Beiträge von Diecast

    Ich korrigiere trotzdem über einen KH-Mahlzeitenbolus. Alles andere ist nicht zufriedenstellend. Am Ende des Tages ist der BZ ja deshalb zu hoch, weil du initial zu wenig KH berechnet hast (oder der Faktor nicht stimmt), insofern sehe ich es als "nachträgliche KH" und nicht "fake KH".

    Das mit der Kalibrierung spielt sich noch ein. Ich kalibriere zwischendurch einfach mit dem aktuell angezeigten Gewebezuckerwert, sofern man im steady-state ist, und messe nur 1x morgens und 1x abends. Das ist natürlich offiziell nicht so vorgesehen, aber zweckmäßig.

    Ja, es ist zu spät.


    Ich bin gespannt wie das mit dem technisch wohl möglichen Update des Algorythmus ausschauen wird. Da kommts ja, soweit ich das mitbekommen hab auf die Zulassungsbehörden drauf an.

    Wobei auch das mit wieder ein bisschen unverständlich stimmt. Die 770g ist softwaretechnisch updatebar und besitzt eine Bluetooth-Schnittstelle. Es ist aber, soweit bekannt, nicht möglich für Medtronic sie mit einem neuen Sensor kompatibel zu machen? Es ist halt wie immer ein bisschen ein Ärgerniss.

    Wenn man eine Nachfrage bzgl. eines Upgrades bei Medtronic stellt, wird man mit Sicherheit an die KK verwiesen.

    Ich hab ja auch die 770g. Ich warte jetzt mal 2, 3 Monate ab bis die 780g ausgerollt ist und sich die erste Aufregung gelegt hat. Dann werde ich bei Medtronic nachfragen.

    Ist jetzt eh zu spät oder?


    Eigentlich ist Medtronic das Problem. In den USA kann man für 400 Dollar während der Garantiezeit auf ein neues Modell umsteigen. In Deutschland hat Kundenzufriedenheit eben leider bei kaum einen Unternehmen Priorität. Das kennt man ja auch beispielsweise von Vorwerk/Thermomix. Du bestellst ein Modell und nächste Woche heißt es "huch, ab heute gibts ja schon das neue Modell..." Gibt zig andere Unternehmen wo das auch so gehandhabt wird. Kann man sich in DE offenbar erlauben.

    Guten Morgen Hab seit 2016 die 640 G Medtonic mit cgm Und mein hb1c liegt bei 8.1 und meine Diätassistentin weiß nicht mehr was sie tun kann damit er runter geht sie riet mir die Pumpe zu wechseln accu Check insinght oder tslim die können die Basaltwerte besser anpassen Sie meinte Medtonic läuft den anderen Herstellern hinter her

    Auf jeden Fall sofort zur 780g wechseln, schon die 770g ist tausendmal besser und erreicht bei mir ohne Probleme einen Hba1c von 6,2.

    Guten :gutenmorgen:!


    Kannst du mir sagen, welche spezielle Problematik du meinst? Das Abschalten der Automatik?

    Auf welcher Grundlage schaltet die überhaupt ab? Geht sie von selbst wieder an oder muss man das selbst wieder aktivieren? Ich nehme ja mal an, dass das bei der 770 schon ähnlich ist wie bei der 780 und mit dem wahrscheinlich kommenden Update GLEICH.

    Die vielfältigen Verbindungsprobleme von Pumpe und Sensoren waren gemeint. Ich habe die 770g und bisher sehr wenig Probleme mit den Sensoren. Mittlerweile können die Sensoren bei Ausfall auch online sehr einfach ausgetauscht werden, ohne dass man bei einer Hotline anrufen muss.


    Ist mir anfangs häufiger mal passiert dass ein Sensor 2x falsch kalibriert wurde, sprich BZ weicht zu stark vom Sensorwert ab. Daher sollte man stets abwarten, bis das aktiv wirkende Insulin vom Körper aufgenommen wurde. Seitdem ich das berücksichtige, musste ich sogut wie nie mehr einen Sensor vorzeitig wechseln.


