CamAPS Anlernphase

  • Ich bin auch noch in der Versuchsphase. Aber ich schaue oft nach dem aktiven Insulin (Tippe auf das „i“ rechts oben) und wenn das schon hoch ist, warte ich erstmal mit Korrekturen oder Boost ab, wie sich die Lage entwickelt. Klappt nicht immer. Geduld ist leider nicht meine Stärke :saint:

    Der Bolusrechner nervt mich auch, so wie Hubi mal geschrieben hat. Ich komme vom Diabeloop und da war das besser gelöst, finde ich (das aktive Insulin und der Glucosetrend wurde da mit in den Bolusvorschlag einbezogen, das vermisse ich).

  • Wenn Du nach dem aktiven Insulin geschaut hast, geh bitte aus der Anzeige raus und leg das Handy waagerecht. Dann siehst Du was zusätzlich als "Basalinsulin" gegeben wird. Das wird ja leider nicht im aktiven Insulin mit berücksichtigt. Das ist in meinen Augen eine Baustelle, die CamDiab mit berücksichtigen sollte.

    Frei nach Loriot, ein leben als T1 ohne CGM und mit begrenzter Anzahl an Teststreifen ist möglich, aber nicht erstrebenswert.

  • Wenn Du nach dem aktiven Insulin geschaut hast, geh bitte aus der Anzeige raus und leg das Handy waagerecht. Dann siehst Du was zusätzlich als "Basalinsulin" gegeben wird. Das wird ja leider nicht im aktiven Insulin mit berücksichtigt. Das ist in meinen Augen eine Baustelle, die CamDiab mit berücksichtigen sollte.

    Eigentlich gehört nur das ins aktive Insulin, das über die normale Basalversorgung hinaus gegeben wurde. Dazu müsste man aber erstmal fordern, dass Nutzer eine funktionierende Basalrate kennen und im System aktuell halten (wie bei AAPS). Meiner Meinung nach ist CamAPS jedoch anders designt und kann Basal und Korrektur in der Bilanz nicht trennen.

  • In meinem Augen ist das auch ein Fehler, der bei AAPS gemacht wird. Nur das er geringer ist als CamAPS. Hier müsste eine Integralrechnung hinterlegt werden. Mit der Berücksichtigung der echten Wirkdauer des Insulins in gleichzeitiger Abhängigkeit von der Bolushöhe.

    Aber da muss man erst einmal ein wirklich belastbares Modell entwickelt werden. Und Hobby-Programmierern kann man das nicht erwarten, weil sehr komplex.


    Deshalb sehe ich das als Baustelle der kommerziellen Anbieter an. Zumal CamDiab ja eine Ausgründung aus einem Lehrstuhl der Universität Cambridge ist.

    Frei nach Loriot, ein leben als T1 ohne CGM und mit begrenzter Anzahl an Teststreifen ist möglich, aber nicht erstrebenswert.

    Einmal editiert, zuletzt von D a U ()

  • (das aktive Insulin und der Glucosetrend wurde da mit in den Bolusvorschlag einbezogen, das vermisse ich).

    Du kannst theoretische das aktive Insulin einbeziehen oder auch Korrekturen abgeben, indem Du den Bolusrechner aufrufst, dann auf den angezeigten BZ-Wert tippst und ihn bestätigst. Dann wird das aktive Insulin bzw. die mögliche Korrektur angezeigt und einberechnet.

    "Echte Männer essen keinen Honig, echte Männer kauen Bienen!"

  • Hier müsste eine Integralrechnung hinterlegt werden. Mit der Berücksichtigung der echten Wirkdauer des Insulins in gleichzeitiger Abhängigkeit von der Bolushöhe.

    Aus diesem Grund hatte ich unter ICT überlappene Boli gemieden wie der Teufel das Weihwasser, weil mir die Berechnungsgrundlagen nicht zur Verfügung standen.


    Mittlerweile sehe ich das anders:

    Ein linear abfallendes IoB / AI halte ich für hinreichend.

    Alles andere wäre "Pseudogenauigkeit". Wann wie viel Insulin wirksam ist, hängt ja auch davon ab, ...

    • wie "übernutzt" die Setzstelle ist
    • ob in der Nähe der Setzstelle muskuläre Aktivität stattfindet
    • ob man sich gerade bewegt
    • ob die Sonne drauf scheint oder ob man friert
    • eventuelle temporäre Resistenzen
    • ...

    Insulin: Humalog, Hypo-Helfer: Dextro, Tages-Insulinmenge: ~25 IE, Lieblingssetzstellen: CGM am Oberschenkel, Pod am Oberarm, Diaversary: 19.11.

  • Das wird ja leider nicht im aktiven Insulin mit berücksichtigt. Das ist in meinen Augen eine Baustelle, die CamDiab mit berücksichtigen sollte.

    Das sehe ich auch als echten Schwachpunkt an. Hoffentlich wird daran mal was geändert.


    Aber es stimmt natürlich auch, dass dazu ein belastbares Basalprofil vorliegen muss.

