Schlafenszeit / Nüchtern Werte

  • Hallo zusammen,


    Mir wurde im Krankenhaus gesagt das es gut ist das die Werte vom Blutzucker bei cca 160, vor dem Schlafen, sind.


    Mein Diabetologe meinte so um die 120-130 sollte der BZ sein.


    Gestern Abend wo ich gemessen habe war er 90, dann noch kurz was gegessen, dann war er 140.


    Mit dem selben Wert bin ich auch aufgewacht.



    Meine Frage wäre, wie sind die Werte bei euch am Abend, und morgens?


    Großer Unterschied?


    Ist ein Wert von 140 schon zu hoch und schädlich?


    Hab seit knapp zwei Monaten Diabetes.


    :)

  • Ich gehe mit durchschnittlich 100 ins Bett und ungefähr damit auch wieder raus. Meine Diaberaterin ist damit auch soweit zufrieden. Ich hab den Diabetes jetzt ungefähr 9 Monate, nach 2 Monaten lag ich allerdings auch noch etwas höher.

    Kommt gaube ich einfach drauf an mit welchen Werten du dich sicher und später auch wohl fühlst.

  • Moin,

    bei der Aussage des Krankenhauses 160, stellt sich mir die Frage,

    war es eine Fachklinik für Diabetologie oder irgend eine andere.

    Aber meiner Meinung nach zum Trost, der Unterschied 160 130 wird in Bezug auf Deine Krankheit keine nennenswerte Reaktion zeigen.

    Aber die richtige Antwort soll von Fachleuten (Diabetologen) kommen


    MlG


    Hinerki

  • War eine Fachklinik für Diabetes, Personal Mangel ohne Ende. Naja jetzt egal.


    Ich werde es versuchen mit nem Wert von 120, für denn Anfang, schlafen zu gehen.

    Und ja mein DiaDoc, bin eh irgendwie unzufrieden... 🤷‍♂️

  • Am Anfang hab ich auch höhere Werte zum Schlafen gehen angestrebt, weil ich mich einfach sicherer gefühlt hab.

    Die Sicherheit bzgl Tages- und Nachtverläufe kommt dann mit der Zeit und dann strebt man auch eher 100 an.

    Ich denke, dein Arzt geht auch, grad für den Anfang, erstmal auf Nummer sicher.

    Warum bist du unzufrieden?

  • Hallo,


    unter 100 esse ich eine langsame Kleinigkeit (1 vk Keks zu 1/4 BE), unter 90 schnelle und langsame BE kombiniert. Ab 180 korrigiere ich vorsichtig. Wichtig ist, den erwarteten weiteren Verlauf durch Erfahrungswerte im Blick zu haben (bei mir führt abendlicher Käsegenuss zu verlässlichem späteren Anstieg, während fett- und eiweißarme Mahlzeiten eher schnell verpuffen, so dass da dann etwas mehr gegen niedere Werte gegengesteuert wird). Ich würde mal ein paar Erfahrungswerte mit ähnlichen Mahlzeiten / Tagesverlauf und ähnlichen Werten sammeln, darauf dann die BE Korrekturen fein abstimmen (hilfreich ist dazu auch noch mal ein Zwischenwert mitten in der Nacht, wenn es sich denn ergibt)


    LG Kierah

  • Moin,

    für mich hat die innere Zufriedenheit beim schlafen gehen einen größeren Einfluss auf meine Gesundheit als eine doch wirklich kleine Differenz des BZ.


    MlG


    Hinerki

  • Am Anfang hab ich auch höhere Werte zum Schlafen gehen angestrebt, weil ich mich einfach sicherer gefühlt hab.

    Die Sicherheit bzgl Tages- und Nachtverläufe kommt dann mit der Zeit und dann strebt man auch eher 100 an.

    Ich denke, dein Arzt geht auch, grad für den Anfang, erstmal auf Nummer sicher.

    Warum bist du unzufrieden?

    Der Meinung bin ich auch, erstmal auf Nummer sicher gehen!


    Mir ist klar das ich nicht jede dritte Wochen ein Rezept für die testsreifen verlangen kann, aber am Anfang ist es doch normal das man mehrmals am Tag messen tut, vor dem Essen danach und zwischendurch. Da meinte er zu mir er setzt mir eine Grenze die ich einhalten muss. 🤷‍♂️


    Hab mich noch über das Freestyle libre 2 beschwert, da es wirklich Abweichungen hat und ich mich, außer in der Nacht, mit dem Ding nicht sicher fühle und ihn zweimal gebeten das er mir ein Rezept für Dexcom aufschreibt, wenigstens zum Testen, glatt abgelehnt.


    Und bei paar Fragen wo ich hatte bekam ich leider keine Antwort.