    Ansonsten bitte gerne mal in den 770g-Topic hereinschauen, dort habe ich einen umfangreichen Erfahrungsbericht zum Automodus abgelegt.

    Diese spezielle Problematik hat sich mit dem Umstieg auf Bluetooth-Verbindung zw. Pumpe und Sensor ab 770g und höher erledigt.

    das mit den G3-Sensoren wird ja i.d.R. als schlecht bezeichtnet. Bei mir laufen sie sehr genau, hin und wieder ist ein "Spinner" dabei. Wie machst du es am 1. Tag des Sensors, wo er ja noch einige Zeit für Initialisierung...braucht, bis er ordentlich misst? Nutzt du dann deine alten Basalraten? Führst du ein regelmäßiges Leben? Der automodus muss sich ja erst an dich gewöhnen!

    nest

    Die programmierte Basalrate, die dann greift wenn der Automodus nicht verwendet werden kann, passt bei mir ganz gut. Wenn sich der Sensor also tagsüber löst warte ich bis zum nächsten Morgen und mache erst dann einen neuen Sensor drauf. Ansonsten wird man zu Unzeiten geweckt (man kann die Alarme aber auch ausstellen...). I.d.R. misst der Sensor nach der 2. Kalibrierung (also ca. 4h nach der Initialisierung) ordentlich. In der Zwischenzeit arbeite ich dann eben wieder mit BZ-Messungen.


    Der Automodus hat seine Lernphase bei der 1. Anwendung des Systems und muss nicht mit jedem neuen Sensor neu angelernt werden. Allerdings passt sich der Algo auch laufend dem aktuellen Insulinbedarf weiter an.


    Ich habe ein realtiv regelmäßiges Leben, sodass ich zeitweise auch mal ohne den Automodus auskommen kann (ging ja vorher auch...wenn auch nicht so gut :) )

    Kalibrieren bringt auch Sicherheit, nur mal so ins www gestellt.

    Nur wenn die Sensortechnologie nicht ausgereift ist. Den Dexcom G6 habe ich hin und wieder mal mit dem echten BZ verglichen und er war immer extrem genau. Leider hat mich später dann eine Kontaktallergie ereilt und ich musste wechseln.


    Kommen wir zu den guten Nachrichten. Ich habe heute meine Laborwerte bekommen. Ich habe einen Hba1c von 6,2 erreicht. Das ist sehr interessant, da der dieser Hba1c, wenn man ihn in mg/dl umrechnet, einem Durchschnitts-BZ von exakt 120 mg/dl und damit genau dem im Automodus eingestellten Zielwert entspricht.

    Zur Erinnerung: Die 770g ist bei mir seit Anfang Mai im Einsatz, insofern ist der Hba1c vollständig unter Verwendung des Automodus zustande gekommen. Früher habe ich ebenfalls einen Hba1c zwischen 5,6 und 6,5 erreicht, allerdings mit deutlich mehr Hypos. Der Automodus funktioniert echt super, ich habe wesentlich häufiger als früher Tage bei denen ich gar keine Hypo mehr habe. Ich denke, wenn der neue Algorythmus ausgerollt wird, wird ein nochmals tieferer Hba1c durchaus erreichbar (rein rechnerisch 5,6). Den Sportmodus konnte ich jetzt auch schon mehrfach bei mehrstündigen Wanderungen testen und er funktioniert super. Insgesamt bin ich also mit der Pumpe sehr zufrieden, ein großer Fortschritt zur 640g.


    Das einzige was ich nicht so pralle finde ist die Streuung bei der Sensorqualität, sowohl was die Haltbarkeit als auch die Genauigkeit angeht. Ich habe den Eindruck, dass die genauen Sensoren auch über die Laufzeit genau bleiben und die eher ungenauen durchs kalibrieren nicht besser werden. Häufig machen die Sensoren auch nach 6 Tagen schlapp. Allerdings kann man solche Sensoren dann online reklamieren (sehr einfacher workflow, dauert keine zwei Minuten!) und bekommt flugs einen Ersatzsensor zugesendet.

