Wirkdauer von Lantus (oder die Hürden der Basaleinstellung)

  • Hallo


    ich wollte mal die Lantus-Erfahrenen fragen, wie bei euch so die Wirkdauer bzw. die Basallücke vom Lantus aussieht, denn irgendwie will mein Basalinsulin nicht ganz so wie ich will.


    Zum Hintergrund:

    Ich hatte nach dem letzen Quartalstermin mal versucht so langsam mit Basal zu starten auch wenn ich noch eine merkliche Restfunktion habe.

    Mein Ziel waren einmal die Nüchternwerte am morgen zu verbessen (bisher meist um 140 bei einem Abendwert/Nadir von 100).

    Zum Anderen hatte ich auch die Vermutung meine ewig langsame Insulinwirkung am Tage kommt evtl. von einem Basalmangel (brauchte auch mit Fiasp locker 30min SEA).


    Dementsprechend habe ich mit 2 IE Lantus begonnen und diese im Verlauf auf 4 IE gesteigert, gespritzt jeweils um 18 Uhr.

    Der Effekt war auch recht eindrucksvoll, denn einen SEA brauche ich außer morgens eigentlich gar nicht mehr und bei größeren Portionen muss ich den Bolus schon splitten, weil er sonst zu schnell wirkt. Die Nüchternwerte sind auch etwas besser geworden, ich komme morgens meist um 120 raus, aber ca. 20 Punkte Anstieg ab 3 Uhr sind immernoch da.


    Mein Problem allerdings, ich falle jeden Nachmittag ab ca. 15 Uhr ganz langsam mit dem Zucker ab, so dass ich etwa um 17 Uhr dann auf jeden Fall etwas essen muss um nicht zu Unterzuckern. Ich vermute, dass mir hier die Restfunktion noch mit reinpfuscht. Aussitzen kann ich es allerdings auch nicht, denn den Abfall geht konstant auch unter die 70 weiter.


    Ich hatte mal gelesen, dass gerade kleine Dosem vom Lantus eigentlich gar nicht die ganzen 24h wirken. Deshalb auch mein Versuch das Latnus um 18:00 Uhr zu spritzen, in der Hoffnung das die Basallücke dann genau in meine empfindliche Nachmittagsphase fällt, aber scheinbar wirkt das Lantus da trotzdem noch bzw. ich habe den Eindruck es dreht erst kurz vor Ende der 24h richtig auf.


    Hat jemand ähnlich Erfahrungen gemacht und wie würdet ihr das Problem lösen? Könnte evtl doch ein anderer Spritzzeitpunkt helfen?

  • Gendra

    Hat den Titel des Themas von „Wirkdauer von Lanuts (oder die Hürden der Basaleinstellung)“ zu „Wirkdauer von Lantus (oder die Hürden der Basaleinstellung)“ geändert.
  • Hallo,


    ich kann natürlich nur auf meine eigenen Erfahrungen zurückblicken und die sehen komplett anders aus.

    Aber sicherlich kann ich einige Sachverhalte erläutern, die vielleicht etwas weiterhelfen.

    Das Lantus wirkt in kleiner Dosierung keine 24 Stunden, anders als vom Hersteller behauptet wird.

    Heißt, je kleiner die Dosis desto kürzer die therapeutische Wirksamkeit.

    Das Lantus kann unmöglich nach 22 Stunden "aufdrehen", schon gar nicht bei sehr kleiner Dosierung.

    Wenn der BZ plötzlich abfällt, könnte auch das Bolusinsulin dafür verantwortlich sein, selbst wenn es ein Ultrakurzeit-Insulin ist.

    Auch hier ist die Dosismenge für die Wirkzeit zu beachten.


    Der BZ-Anstieg um 3.00 Uhr ist normal, es werden um diese Uhrzeit viele Antagonisten ausgeschüttet, die den BZ darauf anheben.

    Wenn mehr basales Insulin für die Nacht gebraucht wird, über Tag aber nicht, wäre es vielleicht sinnvoll kürzer wirkendes Langzeitinsulin zu verwenden,

    damit man die Erfordernisse besser steuern kann.


    Mit Gruß und viel Erfolg

  • Hallo Gendra,


    ich weiß nicht, ob dir meine Erfahrungen was nützen.


