13jährige Diabetikerin auf Klassenfahrt verstorben

  • Morgenpost.de


    Welt.de



    Eine 13jährige ist auf Klassenfahrt in London verstorben. Nach 2 Tagen Erbrechen wurde sie immer schwächer und schlussendlich - zu spät - ins Krankenhaus gebracht, wo sie starb.


    Der Diabetestyp wird nicht erwähnt also könnte sie theoretisch auch jugendlicher T2 gewesen sein, es klingt aber für mich nach T1 mit einer unerkannten Ketoazidose. Sehr tragisch.


    Ich hatte Anfang dieses Sommers nach 19 Jahren DM zum ersten Mal eine (vergleichsweise harmlose) Ketoazidose mit Krankenhausnächtigung aber ohne Intensivstation, darum schockiert mich diese Meldung gerade besonders. Ich konnte mir mit fast 20 Jahren Diabeteserfahrung und fast 40 Jahren allgemeiner Lebenserfahrung nicht mehr selbst helfen. Es ging mir unerwartet schnell sehr bescheiden und ich konnte nicht beurteilen ob Keto oder Magengrippe oder Salmonellenvergiftung mit Beschwerden durch die Sommerhitze oder ähnliches... wie muss es dieser 13jährigen Schülerin auf Auslandsreise gegangen sein :(.

  • habe das auch gelesen und, wenn das der Wahrheit entsprechen sollte, fast unglaublich.

    Erstens müssen Lehrkräfte die Grundkenntnisse eines DM kennen, wenn ein Schüler auf eine Klassenfahrt mitgeht............und mich wundert ebenso, das diese nie erreichbar waren. Es sieht nach einer Ketoazidose aus...........aber weiß man, was die Presse immer dazudichtet???

    cd63

  • Das ist der Grund, warum wir bei Übelkeit und Erbrechen IMMER mit Ketontestreifen messen sollen. Auch wenn es gestern Nudelsalat gab, bei dem man schon ein komisches Gefühl hatte und es somit eine vermeintlich schlüssige Erklärung für die Übelkeit gibt


    Wenn ein bestimmter Grad der Keto überschritten ist, kann uns auch die Behandlung in der Intensivstation nicht mehr vor dem Sterben retten. Kurz davor hilft uns Insulin noch.

  • Das ist der Grund, warum wir bei Übelkeit und Erbrechen IMMER mit Ketontestreifen messen sollen. Auch wenn es gestern Nudelsalat gab, bei dem man schon ein komisches Gefühl hatte und es somit eine vermeintlich schlüssige Erklärung für die Übelkeit gibt


    Wenn ein bestimmter Grad der Keto überschritten ist, kann uns auch die Behandlung in der Intensivstation nicht mehr vor dem Sterben retten. Kurz davor hilft uns Insulin noch.


    Wenn man 13 ist und auf Klassenfahrt ist - auf jeden Fall.

    Wenn man erwachsen ist, mit seinem Diabetes umgehen kann, normale BZ-Werte hat und kein Pumpenträger ist, sehe ich da absolut keine Notwendigkeit. Ich habe noch nie bei Übelkeit und Erbrechen aus Angst vor einer Ketoazidose Ketone gemessen. Zumal die bei Low Carbern eh immer positiv sind. Ne Ketoazidose kommt ja nicht einfach so mal aus dem Nichts...

  • 4 Lehrkräfte, 80 Schüler*innen aus drei Jahrgangsstufen auf Auslandsklassenfahrt und dann ist einen ganzen Tag kein Lehrer für die Schüler erreichbar? :wacko: Heftig, wenn das, was bisher berichtet wird, sich als zutreffend herausstellt.

    Erst am Abreisetag schaut überhaupt mal einer nach der 13jährigen.


    Sehr traurig auch in Hinsicht auf die Normalität solcher Exkursionen für andere Typ-1-Kinder. Die Verantwortung wird nun wohl erst recht kein Begleiter mehr übernehmen wollen. :hmmz:

    Tresiba ist zurück! :thumbsup:

  • Hört sich nach einer Ketoazidose an. Fragt sich, ob die Lehrer über die Symptome einer Keto aufgeklärt waren, oder von einem Magendarminfekt ausgegangen sind.:/

    Ich mess auch bei Übelkeit Ketone, oder wenn ein Zucker über 300 mg/dl sich nicht zügig senken lässt, oder wenn die Insulinzufuhr über Nacht unterbrochen war. Das kommt allerdings seit dem CGM so gut wie nicht mehr vor.

    Eine Ketoazidose hatte ich nur bei der Manifestation.


    Tragisch wirklich.:pupillen:


    LG

    zuckerstück

  • Das habe ich vorgestern schon gelesen, echt hart.


