Unmeet needs of patients with T1D

  • Liebe Leute,


    Schaut mal, was ich für eine interessante Studie zu den Bedarfen von Menschen mit Type 1 Diabetes entdeckt haben: Hier werden neben der TIR insbesondere das Haltend es Gewichtes genannt. Was sagt Ihr dazu?


    Pettus JH, Kushner JA, Valentine V, et al. Adjunct Therapy in Type 1 Diabetes: A Survey to Uncover Unmet Needs and Patient Preferences Beyond HbA1c Measures. Diabetes Technol Ther. 2019;21(6):336‐343. doi:10.1089/dia.2019.0027:

    Results: A total of 1313 patients (63%) responded. The greatest unmet needs identified were simplifying treatment, lowering/maintaining glycated hemoglobin (HbA1c), reducing mental effort, and increasing time in range (TIR). Conjoint analysis showed that reductions in body weight and TIR had the highest attribute importance (25% and 18%, respectively). !!


    Was sagt Ihr dazu? Auf wie viele von uns mögen diese Endpunkte zutreffen?


    Herzlichst


    Bettina

  • Hm, seit meiner Typ-1 vor genau 6 Jahren wiege ich recht konstant 72 +/-2 Kilo. Das Gewicht, was ich Anfang 30 hatte. Maximal 10 Kilo vor der LADA drüber - ich hab nie mehr als 82 Kilo gewogen, was bei knapp 1.85m "ok" ist.


    Spricht IMHO für eine KH-reduzierte Diät, weil TIR bei wenig Amplitude wegen "wenig KH" leichter im Zielbereich zu halten ist. Was auch dem HbA1c entgegenkommt, vom "mental efford" nicht zu sprechen. Letztes ist MEIN Hauptargument für eine KH-arme Ernährung. Es ist einfacher, entspannter.

    --
    Nix Diabetes - das ist lediglich Glucose-Intoleranz.

  • Link zur Umfrage: https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/31095422/


    Mir war bewusst dass viele Menschen ein Problem mit dem Gewicht haben. Aber jetzt habe ich mal gegoogelt und bin doch überrascht dass es SO viele sind.


    Zitat

    "Zwei Drittel der Männer (67 %) und die Hälfte der Frauen (53 %) in Deutschland sind übergewichtig. Ein Viertel der Erwachsenen (23 % der Männer und 24 % der Frauen) ist stark übergewichtig (adipös)."

    aus https://www.rki.de/DE/Content/…icht_Adipositas_node.html


    Jedenfalls ist dann klar dass auch viele mit T1D übergewichtig sind, denn sie sind ja eine Teilmenge der Gesamtbevölkerung.

    Persönlich bin ich froh dass es für mich kein Thema ist, denn die nötige Disziplin für eine Diät oä hätte ich eher nicht.


    Dass ein besserer hba1c, flachere Kurven usw immer ein Ziel sind, ist einleuchtend. Dass das ganze möglichst einfach gehen soll auch. Wer wünscht sich das denn nicht?


    Überrascht bin ich dass das Themengebiet Versicherung/Genehmigungen/Geld etc gar nicht auftaucht.

    (zB Insulinpreise in Amerika. Scheinbar war die Umfrage nicht in den USA. Oder die Antwortmöglichkeit gab es nicht zum ankreuzen, die Umfrage wurde ja von Insulinherstellern durchgeführt ;) )

  • Interessant ist, dass eben schon 25% der Type 1 Diabetiker ein Problem mit dem Thema haben und dass ich in meiner Fastenpilotstudie die signifikantesten Ergebnisse ausgerechnet in der Reduktion des BMI hatte, somit ich überhaupt nicht gerechnet hatte. Nun stoße ich darauf, dass dieses Thema wirklich für viele Menschen mit Langzeitdiabetes (+/- 30 Jahre) ein sehr relevantes Thema ist, da die früheren starren Diätvorschriften und die heutigen Diätfreiheiten durchaus zu einer metabolische Inflexibilität und somit zu einem nicht so ganz einfach zu lösenden Problem führen kann, bei dem aber eben Fasten initial und intermettierendes Fasten langfristig helfen kann.

