CGM was ist der logische Schritt danach?

  • Zur Jahresmitte hat mein Hausarzt (Diabetisch geschult) mir ein CGM verordnet. Ist auch ohne Schwierigkeiten bei der GKV durchgekommen. Und die BZ-Kurven gefallen mir nicht. Was währe der nächste logische Schritt? Bisher ICT.


    Meine Überlegungen gehen in Richtung Pumpe als logische Konsequenz. Ist es sinnvoll direkt auf eine Hybrid/Closed-Loop zu gehen? Oder geht das nicht? Fragen über Fragen.

  • Der nächste logische Schritt wäre eigentlich zu analysieren, warum die Kurven nicht so aussehen wie du es gerne hättest.


    Erst dann weißt du, ob sich das Problem durch eine Pumpe lösen lässt.

    „Soll ich den Notarzt rufen?“ – „Nein, das ist ein Fall für Spezialisten, rufen Sie die Gummibärenbande!“ (diabetes-leben.com)


  • Auch bei ICT kann man problemlos Insulin nachlegen, wenn der BZ zu hoch ist.

    Ich würde erstmal testen, warum die BZ-Werte nicht passen. Die Pumpe allein löst so ein Problem nicht.

    LG
    Schaf

    AndroidAPS seit 26.04.2019, Closed Loop seit 05/2019, Motorola One Action

    iPhone 12 für alles andere

  • Was mich stört ist das Tailing vom Novorapid. Und viele Injektionen, weil ich zum Teil denn Bolus splitte.

    Es gibt mittlerweile schnellere Insuline als Novorapid. Fiasp und Lyumjev zum Beispiel.


    Du benötigst für eine insulinpumpe eine medizinische Indikation. „Mich stören die vielen Injektionen“ ist leider keine.

    „Soll ich den Notarzt rufen?“ – „Nein, das ist ein Fall für Spezialisten, rufen Sie die Gummibärenbande!“ (diabetes-leben.com)


    Einmal editiert, zuletzt von TryHarderFish ()

  • Was mich stört ist das Tailing vom Novorapid. Und viele Injektionen, weil ich zum Teil denn Bolus splitte.

    Wenn das Mahlzeiten Insulin nicht passt und du den Bolus splitten musst, kann es auch sein, dass die Ursache in zuwenig Basal-Insulin zu der entsprechenden Tageszeit liegt. Ist das bei jeder Mahlzeit so, oder nur zu bestimmten Tageszeiten? — Das ist aber nur eine Möglichkeit neben vielen anderen.


    Du hast deinen Diabetes ja schon seit 40 Jahren. Der Körper andert sich im Laufe der Zeit und auch alters- oder gewichtsabhängig. Wie lange läuft deine Therapie schon genau so, wie sie heute ist? Vielleicht war sie früher genau so richtig und müsste jetzt aktualisiert werden? Es muss nicht immer andere Technik sein, um etwas zu verbessern.

    Einmal editiert, zuletzt von Cindbar ()

  • Na, es kommt auf Deine persönlichen Ziele an. Vielleicht möchtest Du ja allgemein Deine Gesundheit & dein Wohlbefinden verbessern, oder länger leben. Da gäbe es viele Stellschrauben an denen Du drehen könntest - Blutzucker/Gewicht/Fitness/Ernährung optimieren, vielleicht ein paar alte Gewohnheiten über Board werfen etc. etc.


    Pumpe & Loop sind technische Hilfsmittel die Dich evtl. dabei sehr gut unterstützen können.

  • Mit so wenigen Infos ist es natürlich schwer, etwas konkretes zu schreiben.


    Es scheint mir, dass du eigentlich gerne eine Pumpe möchtest. Eine Pumpe löst nicht alle Probleme, aber man hat deutlich mehr Möglichkeiten. Besser abgestimmte Basalrate, dualer Bolus, ... Es macht aber auch die Therapie komplexer, weil es mehr Stellschrauben und somit auch Fehlerquellen gibt.


