Umstell-Thread weil Insuline vom Markt genommen werden

  • Ich bin seit 47 Jahren Typ1 und habe eine hohe Insulinempfindlichkeit. Bis vor einem Monat ca. 15 Jahre lang 15/10ie Levemir und als Bolus Novorapid gespritzt. Spritze jetzt morgens Tresiba, anfänglich 18ie, jetzt 12ie, also quasi eine hömnopatische Dosis. Die Grundeinstellung paßt jetzt so ca. Abends 100, Morgens so 120 bis 150, wenn aber tagsüber eine körperliche Aktivität dazu kommt rausche ich in einen Hypo rein, besonders in den Nachmittags und frühen Abendstunden. Angeblich hat Tresiba ja keine besonderen Wirkspitzen?!

    Als Bolus hatte ich Novorapid. War in den ersten zehn Jahren auch gut. In den letzten Jahren hat sich aber die Anlaufzeit immer mehr verlängert und lag jetzt morgens schon bei fast 1,5 Stunden, verkürzte sich aber im Tagesverlauf wieder. Das hatte aber natürlich den Effekt, daß das Frühstück schon durch war, natürlich mit viel zu hohen Werten, und ich dann durch die zu spät einsetzende Insulinwirkung voll abrutschte. Bin jetzt, auf Empfehlung meines Diabetologen mit Fiasp am testen, wobei ich natürlich noch mehr durch Mahlzeiten, Verdauung auf den richtigen Spritzzeitpunkt achten muss, was die Sache in meinem Alltag, mit fließendem Wechsel zwischen Maschinenprogrammierung und Materiallogistik, nicht praktischer macht.

    Pumpe ist für mich bis jetzt noch kein Thema.

    Hat da vielleicht schon jemand ähnliche Erfahrungen gemacht und für sich eine Lösung oder Idee für einen stabileren Alltag gefunden, evtl. andere Insuline oder Spritzstrategien?

  • Habt ihr die Faktoren angepasst, für die Mahlzeiten? Tresiba hat fasst keinen Wirkbuckel. Dadurch braucht man bei Tresiba mittags normalerweise mehr Insulin als bei Levemir.

    Frei nach Loriot, ein leben als T1 ohne CGM und mit begrenzter Anzahl an Teststreifen ist möglich, aber nicht erstrebenswert.

  • Habt ihr die Faktoren angepasst, für die Mahlzeiten?

    Ja. Aber da Tresiba keine Wirkbuckel hat, kannst du den nicht vorhandenen Buckel im Gegensatz zu Levemir auch nicht in Zeitbereiche legen, in denen du einen höheren Bedarf hast.


    "There is nothing like a free lunch!"


    Würde ich auf Levemir zurückwechseln? Nein. Gibts Unterschiede? Ja. Wer weder ausgeprägt Dusk oder Dawn Effekt hat ---> es kann sich lohnen.

    --
    Nix Diabetes - das ist lediglich Glucose-Intoleranz.


    Übrigens: "Wären Adam und Eva Chinesen gewesen, hätten Sie den Apfel weggeschmissen und die Schlange frittiert...."

  • Ich hatte mit Levmir einen unterschiedlichen Bedarf zwischen Nachts und Tagsüber.

    Am Vormittag (09:30 Uhr) hatte ich 10IE

    Am Abend (22:00 Uhr) brauchte ich 25IE


    Der Wechsel zu Tresiba ab April war spannend.

    Schlussendlich nehme ich derzeit 28IE am Abend gegen 22:00 Uhr.

    Die Bolusfaktoren für Frühstück 09-10 Uhr sowie die Faktoren für das Abendessen 18-20 Uhr haben sich nicht wirklich verändert.

    Was ich jedoch habe, ist an manchen Tagen am Nachmittag 15-25gKH, damit ich nicht 'abstürze'.

    Zudem muss ich noch Anmerken, dass ich auch mit einer Insulinresistenz kämpfe.

