Beiträge von linus

    Positiv ist auf jeden Fall, dass das mit den zwei Metern Reichweite nicht stimmt, es funktioniert ungefähr bis zum gleichen Abstand wie die Dexcom App auf dem Handy, sogar durch eine dünne Wand hindurch, das war für mich sehr wichtig.

    Danke für den Hinweis, danach wollte ich auch schon fragen. :) Ansonsten: Du kriegst das schon hin, ein vom Konzept her so neues System braucht eben ein paar Tage, bis sich alle darauf eingestellt haben! Es soll ja jetzt auch Unterstützung vom Handel kommen, ich wäre auch bereit dazu. ;)

    was ich vom Loop erwarte etwa eine glatte Linie? Nein das nicht, aber keine Werte über 200!

    Also der Anspruch ist wohl wirklich etwas zu hoch, sinnvoll erwarten kann man eine TIR (70-180) von über 80%, langfristig sogar 90%, eine glatte Linie vielleicht bei Zero-Carb ... :P


    Es wird immer blöde Situationen geben, wo es mal über 200 rutscht, wichtig ist die Statistik, nicht einzelne Tage! Und Statistik macht IMHO erst so ab frühestens 2-4 Wochen Sinn ...

    aber trotzdem auf einen Geheimtipp gehofft.

    Dass ich keinen Geheimtipp habe, heißt allerdings nicht, dass es den nicht gibt. :D



    D. h. bezüglich der „Ausgefeiltheit“ könnte man von OpenAPS > DBLG1 > Type Zero ausgehen? Wie ist denn die Medtronic-Lösung da einzuordnen und worauf basiert die?

    Na ja, "Ausgefeiltheit" ist ja auch subjektiv, wie gesagt, meine Erachtens hat man mit OpenAPS die meisten Möglichkeiten, muss aber mehr dafür tun, DBLG1 ist dagegen IMHO ausgefeilter, da KI-basiert (womit man versucht, dem Anweder. Arbeit abzunehmen). Aber es gibt z.B. kein UAM (unagekündigte Mahlzeiten), man muss alle Mahlzeiten möglichst genau angeben.


    Wo jetzt Medtronic liegt, bin ich nicht wirklich kompetent, es gibt ja eine Lernkomponente, aber die Art und Häufigkeit von Mikroboli ist sehr stark begrenzt (zumindest bei der 670/770, auch das Ziel ist fest vorgegeben wie bei Type-Zero, die 780G geht da wohl viel weiter).

    einen guten, technisch / wissenschaftlich versierten Vergleich?

    Wow, in diesem Umfang, wie du es dir vermutlich wünscht, da muss erst noch die entsprechende Doktor-Arbeit geschrieben werden, fürchte ich ... ;)


    Das gute an z.B. OpenAPS ist natürlich, dass alles Open-Source ist, und du dich über jedes noch so kleine Detail selbst schlau machen kannst. DBLG1 basiert zu großen Teilen auf OpenAPS, die letzten Details wirst du da aber nie erfahren, das ist einfach Firmengeheimnis. Control-IQ sowie MyLoop (Ypsomed) basiert auf dem Type-Zero-Algorithmus (ziemlich elementar und weit zurück hinter den Möglichkeiten von OpenAPS etc.), der Algo stammt letztlich von Dexcom, da kann man einfach danach googeln.


    Wer aus eigenem Antrieb immer wieder mal Vergleiche angestellt hat (z.B. zwischen OpenAPS und IOS-Loop) ist Tim Street, dessen Blog ich uneingeschränkt empfehlen kann (https://www.diabettech.com/).


    Meine persönliche Ansicht (nach mehreren Wochen User-Reports zu DBLG1) ist die, dass für lange Zeit niemand und nichts dem OpenAPS-System das Wasser reichen können wird (aber es ist eben auch entsprechend anspruchsvoll und verlangt, dass man sich damit intensiv auseinandersetzt).


    HIH

    Am Mittwoch habe ich mit der Praxis und der Außendienstlerin von Roche einen Termin. Mal sehen, ob die mir dann -wie befürchtet- sagen werden, dass die Probleme an meinem Umgang mit dem System liegt.

    Da bin ich sehr gespannt, was man dir sagt, ich hoffe, du berichtest uns!


    Und nicht verzagen ... das kann schon ein paar Wochen dauern, bis sich das System 'einnordet', versuchst du denn die KHs genau zu bestimmen, bevor du den Essenbolus gibst? Hast du die Gesamtmenge möglicherweise zu gering angegeben?