    Gut möglich dass niemand von den Lehrern/ Betreuern gewusst hat was Sache ist bei Diabetikern mit akutem Insulinmangel. Oder dass sie überhaupt nicht wussten dass das Mädel Diabetes hat.


    13 jährige haben oft andere Prioritäten als gute Werte, vielleicht wollte sie die Klassenfahrt ohne zu spritzen überstehen?


    Fürchterlich....


  • Ein Alptraum für jede Eltern! Schon klar-

    Aber es ist nachvollziehbar, das die "Rasselbande" auch viel Quatsch unterwegs machen, wie soll ein Lehrer auch immer gleich wissen, ob das z.B ."ich-kann-nicht-mehr-laufen-Gehabe" nun echt ist oder nicht?

    Haben die Eltern auch auf das Problem "Diabetes" genug hingewiesen,, muß der Lehrer die BZ-Messungen auch mehrmals kontrollieren?

    Ich möchte nicht explizit die Lehrer in Schutz nehmen, aber ich kann durchaus verstehen, daß manche Lehrer ungern Klassenausflüge mitmachen wollen genau aus diesen Gründen.

    Als Kinder haben wir früher auch nie verstanden, warum die Lehrer so zickig waren und nicht so gerne mit uns solche Ausflüge machen wollten, heute verstehe ich das eher...

    Traurig ist die Sache schon, weil bei erhöhten BZ-Werten man sich sogar noch gut fühlt!

    Den Sinn des Lebens zu suchen ist legitim, doch sollte man damit nicht zu viel Zeit verbrauchen,
    sonst zieht das Leben an einem vorbei :urlaub

  • Naja.. wenn man kotzend in der Ecke liegt, fällt das schon eher nicht mehr unter "Die spielt nur".


    Tatsache ist aber, dass sehr viele Leute noch nie von DKA gehört haben. ICH hab zum ersten mal von DKA gehört während meiner T1 Schulung. Nach 18 Jahren Diabetesbehandlung als fehldiagnostizierter T2. Mittlerweile weiß ich, dass ich vor einigen Jahren massiv in DKA war.. damals hab ich das als "Okay, das Medikament funktioniert halt nicht und ich muss drauf Kotzen" abgetan und durch mein extremes Trinken zufällig das Richtige getan und mich selbst "gerettet".

  • Eine sehr traurige Geschichte, mit tut das Mädchen und die Eltern leid.

    Leider führt so etwas dazu, daß Diabetiker immer mehr ausgegrenzt werden, viele diabetische Kinder dürfen ja an Klassenfahrten nicht teilnehmen, das wäre in diesem Fall definitiv das kleinere Übel gewesen.

    Als Mitte letzten Jahres meine Insulineinstellung telefonisch von einer gut geschulten

    Diabetesberaterin durchgeführt wurde , sollte ich zuerst ohne Faktor spritzen.

    Ich hatte ständig 300er Werte, sie sagte dazu "davon stirbt man nicht gleich",

    als ich mal nachmittags einkaufen war wurde ich plötzlich unheimlich müde und legte mich auf eine Bank, nur 50 Meter von unsrer Wohnung entfernt, nach drei Stunden erwachte ich, gemessener Wert 280.

    Wenn ich jetzt schreibe , das ich gleich da bin , schicke ich jetzt immer ein Foto von der Bank mit einem zzz Smiley.

    Mein Schatz kann darüber nicht lachen.

    Beim meinem Krampfanfall wegen Hypo im Urlaub wurde ich von einer vorübergehenden Frau als Alkoholiker beschimpft , auch nicht untypisch.

    Beide Tage haben eins gemeinsam , ich bin mit drei Messungen am Tag ausgekommen, die Menge die mir als leicht behandelbarer Typ2 zugestanden wird.

    Summa sumarum wäre es besser wenn sich bei solchen Schulausflügen jemand auskennen würde um zumindest schwere Entgleisungen zu vermeiden .

    Kinder haben nicht umsonst einen Schwerbehinderten Ausweis mit dem Vermerk

    " Hilflos ".

    Man muss die Schuld auch mal bei den Anderen suchen :bigg

  • Bei mir auch so..bei Manifestation.


    Die Ärzte haben meine Eltern gesagt, wenn ich über Nacht zuhause bleibe dass ich in beste Falle in Zucker komma bin:pupillen:=O||

    Ich habe 760mg.zucker.

    So schnell geht's auch wieder nicht.

    Die Symptome müssen schon vor der Ausflug bzw.Urlaubwoche aufgetreten sein.

    Das geht's nicht von heute auf Morgen.

    Meine Mutter bestätigte das.Sie hat aufgeklärt gekriegt.

    Das besste das ich nicht mehr laufen konnte und die haben nicht mich wahr genommen.