    Habe auch noch eine erhebliche Restproduktion. Spritze Abasaglar (Bio-Similiar von Lantus). Musste auch ziemlich schauen, wegen hohen Nachtwerten, nachmittags nierigste Werte etc.

    Mittlerweile spritze ich gegen 17 Uhr 7 IE (mit I-Ports, damit das Insulin auch da ankommt wo es hin soll, und nicht nur in die Haut gespritzt wird), dann warte ich mindestens 1 1/2-2 Stunden und esse dann was. (ohne Bolus, brauche ich noch nicht wirklich). Den Abstand soll ich einhalten, weil mein Basalinsulin laut Diabetesberaterin 1-2 Stunden braucht um die Wirkung aufzubauen, davor ist kaum Wirkung da und dann kommen prompt hohe PP-Werte Ü200.


    Seitdem sind meine Werte recht gut. Nüchtern ca. 110er Kurve, später Nachmittags ohne Mittagessen einen Knick langsam bis 80 abends, weil das anscheinend meine insulinsensible Zeit ist. Was nicht wirklich schlimm ist, weil es genau zu der Zeit passiert, wenn Abends gegessen wird. Sonst würde es wahrscheinlich auch noch weiter sinken.


    Zuvor hatte ich ganz am Anfang um 22 Uhr gespritzt und voll in der Basallücke Abend gegessen. Die Basallücke gibt es laut Diabetesberaterin, weil ich mit 4 oder 5 oder 6 oder 7 IE keine 24 Stunden Wirkung erreiche. Dadurch war ich die ganze Nacht zu hoch, 150er Bereich. Dann habe ich auf 20 Uhr spritzen umgestellt, gleich danach essen. Abends/Nachts kaum Verbesserung.


    Dann 18 Uhr bzw. 17 Uhr ausprobiert. Mit 17 Uhr +- fahr ich jetzt echt gut. Dazu noch eine Einheit mehr (von 6 IE auf 7 IE) passt. 18 Uhr bleibt ich auch zu lange nachts oben.

  • Ich nutze auch Lantus, und auch nur sehr wenig: 5 IE pro Tag, jeweils morgens ca. 6-7 Uhr

    Dennoch komme ich damit gut durch die Nacht (Aufsteh-Werte im Bereich 90-110 mg/dl), obwohl nachts eine riesige Basallücke klaffen müsste.

    Meine Ärztin hat hier übrigens eine körpereigene Insulin-Restproduktion vermutet - nach 9 Jahren Diabetes.


    Ob Dir das jetzt weiterhilft, weiß ich nicht.

  • In der Pumpenpause habe ich als Basalinsulin auch Lantus bekommen. Fazit, wir werden keine Freunde. Die Lücke kam bei mir so gegen 18.00 Uhr. Hatte 12 Einheiten, 13 waren zu viel. Jetzt läuft die Pumpe wieder und alles ist gut.

  • Vielen Dank für die Rückmeldungen.


    Hab die letzten zwei Wochen etwas rumprobiert, leider ohne eine richtige Ordnung ins Chaos zu bekommen.

    Mit 6 IE Lantus ist immerhin der Nachtverlauf super und fast eine gerade Linie.


    Was ich leider noch nicht lösen konnte, ist das Problem des Abfalles am Nachmittag. Selbst wenn ich den Mittagsfaktor drastisch reduziere, kommt gegen 17:00 immer ein herber Absturz. Eigentlich genau die Zeit, zu der das Lantus gar nicht (!) mehr wirken dürfte.


    Heute z.B. mittags für einen Döner homöopathische 2 IE gespritzt. Das gab entsprechend auch ne häßliche Spitze bis >200. Dann aber einen Abfall bis ca. 90, eine kurze gerade Phase von 20min und dann einen weiteren Abfall bis unter 75. Dann hab ich 2 KE gegessen ohne wirkliche Anstieg.

    Ein kurzer Gang zum Supermarkt hat mich dann in die 60er katapultiert obwohl der letzte Bolus schon über 5 Stunden her war und ich eigentlich in der Basallücke sein müsste :/


    Ich denke ich werde mal versuchen, dass Mittagessen ganz zu streichen und dann schauen wie es nachmittags aussieht. Aber ich befürchte selbst ganz ohne Bolus wäre einfach der Peak nach dem Döner höher gewesen, aber der Endwert gleich geblieben.