Insulin wirkt plötzlich mal zu kurz, mal zu lang

  • DIe Ernährungsberatung sagte mir nach der Gastrits, ich soll 2 Portionen Obst/Gemüse essen, gesunde Öle zu mir nehmen und wenig Weißmehl, dafür viele Balaststoffe essen und dann die restlichen Kalorien "auffüllen". Brotchips und Schokolade ist auffüllen, Brezel die Alternative zu Dinkelbrot. :)

  • DIe Ernährungsberatung sagte mir nach der Gastrits, ich soll 2 Portionen Obst/Gemüse essen, gesunde Öle zu mir nehmen und wenig Weißmehl, dafür viele Balaststoffe essen und dann die restlichen Kalorien "auffüllen". Brotchips und Schokolade ist auffüllen, Brezel die Alternative zu Dinkelbrot. :)

    Öle sind fette.

    Also scheint es damit doch für dich kein Problem zu geben?

    Die Zusammensetzung von Brotchips ist mir unbekannt, es klingt aber nach kohlenhydratreichen Junk-Food.

    Auch Brezel können aus Weißmehl bestehen.

  • Eiweiß hat leider genau so wenig kcal wie KH

    Dann kommst du aber kalorientechnisch trotzdem auf's gleiche raus, wenn du weniger Kohlenhydrate isst und dafür mehr Eiweiß, hast aber gleichzeitig weniger Probleme mit dem Zucker.


    Vielleicht kannst du auch einfach die Kohlenhydratmenge pro Hauptmahlzeit verringern und dafür grundsätzlich zwischen allen Hauptmahlzeiten Zwischenmahlzeiten essen.


    Und ich stimme Hype zu:

    Mit großen Mengen an "leeren" Weißmehlprodukten solltest du auf Dauer nicht dein Kalorienkonto füllen. Dann lieber Dinge wie Joghurt oder kalorienreicheres Obst, oder halt qualitativ gutes Fleisch und hochwertigen Fisch.

    Und Brotchips sind auch nicht gerade fettarm. Wenn du die verträgst, dann müsste stattdessen auch eine Avocado gehen. Dann hast du sogar noch gesunde Fettsäuren, statt frittierter, gewürzter "Pappe".


    LG

    zuckerstück

    Ein Leben ohne den Insulinclub ist möglich, aber sinnlos.:bigg

  • Weniger KH und Weißmehl heißt ja nicht automatisch mehr Fisch/Fleisch, sondern mehr Gemüse und Salat, daran kann man sich auch satt essen und hat entsprechend die Ballaststoffe.

    LG
    Schaf

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  • Kausiklaus hat Mukoviszidose und muss deutlich mehr Kalorien essen um gesund zu bleiben. Das schafft man nicht mit Salat und Gemüse.

    In dem Fall bin sogar ich als Vegetarierin für einen moderaten Fleisch und Fischkonsum.


    LG

    zuckerstück

    Ein Leben ohne den Insulinclub ist möglich, aber sinnlos.:bigg

  • Ich würde hier gern nochmal drauf zurück kommen. Leider bin ich bis jetzt kein Anhänger von Low Carb, aber einfach aus dem Grunde weil ich mich nie damit beschäftigt habe und auch noch nie so richtig mit den FPE zurecht gekommen bin, weil ich immer nicht weiß was wann, also nach wie viel Zeit, ich dann spritzen muss.

    Beispiel gestern Abend essen beim Griechen: ich habe Lammfilet in Metaxasauce, Schafskäse und Zaziki gegessen, keine Beilage wie Kartoffen, Reis oder ähnliches. Also KH nur in Form einer Panade um den einen Schafskäse und die Metaxasauce, nun, das weiß ich nicht. Ich habe erstmal nichts gespritzt, nach einer halben Stunde dann 4 IE. dann war aber nach 1,5 Stunde der Zucker bei 12,7 mmol, Ausgangswert war 7,3mmol vorm Essen. Danach habe ich bis 2.00 Uhr immer im 1-2 stündlichen Abstand noch 17 IE nachpumpen müssen um dann endlich gegen 3.00 Uhr wieder ins Gleis zu kommen, dann gings allerdings gleich fast in den Unterzucker. Was habe ich falsch gemacht?


