durchbrechnbare Insulinresistenz - wer erklärts mir?

  • Ja und nein. Wenn man Mechanismen versteht, kann man besser auf diese reagieren. Sagt dir jedenfalls jeder Ingenieur, die jeden Scheiss auf irgendwelche dimensionslosen Kennzahlen reduzieren.

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    Nix Diabetes - das ist lediglich Glucose-Intoleranz.

  • Ja und nein. Wenn man Mechanismen versteht, kann man besser auf diese reagieren.

    ... und man kann die Resultate ggf. sogar vorhersagen, zumindest mit gewissen Toleranzen. Sagt der Ingenieur. Man kann es aber auch pragmatisch betrachten.

  • letztlich ist es vermutlich eine Mischung von allem. Ich danke Euch jedenfalls für den vielen Input. Da habe ich noch genug zum lesen und hören.

    Schön, dass es dieses Forum gibt, wo man von den Erfahrungen und dem Wissen aller profitieren kann. Ist ja nicht nötig, dass man alle Fehler selber macht. Sind doch genug für alle da. :)

  • Keine Bange, es bleibt spannend. Wegen Schätzfehler, Up/Down-regulation, Hormone, Bewegung, fehlende Disziplin was Süßkram angeht bzw. "diesen viel zu optimistisch geschätzt" .... irgendwas ist immer.

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    Nix Diabetes - das ist lediglich Glucose-Intoleranz.

  • Hallo Lifestyle,

    Kannst du mir sagen, warum du die 3IE Novorapid dann an drei verschiedenen Stellen spritzt?

    ich habe noch nicht so lange Diabetes Typ 1. Und kenne noch nicht alle Tricks und lerne gerne dazu ;)

  • Hallo Zuckertuete!

    Ich bin zwar nicht Lifestyle, versuche es aber trotzdem:

    Die Aufnahmegeschwindigkeit des Insulins hängt auch mit der injizierten Menge zusammen, kleine Mengen werden schneller aufgenommen als große.


    Daher wirken 2x 3IE schneller als 6 IE auf einmal.


    Ob es das einem Wert ist 2x zu spritzen, ist eine andere Frage :).

  • Keine Bange, es bleibt spannend. Wegen Schätzfehler, Up/Down-regulation, Hormone, Bewegung, fehlende Disziplin was Süßkram angeht bzw. "diesen viel zu optimistisch geschätzt" .... irgendwas ist immer.

    Stimmt, heute erster Schultag und gleich in den ersten beiden Stunden Sport. Da sie morgens sowieso immer hochgeht (das vorerst letzte Nutellaglas muss erst noch leer werden) keine großen Sorgen vorab. Lediglich ausreichend Traubenzucker und Apfelsaft in den Sportbeutel und ab....


    Tja, da sorgte schon die Aufregung rund um Präsenzunterricht und Schnelltest dafür, dass der BZ schon wieder auf 120 war, bevor der eigentliche Unterricht begann. 10 g Traubenzucker, aufwärmen, kurzer Sprint - und ab nach unten! Bis zur ersten Pause insg. 30 g gefuttert und gerade mal langsam wieder auf 75. Dann Brot mit 20 g und erst danach für die 20g gebolt - nach 30 min rauf auf über 200, korrigieren wollte der Pod nicht. Stimmte wohl auch, denn dann ging es gemächlich wieder talwärts auf 125.

    Das wird noch spannend mit der Schule. Und Mutters im Homeoffice vor dem Handy wie die Katz vor der Maus....8o

  • Du kannst schauen, ob der Delinquentin das Aldi Eiweissbrot schmeckt. Weniger KH, vor allem sehr wenige schnelle KH. Passt IMHO deutlich besser zur Wirkkinetik des Bolusinsulins. Normales (weiss)Brot fängste mit Bolus alleine und ohne massiv Spritz-Ess-Abstand (SEA) nicht ein. Manchmal ist das als Tiefflieger gut, manchmal wenns schon zu hoch startet ziemlicher Mist.

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    Nix Diabetes - das ist lediglich Glucose-Intoleranz.

  • Ist natürlich nicht so einfach und ihr müsst erst Erfahrung sammeln, aber ich finde, du und deine Tochter macht das richtig gut. Hut ab!


    Ich nehme an, du hast die Werte/den aktuellen Verlauf des Dexcom als Follower auf deinem Handy. Aber wie machst du das mit der „Fernsteuerung“ deiner Tochter – kannst du sie in der Schule jederzeit anrufen oder eine Nachricht schreiben, darf sie das Handy ausnahmsweise in der Schule benutzen? Oder macht sie das alles schon alleine?

  • Beim Lidl gibt es auch Eiweißbrot, sieht so aus wie das von Harry (Rewe), kostet auch so, schmeckt mir besser als das Pumpernickel-ähnliche vom Aldi Nord. (Unser Lidl kauft davon immer so viel, dass es ein-, zweimal die Woche auf die Hälfte reduziert wird ;-) ) Muss aber im Toaster getrocknet werden ;-)

    Vom Aldi nehme ich die Toasties.

