BZ auf Smartwatch anzeigen

  • Ich gebe zu, was Technik betrifft bin ich eher eine Niete.

    Hab hier im Forum schon kreuz und quer gelesen, aber verstehen tue ich trotzdem nicht wirklich was.


    Ich verwende die Libre Sensoren ( ab Oktober Libre 2 ). Ist es möglich den Aktuellen BZ mit Kurve usw auf einer Smartwatch anzeigen zu lassen, ohne dass man noch irgendwelche anderen Geräte auf dem Sensor befestigen muss?

  • Wenn du ein Android Handy hast, ist es mit Libre2 und der gepaschten Libre App und Xdrip möglich.


    Das patchen muss man allerdings selber durchführen, da Originalhersteller Software verändert wird.

  • Kopf hoch Sunny , hier wird geholfen ;)


    Ich bin allerdings auch noch nicht viel weiter (also vermutlich nicht wirklich eine Hilfe), aber versuche mal meinen bisherigen Erkenntnisstand (*) zusammenzufassen:


    Das L1 kann "nur" sehr kurzreichweitiges NFC (so wie bargeldloses Bezahlen), da bräuchte man ein Gerät, das man dran befestigt und das die Daten etwas weiter werfen kann (über Bluetooth, z.B. MiaoMiao, dafür sind wir aber zu spät dran).

    Das L2 kann das dann auch selbst.


    Als Empfängerinstanz habe ich mir auch schon xDrip angesehen, das hat Schnittstellen zu so ziemlich allem, was Bluetooth kann (aber anscheinend nicht zu nacktem NFC, zumindest finde ich das nicht, ich muss immer eine Datenquelle auswählen?) - und kommt mit einer Android-Wear-Komponente, die dann auf der SW läuft und mit dem Handy kommuniziert. (Dafür braucht man auf dem Handy die "Android Wear" App.) Irgendwo - ich glaube bei AAPS http://androidaps.readthedocs.io - gibt es auch eine ausführliche Beschreibung von xDrip.


    Für das L1 werde ich wohl Glimp benutzen (mal sehen, wie ich die Daten dort wieder exportiert bekomme), das hat auch Wear-Unterstützung, ich aber noch keine Smartwatch. xDrip verträgt sich nicht mit Glimp und meckert lautstark, wenn man beide installiert hat.


    Die LibreLink-App muss man selbst modifizieren (im Thread "Libre 2 entschlüsselt" gibt es Tipps dafür), aus Haftungs- und Copyrightgründen. Die Modifikation ist erforderlich, damit die Daten an xDrip weitergereicht werden können - und als Nebeneffekt kann man das Nach-Hause-Telefonieren gleich mit loswerden. Das werde ich heute Abend mal angehen, wenn ich an meinem Linux-Rechner sitze und nichts anderes dazwischen kommt.


    Wenn das zu kompliziert ist: es gibt auch Smartwatches mit "richtigem" Android drauf, da ist aber die Batterielaufzeit ein echtes Problem. Und eine App braucht man dann auch...


    (*) Falls ich Mist erzählt habe, korrigiert mich bitte!

  • Mir schwirrt da noch eine Frage im Kopf umher.

    Wenn man diese gepatchte App verwendet, kann man dann trotzdem auch noch das Lesegerät verwenden? Also Sensor erst mit Lesegerät starten, dann Start mit Smartphone? Dass Alarme nur auf dem Gerät gehen mit dem zuerst gestartet wurde weiß ich.


    Es geht darum, dass ich meine Daten alle drei Monate für den Diabetologen brauche. Bisher wurde in der Praxis immer das Lesegerät ausgelesen.

  • Nein, das Lesegerät geht beim Starten des Sensors mit dem Handy nicht mehr (entweder oder). Nur umgekehrt, wenn man den Sensor mit dem Lesegerät startet ( und in der ersten Stunde auch mit der Handy-app ausliest), kann man beides parallel benutzen. Dann wird aber keine Bluetooth Verbindung zum Handy hergestellt ( keine Alarme) und es landen keine Daten in xDrip und ggf auf einer Uhr.


