Remission bei Lada Diabetes

  • Huhu,


    ich habe eine Frage bezüglich Remission beim LADA Diabetes.

    Anfang 2015 (HbA1c 8,4) wurde bei mir Diabetes diagnostiziert.

    Mein Hausarzt ging, trotz Normalgewicht, von einem Typ 2 Diabetes aus und ich wurde zunächst mit Metformin und Diät behandelt.
    Der HbA1c verbesserte sich, allerdings hatte ich große Schwankungen und jede Scheibe Brot landete in der Spitze bei 250 bis 300 mg/dl.

    Anfang 2017 wurde dann in einer diabetologischen Schwerpunktpraxis die Diagnose in Typ 1 LADA geändert.
    Das Metformin wurde abgesetzt und ich wurde auf ICT eingestellt.

    Damit ging es mir schnell deutlich besser und der Blutzuckerverlauf beruhigte sich.

    Nach einem halben Jahr setzte dann eine Remission ein und ich brauchte kein externes Insulin (Langzeitwert trotzdem zwischen. 5,2 und 5,4)

    Anfang 2019 stieg der Insulinverbrauch dann kurzzeitig an und seit ein paar Monaten brauche ich wieder sehr wenig externes Insulin. Zur Zeit 4 Einheiten Levemir zur Nacht.

    Bolusinsulin spritze ich nur morgens und abends, wenn ich schnelle KH esse (Nudeln, Reis.......) Alles andere schafft meine BSD alleine. Zur Zeit liegen 98% meiner Werte im Zielbereich (90 bis 160 mg/dl)

    Hat jemand ähnliche Erfahrungen?

  • Hallo,


    war bei mir als spätberufener, recht ähnlich.
    Wurde auch erst als typ 2 diagnostiziert. Wärend der Honeymoon Phase brauchte ich auch nur sehr wenig insulin. Aber das hat leider nur kurz angehalten, und nach ca. 3 Monaten war die Phase dann auch wieder vorbei.

    Gruß
    HP-UX

    Am Ende wird ALLES gut.
    Wenn es nicht gut wird, ist es noch nicht das Ende
    (Oscar Wilde)

  • Freu Dich drüber.
    bei mir war es nach ca. 1,5 Jahren vorbei.
    Das ist leider das blöde an einer Autoimun Erkrankung, das sich die Abwehr gegen den eigenen Körper richtet.
    Drück Dir die Daumen, das es bei dir noch lange anhält.

    Am Ende wird ALLES gut.
    Wenn es nicht gut wird, ist es noch nicht das Ende
    (Oscar Wilde)

  • Mein Diabetes wurde 2010 diagnostiziert. (Typ 1 mit 30 Jahren, das fällt wohl unter die Definition von LADA)

    Ein rapides Absinken des Insulinbedarfs kam ca. 2 Monate nach der Insulin-Einstellung.


    Seitdem schwankt der Insulinbedarf immer mal. Aber ein abruptes Ende der Remissionsphase konnte ich nicht feststellen.


    Mein Basalinsulin liegt bei 5 IE täglich.

    Meine Diabetologin hat deshalb neulich mal die Vermutung geäußert, dass bei mir noch Restproduktion vorhanden ist.

    2 Mal editiert, zuletzt von Ove () aus folgendem Grund: Grammatikfehler ;-)

  • Tach


    War bei mir vor rund 10 Jahren ähnlich, bin/war auch ein Typ 1 Lada. Allerdings hatte ich eine komplette Entgleisung mit KH Aufenthalt. Nach dem Einstellen auf Insulin, konnte ich ein halbes Jahr komplett auf Langzeitinsulin verzichten und habe nur zum Essen wenige Einheiten gespritzt. Danach wurde es dann jedoch immer schlechter und seit einem halben Jahr trage ich eine Insulinpumpe wegen zu stark schwankender Werte, welche ich zum Glück wieder voll im Griff habe.


    Ich hoffe sehr für dich, dass die Remissionsphase noch lange anhält. Du hast ja regelrecht Traumwerte, da besteht wirklich viel Hoffnung, dass du dich langsam daran gewöhnen kannst und es gut im Griff hast. Wirklich beneidenswert und wünsche dir viel Glück!

    Spinne am Abend, erquickend und labend... :ahahaha:


    "Über Zweifelhaftes nachzudenken
    ist zweifelsfrei des Zweiflers Tun,
    aber zweifelsohne denkt er nicht daran,
    am Zweifel zu verzweifeln."

  • Hallo Marina1981 ,


    kommt mir sehr bekannt vor. Ich hab den T1 seit 2015 und war wie du Ende 30, zugegeben leicht übergewichtig, und die Diagnose war auch erst T2.


    Habe auch eine lange Zeit kein Basal gespritzt, vor einem Jahr habe ich wieder angefangen weil ich gemerkt habe, dass es einfach die BSD entlastet. Ich spritze allerdings nicht abends, sondern morgens, sodass die Wirkung mit Levemir tagsüber ist. Nachts geht mein BZ auch ohne Basal auf 80er Werte zurück. Mit Levemir komme ich fast schon zu tief und schlafe schlecht.


