Kalibrieren in xdrip

  • Kappa: Soweit ich weiß ist Libre und Dexcom nicht vergleichbar beim Kalibrieren. Der G6 läuft mit aktuellen Transmittern immer im "Native Mode" (Settings/Native Algorithm). Dann funktioniert die xDrip-eigene Kalibrierung (mit der Kalbrierkurve mit Steigung/Achsenabschnitt) nicht mehr weil der Transmitter das komplett in Eigenregie macht. Das ist kein Problem weil der das mindestens genau so gut kann wie xDrip.


    Der Menüeintrag "Initial Calibration" wurde für G6 Nutzer vor kurzem angepasst, das gilt aber nur bei einer recht neuen nightly-Version von xDrip+. Seitdem heißt es nicht mehr "Initial Calibration" sondern "Add Calibration", auf deutsch vermutlich "Kalibrierung hinzufügen". Damit ist die Verwirrung von neuen G6/xDrip-Nutzern ausgeschlossen die nicht verstehen konnten warum es immer "Initial" hieß.


    Machama: Du kannst den G6 so wie von Dir beschrieben kalibrieren, Du hast technisch nichts falsch gemacht... Allerdings finde ich die Kalibrierung in Deinem Screenshot ziemlich bedenklich denn der BZ-Verlauf war zu dem Zeitpunkt alles andere als "gerade" (mitten im starken Anstieg!) und Du hast scheinbar von ~190 auf 130 mg/dl auch recht heftig runterkalibriert. Kann ja durchaus sein, daß Deine Abweichung wirklich so hoch war (hast Du gerade den Sensor verlängert?) aber das ist eigentlich eher ungewöhnlich. Am wichtigsten ist aber ein gerader BZ-Verlauf mind. 15min vor und nach der Kalibrierung. Ansonsten kannst Du Dein CGM ggfls. mit "falscher" Kalibrierung auch ordentlich durcheinanderbrigen. Ist nicht böse gemeint - nur als Tipp. Hast Du mal einen halb Tag später nachgemessen, hat der Wert dann noch gestimmt?

  • Man sollte auch vor dem kalibrieren noch ein oder zwei Werte abwarten, da der Dexcom ja nur alle 5 Minuten einen Wert ausspuckt und die versetzte Messung schon eine Differenz bedeuten kann, die dann geringer ausfällt und nicht zwingend kalibriert werden muss.


    Wenn ich kann bin ich immer nett. Bin ich nicht nett, kann ich gerade nicht. 8o




    DanaRS 08/19 - nightscout 10/19 - Dexcom G6 + AAPS + xdrip 11/19 - Closed Loop 02/20 - SonyXA2 - SonySWR50

  • bierernst : Wobei der Dexcom Transmitter genau diesen Effekt angeblich inzwishcen etwas ausbügelt - jedenfalls hört man, daß die Kalibrierung im Transmitter verbessert worden sein soll. Die alte xDrip-Kalibrierung mit Steigung/Achsenabschnitt hat das ja gar-nicht berücksichtigt aber der Transmitter soll jetzt auch noch 1 oder 2 Folgewerte mit verwenden. Insofern ist die Kalibrierung in einem Anstieg/Abfall auch etwas weniger kritisch als früher aber das ist aus naheliegenden Gründen grundsätzlich natürlich nie/nicht zu empfehlen. ;-)


    Hier noch eine Referenz zu meinen Behauptungen/Mutmaßungen:

    https://forum.fudiabetes.org/t…to-calibration-input/2293

  • Machama: Du kannst den G6 so wie von Dir beschrieben kalibrieren, Du hast technisch nichts falsch gemacht... Allerdings finde ich die Kalibrierung in Deinem Screenshot ziemlich bedenklich denn der BZ-Verlauf war zu dem Zeitpunkt alles andere als "gerade" (mitten im starken Anstieg!) und Du hast scheinbar von ~190 auf 130 mg/dl auch recht heftig runterkalibriert. Kann ja durchaus sein, daß Deine Abweichung wirklich so hoch war (hast Du gerade den Sensor verlängert?) aber das ist eigentlich eher ungewöhnlich. Am wichtigsten ist aber ein gerader BZ-Verlauf mind. 15min vor und nach der Kalibrierung. Ansonsten kannst Du Dein CGM ggfls. mit "falscher" Kalibrierung auch ordentlich durcheinanderbrigen. Ist nicht böse gemeint - nur als Tipp. Hast Du mal einen halb Tag später nachgemessen, hat der Wert dann noch gestimmt?

