Im Alter Typ1 an Gewicht zugenommen?

  • Wir sind selbst bei perfekter BZ-Einstellung ständig deutlich höheren Dosen eines stark anabolen Hormons ausgesetzt als die Normalbevölkerung

    Ich nicht.

    Kann ich mir jedenfalls nicht vorstellen. Ich nutze am Tag 5 IE Basal- und ca. 7 IE Bolus-Insulin.


    Ohne es genau zu wissen, gehe ich stark davon aus, dass bei den übergewichtigen Kollegen mit Kinder-Riegeln und Cola-Flasche auf dem Schreibtisch mehr Insulin an Bord ist.


    Ja, das ist schon klar. Es ging mir darum, dass ein Diabetiker, der sein Insulin von außen zuführt, unter ansonsten gleichen Bedingungen (Gewicht, Insulinsensitivität, Ernährung) selbst bei optimaler BZ-Einstellung mehr insulin braucht als ein Stoffwechselgesunder. Vor allem die Körperperipherie bzw. die Orte, wo die großen Fettspeicher liegen, bekommen viel mehr Insulin ab.

  • Also vorausgesetzt, dass alle Bedingungen gleich sind benötigt der Körper denke ich auch gleich viel Insulin. Wenn du exakt die selbe Ausgangssituation hast ist es doch verrückt ein anderes Ergebnis zu erwarten oder?


    Die großen Fettspeicher liegen nicht in der Peripherie, sondern in der Körpermitte. Der Bauch wird immer vor den Armen und Beinen fett. Reduzierst du deinen Körperfettanteil bleibt meist in der Bauchgegend das sog. "hartnäckige" Fett.


    Sehe das Ganze genau wie Ove.

    Stay strong!

    Pat

  • Also vorausgesetzt, dass alle Bedingungen gleich sind benötigt der Körper denke ich auch gleich viel Insulin.

    Es sind aber nie alle Bedingungen gleich zwischen Nichtdiabetiker und Diabetiker. Diabetiker spritzen das Insulin ins Fettgewebe, in dem es länger braucht zum Verstoffwechseln.

    Beim Nichtdiabetiker wird das Insulin in die Pfortader abgegeben und gelangt zur Leber, in der schon ein Teil verstoffwechselt wird.

    Wir Diabetiker haben also große Mengen an Insulin an einer Stelle, an die es eigentlich gar nicht hingehört.

    Das Insulin direkt im Blut wirkt auch viel kürzer (Halbwertszeit glaube ich vier Minuten).


    LG

    zuckerstück

  • Der Unterschied, der für einen Typ 1 Diabetiker derzeit nicht zu ändern ist, ist eben wie gesagt der Applikationsort des Insulins.


    Beim Gesunden schüttet die BSD das Insulin direkt in den Pfortaderkreislauf aus, das Insulin gelangt dann über die Pfortader in die Leber, ohne den Umweg über die Körperperipherie (damit sind in diesem Fall nicht nur die Extremitäten gemeint, sondern der gesamte große Blutkreislauf) zu gehen.


    In der Leber sorgt das Insulin in erster Linie dafür, dass die Glycogenolyse und die Glukoneogenese gehemmt werden. Das ist die für die BZ-Stabilität entscheidenste Insulinwirkung beim Gesunden. Der größte Teil des von der BSD ausgeschütteten Insulins wird dort direkt wieder abgebaut, nur ein relativ kleiner Teil gelangt in den großen Kreislauf und kommt dadurch in Kontakt mit den "peripheren" Fettdepots (die hier auch das Bauchfett mit einschließen) und Muskeln.


    Applizierst du das Insulin subkutan, dann gelangt die volle Dosis in den großen Kreislauf, dort kommt zwangsläufig viel mehr Insulin an als beim Gesunden. Dadurch wird der komplette Glukose- und Fettstoffwechsel bei externer Insulinzufuhr verändert.


    Nur dadurch erklärt sich letztlich auch der Nutzen von Insulin in Kombinatin mit Wachstumshormon im Bodybuilding. Es ist dem Bodybuilder damit möglich, den peripheren Insulinspiegel zu erhöhen, ohne proportional mehr Kohlenhydrate essen zu müssen. Wäre das nicht so, hätte für ihn die externe Zufuhr von Insulin ja gar keinen Sinn, dann könnte er auch einfach eine Flasche Cola trinken und den Körper das Insulin selbst ausschütten lassen.



    //Zuckerstück war schneller :thumbup:

  • Danke für die ausführliche Erklärung.:thumbup:

    Stay strong!

    Pat

  • Wir sind selbst bei perfekter BZ-Einstellung ständig deutlich höheren Dosen eines stark anabolen Hormons ausgesetzt als die Normalbevölkerung

    Ich nicht.

    Kann ich mir jedenfalls nicht vorstellen. Ich nutze am Tag 5 IE Basal- und ca. 7 IE Bolus-Insulin.