  • Das sehe ich auch als echten Schwachpunkt an. Hoffentlich wird daran mal was geändert.


    Aber es stimmt natürlich auch, dass dazu ein belastbares Basalprofil vorliegen muss.

    Das sollte aber kein Problem sein. Hier könnte eigentlich CamAPS ein theoretisches Basalprofil ausgeben.Und zwar in dem Hamburger-Menu unter Statistik. Dort im PDF-Bericht. So das man den Bericht entweder ausdrucken kann oder speichern. Schließlich rechnet CamAPS intern auch die wirkliche Insulinwirkdauer aus und gibt sie leider nicht aus. Das gleiche gilt für die BZ-Senkung pro IE. Dann wäre nämlich auch der Bolusrechner für die Korrekturboli deutlich besser.

    Frei nach Loriot, ein leben als T1 ohne CGM und mit begrenzter Anzahl an Teststreifen ist möglich, aber nicht erstrebenswert.

  • Das ist in meinen Augen eine Baustelle, die CamDiab mit berücksichtigen sollte.

    seh ich genauso. bin sehr gespannt, ob cam diab irgendwann mal verbesserungen bei der app bringt. und wann die anbindung an den g7 kommt!

  • Vielleicht noch eine Ergänzung für den Vergleich mit AAPS:

    Meine Morgenwerte sind schlechter als mit AAPS (deswegen startet jetzt der Versuch mit einem niedrigeren Glukosezielwert frühmorgens von 3-7 Uhr).

    Tagsüber ist der Verlauf hingegen stabiler, ich habe weniger Hyponeigung. BZ-Highflyer kommen vor, aber sicher nicht mehr als mit AAPS.


    Interessant ist der strunzdumme Bolusrechner in CamAPS. Wenn der Automodus an ist, macht der Bolusrechner im wesentlichen nur Dreisatz. Wenn man einen Bolusanteil als Prebolus mit SEA vorweg (ohne KH-Angabe) gibt, muss man später selber das aktive Insulin abziehen, wenn man die eigentliche Mahlzeit eingeben und den Restanteil Insulin geben will.

    Bei mir schafft CamAPS auch nicht, den Anstieg morgens vollständig auszuregeln. Die Idee mit dem niedrigeren Zielwert (105) habe ich auch schon umgesetzt. Ein stetes Bemühen ist erkennbar, trotzdem komme ich meist bei 120 - 140 raus, ist aber erstmal ok.


    CamAPS regelt zuverlässig hohe Anstiege ab, Werte über 250 kommen kaum vor und werden zügig korrigiert. Die ganzen Weihnachts- und Sylverstermenüs wurden über Nacht sehr gut ausgeregelt, teilweise mit Nachhilfe von Boost. Das ist schon großes Kino. Mit Pen war der nächste Tag immer eine reine Katastrophe, das ist mit Pumpi nicht mehr der Fall!


    Dafür kämpfe ich mit Hypos tagsüber durch übereifrige Regelung. Beispiel: 4 h nach dem Essen, Bolus ist fast raus, Zielwert 130, BZ fällt konstant und ist bei knapp über 130. Und was macht CamAPS? Kippt noch Insulin nach:patsch:


    Die Ease-Off Schaltfläche scheint mein neuer Freund zu werden ...

  • In meinem Augen ist das auch ein Fehler, der bei AAPS gemacht wird. Nur das er geringer ist als CamAPS. Hier müsste eine Integralrechnung hinterlegt werden. Mit der Berücksichtigung der echten Wirkdauer des Insulins in gleichzeitiger Abhängigkeit von der Bolushöhe.

    Aber da muss man erst einmal ein wirklich belastbares Modell entwickelt werden. Und Hobby-Programmierern kann man das nicht erwarten, weil sehr komplex.


    Deshalb sehe ich das als Baustelle der kommerziellen Anbieter an. Zumal CamDiab ja eine Ausgründung aus einem Lehrstuhl der Universität Cambridge ist.

    Bei AAPS wird das aktive Insulin anhand des Spritzzeitpunkts, Menge und dem Algorithmus bekannter Wirkkurve des Insulins (also mittels Integral) berechnet. Es wird alles ins aktive Insulin genommen, was über die (CSII-)Basalrate hinaus geht. Man kann die Wirkdauer des Insulin individuell konfigurieren. Wenn man das gut macht, ist die Angabe sehr präzise und für Korrekturen mit KH oder Insulin (z.B. vor dem Schlafengehen) sehr treffsicher. Allerdings hat AAPS auch ein Modell für den Abbau von KH, welches man in gewissen Rahmen per Konfig beeinflussen kann. Wenn man IOB (aktives Insulin in IE) und COB (noch in der Verdauung befindliche KH in g) gegeneinander hält und etwas Erfahrung mit dem eigenen DM hat, kann man daraus sehr viel ablesen.