    Danke für die Erklärungen.

    Die Kalibrierung auf dem Foto war folgende Sondersituation: Der Sensor ist bereits verlängert. Plötzlich zeigte er einen starken Abfall an, blutige Gegenmessungen ergaben aber stabile Werte. Da ich dachte, der Sensor fällt jetzt aus und ich kann ohne Schaden experimentieren, habe ich hochkalbriert und 2 h später kam dann dieser angebliche starke Anstieg, blutig waren die Werte immer noch stabil. Deshalb habe ich dann wieder runter kalibriert. Und siehe da: seither läuft er top und wieder sehr genau.

    Die "Kalibrierungskurve" zeigt aber gar nichts an.

  • Machama : Danke für die Erklärungen - alles klar.

    Meinst Du die "Kalibrierungskurve" in xDrip (die nichts anzeigt)? Wie ich versucht habe zu erklären liegt das daran, daß der G6 jetzt im "Native mode" läuft und dann zwingend direkt im Transmitter kalibriert werden muß. Früher haben die Transmiter auch die "Rohdaten" übertragen und dann konnte/musste xDrip eine eigene Kalibrierung mit linearer Interpolation (Achsenabschnitt/Steigung) berechnen. Das geht wie beschrieben mit aktuellen G6-Transmittern nicht mehr sondern jetzt übernimmt der Transmitter diese Arbeit mit seiner "Eigenintelligenz". Siehe auch oben dazu ein paar Hinweise warum das offenbar besser funktioniert als die klassische xDrip-Kalibrierung.


    Fazit: Du musst Dich mit der Kalibrierkurve nicht mehr rumschlagen, sei froh daß dort nichts angezeigt wird. Hoffe das ist verständlich? Wenn nicht einfach fragen :-)


    Übrigens ist bei die Kalbirierkurve bei mir im Menü garnicht mehr vorhanden. Wird scheinbar ausgeblendet wenn man im "Native Mode" läuft. Wie alt/neu ist Deine xDrip-Version?

  • Ich habe die xDrip+-Version mit MiBand-Anbindung vom 28.06.21 und ja, ich meine die Kalibrierungskurve in xDrip (die nichts anzeigt).

    Durch deine Erklärung verstehe ich nun auch, warum der raw-Wert immer mit 0 angezeigt wird.

    Wie gesagt, die Unterschiede zwischen Libre und G6 erschließen sich mir erst nach und nach - dank eurer Hilfe :love:

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  • Ich habe auch diese Abweichungen.

    Ich nutze xdrip+ + OOP + FSL2.


    1.) Hier ein post aus FB:

    Abbott zeigt hohe BZ-Werte höher an und tiefe BZ-Werte noch tiefer. Dies ist über OOP2 nicht so und die BZ-Werte sind Just in Time, hinken also weniger hinterher. Dies ist ein großer Vorteil wenn man mit den CGM-Werten einen Closed-Loop füttert und entsprechend Insulin über die Pumpe reguliert wird.


    a.) ist das so?


    Leider gehen die Werte, je höher sie steigen, zwischen Libre-Hand-Scanner und xdrip-Messung weiter auseinander.


    Ich habe jetzt mehrfach kalibriert. Zuletzt mit 2x Blutmessungen (Contour next). Aber die Werte weichen oft ab. Gemessen habe ich, als die BZ Spiegel stabil war. Somit annähernd 2 gleiche Werte.

    Zusätzlich habe ich einen 2. FsL2-Sensor angebracht und aus Interesse ein Libre lite mit abgelaufenen Streifen daneben gelegt.

    Alles fotografiert. Eine Zeit lang liegt xdrip, FSL2-Scanner und Contour-blutig nah bei einander. Irgendwann, wenn die BZ Wert steigt, gehen die Werte auseinander. 40-50mml kommt dann vor.