    Mir ist klar das ich nicht alles von heute auf morgen bekommen kann, aber seit bei mir Diabetes festgestellt wurde, geh ich nicht mehr ins Fitness, 6kg zugenommen, der Tag besteht nur aus Messen, essen, spritzen, arbeiten, schlafen. Und ständig gestresst wegen dem ganzen Sch**.



    Jeder von uns will ja das beste für sich und seine Gesundheit, nur bin ich der Meinung das mein DiaDoc es nicht verstehen will.

  • je nach Typ relativiert sich auch einiges von selbst nach einiger Zeit, aber das geht natürlich leichter, wenn der Arzt oder zumindest Diaberater(in) eine gewisse Empathie zeigt.


    Mit Typ 1 ist man halt nicht "selber" Schuld (und bei T2 kann man das sicher auch nicht so über einen Kamm scheren, ich nehm jetzt aber mal die T1 Sicht).

    Der Körper hat von jetzt auf gleich ein Problem und egal, ob man 10 ist oder 40 - diese Krankheit bestimmt im ersten Moment erstmal den Tagesablauf. Wie geschrieben - mit der Zeit wird das auch besser, weil man seinen Körper auch besser einzuschätzen lernt.


    Wie viele Teststreifen bekommst du denn? Bzw. wie oft und zu welcher Gelegenheit sollst du seiner Meinung nach messen?


    wenn du das Libre selber zahlst, aber unzufrieden bist, ist das natürlich extrem bescheiden, wenn dein Arzt dann kein anderes System unterstützt.

    Aus meiner jetztigen Sicht wäre das Dexcom auch als Selbstzahler besser.

    Es ist kalibrierbar, aber das G6 läuft auch ohne Kalibrierung - und es ist verlängerbar, so dass keine 10 Tage gegen 14 Tage stehen, sondern unter Umständen weitaus mehr. und dann können die 14 Tage vom Libre ganz schnell einpacken.


    Da dir die Krankheit ja bleibt, ist es in meinen Augen schon wichtig, mit seinem Diabetologen "klar zu kommen", sich verstanden zu fühlen.

    Wenn das in deinen Augen so gar nicht klappt, dann such dir lieber nen anderen.


    Ansonsten wenn Fragen sind, nur raus damit - oder einfach mal hier rumstöbern, auch der ein oder andere Beitrag unter "meine Diabetesgeschichte" kann dir schon weiterhelfen.

  • Ich muss sagen, soviel Gedanken habe ich mir dabei nie gemacht. Versuche mit normalen Werten (80-100) ins Bett zugehen und wache dann mit ca. 120 wieder auf. Aber das muss jeder selber wissen, da ich bestimmt 1/3 meines Diabeteslebens schlafe, möchte ich in dieser Zeit super Werte haben. Wenn jetzt die Grillzeit kommt, wird es bestimmt wieder nicht immer klappen, aber wenn nichts anliegt bin ich da sehr konsequent!

    Gruß

    Udo

  • also ich persönlich wäre mit 160 vor dem Schlafen sehr unglücklich, denn bei mir ist der Wert zur Schlafenszeit nahezu identisch mit dem morgendlichen Nüchternwert. Da ich den Nüchternwert nicht über 100 haben will, darf ich auch nicht mit wesentlich mehr als um die 100 ins Bett gehen.


    160 kannte ich bisher nur als Richtwert, der 1-2 Stunden nach dem Essen nicht überschritten werden sollte.


    "Empfehlung der Deutschen Diabetes Gesellschaft (Leitlinie T1 Langfassung): postprandiale Blutglukosewerte sollten sich 1-2 Stunden nach der Mahlzeit unter 160 mg/dL befinden."

    "Wer kämpft, kann verlieren, wer nicht kämpft, hat schon verloren." (Bertolt Brecht)

  • 160 kannte ich bisher nur als Richtwert, der 1-2 Stunden nach dem Essen nicht überschritten werden sollte.


    "Empfehlung der Deutschen Diabetes Gesellschaft (Leitlinie T1 Langfassung): postprandiale Blutglukosewerte sollten sich 1-2 Stunden nach der Mahlzeit unter 160 mg/dL befinden."

    Hallo Frank_SH,


    wo hast du das gefunden? Ich habe jetzt die Langfassung der Leitlinie "Therapie des Typ-1-Diabetes" durchgeschaut von DDG und AWMF. Auch mit Suchfunktion die Stelle nicht gefunden.:/ Oder meinst du eine andere Leitlinie:confused2

    Würde mich echt interesssieren

    Bei der Leitlinie von Typ 2 steht Postprandiale Blutglukosewerte 140-199 mg/dl. Aber bei der Leitlinie von Typ 1 finde ich dazu gar keine Angaben.


    Falls du es noch weißt, wäre es echt super, wenn du sagen könntest, wo du die Angabe gefunden hast.