    Das alles kann CamAPS aus meiner Sicht nicht können, weil der Algorithmus völlig anders ist und Eingreifen des Patienten nicht erwünscht ist. Ich habe die Philosophie so verstanden, dass alles, was CamAPS in seiner "Blackbox" tut, Basalversorgung plus Korrektur ist. Das soll man dem Algorithmus überlassen, was ja auch oft sehr gut klappt. Wenn man unbedingt selbst korrigieren will, würde ich immer zeitgleich Boost anmachen, damit der Algorithmus nichts lernt. Dann pfuscht man halt mal ein paar Stunden selbst drin rum und wenn sich das ausgependelt hat, Boost wieder aus, Keks essen und vergessen.


    Was ich mit dem Sermon sagen will: man kann da nicht Äppel und Birnen vergleichen. Wer alles selbst machen will, sollte sich mal das AAPS Wiki durchlesen und danach überlegen, ob man ein neues Hobby haben will. ;)


  • Erst ab 5 kg Differenz zwischen dem alten Gewicht und dem neuen Gewicht fängt der Lernprozess der App von vorne an. Daher, am besten jedes einzelne Kilo auch ändern. Damit man beim Neu-Installieren nicht in die Falle tappt.

    Ich nehme die Zitate mal in diesen Thread; es geht ja nicht um die Pumpe, sondern um den Algorithmus.


    Weiß jemand genauer, ab welcher Gewichtsänderung CamAPS neu lernt? Sind das hier Vermutungen, oder gibt's dafür eine Quelle? Ich kann mich nicht erinnern, das irgendwo bei CamAPS in den Info/FAQ/Lernseiten gesehen zu haben.

  • Das wurde damals vom Pumpentrainer vermittelt und auch bei einem Erfahrungsaustausch bei Dia-Shop von Mitarbeiterinnen der Firma mylife Diabetescare wiederholt. Genauso wenn sich der Insulinbedarf plötzlich stark ändert.

    Frei nach Loriot, ein leben als T1 ohne CGM und mit begrenzter Anzahl an Teststreifen ist möglich, aber nicht erstrebenswert.

  • Wobei "sich stark ändern" mich beunruhigt.

    Ich habe derzeit offenbar eine Rezeptor-Down-Regulation wegen Familienwochenende mit reichlich KH. Wir sind uns da bzgl Korrekturen doch ein wenig ins Gehege gekommen und nun macht der Loop auf "gut Wetter" bei mir und haut fleißig Basal raus. Aber das wird sich demnächst wieder erledigt haben, deswegen sollte der Lerneffekt nicht zu tiefgreifend sein.

  • Wenn man CamAPS neu installiert und TDD und Gewicht nicht mit den gespeicherten Daten übereinstimmen, wird neu gelernt.


    Dass bei Änderung des Gewichts im laufenden Betrieb komplett neu gelernt wird halte ich für eine unbelegte Vermutung.

    Wahrscheinlicher ist, dass das Gewicht auch bei einer Änderung einfach nur als ein Faktor zur Berechnung der Prognosen herangezogen wird und sonst alle gelernten Parameter bestehen bleiben.


    Auszug aus dem Handbuch:


    Auszug aus dem "Optimizing Guide":


    Auszug aus CamAPS FX Webinar:

  • Aber warum sollte ich meine Gewichtsangabe in der App "aktualisieren", wenn es stabil geblieben ist? :/

  • Ich interpretiere das so:

    Wenn stabil, dann reicht es alle 6-12 Monate.

    Wenn stark verändernd, dann ggf. früher/häufiger.

    Ja, so habe ich das auch verstanden. Nur ist mir der Grund nicht klar - warum sollte man an den Einstellungen irgendwas ändern, wenn alles stabil ist und gut funktioniert? Aber vielleicht ergibt sich das im Laufe der Zeit noch. Ansonsten soll sich die App einfach bei mir melden, wenn sie was will. :saint:

  • Hatte eben meinen alten Berater und Pumpentrainer mal angeschrieben, was CamDiab dazu sagt:


    Das System ist grundsätzlich im Lernmodus. Egal ob die "Lernphase" läuft oder nicht.


    Was wir als neu "Anlernen" kennen ist quasi ein Reset des Modell's. Nicht wirklich erstrebenswert, ausser es haben sich dramatisch die Lebensumstände geändert

    Was bewirkt den "Reset"? Neue Gewichtseingabe mit 30% oder mehr an Unterschied. Ebenso wenn sich Tagesgesamtmenge um 30% oder mehr ändert als bei der Anmeldung in der App.

    Oder man fährt 14 Tage oder länger ohne Automodus. Und weiter wenn man von Android auf iOS wechselt oder umgekehrt. Da hier separate Datenbanken angelegt werden, wird die alte nicht mehr gebrauchte auch nach 14 Tagen gelöscht.

    Was für mich wiederrum bedeutet, das die eigentliche Datenbank wohl auch kaum mehr Daten beinhaltet als der letzten 14 Tage.

    Frei nach Loriot, ein leben als T1 ohne CGM und mit begrenzter Anzahl an Teststreifen ist möglich, aber nicht erstrebenswert.

    Einmal editiert, zuletzt von D a U ()