Mal was ganz anderes: Wahlhelfer Verweigerung wegen Diabetes?

  • Die nette Stadt Mainz hat mir eben geschrieben, dass ich verpflichtet werde, Wahlurnen zu bewachen für die Oberbürgermeisterwahl.


    Mal davon ab, dass ich von dieser Stadt bisher in allen Belangen zur Diabetes NUR Steine in den Weg geworfen bekommen habe, interessiere ich mich einen absolut Feuchten für Politik und sehe absolut nicht ein, dafür jetzt auch noch zwei Sonntage zu versenken.


    Ist Diabetes ein erlaubter Ablehnungsgrund? Meine Werte schwanken ja so schon ganz gerne mal, aber zusätzlicher Streß und eine Änderung meines Tagesablaufs bringt den schon mal extrem aus dem Takt, bis hin zu riesigen Spitzen und plötzlichen UZ.


    Hat das jemand schonmal mit der Begründung abgelehnt?

  • Nö, hatte noch nie die "Ehre" eines solchen Ersuchens, aber mit einem Arztattest ist das sicher möglich. Geht doch gar nicht, daß Du während einer UZ den Wahlschein falsch ausgibst, einen Ausweis nicht richtig kontrollierst etc. ;)

  • Ich denke eher, dass ich während einer UZ jemandem an die Gurgel gehe.. die machen mich nämlich aggressiv, und wenn ich einen Sonntag lang in der stickigen Schule da sitzen müsste, würde mich das sicherlich wütend machen..

  • Am besten, Du gehst gleich dem zukünftigen Oberbürgermeister an die Gurgel :D... danach würde Dein Leben eher regelmäßig verlaufen, was für den BZ auch nicht zu verachten wäre ;)

    Nee, lass das mal lieber.... Dein Doc solls Dir attestieren.

  • Ich finde, was wirklich gar nicht geht ist, eine Krankheit oder Behinderung (egal welche) als faule Ausrede zu benutzen.

    Und überleg mal, zu welchem Bild von Menschen mit Diabetes du damit beiträgst!!!

    Verärgerten Gruß

    Antje

  • Und ich finde, dass es gar nicht geht, wenn man mir unter Androhung von hohen Geldstrafen Arbeit aufzwingen will, nachdem man mich bereits mit Drohbriefen bombardiert hat, dass man mir meinen Führerschein wegnehmen wird, wenn ich nicht jährlich sauteure Gutachten ranbringe.


    Und man mir ausserdem massive Kosten aufbürden will, weil ich es wage, ein Auto zu fahren, aber mir auch keine Alternative bietet.


    Und mein Ersuchen, mir diese Krankheit etwas zu erleichtern (Schwerbehindertenausweis), abgeschmettert wird mit "Ach, so schlimm ist das ja nicht".


    Diese Stadt kann mich mal, und ich werde einen Scheißdreck tun, mich jetzt auch noch als Arbeitssklave verdonnern zu lassen.

    Ich soll tausend Gutachten ranbringen, damit ich Auto fahren darf, weil sie mir nicht zutrauen, mit gut kontrollierter Diabetes zu fahren, aber an einem der wenigen Tage, an denen ich mich mal erholen kann, soll ich dann für sie kostenlos arbeiten? Nö. Punkt.

  • Ohne eine Diskussion über den Sinn staatsbürgerlicher Pflichten zu starten: lass dich doch einfach für die entsprechenden Tage krank schreiben.


    Edit ergänzt noch: Am besten auch ohne den Diabetes dabei zu erwähnen. Denn mit irgendwelchen Gutachten zu Belegen, das wegen dem Diabetes Problem bei der Wahl entstehen können, machst du es auch anderen Diabetikern die gerne bei der Wahl helfen schwerer. Und wenn die Führerscheinstelle Wind davon bekommt hast dus dort auch nochmal schwerer.

  • Ich glaube, bei uns gibt es für Wahlhelfer eine Aufwandsentschädigung, "Erfrischungsgeld" genannt. Vielleicht ist es wenigstens nicht kostenlos? (Umsonst ja eh nicht :ahahaha:)

    Tresiba ist zurück! :thumbsup:

  • Nimm Urlaub für die Tage und fahr weg. Irgendwo einen Kurztrip machen, Paris soll sehr schön sein, oder entfernte Verwandte besuchen, die du schon lange nicht mehr gesehen hast.

