Beiträge von Maja2003

    Ich habe bis vor meinem Totalausfall 2014 ca. 20 Jahre in der ambulanten Pflege gearbeitet.

    Stress hast du auf beiden Schienen mehr als genug. Ambulant bist du im Prinzip Einzelkämpfer. Stationär ist teamplay gut möglich, insofern das Personal dazu in der Lage ist. Ist auch nicht überall gegeben.

    In der ambulanten gibt es häufig keine Teilzeitstellen. Dort fährt man dann weniger Tage eine Vollzeittour. Da müßtest du gezielt darauf achten, dass man eine Teilzeittour einrichtet.

    Ich könnte mir vorstellen, dass Du Dir durch das fehlende Basalinsulin Resistenzen in Deine Therapie baust, die zu denen des Cortisons noch hinzu kommen

    Auch wenn Du morgens mit einem normalen BZ wach wirst, kann trotzdem über die lange Nachtphase schon ein Insulinmangel entstehen, der Dich dann morgens einholt und Dir dann entsprechende Probleme macht. Ich würde es an Deiner Stelle auch mal mit einem Basalinsulin probieren oder mit einer Pumpe, gerade bei den Cortisonbelastungen, die da noch hinzu kommen.

    Du sprichst genau das an was für mich noch ein riesengroßes Rätsel ist. Und leider bringt es auch überhaupt nichts, das Thema mit dem jetzigen Diabetologen zu erörtern. Der blockt alles ab, geht rudimentär von den Fakten aus und von den Lehrbüchern. Wenn ich in all den Jahren eins gelernt habe, dann ist das, das mein Körper möglichst viel tut, um die ganzen klugen Aussagen in Lehrbüchern möglichst zu boykottieren.

    Fakt ist, dass mein BZ morgens nicht ansteigt wenn ich kein Cortison nehme. Das habe ich gezielt ausprobiert. Der Wert mit dem ich in die Nacht gehe ist wie zementiert und ändert sich erst, wenn ich KH zuführe oder Cortison. Meine Bauchspeicheldrüse ist nicht total tot, nur dem extremen Insulinbedarf durch die Folgen der Cortisontherapie mittlerweile nicht mehr gewachsen. Ich bin kein Typ 1 wo die Betazellen zerstört sind.

    Ich erkläre mir den starken morgentlichen BZ-Anstieg mit Aktivitäten der Leber, angeregt durch das Cortison. Hinzu kommt eine immense Resistenz, die das Insulin gar nicht dort ankommen läßt wo es eigentlich seine Arbeit verrichten müßte. Es sind dann einfach nicht genug Rezeptoren verfügbar, sodaß es extrem schwierig ist, den BZ gescheit zu senken.


    Ich glaube, das diese Resistenz in direkter Korrelation zum Cortison steht. Das Resistenzverhalten scheint sich im Tagesverlauf zum positiven zu ändern, ich brauche im Tagesverlauf deutlich weniger Insulin um denselben Effekt zu erreichen.


    Jetzt kommt das Basisinsulin ins Spiel. Das Basisinsulin hat eine festgelegte Wirkkurve, die über einen Zeitraum von ca 12-24 Std., je nach Insulin abläuft. Ich arbeite derzeit mit der Vorstellung, das diese Wirkkurve nicht dem tatsächlichen Bedarf meines Körpers entspricht. Zumal ich auch den Eindruck habe, dass die Bauchspeicheldrüse begrenzt noch zeitweise mitmischt.


    Ich bin nicht grundsätzlich gegen eine Basistherapie. Ich werde das mit Sicherheit auch ausprobieren, zumal ich auch nicht sicher bin, ob das Szenario, was ich beschrieben habe, so überhaupt abläuft. Vielleicht liege ich auch total falsch. Ich brauche für das Projekt Basalinsulin einen passenden Diabetologen ;-) Der aktuelle ist dafür schlichtweg der falsche Ansprechpartner. Das ist in Arbeit.