  • DDG Leitlinie T1 2011, Langfassung.

    Seite 20


    http://www.deutsche-diabetes-g…iabetes_1_20120319_TL.pdf


    mysugr

    https://mysugr.com/de/postpran…dem-essen-so-wichtig-ist/

    "Wer kämpft, kann verlieren, wer nicht kämpft, hat schon verloren." (Bertolt Brecht)

    Einmal editiert, zuletzt von Frank_SH ()

  • Danke. Ich habe die aktuelle Leitlinie (Stand 2018) gelesen. Da steht nichts mehr drin.


    Deshalb bin ich mir nicht so sicher, ob dann die Empfehlung überhaupt noch gilt... :/ Aber Sinn würde sie schon machen. Nur die HbA1C Werte vorzugeben, wie in der aktuellen Fassung, ist ja auch etwas schwammig.

  • Danke. Ich habe die aktuelle Leitlinie (Stand 2018) gelesen. Da steht nichts mehr drin.


    Deshalb bin ich mir nicht so sicher, ob dann die Empfehlung überhaupt noch gilt... :/ Aber Sinn würde sie schon machen. Nur die HbA1C Werte vorzugeben, wie in der aktuellen Fassung, ist ja auch etwas schwammig.

    Ich hätte von der Leitlinie überhaupt nichts gewusst, wenn dieser "Leitsatz" nicht in der mysugr-App stehen würde ;)

    "Wer kämpft, kann verlieren, wer nicht kämpft, hat schon verloren." (Bertolt Brecht)

  • Moin,

    Ein Leitsatz mit der Angabe 1-2 Stunden, also 100% Differenz nehme ich nicht ernst

    Um ernst genommenen zu werden fehlen Angaben über die Art der Nahrung usw.


    MlG


    Hinerki

  • Die Zeit ist generell völlig wertlos in der Angabe, weil sie den Insulintyp gar nicht mit einbezieht. Fiasp hat nach 2h ne zweite Spitze. 1h nach dem Essen kann ich noch bei 180 sitzen, nach 2h aber schon bei 60 am crashen sein. Aussagekraft: Null.

  • Zitat der Leitlinie: "Orientierungswerte hinsichtlich der postprandiale Blutglukosewerte (1,2 Std., kapillär) sind 130–160 mg/dl bzw. 7,2–8,9 mmol/mol."

    --
    Nix Diabetes - das ist lediglich Glucose-Intoleranz.

  • Zitat der Leitlinie: "Orientierungswerte hinsichtlich der postprandiale Blutglukosewerte (1,2 Std., kapillär) sind 130–160 mg/dl bzw. 7,2–8,9 mmol/mol."

    Wobei das aus der abgelaufenen 2011er Version ist, oder? In der neuen LL von 2018 scheint diese Empfehlung wieder rausgeflogen zu sein.


    Soweit ich weiß empfiehlt aber auch die amerikansche Leitlinie postprandiale Spitzen zu vermeiden und es scheint auch einige Studien zu geben, die vermuten lassen, dass auch schon kurzzeitige Spitzen über 160 zu einem erhöhten kardiovaskulärem Risiko führen selbst wenn sie noch nicht HbA1c-relevant sind.


    hinerki Die Angabe 1-2h stammt aus der Zeit der punktuellen blutigen Messung, weil irgendwann in diesem Zeitfenster meist die Peak nach dem Essen liegt. Mit heutigen CGM/FGM-Messungen kann man auch sagen: der Zucker sollte nach dem Essen nie über 160 steigen.


    Arakon Die Empehlung gilt ja unabhängig von der Art des Insulins, es sollte am besten gar nicht zu Spitzen über 160 kommen.



    Edit: Achso noch zum Ursprungsthema, ein gesunder Mensch hat Nüchternwerte um die 80, grade nachts ohne Störfaktoren teilweise sogar noch etwas niedriger.

    Die Empfehlung mit hohen Werten schlafen zu gehen widerspricht eigentlich dem "Normalzustand" und ist eher eine Sache der Sicherheit damit es nachts nicht zu einer Hypo kommt.

    Mit einem CGM/Libre mit Alarmfunktion gehe ich auch mit nem 80er-Wert ins Bett wenn ich davon ausgehen kann das es einigermaßen passen sollte, selbst wenn nocht Restbolus aktiv ist (sonst gibts eben ein Alarm in der Nacht und ich essen dann was nach). Vom Gefühl klappt es auch in 90% der Fälle gut und ich komme nur selten unter die 75 und wacht meist mit 100-120 morgens auf. Mutwillig vor dem Schlafen was zu Essen und damit die "stabilste" Phase des Tages kaputt zu machen widerstrebt mir irgendwie.

    Einmal editiert, zuletzt von Gendra ()