    Die haben gedacht das ich besofen bin.

    Das wahr gerade Februar die Karneval Zeit.

    2 mal haben die meine Eltern gefragt und nicht reagiert.

    Das wahr grausam gewesen X(

  • Ich denke da kommt es vor allem auch drauf an wie genau die Lehrer darüber informiert waren, ob ihnen bewusst war dass das Kind Diabetes hat und was im Notfall zu tun ist. Ich kann mir ehrlichgesagt nicht vorstellen, dass ein vernünftiger Mensch, noch dazu jemand der eigentlich eine pädagogische Ausbildung hat, nicht ein Auge auf ein Kind haben würde von dem er sowieso schon weiß dass eine vorerkrankung da ist. Vor allem wenn es schon Infos gibt dass da was im busch ist.


    Ich betreue ehrenamtlich Jugendliche, und mit denen fahren wir auch auf Freizeiten. Vor 3 Jahren hatten wir eine 14 jährige mit T1d dabei (vor meiner eigenen Diabetes-Zeit) , wurden vorher von der Mutter allerdings auch genau instruiert was im Notfall zu tun wäre, das Mädel wusste dass es bei uns Hilfe bekommt falls was sein sollte, genauso die eingeweihten Freundinnen. Zusätzlich hatten wir eine von der Mutter gepackte Notfalltasche mit TZ, einem zweiten Glukagon-Pen, Zweitmessgerät und Zubehör dabei. Das ist denke ich aber auch das mindeste was getan werden sollte, wenn man ein Kind dabei hat dessen Krankheit innerhalb kurzer Zeit lebensgefährlich sein kann.

    Are you a box of BD pen needles? Because you are ultra fine ;)

  • Das stimmt so nicht.. DKA kann dich in Stunden umbringen oder zumindest ins Koma bringen, wenn du keine Restproduktion hast. Kommt aber auch auf deinen Stoffwechsel usw an.

    Ich hab morgens ein alternatives Medikament bekommen und kein Insulin genommen (Letzte Injektion war am Abend davor, damals noch Lantus, Wirkung also bis morgens rum). Um 14 Uhr am nächsten Tag war ich am Kotzen und bei über 500 BZ (keine Ahnung, wie hoch exakt, mein Messgerät hat da dicht gemacht). Wäre ich jetzt auf die Idee gekommen, noch zu laufen oder mich anderweitig sportlich zu betätigen, um den Zucker zu senken, hätte ich es vermutlich nicht mehr heim geschafft.

  • Bei Kindern kann sich eine Ketoazidose innerhalb weniger Stunden entwickeln. Das Mädchen hat erbrochen, wahrscheinlich auch nicht genug getrunken.


    Die Verantwortung wird nun wohl erst recht kein Begleiter mehr übernehmen wollen. :hmmz:

    Sieh es anders herum. Als Eltern wird man sich auch überlegen, ob man sein Kind mitschickt.


    Bei einer 13 Jährigen würde ich als Eltern aber auch vereinbaren, dass sie mit einem Handy alle Blutzuckerwerte durchgibt. Dann kann man eingreifen, wenn ein Wert von 300 mg/dl durchgegeben wird oder das Kind kotzend am Telefon hängt.

    Zusätzlich hatten wir eine von der Mutter gepackte Notfalltasche mit TZ, einem zweiten Glukagon-Pen,

    Seid ihr nur über Gefahren bei einer Hypo aufgeklärt worden, oder auch bei einer Hyperglykämie? Hattet ihr zum Beispiel Ketonteststreifen in der Tasche?

    Ich glaube viele unterschätzen die Gefahren durch hohe Blutzuckerwerte, da es schleichend schlechter wird.

    Bei einem Unterzucker wird dem Kind schnell flau, es schwitzt vielleicht, dass sieht schon dramatischer aus, als einfach nur ein hoher Wert auf dem Gerät.


    LG

    zuckerstück

  • Stimmt schon, Eltern werden jetzt noch stärker ins Grübeln kommen, ob sie ihr Kind mit auf Klassenfahrt schicken können.

    Die Kinder werden heutzutage trotz besserer Technik, Behandlung usw. vielleicht mehr ausgegrenzt als früher? Ich weiß es nicht, ich hatte den Dm zu Schulzeiten noch nicht.


    Generell muss man in dem speziellen Fall natürlich auch erst einmal abwarten, was alles zur Sache dazugehört. Welche Therapieform, warum kein Kontakt zu den Eltern über die BZ-Werte bestand, Kenntnis der Lehrer vom Diabetes etc.


