Argumente f. elektronischen Pen Kostenübernahme KK gesucht

  • Moin,

    bisher habe ich immer mit Fertigpens gearbeitet, jedoch ist das Zeitwirkungsfenster beim Fiasp extrem.

    Wirkung setzt schnell ein und kurz vor Ende gibt es richtig Gasund kickt gern den BZ nach unten, um dann ein paar min später abrupt die Wirkung zu beenden.

    Somit ist es wichtig, den Spritzzeitpunkt zu kennen.

    Oft komme ich nicht dazu, die Werte ins Libre zu übertragen, auch weil das Teil keine nachträgliche Änderung zulässt. Somit weiß ich oft nicht den Spitzzeitpunkt resp. die tägliche Insulingesamtmenge.


    Welchen Pen würdet ihr empfehlen und wie kann ich dem Arzt/Kk gegenüber argumentieren zwecks Kostenübernahme/Zuschuss?


    Es grüßt der Georg aus Rethem

  • Oft komme ich nicht dazu, die Werte ins Libre zu übertragen, auch weil das Teil keine nachträgliche Änderung zulässt. Somit weiß ich oft nicht den Spitzzeitpunkt resp. die tägliche Insulingesamtmenge.

    was meinst du damit?

    In der Libre Software auf dem Handy kann man KH und Insulin jederzeit nachtragen und jederzeit Einträge ändern.

  • im Reader gehts aber, glaube ich, nicht.


    Was ist mit so Argumenten wie Umweltschutz?


    Welche Insuline hast du in Verwendung? Der Pen geht ja nur mit U100er Insulinen.

  • Hallo Georg


    Was muss denn der Pen genau können?

    Es gibt z.B. den Novopen Echo, der kann die letzte Dosis und eine grobe Zeitangabe (Stunden seit der Injektion) anzeigen. Aber er hat keine Möglichkeit das in irgendein Tagebuch zu übertragen.

    Dann gibt es noch den Pendiq, der hat tatsächlich ne richtige Tagebuchfunktion und speichert die Injektionen genau mit Zeitstempel, ist dafür aber recht klobig.


    Den Novopen Echo hab ich ohne irgendeine Begründung von der Krankenkasse (TKK) bekommen, bin einfach mit dem Rezept in die Apotheke gegangen.

    Der Pendiq ist schon etwas teurer und wird nicht immer genehmigt, aber auch da gibt es Bericht hier im Forum, dass es kein Problem war. Die Besonderheit vom Pendiq ist, dass er (als einziger Pen auf dem Markt) bis 0,1 IE genau dosieren kann, d.h. wenn du besonders Insulinempfindlich bist, wäre das schonmal eine mögliche Begründung ;)


    Ansonsten kann ich mich dem Tipp von Frank_SH noch anschließen: Wenn du statt dem Reader die HandyApp für den Libre nutzt, kannst du die Einträge auch noch nachträglich ändern. Für mich war das DER Grund auf das Handy umzusteigen.

  • Moin,

    danke erstmals für die Antworten, der Novo Echo ist nur mäßig hilfreich bei Verwendung von Tresiba da nur 12h Skala(ich benötige davon z.Z. 42 Einheiten und habe Tresiba 200, baue die Ampullen um und dosiere die Hälfe, funzt prima).

    Stark nachteilig ist, dass aufgrund der 12h Skala ich abends oft nicht sicher bin, ob ichs morgens spritzte oder nicht.

    Habe ziemlich chaotischen Tagesablauf.

    Hatte ihn vom Apotheker geschenkt bekommen.


    Viel wichtiger ist das Kurzzeitinsulin, da nahm ich früher Apidra und jetzt Fiasp.

    Im Gegensatz zu Apidra wirkt Fiasp echt brutal schnell und leider fast unverändert stark bis zum Schluss (ca. 4h), fast digital.

    Daher splitte ich oft.

    Frühstück mit 2 Brötchen benötigt 14E bei SE von 15min um kein Spitze >170 zu haben. Es kickt aber nach 3h unter 90, so dass ich noch 2 Toast Cola nachessen muss.

    Jetzt nehme ich 7E, warte bis Zucker um 10 fällt (nüchtern 90-119), frühstücke und spritze 15min nach Essen den Rest.

    Geht meist gut ohne >170 und nachessen.

    Oft ist einfach keine Zeit, um Tagebuch zu führen, auf der Arbeit (Aussendienst) spritze ich oft unauffällig während eines Meetings oder beim Autfahren. Keine Zeit für Tagebuch. Und dadurch verliere ich den Überblick und suche einen Pen, der zumindest Spritzzeit und Menge speichert.

    Lt. Ärztin powert die Bauchsd kein Insu mehr, wie bei Typ 1.


    mit freundlichen Grüßen und vielen dank für die Aufmerksamkeit

    Georg

  • Und dadurch verliere ich den Überblick und suche einen Pen, der zumindest Spritzzeit und Menge speichert.

    Dann dürfte der Pendiq soweit ich weiß die einzige Option sein, die aktuell das bietet was du suchst.