    Ich esse täglich so ca. 15- 18 KE, nie über 20 und würde das gerne etwas senken, da ich auch übergewichtig bin. Aber dann muss das besser funktionieren, mit den KH weiß ich immer recht gut wieviel und wann ich spritzen muss, also mit dieser Berechnung fühle ich mich sattelfest.


    Aber bei Low Carb bin ich völlig unsicher, siehe gestern Abend.

    So lange Menschen denken das Tiere nicht fühlen, so lange müssen Tiere fühlen das Menschen nicht denken. (Arthur Schopenhauer)

  • Junkfood trifft es bei den Zwischenspeisen leider, ja. 2 Mal die Woche, gerade am Wochenende mal was frittiertes wie (Brot)Chips oder große Portion Salzbrezeln/-stangen esse ich gern, unter der Woche nach dem Abendessen zum Glück selten, wenn dann kleine Portionen.

    Trotz Krankheiten wie CF oder DM esse ich gern "Dreck" (wenn man den Namen übersetzt). Da wir ansonsten aber normal essen, habe ich kein allzuschlechtes Gewissen.


    Brezel vom Becker mit Butter zählt dann ab und an mal als Abendessen. 1,5 Brezel haben natürlch ähnlich viele Kalorien wie 8 kleine Scheiben Brot/Scheiben Toastbrot. Auch mal ein Croissant zum Frühstück erachte ich noch als Ok, Nutella ist nicht so meins.

    Hype Genau, hochkalorisch mit ggfs. zusätzlicher Trinknahrung, wenn man starkes Untergewicht hat.

    +10/15% Kalorien, wenn man einen normalen CF-Verlauf hat, da man im Schnitt das Genannte mehr verbrennt durch etwaige Entzündungsherde im Körper. Letzteres mache ich.

    40% aus Fett bei 2750 entspechen 150 gramm, das wären aber für meinen Darm zu viel, dies schafft er leider auch nicht mit den einzunehmenden Enzymen. Die weiße Schokolade abends esse ich aber aus genau dem Grund, hohe Fett und nicht zu viel KH (im Verhältnis zu anderen "Snacks"). Brotchips sind Weizenmehl, Salz und Sonnenblumenöl, ca. 15% Fett. Also frittierte Pappe, wie es hier leider so schön hieß.


    Zur Aussage der Ernährungsberatung: Natürlich sind Öle Fette, aber so viel Gramm Öl in nem Salat, dass ich da wesentliche Kalorien bekomme, ergeben glaube ich keinen Sinn. Die Notiz mit den Ölen der Ernährungsberatung war eher für die vielen Medis/Vitamine gedacht, die eben fettlösend sind und somit besser absorbiert werden.


    Meine Frau gibt schon immer möglichst gute Öle zu den Salaten dazu. Ansonsten versuche ich weder low fat, noch low karb, noch vegatrisch zu essen und komme so auf ca. 700 Kcal aus Fett, und ca. je 1000 aus Eiweiß (Milchprodukte, Fleisch, Fisch) und KH.


    Ich werde aber mal versuchen, ca. 10% weniger KH auf Dauer zu Essen und lieber nochmal ein Stück Fleisch beim Grillen mehr oder so.


    Schaf Ich würde gerne mehr Gemüse essen, wenn ich dies aber in meine Ernährungsapps wie Fitnesspal eingebe, kommt da kaum etwas zusammen. Kartoffeln/Reis und Gemüse natürlich, nur Gemüse haben leider nicht so viele KH, selbst Rahmgemüse ersetzt (für mich) nicht die KCal von einer Beilage. Und Obst wie ne Banane hat natürlich wieder mehr Zucker, das meide ich eher.


    Zuckerstück Hatte ne Zeit lang Karotten als Nachtisch gefuttert in nem Dipp statt Schokolade oder so, jedoch kam mir so etwas schnell aus den Ohren raus. Für Snackideen, die etwas gesunder sind, ein paar KCal haben und besser zu nem Diabetiker passen, habe ich gerne offene Ohren. :)


    Betti Schafskäse mit Soße hätte ich ca. 3-4 BE bemessen und dann nochmal 50% der ~4-6 FPE eben 3-4 Stunden später bzw. wenn der Zucker dann anfängt zu steigen. 3-4 BE würden meinen Zucker wohl etwas oberhalb von 12,7 mmol rauskommen lassen. Ich hätte dafür ca. 4 Einheiten Insulin gespritzt, aber nicht 1,5 Stunden sondern (bei mir) 30 Min nach dem Essen und dann eben 3 Stunden später nochmal 3 Einheiten. Was bei dir los war, weiß ich leider auch nicht, da habe ich zu wenig Erfahrung.