    Aber was mir jetzt schon wirklich sauer aufstößt, ist der Punkt, warum bei einer 13jährigen akut erkrankten Schülerin erstens kein Lehrer sich dafür überhaupt interessiert und zweitens kein Arzt hinzugezogen wird. Dass es nun gleich am Anreisetag (?) nur Folge eines harmlosen Komasaufens gewesen ist, kann ja nicht als Ausrede herhalten. Nein, dafür hab ich kein Verständnis, auch wenn vier Lehrer mit 80 Schülern im Ausland sicherlich vollauf beschäftigt sind. 13 Jahre ist ja noch keine Abiklasse, die man auch mal an der langen Leine laufen lassen kann...

    Tresiba ist zurück! :thumbsup:

  • So traurig und tragisch der konkrete Fall für alle Betroffenen ist, keiner (!) hier weiß was genau vorgefallen und und wer mit wem wann geredet oder nicht geredet hat. Es gibt nur Hörensagen und nicht gerade aussagekräftige bzw. inhaltlich belastbare Pressemeldungen.


    Ein bißchen Zurückhaltung und das Vermeiden von Pauschalturteilen bis zu einer endgültigen Klärung des Vorgefallenen fände ich wünschenswert.


    Wie molle0815 vorher bereits geschrieben hat, die Konsequenz kann nämlich auch sein, dass an Diabetes erkrankte Kinder zukünftig gar nicht mehr auf Klassenfahrten mitgenommen werden. Das klingt jetzt vielleicht hart, aber es ist nunmal so, dass Lehrer (m, w) nicht gezwungen werden können, einem Schüler Medikamente zu verabreichen - auch wenn es glücklicherweise viele Lehrer (m, w) gibt, die das trotzdem tun. Nur wie lange, wenn sie u.U. wirklich mit einem Bein im Gefängnis stehen würden?


    VG Stefan

  • Hyper und Hypo waren beides Teil ihrer "Kurzschulung" :thumbup:

    Wenn ich mich recht erinnere war das eins der BZ Geräte die auch Ketone messen können, zumindest hatten wir dafür auch 2 unterschiedliche Arten Teststreifen dabei, geht bei einem kind dass du nicht richtig kennst auch einfacher in den Finger zu pieksen als zusammen auf die Toilette zu verschwinden.

    Die Mama hatte da zum Glück auch echt an alles gedacht.

    Ich würde mir wünschen das wäre immer so, wir haben leider viele viele Eltern die uns vorher, obwohl sie sogar unterschreiben müssen dass sie das angeben, nicht sagen ob die Kinder irgendwelche medikamente brauchen oder gegen was allergisch sind.

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  • Ein bißchen Zurückhaltung und das Vermeiden von Pauschalturteilen bis zu einer endgültigen Klärung des Vorgefallenen fände ich wünschenswert.

    grundsätzlich hast du Recht - im Artikel steht allerdings auch, dass die Lehrer nicht zu finden waren!?? Wenn das der Tatsache entspricht, finde ich das viel schlimmer, als einen DM´ler auf Klassenfahrt!

    cd63

  • Wie bereits geschrieben, es wird derzeit zu dem Thema viel spekuliert. In beiden verlinkten Artikeln steht zum Thema Lehrer, dass diese nicht erreichbar gewesen sein "sollen". Was genau vorgefallen ist, ist für mich offen und keiner der bisherigen Medienveröffentlichungen entnehmbar - bis auf besagte Spekulationen, an denen ich mich nicht beteiligen möchte.


    VG Stefan

  • Dann hattet ihr echt eine super Mutter gehabt.

    Wir hatten auch mal ein Typ1 Kind auf einer Freizeit dabei ist schon Jahre her. Deutlich jünger. Hatte Pumpe.

    Im Freibad ist der Katheter rausgegangen. Kind gefragt, macht nichts. Okay. Können wir noch die Stunde warten, ja kein Problem. Dann wo wir wieder da waren, hat er sich neuen Katheter gesetzt, vor dem Abendessen total hohe Werte, 300 oder 400er Bereich, bin mir nicht mehr sicher. Mittlerweile ist mir klar, woran es lag.


    Jedenfalls wir total überfordert, Mutter nicht erreichbar! Der arme Junge musste dann ohne Abendessen ins Bett, weil wir uns nicht getraut haben, ihm was zu geben. Zum Glück sank der Zucker wieder.. Wir haben regelmäßig nach ihm geschaut, aber wir hatten keine Ahnung von Hypers etc.

    Hypos und Waage, dass er messen muss vorm Essen, wiegen das wurde schon erklärt.. Und es hieß, im Notfall sind die Eltern erreichbar...


    Was ich damit sagen möchte, wer weiß, ob die Eltern die Schule wirklich gut aufgeklärt haben.


    Wäre es dem Jungen total schlecht gegangen hätten wir einen Krankenwaagen gerufen, keine Frage.