    Wegen dem Nachmittäglichen KH-Bedarf hab ich mich noch nicht daran gewagt, mäßigen Sport zu betreiben. Fahrrad oder so ist hier mein Favorit.


    EDIT meint:
    Meine Insulinresistenz bestand schon vorher und hat nix mit der Umstellung der Basalversorgung zu tun.

    Einmal editiert, zuletzt von AndiHeitzer () aus folgendem Grund: Ergänzung

  • Ja. Aber da Tresiba keine Wirkbuckel hat, kannst du den nicht vorhandenen Buckel im Gegensatz zu Levemir auch nicht in Zeitbereiche legen, in denen du einen höheren Bedarf hast.


    "There is nothing like a free lunch!"


    Würde ich auf Levemir zurückwechseln? Nein. Gibts Unterschiede? Ja. Wer weder ausgeprägt Dusk oder Dawn Effekt hat ---> es kann sich lohnen.

    Da ich morgens und abends Levemir gespritzt habe, hatte ich mittags immer den Wirkbuckel vom Levemir. Folge 2 IE Bolus für 5 KE.

    Unter Tresiba, ohne Wirkbuckel mittags, gleiche Mahlzeit, 4 IE. Was bedeutet das? Mittage andere Faktoren.

    Frei nach Loriot, ein leben als T1 ohne CGM und mit begrenzter Anzahl an Teststreifen ist möglich, aber nicht erstrebenswert.

  • Da ich morgens und abends Levemir gespritzt habe, hatte ich mittags immer den Wirkbuckel vom Levemir. Folge 2 IE Bolus für 5 KE.

    Unter Tresiba, ohne Wirkbuckel mittags, gleiche Mahlzeit, 4 IE. Was bedeutet das? Mittage andere Faktoren.

    Das bedeutet, dass dir der Wirkbuckel von Levemir etwas Bolus erspart hat. Und ja, darauf wollte ich hinaus. Wer ein Insulin mit einem Profil verwendet, der muss Faktoren anpassen. Hatte deswegen damals 2 Wochen AU von meinem Diadoc bekommen - ein paar Tage für die eigentliche Umstellung und dann Basalratentests plus KH Faktoren neu bestimmen.

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  • Ok, nun sind demnächst auch meine Levemir Vorräte aufgebraucht.

    Aus den vorangegangenen Posts (vielen Dank an alle, insbesondere an Grounded und sokrates für die detaillierten Beschreibungen), entnehme ich, dass ich bei meiner derzeitigen Levemireinstellung (5 morgens, 5,5 abends) mit 8 Einheiten Tresiba anfangen sollte. Und die Zeit des Anflutens des Tresiba an Tag 1 mit Levemir abfange, aber ab Tag 2 auf Levemir verzichte.

    Und dass ich für meine langen Nachmittagsspaziergänge immer gut mit Gummibärchen versorgt sein sollte und wenn ich einmal die Woche Tango tanze und/oder ein Glas Rotwein trinke, vor dem zu Bett gehen einen Joghurt esse.

    Dass ich aber morgens eventuell nicht mehr korrigieren muss.

    Soweit korrekt?

    Macht es denn einen Unterschied, ob ich das Tresiba morgens oder abends spritze?

  • Macht es denn einen Unterschied, ob ich das Tresiba morgens oder abends spritze?

    Tresiba dürfte dasjenige Langzeit-Insulin sein, bei dem die Tageszeit am egalsten ist. :)

    Insulin: Humalog, Hypo-Helfer: Dextro, Tages-Insulinmenge: ~25 IE, Lieblingssetzstellen: CGM am Bauch, Pod am Oberarm, Diaversary: 19.11.

  • Ich komme von 25+10IE Levemir (Nacht+Tag) und bin mit 28IE Tresiba eingestiegen.

    Aktuell reduziere ich auf 25IE, weil ich Nachmittags 30-40 gKH brauche.

    Und bei derzeitigem Wamst ist das nicht wirklich toll.