    Mit Eiweiß-Knäcke kann ich so gar nicht...

  • Bei mir ists genau umgekehrt. Das "Vollkornbrot" und Knäke steht bei mir auf Nummer 1 und 2, die Toasties auf Nummer 3. Jeder Jeck ist halt anders.

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    Nix Diabetes - das ist lediglich Glucose-Intoleranz.

  • Ich steh auf dieses abgepackte Vollkornbrot, das ist sehr schön "feucht", man ist ewig davon satt und es führt eher nicht zu BZ-Spitzen. Mir würde es mit Nutella aber nicht schmecken, dafür umso besser zb mit Ziegenkäse und Gurken oder Radieschen. Ist vielleicht nichts für jeden Tag, aber gerade als Pausenbrot vor dem Sport kann ich mir das sehr gut vorstellen, weil es auch nicht durchweicht und die KH langsam aufgenommen werden.

  • S nach 30 min rauf auf über 200, korrigieren wollte der Pod nicht. Stimmte wohl auch, denn dann ging es gemächlich wieder talwärts auf 125.

    Das wird noch spannend mit der Schule. Und Mutters im Homeoffice vor dem Handy wie die Katz vor der Maus....8o

    Was habt ihr für eine Wirkzeit des Insulins eingestellt?

    Bitte nicht (vor allem nicht bei möglicher Remission) innerhalb von 3h nach Bolus (besser 4h)korrigieren. Wenn Deine Tochter erst 3 Monate Diabetes hat, kann es sein, das die BSD noch mitarbeitet und höhere BZ "korrigiert". Alles Gute!

    Wenn man mit hohem Blutzucker in der Sonne liegt, karamellisiert man dann? :urlaub

  • ich meine es sind 2,5 h eingestellt. Die BSD arbeitet vermutlich wirklich noch mit, deshalb korrigieren wir auch nur selten „gegen“ den Pod, wenn wir davon ausgehen, zuwenig gespritzt zu haben.

    Aber selbst wenn wir mal zuviel korrigieren, der EEA (Ess-Ess-Abstand :blush:) von meiner Tochter ist meist kürzer, als die Wirkdauer des Insulins. Da werden Überkorrekturen automatisch abgefangen.

  • ich meine es sind 2,5 h eingestellt. Die BSD arbeitet vermutlich wirklich noch mit, deshalb korrigieren wir auch nur selten „gegen“ den Pod, wenn wir davon ausgehen, zuwenig gespritzt zu haben.

    Aber selbst wenn wir mal zuviel korrigieren, der EEA (Ess-Ess-Abstand :blush:) von meiner Tochter ist meist kürzer, als die Wirkdauer des Insulins. Da werden Überkorrekturen automatisch abgefangen.

    2,5 h (Novorapid???) sind eigentlich zu kurz (4h sind besser) , bei kleinen Boli passt es, aber ab 5-6IE kommt es dann zu Fehlern, die sich dann gerade bei kurzen Abständen des Essens addieren und eine Dauerhypo verursachen können. Um Ruhe reinzubekommen, wären 3-5 Mahlzeiten am Anfang sinnvoll, einen Zwischensnack mit wenig KH kann man aber auch einbauen.

    Mehrere Hypos bzw BZ unter 90 am Tag solltet ihr vermeiden, da dann die Zuckerspeicher geleert werden und eine schwere Hypo wahrscheinlicher wird.

    Bei den Drogerien gibt es leckere Eiweißriegel oder Müsliriegel, die aber noch etwas KH haben - kann sie vielleicht ohne Bolus snacken. Statt TZ Saftpäckchen mitgeben oder Gummibärchentütchen, TZ sind für die Tasche und als haltbare Notfallreserve ok, aber für die Zähne Mist. Wenn meine Tochter betroffen wäre, würde ich schauen, daß sie möglichst das essen kann, was sie gern mag und ihr BZ nicht Achterbahn fährt (das ist ein sehr unangenehmes Gefühl, welches man vermeiden sollte).


    Ich bin ein großer Fan der Ernährungsdocs, vielleicht ist da auch für Euch was dabei, was schmeckt;)

    https://www.ndr.de/ratgeber/kochen/rezepte/rezeptdb224.html

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  • Auch vielleicht die Basalrate absenken, nicht bei 100% belassen bei Sport

    LG
    Schaf

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  • Es gibt einige Studien, die darauf hindeuten, dass gerade die BZ Einstellung zu Beginn des Diabetes den größten Einfluss auf die spätere Entstehung von Folgeschäden hat.


    Da wäre ich mit Tipps wie „BZ unter 90 unbedingt vermeiden“ etwas vorsichtig, wenn sie nicht von Fachpersonal kommen und einen bestimmten individuellen Grund haben.