    Aber eigentlich ist das Lesegerät überflüssig. Auch das Auslesen der Daten aus dem Lesegerät ist überflüssig. Wenn man den Sensor regelmäßig mit der Handy-App scannt, werden die Daten automatisch in LibreView in die Cloud von Abbott hochgeladen. Das wissen viele gar nicht, aber bei der Installation von LibreLink musste man sich ja einen Account anlegen. Mit den dort vergebenen Zugangsdaten (E-Mail-Adresse und Passwort) kann man sich auf http://www.libreview.com einloggen und die Daten und Auswertungen anschauen, auf einen lokalen Rechner herunterladen oder PDF reports erzeugen und ausdrucken.


    In dem Kundenkonto auf libre view kann man den Zugriff eines Arztes auf die Daten freigeben. Der Arzt muss nur eine sogenannte Praxis-ID beantragen. Dann kann er von allen seinen Patienten, die einen libre verwenden, die Daten online einsehen. Der Arzt sollte mit der Zeit gehen. Das spart ihm auch viel Zeit, weil das ständige Auslesen der Daten vom Lesegerät entfällt.


    Übrigens gibt es mittlerweile auch eine Version der gepatchten App, die die Daten einerseits per Bluetooth an xDrip überträgt und andererseits aber die Übertragung in die Cloud von libreview beibehält (ist auf den letzten Seiten in dem Thema zur Entschlüsselung des Sensors beschrieben). Mit dieser Version kann man also weiterhin die Daten in libreview einsehen und auswerten. Ich verwende das Lesegerät deshalb nicht mehr.

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  • Das werde ich heute Abend mal angehen, wenn ich an meinem Linux-Rechner sitze und nichts anderes dazwischen kommt.

    man braucht nicht unbedingt Linux, das geht auch an einem Rechner mit Windows 10. Habe ich gemacht und es hat problemlos geklappt. Ist in der Anleitung sehr gut verständlich und Schritt für Schritt beschrieben. Ich habe auch erst überlegt, ob ich mir das wirklich antun soll. aber es war nicht so schwierig wie ich gedacht habe.


    Man muss wirklich kein PC-Experte sein. Vielleicht hat man ja auch einen kundigen Helfer im Bekanntenkreis. Ich kann nur jedem empfehlen, es zu versuchen. Das Resultat ist genial.

  • Danke für die ausführliche Antwort. Werde nochmal im Entschlüsselungsthema nachlesen. Ich war noch auf dem Stand, dass die Daten aus der gepatchten App nicht in LibreView hochgeladen werden.

  • Ich ergänze mal die Zusammenfassung von Steve8x8 . Mit der gepatchten Libre Link-App und xDrip wird der Libre 2 zum CGM-System. Nach dem Patch verändert sich die sichtbare Oberfläche von Libre Link nicht, die über Bluetooth regelmäßig ausgelesenen Daten sind aber für xDrip verfügbar, sofern man dort als Datenquelle „Libre Link (gepatchte App)“ auswählt. xDrip zeigt dann alle 5 Minuten den aktualisierten Glukosewert an. Dieser kann sogar kalibriert werden. xDrip verfügt auch über ein Widget (kleines Symbol mit Anzeige des Wertes), das man auf den Startbildschirm legen kann. Der aktuelle Wert wird auch als „Benachrichtigung“ auf dem Sperrbildschirm angezeigt. Ein Blick aufs Handy genügt also. Das sieht dann so aus (oben rechts im Bild):


    xDrip hat auch ein Widget bzw. Watchface für Smartwatches mit dem Betriebssystem Android Wear integriert und kann den Wert auf die Uhr übertragen (Bilder findet man mit Google). Es gibt auch eines für Sportuhren von Garmin.

    xDrip Watchface für Garmin


    Der einzige Haken dieser Kombination ist nur, dass das Handy ständig in der Nähe des Sensors bleiben muss, weil Libre Link die Daten sammelt und entschlüsselt. Auch zur Anzeige des Wertes auf der Uhr muss das Handy in der Nähe sein bzw. eine Verbindung haben, die Uhr allein kann den Sensor nicht auslesen. Bricht die Verbindung zum Handy ab, hat man eine Lücke im Glukoseverlauf in xDrip. Soweit ich weiß, haben die Transmitter (Blucon oder MiaoMiao) beim Libre 1 die Daten der letzten 8 Stunden ausgelesen und auch nachträglich an xDrip übertragen, wenn die Verbindung unterbrochen wurde. Mit der gepachten App wird jeder Wert aber einzeln übertragen.