  • Ja, vorsichtig anfangen, würde den ersten Tag nach Ende des Levemirs entweder auf einen Samstag legen oder mich krankschreiben lassen. Es flutet wie erwähnt sehr langsam an. Was bedeutet - du wirst in den ersten zwei Tagen und vor allem am Ersten deutlich mit Bolus das noch fehlende Basalinsulin ergänzen müssen. Also im Hinterkopf: Normale KH Faktoren plus einem Offset.

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  • So, habe jetzt die ersten Wochen mit Abasaglar hinter mir und es ist eine Katastrophe.

    Die ersten 8 Stunden schickt es mich in den Keller und nach 16 Stunden ist es gänzlich weg.

    Die Lösung die für mich jetzt funktioniert hat, alle 12 Stunden 10 Einheiten.

    Aber was noch viel mehr nervt, ich bin der Eine von 10.000, der davon Muskelkater bekommt. Ich hatte gedacht, ich gewöhne mich daran und dann wird alles Gut, aber Denkste, der Muskelkater geht nicht weg.

    Ich werde jetzt als nächstes anstreben, auch Tresiba nutzen zu können.

  • Die Wirkbuckel wirst du mit tresiba nicht mehr haben, dafür musst du damit leben, das kurzfristige Änderungen nicht gehen, da Tresiba fast 3 x solange wirkt. Für so Leute wie mich, bei denen jeder Tag identisch verläuft ists ideal.

  • So, habe jetzt die ersten Wochen mit Abasaglar hinter mir und es ist eine Katastrophe.

    Die ersten 8 Stunden schickt es mich in den Keller und nach 16 Stunden ist es gänzlich weg.

    Das ist doch ein Lantus-Derivat?! Wenn ja, dann versuch mal schlechter durchblutete Setzstellen und zudem vermute ich, dass du relativ geringen Basalbedarf hast. Kann das sein? Wenn ja, dann ist Lantus nachvollziehbar keine gute Wahl.

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  • Nicht, dass ihr Toujeo nicht kennen würdet ... ich komme bei 177 cm 76 kg und 15IE gut damit klar :)

    Besah ich was genau, so fand ich schließlich, dass hinter jedem Dinge höchst verschmitzt im Dunkel erst das wahre Leben sitzt.

  • Was ich über Tresiba gelesen hatte, war für mich Schlüssig und sah vom Wirkprofil optimal aus.

    Das Abasaglar läuft mit den zweimal 10 Einheiten richtig gut, aber dieser nicht endende Muskellater.

    Spritzen tue ich es in die Außenseiter der Oberschenkel, andere Stellen funktionieren noch schlechter.


    Edit

    Toujeo hatte ich noch nicht auf dem Plan, bin jetzt am gucken, Danke.

  • Bei Toujeo kommt auch Glargin als Insulin zum Einsatz, nicht dass ich aus dem Regen in die Traufe komme.

    Bei mir war Tresiba von der Wirkung her konstanter und besser abschätzbar als Toujeo.

  • Nicht, dass ihr Toujeo nicht kennen würdet ... ich komme bei 177 cm 76 kg und 15IE gut damit klar :)

    Ich kam zu ICT-Zeiten mit Toujeo auch gut klar und es ist besser bei kurzfristigen Änderungen oder wie bei mir mit häufig wechselndem Basalbedarf.


    Ob für jemanden Lantus, Tresiba oder Toujeo besser passt, muss man ausprobieren. Jeder ist verschieden und bei jedem ist die Situation anders.

  • Nicht, dass ihr Toujeo nicht kennen würdet ... ich komme bei 177 cm 76 kg und 15IE gut damit klar :)

    Ich habe heute mit dem Doc über mein ICT Backup filosofier und er erwähnte das auch.


    Lantus habe ich damals nicht vertragen, weiß aber nicht mehr was damit war, ich glaube schmerzhafte Knubbel oder sowas. Ist 100 Jahre her.

    Leg Dich nicht mit Zucker an, er ist raffiniert! :bigg