  • Nun stoße ich darauf, dass dieses Thema wirklich für viele Menschen mit Langzeitdiabetes (+/- 30 Jahre) ein sehr relevantes Thema ist, da die früheren starren Diätvorschriften und die heutigen Diätfreiheiten durchaus zu einer metabolische Inflexibilität und somit zu einem nicht so ganz einfach zu lösenden Problem führen kann,

    bin davon ja nicht betroffen, aber ich kenne einige, deren BMI zu hoch ist. Und ich kann mir durchaus auch vorstellen, dass man früher gezwungen war seinem Insulin hinterher zu essen, während heute kaum Beschränkungen da sind.

    Eine BMI-Umfrage wäre mal interessant...könnte ich ja mal starten!?

    nest

  • Nun stoße ich darauf, dass dieses Thema wirklich für viele Menschen mit Langzeitdiabetes (+/- 30 Jahre) ein sehr relevantes Thema ist, da die früheren starren Diätvorschriften und die heutigen Diätfreiheiten durchaus zu einer metabolische Inflexibilität und somit zu einem nicht so ganz einfach zu lösenden Problem führen kann,

    bin davon ja nicht betroffen, aber ich kenne einige, deren BMI zu hoch ist. Und ich kann mir durchaus auch vorstellen, dass man früher gezwungen war seinem Insulin hinterher zu essen, während heute kaum Beschränkungen da sind.

    Eine BMI-Umfrage wäre mal interessant...könnte ich ja mal starten!?

    nest

    Ich glaube, dass wir hier viele LADA Leute haben für die das Thema nicht so relevant sein wird, da ihr ganzen System noch mehr Autoregulation hat und nicht so erstarrt ist. Aber alle, die mit starren Diätschemata aufgewachsen sind, könnten potentiell Probleme haben, eine metabolische Flexibilität zu entwickeln, also zwischen Kohlehydrat-basiertem und Ketose-basierten Stoffwechsel zu wechseln - auch wenn uns das heute keiner mehr verbietet- wir sind anders aufgewachsen und über Jahrzehnte erzogen worden: sehr starr und unflexibel, was sich eben auf unsere metabolische Flexibilität auswirken könnte...... Das ist das, was meines Erachtens dann zum Übergewicht und zum erhöhten Risiko von T2D führen könnte - natürlich nicht muß! Also: Gerne eine Umfrage zu BMI, aber auch zu Anzahl der Diabetesjahre und LADA oder Nicht und ggf, Erfahrungen mit oder Interesse an (intermittierenden) Fastenformen. :) BB

  • Gerne eine Umfrage zu BMI, aber auch zu Anzahl der Diabetesjahre und LADA oder Nicht und ggf, Erfahrungen mit oder Interesse an (intermittierenden) Fastenformen. :) BB

    wird als Umfrage schwierig, weil das mit dem BMI eher anonym bleiben sollte und als Umfrage gestalten - weiß ich dann auch nicht, wie man das in eine Umfrage packt - habe nur mal nach dem BMI gefragt...

    Wie ist euer BMI (Body-Mass-Index)?

    Lustig war folgende Seite auf der Suche nach dem BMI: https://www.bmi.bund.de/DE/ministerium/ministerium-node.html

    nest

  • Interessant ist, dass selbst in unserer kleinen, nicht repräsentativen Gruppe,



    Menschen mit der chronischen und komplexen Erkrankung Typ 1 Diabetes (T1D) versuchen alles, um Folgeerscheinungen zu vermeiden. Der Körperstoffwechsel ist jedoch nach Jahren der künstlichen Insulintherapie und der früher sehr starren Diätvorschriften unflexibel geworden. Das wirkt sich auf den ganzen Stoffwechsel aus und kann zu Insulinresistenz, Übergewicht oder sogar zu metabolischem Syndrom und zusätzlichen Typ 2 Diabetes führen, sowie zu Herzkreislauferkrankungen und anderen diabetesbezogenen Komplikationen.