    Was mache ich falsch?


    eala frya fresena

  • oder wie sich der Rest so mit der Kalibrierung arrangiert.


    geht nur frust schiebend... 15 Minuten stabiler Verlauf, Libre sagt 62, BZ sagt 80 - kalibriert, Libre sagt 68 :patsch:(und das war erst die 2. Kalibrierung, also nix mit groß "über 4 Tage")

    Blutzucker ist die Autobahn, Gewebszucker ne Nebenstraße!

  • Das ist bei mir mit Libre2 und OOP2 in letzter Zeit genauso gewesen. Wirklich blöd, wenn man ständig unsicher ist, ob die Werte richtig angezeigt werden oder nicht.

    Und immer wieder Verbindungsabbrüche, natürlich genau dann, wenn die Werte wichtig wären und man gerade nicht blutig messen kann/will.

    Aber die neuere LL-App passt grundsätzlich genauer, weshalb ich noch zögere, wieder auf die gepatchte zurückzugehen.

    Die Anzeige hängt bei schnellen Änderungen leider zeitlich sehr hinterher, das hat sich bei mir mit OOP2 nicht verbessert.

  • Das ist bei mir mit Libre2 und OOP2 in letzter Zeit genauso gewesen. Wirklich blöd, wenn man ständig unsicher ist, ob die Werte richtig angezeigt werden oder nicht.

    Und immer wieder Verbindungsabbrüche, natürlich genau dann, wenn die Werte wichtig wären und man gerade nicht blutig messen kann/will.

    Aber die neuere LL-App passt grundsätzlich genauer, weshalb ich noch zögere, wieder auf die gepatchte zurückzugehen.

    Die Anzeige hängt bei schnellen Änderungen leider zeitlich sehr hinterher, das hat sich bei mir mit OOP2 nicht verbessert.

    Du misst dann also oft blutig, um ein sicheres Gefühl zu bekommen?

    eala frya fresena

  • papajo diese Unterschiede zwischen xDrip und Libre Link resultieren aus unterschiedlicher Verarbeitung der Rohwerte bei steigendem oder fallendem Verlauf. Libre Link interpoliert bzw berechnet dann einen erwarteten Wert in der Zukunft und liegt deshalb in diesem Moment näher am blutigen Wert. Damit wird die zeitliche Verzögerung zwischen Blut und Gewebe etwas ausgeglichen. Wenn es sich aber nur um eine kurze Schwankung handelt, kann Libre Link mit dieser Prognose auch sehr daneben liegen.


    XDrip macht das nicht, sondern bildet nur einen Mittelwert der letzten Werte in der Vergangenheit. Daher ist xDrip träger als Libre Link. Eine Unterzuckerung wird ziemlich spät angezeigt. Deshalb unbedingt die Anzeige der minütlichen Rohwerte in xDrip aktivieren. Ich orientiere mich nur daran, ist genauso schnell wie Libre Link, aber nicht geglättet.

  • papajo diese Unterschiede zwischen xDrip und Libre Link resultieren aus unterschiedlicher Verarbeitung der Rohwerte bei steigendem oder fallendem Verlauf. Libre Link interpoliert bzw berechnet dann einen erwarteten Wert in der Zukunft und liegt deshalb in diesem Moment näher am blutigen Wert. Damit wird die zeitliche Verzögerung zwischen Blut und Gewebe etwas ausgeglichen. Wenn es sich aber nur um eine kurze Schwankung handelt, kann Libre Link mit dieser Prognose auch sehr daneben liegen.


    XDrip macht das nicht, sondern bildet nur einen Mittelwert der letzten Werte in der Vergangenheit. Daher ist xDrip träger als Libre Link. Eine Unterzuckerung wird ziemlich spät angezeigt. Deshalb unbedingt die Anzeige der minütlichen Rohwerte in xDrip aktivieren. Ich orientiere mich nur daran, ist genauso schnell wie Libre Link, aber nicht geglättet.

    Okay. Danke. Das hört sich nach einem Plan an.

    Ich finde bisher nur den Menüpunkt "Rohwerte interprtieren".