    Ziel ist die Insulintherapie zu optimieren, HBA1 sollte wieder unter 6,5 liegen. Ich möchte zumindest ein Freestyle Libre haben, damit ich die Tageskurve gescheit im Auge haben kann. Derzeit habe ich auch noch das Problem, dass als Diagnose derzeit wahrscheinlich Typ 2 angegeben ist. Wenn das so bleibt sind die Karten noch schlechter bei der Kasse.


    Morgen werde ich bei Abbott mal einen Probesensor anfordern.

    Ob ich mich mit einer Pumpe anfreunden könnte weiß ich nicht. Ich gehe derzeit davon aus, dass mir die Kasse das niemals bezahlen wird.

    Aus deinen Ausführungen lese ich heraus, dass du das Kortison zu einem anderen Zeitpunkt nimmst, vielleicht kommt daher der zeitliche Unterschied in der Wirkung. Der Körper schüttet ja in den frühen Morgenstunden am meisten Cortisol aus und deswegen wird empfohlen, zu dem Zeitpunkt auch das Medikament zu nehmen.

    Bei mir wird aufgrund der Dauertherapie mit Cortison nichts mehr ausgeschüttet. Die Nebennieren legen sich einfach auf die faule Haut und lassen die Tablette die Arbeit machen. Aus diesem Grund muß man auch eine Cortisontherapie immer ausschleichen, wenn es nicht gerade nur um eine kurz Zeit ging, um dem Körper die Möglichkeit zu geben, wieder die Eigenproduktion zu aktivieren. Ich muß wegen meiner Langzeittherapie davon ausgehen, dass die Eigenproduktion nicht mehr anspringen wird, ich also nie wieder ohne Cortisongabe leben kann. Ca. 3-3,5 mg Predisolon entsprechen der Menge an Cortisol, die der Körper normalerweise eigenständig zur Verfügung stellen würde.

    Ich nehme das Cortison früh morgens, ab 5 Uhr, derzeit meistens um 6 Uhr, weil ich dann in der Regel eine Phase habe wo ich kurz wach werde. In diesem Zeitraum würde auch auf natürlichem Weg die Cortisolproduktion starten. Ich passe mich also dem natürlichen Rhythmus an. Vorteil ist, dass ich die für Rheumatiker typischen Anlaufschwierigkeiten morgens nicht mehr habe. Das mache ich seit etlichen Jahren so, weil es auch mal eine Zeit gab, wo ich nicht berentet war und morgens einfach fit sein mußte.


    Ich habe zum Glück keinerlei Probleme mit dem Magen. *aufHolzklopf

    Danke für euer Feedback. Da sieht man mal wie unterschiedlich die Menschen reagieren.

    Die schlimmste Phase ist bei mir ab 2 Std. nach der Cortieinnahme und dann ca. 6 Std. lang. Da muß ich richtig reinklotzen mit Insulin. 1 mg Prednisolon bedeutet 1 IE, also 10 IE. Dann schlafe ich noch eine Runde und 3 Std. später zum Frühstück (ca. 24 g KH) gibts nochmals 10 IE.


    Ich habe schon solange ich Probleme mit dem BZ habe, durch das Cortison nach mittag eine Phase mit niedrigen Werten gehabt, wo ich auch jetzt mit Insulintherapie kein oder kaum Insulin brauche. Außerdem brauche ich über Nacht kein Insulin. Deswegen habe ich Abstand von einer Basistherapie genommen. Mein Wunsch war deshalb, dass ich gezielt jede KH Aufnahme separat bearbeiten kann. Kann natürlich auch sein, dass ich mit meinen Gedanken falsch liege. Das hätte ich gerne mit meinem Diabetologen besprochen. Aber leider haperte das an der fehlenden Kommunikationsbereitschaft von seiner Seite aus. Aber egal, ich habs derzeit akzeptabel in Griff und alles weiter und die Feinarbeit wird die Zukunft bringen.