    Wichtig wäre hierfür, dass du auf jeden Fall einen Diabetologen findest. Klingt nicht so, als wäre dein Hausarzt ein Diabetologe. Ohne Diabetologen wird es recht schwierig.


    Dann gilt es zu schauen, ob und wo es eine med. Indikation für eine Insulinpumpe gibt.


    Loop oder nicht ist erstmal zweitrangigng. Alle loopfähigen Pumpen kann man auch erstmal ohne Loop-Funktion wie eine normale Pumpe nutzen. Damit würde ich dann auch an deiner Stelle erstmal anfangen.

    Es gibt momentan auch nur ein Loopsystem, was mit dem Libre 3 läuft. Ob das aber generell für dich in Frage kommt, müsste man sehen. Wenn nicht und es eine Pumpe mit Loopsystem in Kombination mit einem anderen Sensor (Dexcom, Guardian) werden soll, wäre es nicht so klug, alles sofort zu beantragen. Sondern erst nur die Pumpe zu beantragen und damit dann die normale Insulinpumpentherapie zu lernen. Und dann nach mehreren Monaten der Antrag auf den anderen (teureren) Sensor.

  • Du benötigst für eine insulinpumpe eine medizinische Indikation. „Mich stören die vielen Injektionen“ ist leider keine.

    Das ist leider so. Habe die Tage mal wieder einen Termin bei meinem Arzt. Mal gucken was passiert.

    Wenn das Mahlzeiten Insulin nicht passt und du den Bolus splitten musst, kann es auch sein, dass die Ursache in zuwenig Basal-Insulin zu der entsprechenden Tageszeit liegt. Ist das bei jeder Mahlzeit so, oder nur zu bestimmten Tageszeiten? — Das ist aber nur eine Möglichkeit neben vielen anderen.


    Du hast deinen Diabetes ja schon seit 40 Jahren. Der Körper andert sich im Laufe der Zeit und auch alters- oder gewichtsabhängig. Wie lange läuft deine Therapie schon genau so, wie sie heute ist? Vielleicht war sie früher genau so richtig und müsste jetzt aktualisiert werden? Es muss nicht immer andere Technik sein, um etwas zu verbessern.


    Etwa 5 Jahre. Habe auch in der letzten Zeit die Basis reduziert. Hat schon bessere Werte gebracht. Bin gerade am Überlegen ob die Basis noch etwas reduziert werden kann. Vielleicht ist das der Grund für das starke Teilung, welches ich beobachte. Das ich einfach zuviel Basisinsulin drinnen habe.

  • Was mich stört ist das Tailing vom Novorapid.


    jedes Bolusinsulin hat ein Tailing, das liegt in der Natur der Sache. Ohne mehr Infos und ohne Kurven, kann ich nur raten, einen (bzw. mehrere) Basalratentests zu machen und die Faktoren zu überprüfen. Das ist der Anfang jeder Therapieänderung

    Blutzucker ist die Autobahn, Gewebszucker ne Nebenstraße!


  • Das war auch meine Überlegung. Zumal ich als Telefon ein iPhone habe. Und CamAPS, Ypso und Abbott wohl erst in der 2. Jahreshälfte die Unterstützung für das iPhone bringen.

    Hatte früher auch Angst vor einer Pumpe. Meine Ex-Freundin hatte eine. Und wenn sie in den UZ kam hat die Pumpe fröhlich weiter dosiert. BZ bis unter 30 mg/dL. Das war nicht lustig. Aber das ist schon lange her. Und mit den CGM-Systemen hat man heute auch ohne Loop schon eine sehr viel bessere BZ-Überwachung als mit der blutigen Messung.

  • Vielleicht wäre es auch sinnvoll, sich Unterstützung von einer diabetologischen Schwerpunktpaxis zu suchen. Oder eventuell mal eine Woche Reha/stationär zur Therapieneueinstellung. Da könnte man dann mal wieder alle Parameter richtig festlegen und mit den Experten diskutieren, ob eine Pumpe der richtige nächste Schritt ist. Ob da ein diabetologisch geschulter Hausarzt die richtige Adresse ist, wage ich anzuzweifeln.