  • Bei den KHs ist noch anzumerken: die Verdauung schafft ca. 30g KH pro Stunde

    Bei 16 BE dementsprechend länger…

    Quelle? Ich komm bei meinen "KH Mengen" auf deutlich mehr. Vor allem wenn ich als Low Carber mal klassisch "zuschlage".


    Aus einer im letzten halben Jahr etwas(!) hochgefahrenen KH Menge je Tag - meine Sensitivität hängt sehr stark an der Up/Down Regulation. Plus irgendwas, was ich messtechnisch noch nicht auf dem Radar habe. Seit zwei Wochen habe ich wieder die KH Sensitivitäten aus Nov-Jan, keine Ahnung wieso die zwischendrin schlechter waren.

    --
    Nix Diabetes - das ist lediglich Glucose-Intoleranz.

  • Ja, bei Low-Carb funktioniert die Insulinierung etwas anders als bei KH.

    Der Fett/Protein Anstieg ist viel langsamer im Vergleich zu KH, kann aber bei entsprechender Menge und falscher Insulinierung ebenfalls zu extremen Entgleisungen führen.


    Eine allgemein empfohlene Methode gibt es nicht. Das bedeutet, das Du gewisse Dinge selber ausprobieren musst, und Dich mit den eigenen BZ Verläufen beschäftigst.


    Grundlegend würde ich Dir folgende Dinge raten.


    -Basaltest machen. Deine Basalrate muss stimmen, darauf fußt die ganze Methodik.


    -Vielleicht mal 1-2 Wochen die KH auf unter 30-50g pro Tag reduzieren, damit Du ein Gefühl bekommst, wie Fett und Protein auf Deinen BZ wirken.

    Essen genau abwiegen.

    Evtl empfhielt es sich jeden Tag das gleiche zu Essen, wenn Du das durchziehen kannst (musst Du später dann nicht mehr)


    -Bei FPE kommt der Anstieg später. Du musst ein Gefühl dafür entwickeln, wann dieser Zeitpunkt einsetzt. Dazu musst Du Deinen BZ Verlauf beobachten.

    Nehmen wir an Du hast einen Ausgangswert von 5.5 mmol/l und isst eine Portion FPE. Irgendwann wird der Zucker langsam anfangen zu steigen -> 6.1..6.6 usw.

    Das ist der Zeitpunkt, an dem Du einen ersten großen Korrekturbolus setzt. Wie groß dieser sein sollte, läßt sich schwer sagen. Es gibt da verschiedene Berechnungsgrundlagen, aber die fand ich weniger hilfreich.

    Imho. musst Du es ausprobieren und lernen.

    Der erste Bolus sollte imho. etwas größer ausfallen, um der Leber das Signal zu geben die Glukoseproduktion zu droßeln. Außerdem wird der BZ über die nächsten Stunden, noch steigen, deshalb kann man hier schon etwas mutiger vorgehen.


    -Danach wird sich Dein Zucker evtl. stabilisieren. Das ist der Zeitpunkt an dem Du mit dem gewöhnlichen Korrekturschema beginnst. Wenn sich Dein Zucker z.b. bei 7.7mmol gefangen hat, gibst Du Dir einfach die Menge an Korrekturinsulin, die Dich auf Deinen Zielwert bringen würde. Evtl musst Du das mehrfach wiederholen, also wäre es ratsam sich entsprechende Alarme einzurichten.

    Zu beachten ist natürlich dein aktuelles IOB Niveau, damit Du nicht zu heftig korrigierst.


    -Einfachste Möglichkeit: Verlängerter Bolus bei mit herkömmlichen Insulinpumpe oder ein closed loop System, das die FPE Korrektur ganz automatisch für Dich übernimmt.


    https://www.diabetesde.org/ueb…halt%20abgezogen%20werden.


    https://zuckerjunkies.com/tipp…e-fett-protein-einheiten/

    3 Mal editiert, zuletzt von Hype ()

  • "For n=1, we observed that carbohydrates...."