    Ist das richtig, oder wo kann ich den Hacken setzen?

    eala frya fresena

  • Um die Rohwerte des Libre angezeigt zu bekommen muss man in Einstellungen – Erweiterte Einstellungen – Advanced settings for Libre - show Raw values in Graph einschalten. Dann erscheint zusätzlich zu den 5-Minuten-Punkten in xDrip jede Minute ein kleiner weißer Punkt, der aber unkalibriert ist – das ist der unverfälschte Rohwert, den der Libre sendet.


    Sieht bei mir beispielsweise so aus. Da sieht man sehr schön, wie stark die Rohwerte zeitweise schwanken. Die kurzen Spitzen entstehen bei mir beim Aufstehen, wenige Minuten danach ist der ursprüngliche Wert aber wieder erreicht, sodass die Schwankung eigentlich nur stört. Die Glättung von xDrip bügelt das gut weg, kann es aber nur im Nachhinein, weshalb die grünen Punkte der kalibrierten Kurve zeitlich den Rohwerten ziemlich hinterher hängen. Das sieht man auch daran, dass die grüne kalibrierte Kurve gegenüber der weißen Kurve der Rohwerte horizontal um die Zeitverzögerung verschoben ist. Die Richtungsänderung am Ende der Rohwerte ist in der grünen Kurve noch gar nicht richtig angekommen bzw. registriert worden. Deshalb kann man an den Rohwerten Trendänderungen viel früher erkennen. Aber immer bedenken: Auch die Rohwerte hinken dem Blut um 10-15 Minuten hinterher.


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  • Moin.

    Nun habe ich diverse Messungen hinter mir.

    Ich habe immer Vergleichsmessungen gemacht.

    I,d,R mit einem 2. Sensor und der FSL-Handscanner. Zeitweise auch mit 2 BZ-Messgeräten zusätzlich zum FSL-Handscanner.

    Habe einige Bilder dazu gemacht, um die Ergebnisse festzuhalten.

    Die Abweichungen sind im oberen, zu hohen BZ-Bereich sehr stark.

    Gerne würde ich die xdrip-/FSL2-Sensor-/Garmin vivo3-Kombination behalten, bin mir aber unsicher, dass die Werte zu weit auseinader liegen.


    Hat noch jemand Tips bzw Ideen, was man machen kann?

    Neue Kalibrierungen haben auch statt gefunden.

    Gefühlt/gemessen: keine Änderung.

  • Bei so hohen Werten keine Vergleichsmessungen machen, die macht man nur im Bereich von 70-160. Der Libre zeigt hohe Werte oft zu hoch an.

    Ansonsten ist es normal, dass sich die Werte zwischen den Meßgeräten unterscheiden. Nehme die doch mit zum Diabetologen zum Vergleich mit dem Laborgerät. Welches dem am nächsten kommt, eignet sich gut für Vergleiche.

    LG
    Schaf

    AndroidAPS seit 26.04.2019, Closed Loop seit 05/2019, Motorola One Action

    iPhone 12 für alles andere

  • wie Schaf schon sagte, kannst du Messungen über 200 in der Pfeife rauchen, auch blutig mit Teststreifen. Das kann man nur als grobe Orientierung nehmen. Der Messfehler ist relativ, also je höher der Wert umso größer der Fehler, bei Teststreifen vereinzelt bis 20%, das sind bei 300 +/- 60. Also nie mit so hohen Werten kalibrieren.

    Einmal editiert, zuletzt von Kappa ()

  • Okay. Danke.

    Habe jetzt mal 124/129 BZ-Werte (blutig gemessen) als Kalibrierung eingegeben.

    Mal schauen, wie es weiter geht.

    Die Differenzen sind oben viel zu hoch.

    Da habe ich mega Respekt vor einer Korrektur.

    Wenn xdrip 280 anzeigt, aber tatsächlich blutig gemessen nur 220 anliegen, kann das sehr unangenehm enden.:pupillen:

    Ist die gepatchte FSL-app da genauer?

    eala frya fresena

  • Die gepatchte App ist identisch mit der Originalen, bis auf die interne Weitergabe der Werte an xDrip.


    Kannst du so hohe Werte nicht vermeiden, dann gibts das Problem nicht?