    Ob es mir der Begründung "zu wenig Zeit für ein Tagebuch" durchgeht ist natürlich fraglich. Aber ausprobieren schadet nicht und notfalls kannst du auch die Kostendifferenz zu einem "normalen" Pen selbst übernehmen (dürften so 50-60 € sein).

  • Ich hatte den Pendiq eine Weile in Benutzung - die Datenspeicherung macht er gut. Allerdings: Er ist nichts für Ungeduldige und "mal eben schnell" Insulin abgegeben.

    Es sind immer mehrere Knopfdrücke nötig, er zwingt zum Entlüften, was auch etwa 10 Sekungen beansprucht. Nach der Injektion zwingt er, 15 Sekunden zu warten bis zum Rausziehen. Das Befüllen dauert gefühlt sehr lange, weil die Kolbenstange motorgetrieben sehr langsam zurückfährt.

    Das sind alles keine großen Sachen, aber in einem hektischen Alltag kann das schon sehr lästig sein.

    Es soll ein neuer Novopen kommen mit genau den Eigenschaften, die Du suchst - aber unklar, wann er auf den Markt kommt.


    Meine TK hat ihn ohne jegliches Argument einfach übernommen.

    Ansonsten: Argumente sind: Hohe Insulinempfindlichkeit, daher kleinere Einteilungen der IEs notwendig und Vergesslichkeit

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  • Danke für die Infos,

    sPendiq cheint ein Beispiel für Gängelung durch Softw zu sein.

    10s Entlüftung, mehrere Clicks und 15s Verweildauer sind ko Kriterien.

    Warum baut denn keiner mal simple Lösungen...frust.

    Ein BT Pen würde reichen, gibts aber leider nicht.


    schönen Mittag

    Georg

  • Zudem: Wenn der alte Pen nicht mehr wirklich taugt (z.B. durch ungenaue Dosierung), dir steht ein funktionaler zu. Wenn der durch Spielchen wie "Speicher" etwas mehr kostet, dann zahlst du im Zweifel NUR die Mehrkosten. Niemals den vollen Preis, siehe Hilfsmittelrichtlinie §6(6) Satz 1-3.

    --
    Nix Diabetes - das ist lediglich Glucose-Intoleranz.

  • So wie es ausschaut gibt es noch keinen optimalen Pen, das Pendiq hätte die Funktionen, aber nicht abschaltbare Zwangsbeglückung,

    Werde, da nicht allzu teuer, das evivamedteil mal checken.

    Trage mich auch mit dem Gedanken, auf Pumpe umzusteigen, jedoch stößt mich der Gedanke auf den Bauchschlauch ab.

    Mal sehen, was jetzt am nächsten Arzt Termin herauskommt.

    Ein wundervolles WE

    Georg

  • Tobi123  

    Gegenfrage:

    Braucht man für einen elekt. Pen überhaupt Argumente gegenüber der KK? Reicht nicht einfach ein Rezept?


    Das was Du in deinem Eröffnungsthread für einen solchen Pen genannt hast, sind dies nicht schon Argumente genug, für einen solchen Pen (dem Arzt gegenüber)?

    Und wenn Du noch keinen Diab Arzt hast, dann mal schnell wechseln ;)

    Der Zynismus ist meine Rüstung, der Sarkasmus mein Schwert und die Ironie mein Schild.
    Und immer gerne respektlos :D


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  • Tobi123  

    Gegenfrage:

    Braucht man für einen elekt. Pen überhaupt Argumente gegenüber der KK? Reicht nicht einfach ein Rezept?

    Da die GKV wirtschaftlich handeln muss und nur die motorgesteuerte Abgabe keinen zusätzlichen Therapienutzen hat: ja, wird man vermutlich brauchen.

    Hohe Insulinempfindlichkeit mit Notwendigkeit von kleinen Dosen ist da eher das Argument.

  • Moin,

    die Ärzte sind die Türsteher der Krankenkassen und zutiefst menschlich, sie haben ihre Lieblinge die Mehr bekommen und Menschen wie mich, die weder körperlich noch Ressourcenmäßig punkten können.

    Da muss man oft um zustehende Leistungen kämpfen.

    C est la vive

  • Da die GKV wirtschaftlich handeln muss und nur die motorgesteuerte Abgabe keinen zusätzlichen Therapienutzen hat: ja, wird man vermutlich brauchen.

    Nun, in erster Linie hatte ich da Tobi123 gefragt und in zweiter Linie alle Pen'er grundsätzlich, aber das darauf nun ein anderer Pumpi antwortet hätte ich nicht gedacht...

    Da viele (alle?) nicht Einmal-Wegwerf-Sche*ß-Plastikmüll-Pens im oberen zweistelligen Bereich angesiedelt sind und der Pendiq im unten dreistelligen Bereich angesiedelt ist, halte ich Deine wage Aussage erstmal für ein Gerücht. Auch wenn die wirtschaftlich handeln müssen...

    Wenn es allerdings um Zahlen geht, die mehr im vierstelligen (CGM), oder gar im mittleren vierstelligen Bereich liegen (Pumpe), ist das gar keine Frage.