    Keine weiteren Fragen.

    --
    Nix Diabetes - das ist lediglich Glucose-Intoleranz.

  • "For n=1, we observed that carbohydrates...."

    Keine weiteren Fragen.

    Diese Verdauungsrate von 30 g KH pro Stunde hat aber als Berechnungsparameter sogar Einzug gefunden in die Vorhersage-Simulation von xDrip (und ich vermute mal, dass sie in AAPS auch irgendwo drin steckt). Und dort hat die Kohlenhydrat-Absorptionsrate einen ziemlich großen Einfluss auf die Zuverlässigkeit des Ergebnisses, ansonsten landet die Vorhersage im Nirwana. Bei mir persönlich musste ich die Rate zwar etwas reduzieren, sie ist aber durchaus realistisch.

  • Ich kanns aus eigener Erfahrung halt NICHT nachvollziehen. Mag aber auch an meiner eher niedrigen KH Menge samt hohen Insulinempfindlichkeit liegen.


    Bei solchen Vorhersagen erwarte ich irgendwie mehr als "N=1" und eine mechanistische Erklärung.

    --
    Nix Diabetes - das ist lediglich Glucose-Intoleranz.

  • Ich kanns aus eigener Erfahrung halt NICHT nachvollziehen. Mag aber auch an meiner eher niedrigen KH Menge samt hohen Insulinempfindlichkeit liegen.

    Du bist aber ebenfalls nur n=1.:P


    Bernhard Teupe hat 30 Jahre lang mit Insulinpumpenträgern gearbeitet. Ich gehe davon aus, dass er in der Zeit mehr als 1 Person behandelt hat.


    LG

    zuckerstück

    Ein Leben ohne den Insulinclub ist möglich, aber sinnlos.:bigg

  • Laugengebäck ist für mich noch schlimmer wie Pizza, also ist das Zeug vom Speiseplan gestrichen. Pizza muß ab und zu aber sein.:blush:

    Stay cool and carry on gardening !

  • Laugengebäck ist für mich noch schlimmer wie Pizza, also ist das Zeug vom Speiseplan gestrichen. Pizza muß ab und zu aber sein.:blush:

    Geht mir genauso

    LG
    Schaf

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  • Du bist aber ebenfalls nur n=1.:P

    Ich weiss. Nur: Wenn jemand sagt "Schafe sind weiss" und du zeigst ein Schwarzes, dann reicht das als "Gegenbeweis" einer Pauschalierung. Trotz N=1. Streng genommen muss das Schaf nicht mal schwarz sein. Es ist auf wenigstens einer Seite schwarz.


    Ja, ich denke auch dass es ein Limit bei hohen Mengen gibt, aber auch dass das mit zunehmenden KH einen nichtlinearen Verlauf aufweist, quasi ähnlich einer Sättigungskurve bzw. die Konzentration ähnelt einer Kinetik mit einem Zwischenprodukt in einem Reaktionsnetzwerk. Mache halt seit fast 30 Jahren u.a. Reaktionskinetik, nicht dass ich von solchen Kurven bzw. Zusammenhängen und Differenzialgleichungen nachts träume....

    --
    Nix Diabetes - das ist lediglich Glucose-Intoleranz.

  • Die Diskussion ist doch überflüssig. Dass die Dauer der Verdauung und damit auch der Stoffwechsel der KH von der Nahrungsmenge abhängig ist, dürfte unstreitig sein. Je mehr KH, umso länger dauert der Metabolismus. Die konkrete Absorbtionsrate ist sicherlich individuell und der glykämische Index, Fettanteil etc machen das Spiel zusätzlich verrückt.


    Die 30 g KH pro Stunde sind nur ein überschlägiger Ansatz, aber ganz brauchbar. Das kann man gut in der Simulation von xDrip oder AAPS beobachten, wo die KH-Absorption als Gegenspieler der Insulinwirkung verrechnet wird. Häufig passt das bei üblicher Nahrung ganz gut zum anschließenden realen Blutzuckerverlauf, kann bei anderer Nahrung aber auch mal ziemlich daneben liegen.