    Marani Vorsicht! Ein Basalratentuning gibt es beim Diabeloop nicht mehr! Das macht das System eben die ersten paar Wochen selbstständig, und zwar ausgehend von der Gesamtmenge an Insulin, die allerdings einigermaßen stimmen muss! Hier kann man eventuell tunen ... ;)

    Wenn z.B. die Oberkante bei 170 ist

    Die internationale Standard-TIR für Typ1 ist nunmal 70-180, da sollte man auch nix ändern, sonst kann man einfach schwer vergleichen. Wichtig ist natürlich auch immer, wieviel % unter 70, welcher Variabilität (GVI o.ä.) und die Standardabweichung. Zur Überprüfung per Labor dann der gemessene A1c (quasi zur Überprüfung, ob einem der Sensor nichts vorschwindelt).

    was genau macht der Zen-Modus?

    Das ist ein System-Modus, der dafür gedacht ist, dass für die nächsten Stunden Hypo-Alarme oder sonstige Unterbrechungen möglichst zu 100% vermieden werden, das wird durch einen (einstellbaren) erhöhten Zielwert erreicht und eine Direktive an das System, lieber Stabilität als Optimierung anzustreben. Gedacht für Situationen wie Autofahrten, Besuch von Enkeln ;) (so kam das zustande), auch Bewegung, Vorträge oder wichtige Geschäftstermine etc.

    Also ich habe den Loop jetzt etwas über zwei Wochen am laufen und bin noch nicht so ganz überzeugt.

    Wow, vielen Dank für deinen ausführlichen Bericht, den ich extrem nützlich finde, denn bisher habe ich nur ausführliche Berichte von Power-Usern (u.a. ein Oberarzt, der selbst T1 ist und bisher AAPS genutzt hat) gelesen/gehört. Ich hoffe ich trete dir nicht zu nahe, wenn ich dich als Normal-User (aber durchaus technisch versiert) sehe, auf den es aber ankommt! Bitte poste weiter so ausführlich!


    Frage für die (aktuellen) Nächte: Hast du mal den Zen Modus probiert, so lange er noch im Lernmodus ist, wäre das für die Nächte vielleicht ein Entlastung? Im Übrigen könnte man vielleicht zur Vermeidung von Hypos auch den Zielwert etwas erhöhen (100-130 soweit ich es im Kopf habe). Plus Zen-Modus wäre dann Ziel 170, keine Dauerlösung, aber wenn man mal auf Nummer 'sicher' gehen will, eine Option.


    Die vielen praktischen Details bei der Handhabung des Systems werden sich bestimmt noch einspielen, allerdings gibt es da schon ein paar Fallstricke, da bin ich auch dankbar, dass du darüber berichtest.


    Zum Thema 'Mahlzeiten-Bolus' könnte man viel diskutieren, ich fürchte, da werden wir mit unseren Hybrid-Closed-Loop-Systemen (bzw. ganz allgemein bei der T1-Therapie) nicht um einen gewissen Pragmatismus herum kommen, sprich lieber mal die KH-Menge reduzieren/verteilen, damit das System das auch handhaben kann!

    BTW: Heute 95 % TIR, 5% >180, 0% <70, Durchschnitt 134. Bin weiterhin recht angetan.

    In der Tat, kannst du sein, die Werte sprechen für sich, aus *deiner* Sicht gibt es eigentlich gar keinen Grund, am System zu zweifeln. Der Durchschnitt darf vielleicht noch ein klein wenig sinken (bei 134 wäre es ca. 6.6 A1c hochgerechnet). Wichtig ist dann die Statistik eines ganzen Monats. Wenn die auch so ist, würde ich sage: "Case closed!" ;)

    Wenn es über den üblichen Bedarf hinausginge, wäre das zwar ihr Problem, aber für mich wäre es völlig problemlos.

    So soll es sein. Leider bezahlen die gesetzlichen Krankenkassen fast ausschließlich nur noch Quartals- bzw. Montaspauschalen, die sehr 'eng kalkuliert' sind, insofern ist das für die Lieferanten in der Tat ein nicht unerhebliches Problem. :(

    Also ehrlich gesagt, statistisch gesehen ist das perfekt (du bist statistisch besser als 90% aller T1), eigentlich musst du gar nichts mehr tun, vielleicht die 3% unter 70 noch beobachten, irgendwelche ernsten Hypos?


    Also man sieht mal wieder, wie subjektiv ein Adjektiv wie 'hoch' ist. ;)


    Interessant wäre noch (in Bezug auf Sensorgenauigkeit) wie der prognostizierte und der tatsächliche HBA1 per Labortest dann ist.

    Mit Nr. 2 kann man leben aber Nr. 1 nervt!

    Könntest du vielleicht dazu sagen, wie hoch die Werte steigen? Wie ist denn dein TIR (70-180) aktuell über die letzten 2 Wochen? "hoch" beginnt für manche schon bei 160, bei anderen erst bei 250 ... TIR von über 80% wäre dagegen eigentlich nicht schlecht ... Danke!