    Die Kontrolle über Insulinmenge und Abgabezeitpunkt (gerade bei SEA) halte ich zudem sehr wohl für einen zusätzlichen Therapienutzen. Motorgesteuert ist dabei sekundär. Wenn's aber halt nur einen Pen für alle erhältlichen Ampullen gibt und der dann motorgesteuert ist, na dann ist das eben so.

    Moin,

    die Ärzte sind die Türsteher der Krankenkassen und zutiefst menschlich, sie haben ihre Lieblinge die Mehr bekommen und

    Ich bin wahrlich kein Liebling von meinem Diadoc, aber wenn ich, wie z.B. letztens, sage ich möchte CGM, weil ich denke das ich dadurch meine Therapie verbessern kann, dann wird mir das auch erstmal ohne wenn und aber verschrieben. Unabhägig davon was die Krankenkasse dazu sagt. Und wenn der Doc dahintersteht, dann wird er das einem gegenüber der Krankenkasse, wenn nötig, auch begründen. Zumal er ja auch bestimmt daran verdient.

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  • Lieber House,


    ich wußte nicht, daß man hier nichts beitragen darf, wenn man nicht zur entsprechenden Gruppe gehört :pflaster:

    Im übrigen gehöre ich zu den Pumpis, die wegen Schwierigkeiten mit Setzstellen 4 Monate lange auf ICT umgestiegen ist (weil Du mal geschrieben hast, Du würdest niemanden kennen, der das gemacht hat) und habe die Geschichte mit den Pens durchexerziert. Der Diadoc wies mich darauf hin, daß es möglich ist, daß ich einen Eigenbeitrag zum Pendiq zahlen muß und zwar den Betrag, der über den normalen Pens liegt.

    Daß meine KK ihn ohne Begründung einfach erstattet hat, scheint nicht für alle zu gelten....


    Von meinem Diaversand wurde das bestätigt, daß manche Kassen eine Zuzahlung verlangen. Hauptargumente für den Pendiq sind feine Einteilung der IEs und Vergesslichkeit.

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  • Viele mit Pumpe werden im Vorfeld auch Mal mit Pens gespritzt haben (an meinem Beispiel: 9 Jahre Pen, 1 Jahr Pumpe).

    Das SGB gibt der Kasse vor aus den vorhandenen Therapiemöglichkeiten, die das selbe Ziel verfolgen, das zu wählen was am kosteneffektivsten für die Solidargemeinschaft ist.

    Ein Echo Pen (selbst diese werden nicht immer ohne Frage von der Krankenkasse bezahlt im Vergleich zu "normalen" Pens) kann dabei aus Sicht der Insulinabgabe und der kurzfristigen Speicherung ähnliches leisten wie ein Pendiq. Der entscheidende und vermutlich nutzbare Unterschied sind wohl die kleinen Schritte bei der Insulinabgabe. Weitere Speicherungen der Insulindosen können Stift und Papier liefern.

    CGMs sind erst "seit kurzem" verpflichtender Teil der Hilfsmittel mit vergleichbar geringer Auswahl (seit Klassifizierung des Freestyle Libre hat sich noch mal einiges getan). Da lassen sich die Kosten allein nicht direkt vergleichen. Die Pumpe gibt es nach Prüfung durch den MDK meist auch nur, wenn alle anderen Therapiemöglichkeiten ausgeschöpft sind.

  • Der Pendiq gehört nicht zur Regelversorgung und dementsprechend muss die Krankenkasse dem tatsächlich zustimmen.

    Was die genannten Argumente angeht, so kann ein fieser Sachbearbeiten auch sagen, es reicht auch ein Notizblock und eine Taschenuhr aus um sich die Dosis und den Spritzzeitpunkt merken zu können. Ist ja am Ende nur die Frage der Bequemlichkeit.


    In der Realität dürfte aber der Aufwand eines Genehmigungsverfahren so groß sein, dass es sich für die KK nicht lohnt und solche Rezepte oft einfach durchgewunken werden. Schlimmstenfalls beleibt der überschaubare Differenzbetrag übrig.

  • Im übrigen gehöre ich zu den Pumpis, die wegen Schwierigkeiten mit Setzstellen 4 Monate lange auf ICT umgestiegen ist (weil Du mal geschrieben hast, Du würdest niemanden kennen, der das gemacht hat)

    Das war aber Beitrag eines anderen Themas, wobei mir nun schleierhaft ist, warum man das hier und jetzt (ist ja auch schon ein paar Tage her) wieder aufgreift:confused2

    Aber letztendlich bist du ja nun doch wieder bei der Pumpe gelandet. Und wenn ich von umsteigen sprach, dann war das dauerhaft gemeint und nicht für kurzfristig, weils andersweitig Probleme gab...

    In der Realität dürfte aber der Aufwand eines Genehmigungsverfahren so groß sein, dass es sich für die KK nicht lohnt und solche Rezepte oft einfach durchgewunken werden. Schlimmstenfalls beleibt der überschaubare Differenzbetrag übrig.

    Ebend! Ich hatte auch daran gedacht das auch zu erwähnen. Aber ich hab eigentlich schon genug dazu geschrieben ;)

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