    Dass Gummibärchen, die noch ne halbe Stunde nach dem Essen in den Zähnen kleben, besser sind als Traubenzucker wage ich sehr stark zu bezweifeln. Weder für die Zähne, noch für die schnelle Beseitigung der Hypo.


    Ich hoffe Azalee versteht sich darin, die hier erhaltenen Tipps selbst etwas zu filtern….

  • ich bin ja ganz bei dir, was die Ernährung angeht. Aber das geht in der Realität nur Schritt für Schritt und mit ihr gemeinsam. Nicht so schnell, wie ich es vielleicht gerne hätte.

    Was die richtig ungesunden Sachen angeht, insbesondere Süßigkeiten, Nutella und Co. ist sie ja grundsätzlich einsichtig, auch wenn es ihr schwer fällt.

    Nur geht damit aber nicht einher, dass ihr Vollkorn, Salat und

    Gemüse auch schmecken würden. Fisch, Pilze, Schafskäse oder Fleisch, dass als solches noch erkennbar ist, mag sie einfach (noch) nicht. Aber ich bin ganz guter Hoffnung, bei der Großen hat sich der Geschmack, mal abgesehen von Fleisch und Fisch, mit zwölf auch deutlich verändert.

    Und keine Sorge, ich sauge hier zwar alles auf, aber filtere durchaus das aus, was für uns nicht passt.

    Dazu gehört auch, Kompromisse schließen zu müssen und auf die Zeit zu hoffen. Aus einem erklärten kindlichen Süßschnabel wird nunmal nicht auf Knopfdruck eine vollwert Low Carb esserin. 😉


    In Ruhe strebe ich aber durchaus konstante Werte von 100 - 120 an und werde auch unter 80 nicht gleich nervös, wenn es stabil ist. Darunter bemerkt sie jedoch schon selbst erste Symptome der Unterzuckerung, selbst wenn sie die Werte des Dexcom nicht kennt.


    Jetzt haben wir das Ausgangsthema ganz schön geschreddert. Aber es tut gut, ein Feedback zu bekommen und dazuzulernen.

  • Da wäre ich mit Tipps wie „BZ unter 90 unbedingt vermeiden“ etwas vorsichtig, wenn sie nicht von Fachpersonal kommen und einen bestimmten individuellen Grund haben.

    (hast mich wohl falsch verstanden und zitiert) ich habe oben geschrieben, mehrere Hypos am Tag mit BZ unter 90 vermeiden, damit meine ich auch milde Hypos aber durch Bolusinsulin, die BSD senkt den BZ sowieso noch mit ab, daher würde ich in meiner Pumpe nicht den Zielwert für Korrekturen so niedrig setzen (bei mir sind es 6mmol bzw. 120) , es ist einfach nachweislich, da bereits ab der 2.Hypo innerhalb eines Tages die Wahrnehmungsschwelle absinkt, man kann es mit CGM ausreizen und ständig gegenfuttern, aber angenehm ist es trotzdem nicht und schon garnicht für eine 10jährige die ersten Tage in der Schule.


    Und wenn man wenige Jahre vor der Pubertät schon mit schweren Einschränkungen des Essens und Lebens zu kämpfen hat, kann die Akzeptanz dann komplett in den Keller gehen, wenn die Hormone zuschlagen, meine Tochter ist jetzt endlich raus aus der Pubertät und ich weiß, das schon harmlose Sachen zur Eskalation führen. Aber da muß eben jeder seine Erfahrungen machen, ich halte es für schwierig und fragwürdig, das Maß von Erwachsenendiabs (die hier oft überehrgeizig sind) auf eine 10jährige zu übertragen (low carb z.B.)

    Wenn man mit hohem Blutzucker in der Sonne liegt, karamellisiert man dann? :urlaub

  • Guten Morgen.

    Der Omnipod ist ja eine Pumpe mit Nadel.

    Natürlich ist es bei derartigen Systemen kein Fehler mal das neu anzulegen. Bei mir als Pumpenträger wechsele ich als erstes den Katheter um das als Fehlerquelle auszuschließen. Wenn das nicht viel bringt dann muss man den ganzen Tag anschauen, ggfs kann auch eine fettreiche Mahlzeit schuld sein. Oder ein Fehler in der Basalrate, Gegenregulation etc.

    Natürlich ist ein einzelner Tag da nicht unbedingt aussagekräftig. Ggfs erstmal den Omnipod neu anlegen und beobachten ob sich die Werte einpendeln. Wenns natürlich gar nicht funktioniert am besten mit dem Arzt mal reden.

    Wenn die Werte mal aus den Fugen geraten ist es mit der Pumpe manchmal gar nicht so einfach, die Werte einzufangen. Wichtig ist aber, nicht ständig nachzulegen mit Insulin, sondern im Abstand von 3 Stunden zu prüfen wo die Reise hingeht.

    Liebe Grüße