    Fasten - also der freiwillige Nahrungsverzicht für eine vorübergehende Zeit - kann helfen, die Beweglichkeit des Stoffwechsels (metabolische Flexibilität) zu erhöhen, und so Lebensqualität und Gesundheit zu verbessern. Bislang wurde Menschen mit T1D vom Fasten abgeraten. In einer ersten Studie konnte gezeigt werden, dass Fasten für Menschen mit T1D grundsätzlich möglich ist und so die Abbauprodukte der Fettsäuren (Ketone) ohne gefährliche Versäuerung (Ketoazidose) erhöht werden kann. Diese durch Fasten erreichte Gewichtsabnahme ist recht nachhaltig. Es soll nun bewiesen werden, ob Menschen mit T1D von einem siebentägigen Fasten - verbunden mit Bewegung, Psychoedukation und Entspannung, hinsichtlich des Gewichtes und weiterer gesundheitsrelevanter Aspekte (z.B. Cholesterinwerte, Insulinresistenz) profitieren können. In dem auf das ganzwöchige Fasten folgenden halben bzw. ganzen Jahr wird festgestellt, ob nun auch kürzere Fastenformen genutzt werden (intermittierendes Fasten). Erwachsenen mit einem T1D und Übergewicht oder Zeichen des sogenannten Metabolischen Syndroms können an der Studie teilnehmen. Insgesamt 100 Teilnehmer werden an vier Orten per Los entweder sofort der Fastengruppe zugeordnet oder sie werden erstmal nur beobachtet und fasten dann ein halbes Jahr später.

  • Ich wollte zur der Diskussion noch ergänzen, dass BMI natürlich ein sehr eingeschränkter Parameter ist und wir auch wissen, das ein Übergewicht die Gesamtmortalität nicht negativ beeinflussen muß im Vergleich zur nichtübergewichtigen Bevölkerung. Wenn wir aber für eine Studie über den Endpunkt BMI dennoch nachdenken, dann aus folgenden Gründen:


    Wenn man als t1Dler aus welchen Gründen auch immer übergewichtig wird, dann nervt das ziemlich , weil es mit erhöhter Insulinresistenz einher gehen kann und dann die Stoffwechselführung schon schwierig machen kann. Deshalb freuen sich insbesondere type 1 er, wenn sie abnehmen können, was aber eben -zum Beispiel auf Grund einer fehlenden metabolischen Flexibilität- sehr schwierig sein kann.


    Bei uns in der Studie kam zu meiner Überraschung die Senkung des BMI als ein bedeutsames Ergebnis heraus, dass war nicht intendiert. Die Leute lagen am Anfang im Durchschnitt bei einem BMI von 27,34 und 4 Monate nach dem Fasten um 0.9 BMI Punkte niedriger, also bei im Durchschnitt ungefähr 26, 43. Das war möglich, weil die Leute gelernt haben, auch mal ein zwei Tage ohne eine Mahlzeit gut über die Runden zu kommen. Sie hatten einen Zugewinn an innerer Freiheit. Sie haben wieder mehr an sich selber geglaubt und haben ein wichtiges Selbstmanagementtool gewonnen. Viele von Euch können sich das gar nicht mehr vorstellen, wie eng die Kontrollen er Ernährung früher waren und in vielen Köpfen ja immer noch die Idee steckt: Was , du bist Diabetiker, dann muß Du doch essen!


    Weil die Ergebnisse so überragend waren, diesen sie uns nun als Grundlage für eine Studie. Wir können darauf eine Klischee Studie zum Thema aufbauen. Wir werden der auch viele andere Parameter untersuchen: Insulinresistenz zum Beispiel und Lebensqualität und TIR und all dies Sachen, die auch von betroffenen gewünscht werden als Themen, die in derartigen Studien untersucht werden sollten.