    Wenn du stattdessen mit deiner Krankheit argumentierst, ist das erstens unschön, wie Antje B. schon gesagt hast, zweitens wird das sicherlich schriftlich niedergelegt, dass du wegen dem Diabetes nicht mitarbeiten konntest. Das nächste Mal, wenn es wegen deinem Diabetes Probleme gibt, wird dir das dann negativ ausgelegt.

    "Der Mann will seinen Führerschein behalten? Der kann nicht mal zwei Stunden auf einem Stuhl sitzen, neben einer Wahlurne, ohne umzukippen und will dann Auto fahren."


    LG:)

    zuckerstück

  • ja, das sind stolze 35 Euro... für nen versauten Sonntag :(


    Arakon bist du im Öffentlichen Dienst? Dann könntest es wenigstens als Arbeitszeit anrechnen. Meine Mom hat so immer einen Tag extra-Urlaub bekommen.


    Mich würde es aber auch ankotzen. "Tagschicht" wäre für mich jetzt kein Problem, aber bis abends noch die Stimmen auszählen, da hätte ich nicht wirklich Lust drauf.


    Man kann wegen "eigener Krankheit" ablehnen, ich denke aber, damit ist ne Grippe o. ä. gemeint, keine chronische Erkrankung.


    Ungeschickt finde ich allerdings deine Argumentation, dass du Befunde bringen musst, um mit "stabilem" BZ Auto fahren zu dürfen und gleichzeitig sagst, du kannst nicht Wahlhelfer machen (also nen Tag lang rumsitzen und die Verantwortung teilen), weil deine Werte "schlecht" sind ;)

    Weißt, was ich meine?

  • ist aber auch komisch, wenn er 2 einzelne Sonntage krank geschrieben ist und die Woche dazwischen ist nichts.


    Ich kann den Ärger darüber auch verstehen, deshalb ist es gut, dass du uns deine Gedanken teilst und keine Kurzschlußreaktion entsteht.


    Wie hoch ist denn die Strafe fürs Nicht-Helfen?

  • wie wird man denn überhaupt für Sonntag krankgeschrieben? Ich krieg immer "Mo - Fr" und wenn's nicht weg ist, soll ich am Mo drauf wiederkommen. Sonntag ist ja normalerweise kein Arbeitstag

  • klar, wenn aber Sonntag Arbeitstag ist, dann wäre das ein Grund, nicht Wahlhelfer sein zu können ;)

    Ich hab mich mit solchen Regelungen nie auseinander gesetzt.

    Ich könnte mir durchaus vorstellen, dass man dafür freigestellt werden kann/muss?


    Aber ich hab da echt keine Ahnung von. Dachte immer, es gibt genug Wahlhelfer auf freiwilliger Basis.

  • Hallo was ist das denn für eine ausrede wegen dem Diabetes nicht ein paar stunden in einem Wahllokal zu sitzen aber auf der arbeit oder zuhause geht das doch auch und ich finde wir alle leben und profiteren von der Demokratie aber wenn man was dafür tun soll dann ist alles scheiße

    In der Ruhe liegt die kraft :nummer1:


  • Ich finde, was wirklich gar nicht geht ist, eine Krankheit oder Behinderung (egal welche) als faule Ausrede zu benutzen.

    Das sind keine faulen Ausreden, sondern werden sogar als wichtige Gründe anerkannt, siehe unten.


    Eine Ablehnung ist nur aus wichtigem Grunde möglich. Laut der Seite Bundeswahlleiter wären das z. B.:

    Beispiele für eine Ablehnung:

    • Fürsorge für Ihre Familie erschwert die Ausübung des Amtes in besonderer Weise
    • dringende berufliche Gründe
    • Krankheit
    • Behinderung

    Berechtigt die Übernahme eines Wahlehrenamtes abzulehnen sind auch Wahlberechtigte, die am Wahltage das 65. Lebensjahr vollendet haben.

    Aber ob ich dafür den Diabetes angeben würde, würde ich mir doch ganz genau überlegen...

    Der Zynismus ist meine Rüstung, der Sarkasmus mein Schwert und die Ironie mein Schild.
    Und immer gerne respektlos :D


    Bayer Crop Science (Ex-Monsanto) sät und spritzt den Tod

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  • wie wird man denn überhaupt für Sonntag krankgeschrieben? Ich krieg immer "Mo - Fr" und wenn's nicht weg ist, soll ich am Mo drauf wiederkommen. Sonntag ist ja normalerweise kein Arbeitstag

    Bin Verkäufer und muss oft Samstag wieder arbeiten, da ich nur bis Freitag krankgeschrieben bin

    Man muss die Schuld auch mal bei den Anderen suchen :bigg