    Berücksichtigen muß man bei mir, dass ich auch noch andere gesundheitliche Probleme habe. Das erfordert einen ruhigen Tagesablauf ohne viel Druck. Wenn das nicht in einem gewissen Mindestmaß möglich ist, zuviele beschränkende Einflüsse auftreten, läuft einfach zuviel schief, dann entstehen Kettenreaktionen die nicht entstehen sollten.

    Zitat

    Die prozentualen Angaben beziehen sich immer auf Deine TDD (tägliche Insulinmenge) ohne Cortison.

    Das ist klar. Problem ist, dass dieser Wert unbekannt ist, weil ich VOR Cortisonbehandlung nicht insulinpflichtig war. Die Insulinpflicht ist nach 12 Jahren Cortisontherapie eingetreten.

    Hallo ich reihe mich dann hier mal mit ein als Cortisonjunkie.


    Wenn ich das richtig gelesen habe, geht es hier bei den meisten um eine zeitlich begrenzte Phase mit Cortison. Das ist bei mir leider nicht der Fall. Ich bin aufgrund der Therapieresistenz meiner Rheumaerkrankung seit 12 Jahren gezwungen Cortison zu nehmen. Ich halte mich seit mehreren Jahren auf einer Dosis von 10 mg Prednisolon täglich. Das ist das absolute Minimum was ich brauche, mit mehr würde ich mich besser fühlen, mehr kann ich aber beim besten Willen nicht mehr vor mir selbst verantworten.


    Das Teupe Schema leuchtet mir ein, das Problem ist, dass es keine Infos zum Insulinbedarf OHNE Cortison gibt.


    Auch mit Angaben wie, man sollte ca. 4 Std. nach der Cortisongabe eine Menge X an Insulin spritzen, kann ich nichts anfangen. 4 Std. nach Cortison liegt mein BZ nüchtern schon längst bei mindestens 200. Nachvollziehen kann ich die Aussage hier von jemandem, dass der BZ nach Cortison nur schwer zu senken ist, sobald man die 180 überschritten hat. Das erlebe ich genauso. Nach einem moderaten Frühstück dann noch erheblich höher, selbst mit versuchter Insulinkorrektur. Ich habe den Eindruck, dass das Insulin am morgen nahezu wirkungslos verpufft.


    Ich habe sehr viel experimentieren müssen, einige eigentlich klassische Basisfakten ignorieren müssen und schaffe es jetzt, keine Spitzen mehr jenseits der 200 zu haben und das HBA1 wahrscheinlich die 6,5 nicht überschreiten wird. Bestätigung bekomme ich erst in 2 Wochen nach meiner nächsten Blutabnahme. ich bin aber zuversichtlich, dass ich das richtig geschätzt habe.


    Ich sollte noch erwähnen, dass bei mir der Tagesverlauf vor allem abhängig von dem Wert ist mit dem ich aus der Nacht komme. Ab ca. 15 Uhr kann ich mit Werten um die 100-110 rechnen. Ab diesem Zeitpunkt läßt sich auch der Insulinbedarf je nach KH deutlich sicherer festlegen.


    Mein Ziel ist, mit einem Wert nicht höher 110 ins Bett zu gehen. Da ich keine Probleme mit einem Dawn Effekt habe und über Nacht auch nichts abgebaut wird, kann ich damit rechnen, am nächsten Morgen mit ungefähr demselben Wert aus der Nacht zu kommen.


    Mittlerweile habe ich mir angewöhnt, bei einem spätabendlichen BZ höher 120 gering nachzujustieren. Da reiche in der Regel 2 Einheiten.


    Belohnt werde ich dann mit einer deutlich flacheren Kurve bis mittags.


    Die Cortisongabe habe ich in meinen Spritzplan wie eine eigenständige Mahlzeit eingebaut. - 1 mg Prednisolon benötigen 1 IE. Optimierungsbedarf sehe ich noch. Ich würde die morgentliche Kurve schon noch gerne in einem flacheren Bereich sehen. Ob das möglich ist, werde ich im nächsten Quartal mit neuem Diabetologen und ggf. auch anderem Insulin heraus finden.