    Nachfolgend nochmal die Links aus dem Thema „Libre 2 Entschlüsselung“ zu den deutschen Anleitungen mit den Patch-Dateien.


    LibreLink-Patch ohne Verbindung zu LibreView


    LibreLink-Patch mit Verbindung zu LibreView


    Achtung: In der Anleitung der letzten Version (mit Verbindung zu LibreView) ist ein Schreibfehler in der Internetadresse nach dem Befehl „git clone …“. Statt

    git clone https://github.com/smos/LibreLink-xDrip-Patch

    muss es heißen

    git clone https://github.com/smos-gh/LibreLink-xDrip-Patch

    (hat der Verfasser der Anleitung korrigiert)


    Die Erzeugung der gepatchten APK-Datei von Libre Link (APK = Android Installationsdatei einer App) ist dank der hervorragenden Anleitung kein Hexenwerk. Das Linux-Subsystem ist auf einem Windows 10 Rechner mit wenigen Mausklicks installiert. Danach öffnet sich ein Fenster, in das man nur nacheinander die in der Anleitung genannten Befehle eingeben muss. Der Rechner rödelt einige Minuten vor sich hin und plötzlich hat man die Erfolgsmeldung, dass die gepatchte APK-Datei im Verzeichnis C:\APK zu finden ist.


    Als erstes die Original Libre Link App deinstallieren. Dann die APK-Datei per USB-Kabel oder mit Google Drive bzw. oneDrive auf das Handy kopieren. Ich habe es mit oneDrive gemacht und direkt beim Herunterladen der APK-Datei von dort, wurde von Handy gefragt, ob die App eines Drittanbieters installiert werden soll. Nach Bestätigung war Libre Link in der gepatchten Version wie gewohnt auf dem Handy. Wichtig ist noch, dass vor dem Starten eines Sensors die in der Anleitung genannten Einstellungen am Handy und in xDrip vorgenommen werden, dann sollte alles funktionieren.


    In der Version mit Verbindung zu LibreView werden die per Bluetooth in xDrip erfassten Daten aber nicht automatisch in LibreView hochgeladen. Um LibreView weiterhin mit Daten zu füllen, muss man den Sensor wie früher auch mindestens alle 8 Stunden mit LibreLink per NFC scannen. Man kann das Scannen aber auch lassen, dann bleibt LibreView leer.

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  • Ach so, es fehlt natürlich noch der Teil, wie man die Anzeige auf einer Uhr erzeugt. Das hängt davon ab, welche Uhr mit welchem Betriebssystem man verwendet.


    Zu Android Wear kenne ich es nur vom Hörensagen: Angeblich beinhaltet die App xDrip+ bereits ein Standard-Watchface zur Anzeige des Glukosewertes mit Veränderung und dem Verlauf. Zunächst muss man die Uhr mit dem Handy per Bluetooth koppeln. Danach soll man auf der Uhr den Google Store aufrufen und in der erscheinenden Liste ganz nach unten scrollen. Dort werden die auf dem Handy bereits installierten Apps angezeigt. Auf xDrip tippen und schon wird das entsprechende Watchface auf der Uhr installiert.


    Auf einer Garmin Sportuhr (Vivoactive 3) habe ich es gestern gemacht, da läuft es etwas anders. Zunächst geht man auf einem Android-Handy in den Google Store und installiert die App Garmin Connect. Nach dem Starten dieser App muss man sich registrieren und verbindet gemäß den erscheinenden Anweisungen das Handy mit der Uhr. Die App fragt dann auch, ob man weitere Watchfaces installieren möchte, was man bestätigen sollte. Es wird dann auf dem Handy die weitere App Connect IQ installiert, die einen Zugriff auf den speziellen Garmin Store erlaubt. Darin sucht man unter dem Stichwort „xDrip“ das spezielle Watchface und tippt auf installieren. Sofort fragte xDrip von selbst, ob der „Garmin Webserver“ aktiviert werden soll (Datenübertragung an das Watchface), was man noch bestätigen muss. Anschließend erschien das Watchface auf der Uhr und zeigte alles an – problemlos und genial. xDrip zeigt auf dem Handy sogar die von der Uhr erfassten Schritte und Herzfrequenz an.


    Den obigen Begriff Webserver darf man nicht wörtlich nehmen, es ist keine Internetverbindung notwendig, das Ganze läuft offline nur über Bluetooth.

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