Grüße vom Arbyter

    Das Leben ist zu kurz für ein langes Gesicht!

  • Genau, wenn der Wert schlecht ist, ist alles schlecht.

    Und Schwankungen gibt es beim Diabetiker immer mehr als beim gesunden Menschen, mal eben 65 und nach dem Essen mal 200 oder gar 300.

    Aber nur die niedrigen Werte vor dem Essen beeinflussen den HbA1C.

    Das weckt genauso viel Optimismus in mir wie die Aussage:

    Wenn man den Blutdruck zwei mal misst , gilt immer der schlechtere Wert, wozu also ein zweites mal messen?

    Egal, weiterhin positiv denken....

    Man muss die Schuld auch mal bei den Anderen suchen :bigg

  • Das heisst dann ja theoretisch, ich könnte einen guten HbA1c Wert haben, obwohl ich grundsätzlich weder abends, noch morgens nüchtern meinen Zielwert habe. Und das wird "man" dann als Behandlungserfolg deklarieren. Dann bin ich wirklich gespannt auf den 25. (Erstef HbA1c durchgängig unter Insulin)

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  • Genau ein Wert von 115 würde 6,1 ergeben,

    irgendwie sagt der HbA1c für mich dann doch nichts brauchbares aus. Dafür schwanken die Werte zu stark.

    Z.B.

    1 Messung 70

    1 Messung 160

    =230

    = Durchschnitt = 115 = 6,1 😉

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  • Genauso ist es


    Bei mir HbA1c 5,7 ,also im Durchschnitt 104 kann also mal 110 sein und mal 94


    Die Schwankungsbreite kann natürlich höher sein also mal 65 und anderes mal 140

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  • Aber nur die niedrigen Werte vor dem Essen beeinflussen den HbA1C.

    Den Satz versteh ich nicht ganz.

    Wenn man durchgängig vor dem Essen einen hohen Wert hat, so beeinflusst dieser auch den HbA1c - es ist halt die Frage, wie lange dieser Wert "hoch" ist.


    rgendwie sagt der HbA1c für mich dann doch nichts brauchbares aus.

    er hat nicht mehr die Aussagekraft wie früher.

    Da hat man auf Grund von Nüchternwerten und HbA1c die "Qualität" der Einstellung festgemacht. alte eingefahrene T2er tun dies heute noch, weil sie es so kennen.

    Es war auch nicht ganz verkehrt - wenn man mit 200 aufwacht, heißt es ja, dass dem Körper Insulin fehlt.

    Mittlerweile ist man da halt einfach schlauer und definiert sowas dann genauer. Man weiß, dass es auch ein Aufstehgupf sein kann etc.


    Hier im Forum liest man deshalb sehr oft die TiR (time in range), denn auch das "stichprobenartige" Messen vor und nach dem Messen hat manches Mal nicht wirklich viel Aussagekraft.

  • Klar ein hoher Wert vor allem am Morgen treibt den HbA1C nach oben,aber nicht einer kurz nach dem Essen,und den sollte man dementsprechend korrigieren.

    Den zu hohen Wert nach dem Essen mit etwas Vorsicht natürlich auch.

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  • Klar ein hoher Wert vor allem am Morgen treibt den HbA1C nach oben,aber nicht einer kurz nach dem Essen,und den sollte man dementsprechend korrigieren.

    Den zu hohen Wert nach dem Essen mit etwas Vorsicht natürlich auch.

    Nimm mal jemanden, der kein Bolus-Insulin hat wie Frank.

    Derjenige isst ganz normal zu Mittag. Der BZ steigt auf 200 an.

    Abends, vor dem nächsten Essen, ist der BZ bei 180.


    Aber nur die niedrigen Werte vor dem Essen beeinflussen den HbA1C.

    Hat mein Fallbeispiel Einfluß auf den HbA1c oder nicht?

  • Ist ja klar das er auch dieses Insulin braucht, genau wie ich auch ohne Basal Insulin morgens bei über 200 bin, auch ohne Zironenlimonade

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  • Klar ein hoher Wert vor allem am Morgen treibt den HbA1C nach oben,aber nicht einer kurz nach dem Essen,und den sollte man dementsprechend korrigieren.

    Den zu hohen Wert nach dem Essen mit etwas Vorsicht natürlich auch.

    was heisst "kurz" kurz nach dem Essen? Ich habe ja mehrfach betont, dass die hohen Werte 3-4 Stunden NACH dem Essen (Schlafenszeit) gemessen sind. Kurz nach dem Essen wären für mich die ersten 2 Stunden?!

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  • Ist ja klar das er auch dieses Insulin braucht,

    :rolleyes:

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    • Ein Leben ohne Marzipan ist möglich, aber sinnlos. (sehr frei nach Loriot) :rofl
  • Zu Beginn, wenn sich die Glucose ans HB anlagert, kann sich diese Verbindung (je nach dem, wo man liest) 3 - 4 Stunden lang auch wieder lösen. Erst danach findet eine festere Verbindung mit dem Hämoglobin statt, die nicht mehr gelöst wird.

    wenn ich mal mein Beispiel von oben nehme und noch Zeiten hinzufüge:


    Mittag so um 12. Bz steigt auf 200 und ist also so um 1 da oben.