    Hier noch Auszüge aus der Übersicht von Lenz/Richter/Mühlhauser , Ärzteblatt 2009:



    Gesamtmortalität

    Nach den Metaanalysen und deutschen Kohortenstudien ist die Gesamtmortalität bei Übergewicht gegenüber Normalgewicht nicht erhöht (Tabelle 3 gif ppt). Die EPIC-Studie zeigte kein erhöhtes Mortalitätsrisiko bis zu einem BMI von 28 kg/m2 (5). Bei Adipositas ist die Gesamtmortalität um etwa 20 % erhöht (Tabelle 4 gif ppt) (6).

    In Deutschland haben Frauen beziehungsweise Männer mit hochgradiger Adipositas (BMI > 36 kg/m2) im Vergleich zur Bevölkerung von Nordrhein-Westfalen (Referenzpopulation) ein 1,3- bis 3-fach erhöhtes Mortalitätsrisiko (eSupplement, Tabelle 2) (7). Wenn das BMI-assoziierte Mortalitätsrisiko rechnerisch eliminiert wird (Adjustierung), ist für WC und WHR das Mortalitätsrisiko in allen Quintilen gegenüber der jeweils untersten Quintile erhöht (ausgenommen bei Frauen für die zweite Quintile WHR; Tabelle 5 gif ppt) (5).

    Adipositas spielt mit steigendem Alter für die Gesamtmortalität eine zunehmend geringere Rolle (eSupplement, Tabelle 2) (8, e4). Nach dem 50. Lebensjahr besteht ein erhöhtes Mortalitätsrisiko für Frauen mit einem BMI > 36 kg/m2 und für Männer mit einem BMI > 40 kg/m2 (8). Nach dem 65. Lebensjahr ist Adipositas kaum (e4) oder gar nicht mit einer verkürzten Lebenserwartung assoziiert (8).

    Krankheitsspezifische Risiken

    Kardiovaskuläres Risiko – Metaanalysen zur Assoziation zwischen BMI und gesamtkardiovaskulärem Erkrankungsrisiko wurden nicht identifiziert. Bei Männern besteht eine Assoziation zum WHR (e5) (eSupplement, Tabelle 3). Das Risiko für eine koronare Herzkrankheit (KHK) ist bei Übergewicht um etwa 20 %, bei Adipositas um etwa 50 % erhöht (e6). Metaanalysen zum Herzinfarktrisiko wurden nicht identifiziert.

    Sowohl Übergewicht als auch Adipositas sind mit erhöhten Risiken für Vorhofflimmern assoziiert (e7). Eine Assoziation zum Schlaganfallrisiko besteht nicht (e8).

    Die gesamtkardiovaskuläre Mortalität bei Übergewicht ist für Frauen nicht und für Männer um etwa 10 % erhöht (Tabelle 3). Bei Adipositas ist sie für Frauen und Männer um etwa 50 % erhöht (Tabelle 4) (6), bei hochgradiger Adipositas (BMI > 40 kg/m2) um etwa 200 bis 300 % (7). Die KHK-Mortalität ist bei Übergewicht für Frauen nicht und für Männer um etwa 16 % erhöht. Bei Adipositas ist sie für Frauen um etwa 50 % und für Männer um etwa 60 % erhöht (6).

    Typ-2-Diabetes – Das Typ-2-Diabetes-Risiko ist bei einem um 1 kg/m2 größeren BMI um etwa 20 % erhöht (e9). Gegenüber Normalgewicht ist es bis zu einem BMI < 27,2 kg/m2 nicht erhöht. Bei BMI 27,2 bis < 29,4 kg/m2 ist das Risiko um etwa 100 %, bei BMI ≥ 29,4 kg/m2 um etwa 300 % erhöht (e9e9.
    Hartemink N, Boshuizen HC, Nagelkerke NJ, Jacobs MA, van Houwelingen HC: Combining risk estimates from observational studies with different exposure cutpoints: a meta-analysis on body mass index and diabetes type 2. Am J Epidemiol 2006; 163: 1042–52. MEDLINE

    , e10) (eSupplement, Tabelle 3). Für das Mortalitätsrisiko bei Typ-2-Diabetes liegen nur Daten für Menschen mit hochgradiger Adipositas vor (Tabelle 4).