    Jetzt, im 5. Jahr, hab ich noch immer einen stabilen A1C von 5.0-5.2. Ich ernähre mich allerdings auch (very) Low Carb und treibe viel Sport.


    Es gibt Hinweise (Beweise wäre falsch), dass zusätzlich Magnesium und ein hoher Vitamin D3 Spiegel die Remission verlangsamen würde - ebenfalls gibt es Hinweise, dass eine Glutenarme Ernährung ebenfalls die Autoimmunreaktion verlangsamen würde wegen der Verwandschaft der GAD-Antikörper. Wer weiß...


    4 Einheiten Basal sind eigentlich nicht viel. Ich habe auch lange 4 gespritzt und ich hätte es weglassen können (und könnte es noch immer absetzen).
    Ich habe aber gemerkt, dass wenn ich mehr Basal spritze, dadurch einfach die BSD entlastet wird. Ich kann so 10-12 Einheiten tagsüber spritzen, ohne dass mein BZ dadurch merklich abrutscht. Das ist meine Dosis die ich brauche, um meine BSD völlig zu entlasten aber niedrig genug ist, um weiterhin Sport ohne Einschränkungen machen zu können.

  • Mein Senf als damals 42jähriger Lada (6 Jahre her): Anfangs nach wenigen Wochen "umstellung auf insulin und Remission" sehr wenig Basal (typisch 4-7 Einheiten), hat sich aber trotz Low Carb relativ stetig nach oben entwickelt. Aktuell stehe ich bei etwa 20 Einheiten Basal / Tag bei 70 Kilo.


    Was mir aufgefallen ist - gerade nach Erkältungen oder Infekten hat der Bedarf "eher schubweise" zugelegt.

    --
    Nix Diabetes - das ist lediglich Glucose-Intoleranz.

  • Danke für die Antworten 😊

    Ich dachte Anfang 2019 während einer Erkältung auch kurz, dass es vorbei ist mit der Remission. Ich musste das Basal von 4 auf 6 Einheiten erhöhten und brauchte auch Bolus zu jeder Mahlzeit.

    Nach einer Woche war der Spuk vorbei.
    Ich spritze zur Zeit kein Bolusinsulin und habe das Basalinsulin von 4 auf 3 Einheiten alle 24 Stunden reduziert. Gestern habe ich eine große Portion Nudeln gegessen und der maximale Anstieg lag bei 145 mg/dl.
    Vielleicht bin ich ja geheilt 😅

  • butterkeks : Ich nehme zusätzlich Dekristol 20.000 einmal wöchentlich. Magnesium werde ich mir morgen mal aus der Apotheke holen, das kann ja nicht schaden.
    Ich brauche das Levemir eher zur Nacht. Mit 3 Einheiten liege ich in der Nacht bei 90-100 mg/dl. Tagsüber sind die Werte sehr gut, ich habe aber auch viel Bewegung beruflich bedingt.

    Mal abwarten, wie lange ich diese Remission genießen darf 😊

  • Und bei mir wars lange umgekehrt - Levemir zur Nacht und Tiefstwerte "garantiert".


    Was wieder mal zeigt - jeder tickt in der Remission irgendwie anders.

    --
    Nix Diabetes - das ist lediglich Glucose-Intoleranz.

  • Grounded : Ja, da stimme ich dir zu.

    Bei mir scheint es so zu sein, dass ich die paar Einheiten Basal zur Nacht brauche.
    Ich habe das Insulin auch mal für ein paar Tage komplett abgesetzt.
    2 Tage lang ging das sehr gut, am dritten Tag bin ich dann mit 165 mg/dl aufgewacht und habe wieder Insulin gespritzt.

    Wahrscheinlich erholt meine BSD sich in der Nacht und kann dann tagsüber gut arbeiten 😊
    Irgendwann brauche ich auch wohl wieder den Bolus zum Essen, aber zur Zeit läuft alles wie von Geisterhand gesteuert.........

  • Sei froh. Meine LADA wurde spät erkannt, vermutlich bin ich einige Jahre auf den Resten rumgeritten ohne es zu wissen.....

    --
    Nix Diabetes - das ist lediglich Glucose-Intoleranz.

  • Geht mir auch so. Ich habe es bis kurz vor die Keto ausgereizt, bis ich mal zum Arzt gelatscht bin. Störungen im Stoffwechsel gab's aber schon Jahre vorher - das weiß ich aber auch erst, nachdem ich mich hier ein wenig in die Materie eingelesen habe (Stichwort gestörte Glucosetoleranz und Sekretionsstarre). Aber wech is wech...


    Bei mir ist es seit Diagnose so gewesen, dass ich immer mehr Bolus als Basal gebraucht habe. Und Basal tags mehr als nachts. Aber ohne beides ging's seitdem nicht mehr.


    Lg Hubi

    "What I tell you three times is true!"

    (Lewis Carroll, The Hunting of the Snark)