    Ohne es genau zu wissen, gehe ich stark davon aus, dass bei den übergewichtigen Kollegen mit Kinder-Riegeln und Cola-Flasche auf dem Schreibtisch mehr Insulin an Bord ist.

    Das ist ein sehr schnelles Urteil und auch nicht richtig. Ich kenne genügnd Leute, die sehr niedrige Dosierungen haben, unabhängig von den gegessenen kh. Sie reagieren eben extrem sensibel auf Insulin, im Gegensatz zu den Diabetikern, die eben höhere Insulingaben benötigen, um die kh zu deckeln. Deshalb nutzen diese insuinsensiblen Diabetiker häufig auch Insulinpumpen, die auf 2 Stellen hinter dem Komma genau Insulingaben ermöglichen. Dies schließt allerdings nicht aus, daß im Einzelfall Leute bei steigendem Körpergewicht auch einen höheren Insulinbedarf/kh haben. Für mich gilt das so ganz nebenbei übrigens nicht.

    Gruß Heiner

  • Ich kann nur Beispiel wieder von meine Oma schreiben 😁


    Vor 2 Jahre, wo Sie Insulin gewechselt hat .Sie hat abgenommen von 92kg auf 86.5kg.

    Tendenziell sie nimmt ab.


    Ich komme davon aus dass sie Disziplinierter ist ,wie vorher. 👍

    Damals hat sie ein andere regeln gehabt und NPH Insulin gemischt.🙄


    Das sie ständig in hypo gelandet ist,Sie ist mit höheren Werten (zw.150-200mg)gelaufen

    und damit mehr gegessen.😳

    Diabetologen statt sie umzustellen auf andere Insulin Therapie haben die Dosis erhöht. 😬

    Von Angst, sie hat mit Essen und Insulin so gehandelt ,dass sie nach 20 Jahren Diabetes Folgen erkrankungen hat..

    Sie sieht nur 40%.:wacko:

    und Neuropathie am beide Hände.

    Ich komme dafon aus, dass die beide Krankheiten aus Diabetes stammen.

    Ständige höheren Werte und Hypos bis zum landung im Krankenhaus das wahren selbständige Therapie Entscheidungen.



    Durch Sensoren und gute Therapien die ich meine Oma vorgeschlagen habe.

    Sie fühlt sich nicht nur leichter aber auch Lebwohler ;)

    Ps.Sie vertraute keine Diabetologe..

    Selbstverständlich zusammen mit Diabetologe haben wir das geschaft was wir heute erreicht haben .

    Gute BZ Einstellung und Gewicht Abnahme. :bigg

    Mein Fazit ist ..

    Mit zunehmendem Alter kann man auch abnehmen wenn man Diabetes richtig einstellt und Regeln hält.


    Gruß

    Markus 😉

    Einmal editiert, zuletzt von Markus99 ()

  • Das ist ein sehr schnelles Urteil und auch nicht richtig. Ich kenne genügnd Leute, die sehr niedrige Dosierungen haben, unabhängig von den gegessenen kh. Sie reagieren eben extrem sensibel auf Insulin, im Gegensatz zu den Diabetikern, die eben höhere Insulingaben benötigen, um die kh zu deckeln. Deshalb nutzen diese insuinsensiblen Diabetiker häufig auch Insulinpumpen, die auf 2 Stellen hinter dem Komma genau Insulingaben ermöglichen. Dies schließt allerdings nicht aus, daß im Einzelfall Leute bei steigendem Körpergewicht auch einen höheren Insulinbedarf/kh haben. Für mich gilt das so ganz nebenbei übrigens nicht.

    Gruß Heiner

    Das kann ich bestätigen.

    Meine Tante.

    Ist sehr sensibel auf Kohlenhydrate

    Sie trinkt Kaffee mit schuss milch.

    Und die Bz.steigt wie verrückt.

    Oder bei 64mg .ist sie scheibe Fleischwurst.:pupillen:

    So extrem will ich auch nicht haben.

    Sie ernährt sie mit lovcarb und macht Sie sehr viel Sport.

    Sie nimmt nur sehr wenig Toujeo und versucht sie sehr wenig zu spritzen wie es geht.:S

    Letzte zeit hat sie um 5.4% Hba1c.

    Libre zeigt oft unter 70mg.

    Also nach Libre sie ist ständig unterzukert die sie angeblich nicht bekommt, weil sie lowcarb isst.


    Ich verwundere die Menschen die so handeln. Ich weiß nicht ob ich in Zukunft so schaffen werde.:P;)

  • Bei ca. 100 kg Körpergewicht hatte ich eine Basalrate von 24 IE, BE-Faktoren 1,5-1,75


    Jetzt mit gut 80 kg brauche ich noch 16,5 IE Basalinsulin und nutze 1:1 Faktor, wobei ich manchmal glaube, dass das noch zu viel ist.

    Meine insulinsensivität ist mit gestiegener sportlicher Aktivität und bewussterer Ernährungsweise deutlich größer geworden.