    "Sing this corrosion to me!"

    (Stoßseufzer eines unbekannten Seglers)

  • Und wenn sie in den UZ kam hat die Pumpe fröhlich weiter dosiert. BZ bis unter 30 mg/dL. Das war nicht lustig. Aber das ist schon lange her. Und mit den CGM-Systemen hat man heute auch ohne Loop schon eine sehr viel bessere BZ-Überwachung als mit der blutigen Messung.

    Und da bietet auch die Pumpe mehr Möglichkeiten. Spritzt Du ein Basalinsulin, wirkt es fröhlich vor sich her, bis es aufgebraucht ist.
    Bei der Pumpe kann man die Basaldosierung temporär absenken, wenn es momentan zu viel ist.

    Ich stand heute Morgen z.B. kurz vor einer UZ und hab neben dem Traubenzucker auch meine Basalversorgung für drei Stunden auf 70% gesetzt.


    Viele Grüße
    Jörg

  • Ich stand heute Morgen z.B. kurz vor einer UZ und hab neben dem Traubenzucker auch meine Basalversorgung für drei Stunden auf 70% gesetzt.

    Nur für mich als unwissenden Standard-ICT'ler: Hätte dafür nicht eine etwas höhere TZ-Dosis oder noch besser einfach das Essen einer simplen Banane oder das ganz normale Frühstück mit reduzierter Insulindosis genau den gleichen Effekt gehabt? Das erscheint mir jedenfalls viel einfacher als umständlich die Dosis an der Pumpe "auf Gut Glück" auf 70% zu reduzieren und dann dran denken zu müssen rechtzeitig wieder auf 100% hochzudrehen.


    Was ich verstehe: Eine Pumpe macht Sinn, wenn sich der Basalbedarf mit den Verzögerungsinsulinen nicht ausreichend nachbilden lässt weil der Bedarf stark tageszeitabhängig ist. Aber für obiges 3h-Beispiel hätte ich einfach passend Kohlenhydrate eingeworfen - dafür bräuchte ich keine Pumpe.

  • Das erscheint mir jedenfalls viel einfacher als umständlich die Dosis an der Pumpe "auf Gut Glück" auf 70% zu reduzieren und dann dran denken zu müssen rechtzeitig wieder auf 100% hochzudrehen.


    das ist ganz fix einprogrammiert, ans "hochsetzen" muss man nicht mehr denken

    Blutzucker ist die Autobahn, Gewebszucker ne Nebenstraße!

  • Aber für obiges 3h-Beispiel hätte ich einfach passend Kohlenhydrate eingeworfen - dafür bräuchte ich keine Pumpe.

    Wer mit dem Gewicht kämpft, der ist froh, keine KH einwerfen zu müssen, sondern dann eben das Insulin zu reduzieren.

    Ich hadere auch ständig, niedrigen BZ voll zu korrigieren, wenn gleichzeitig das Gewissen mich daran erinnert, was die Waage am Morgen gezeigt hat.

  • Hätte dafür nicht eine etwas höhere TZ-Dosis oder noch besser einfach das Essen einer simplen Banane oder das ganz normale Frühstück mit reduzierter Insulindosis genau den gleichen Effekt gehabt?

    Für mich nicht, ich esse kein Frühstück (weil ich da noch keinen Hunger habe).

    Und wie Marani schon sagte: hochsetzen muss man da nichts. Wenn die 3h um sind, schaltet die Pumpe automatisch wieder auf 100% um.


    Viele Grüße
    Jörg

  • So, kleiner Zwischenstand. Habe mit meinem Hausarzt darüber gesprochen und ob es sinnvoll sei einen Diabetologen hinzu zu ziehen. Er schien sehr erleichtert zu sein und hat sofort die Überweisung fertig gemacht. Habe heute morgen bei einem Diabetologen angerufen und auch einen Termin gemacht. Dauert nur leider etwas. Aber egal, es geht Schritt für Schritt weiter.