    War n langer Tag und Abendessen ist erst um 7. bis dahin ist er nur bis 180 gesunken.

    Das sind 6h hoch - das hat definitv Auswirkung.

    Wäre er jetzt zum Abendessen auf beispielsweise 120, könnte man nicht wirklich sagen, wann er runterging (falls nicht zwischengemessen wurde)

    Aber dabei wird sich der HbA1c nicht so stark erhöht haben.


    Geht man mit nem hohen BZ ins Bett, so bleibt er dabei längere Zeit oben. Kannst dir ja mal die Stunden ausrechnen. Das hat sehr vermutlich einen Einfluß.


    Aber auch wenn kurze Spitzen keine Auswirkungen auf den HbA1c haben, so hat das trotzdem Auswirkungen auf den Körper.

  • Geht man mit nem hohen BZ ins Bett, so bleibt er dabei längere Zeit oben. Kannst dir ja mal die Stunden ausrechnen. Das hat sehr vermutlich einen Einfluß.

    So isses! Entscheidend für's HbA1c ist nicht wann welcher Wert vorlag, sondern wie lange.


    Das ist auch einer der Gründe, warum so viele hier im Forum die Möglichkeiten der kontinuierlichen BZ-Messung sehr schätzen. Sei es nun ein echtes CGM oder das Libre. Da ist annähernd nachvollziehbar, wie der BZ-Verlauf tatsächlich war, sprich, wie lang welcher Wert vorlag.


    irgendwie sagt der HbA1c für mich dann doch nichts brauchbares aus.

    Als der Test Anfang der 1990er Jahre massentauglich wurde, war es ein enormer Schritt, überhaupt etwas zu haben, dass ein Gesamtbild über die Qualität der Einstellung der letzten 8 - 12 Wochen zeigt. Da war man froh und weit weniger kritisch als heute. Er war auch darum wichtig, weil ein Laborwert vom Patienten durch Lügen nicht beeinflussbar war. So hat er sich einfach als die Messlatte schlechthin etabliert. In vielen (auch Ärzte-)Köpfen bis heute. Dennoch weiß inzwischen auch der interessierte Nichtmediziner: Das Ganze hat seine Schwächen. Und etlichen Mitmenschen sind andere Größen viel wichtiger geworden als der HbA1c selbst (z. B. die Zeit über/unter/im BZ-Zielbereich oder die Standardabweichung als Maßstab für die Schwankungsbreite).

    Aber auch wenn kurze Spitzen keine Auswirkungen auf den HbA1c haben, so hat das trotzdem Auswirkungen auf den Körper.

    Die Frau ist einfach nur gut!!! :thumbup:


    Liebe Grüße vom Arbyter

    Das Leben ist zu kurz für ein langes Gesicht!

  • Aber auch wenn kurze Spitzen keine Auswirkungen auf den HbA1c haben, so hat das trotzdem Auswirkungen auf den Körper.

    Die Frau ist einfach nur gut!!! :thumbup:


    Liebe Grüße vom Arbyter

    Arbyter , dem "die Frau ist einfach nur gut", kann ich mich nur anschließen.

    Das Gleiche gilt aber auch für dich 😀

    • Sarkasmus, Ironie, schwarzer Humor und schmutzige Gedanken - wie manche ihr Leben und sich selbst ohne das alles ertragen, bleibt mir für immer ein Rätsel. :evil:
    • Ein Leben ohne Marzipan ist möglich, aber sinnlos. (sehr frei nach Loriot) :rofl
  • Moin,

    als Quintessenz bleibt für mich und danach handele ich auch mein BZ soll 2 Stunden pp möglichst unter 160 sein und das wird durch Essen und dementsprechende Insulin gaben auch erreicht.

    Zur Zeit in der Klinik ohne KE Angaben für das Essen, setzt dann die jahrelange Erfahrung ein und meine BZ Werte sind da wo sie seien sollen

    Leider habe ich heute sehr schlimme Durchblutungsstörungen aber die entstammen meinem in der Jugend ausgeprägten Wunsch männlich zu wirken d.h. rauchen, rauchen und noch mehr rauchen bevor ich aufhörte, vor 10 Jahren, waren es inzwischen 40-50 Zigaretten pro Tag.

    Heute sag ich nur, blöder Hund blöder.


    MlG


    Hinerki

    Einmal editiert, zuletzt von hinerki ()

  • was ich mich zu dem Thema aber auch immer wieder frage:

    Wie weit haben Nüchternphase (wie beim Intervallfasten) einen höheren Einfluss?

    Ich hab bei mir so den Eindruck, dass durch die 15/16h der Körper da auf nen niedrigeren Wert kommt im Blut als durch Mahlzeiten.


    bzw. kann man jemand der so lange Pause hat

    bzgl Mahlzeiten mit jemand vergleichen, der weniger Abstand zwischen den Mahlzeiten hat?