    Sollte man aber einstellen können. Für Schwangere und Diabetiker, die bereits Folgeschäden haben ist 180 schon deutlich zu hoch.


    Viele Grüße
    Jörg

    Es gibt zumindest für Schwangere einen internationalen Konsens diesbezüglich, der für Risikopatienten definiert die TIR aber ebenfalls zw. 70-180:


    https://www.aerzteblatt.de/callback/image.asp?id=102181


    Es gibt die Möglichkeit, in der CareLink-Auswertung andere Zielwerte einzustellen, ich weiß aber nicht ob das bei der Kurzauswertung innerhalb der Insulinpumpe übernommen wird.


    Ansonsten kleiner Zwischenbericht: Ich habe festgestellt, dass man weiterhin möglichst genau schätzen sollte. Leichtes Überschätzen führt dazu, dass die Pumpe, um eine Hypoglykämie zu vermeiden, die Basalrate relativ lange auf 0 hält. Häufig länger als 2,5h. Das führt dazu, dass man aus dem Automodus fliegt und er wieder eine BZ-Eingabe haben möchte. Natürlich kann man einfach den aktuellen SG-Wert nehmen und damit kalibrieren...aber das wäre nicht im Sinne des Erfinders.


    Was die Genauigkeit des SG-Sensors angeht, würde ich sagen, Tag 1 ist wirklich verbesserungsbedürftig, danach ist die Genauigkeit im Steady State und bei Werten zwischen 70-140 sehr gut. Bei hohen Werten (180+) hat man schon deutlich mehr Abweichung zum BZ (10-20%).

    ist die Grenze der TIR fest eingestellt....wie ist sie?

    nest

    Ich weiß ehrlich gesagt nicht so genau, ob man die einstellen kann. TIR = 70-180


    Wow, das ist ja beeindruckend. Ernährst du dich (zumindest zeitweise) Low Carb?


    Ansonsten scheint die Kombi Lyumjev & Automodus ja einfach genial zu funktionieren! 👍🏻

    Ausgewogene Mischkost, wenig Süßes und keine KH-haltigen Getränke. Außer Kaffee mit Milch, den allerdings wieder in recht großen Mengen....

    Heute mal ne Hiobsbotschaft. Gestern abend ging der Sensor mit 22h Restlaufzeit derart ungenau, dass ich ihn austauschen musste. Um 22 Uhr. Bedeutet, um 22 Uhr messen und dann nochmal mitten in der Nacht. Das ist wirklich blöd gelaufen.

    Vermutlich genügt es, die Aggressivität für die Mahlzeiten etwas zu erhöhen, da das bei der 770 manuell nicht geht, vielleicht einfach 10% (+) bei der KH-Menge draufschlagen?

    Ich versuche sowieso, eher einen Tick höher bei den Mahlzeiten zu schätzen, insofern besteht dafür kein Spielraum. Ich will mich auch nicht in eine Hypo-Schätzen, nur weil das System von Haus aus einen höheren Schnitt anpeilt. Ich nehm das jetzt mal so hin und schaue mal, was dann tatsächlich bei der Hba1c-Messung herauskommt.

    Ja, das könnte für dich auch interessant sein, schon mal mit Lyumjev probiert? Vermutlich gibt es da keine 'offizielle Zulassung' (wie es immer so schön heißt), aber probieren geht über studieren. ;)

    Ich nutze nur noch Lyumjev, da meine Ernährungsweise dem Wirkprofil auch eher entspricht. Die Pumpe scheint das nicht zu stören...warum auch.


    das klingt schon ganz passabel, bekomme ich ohne Automodus auch fast hin. Allerdings ist die TIR ja eigentlich auch geschönt, wenn man die Grenzen ansieht. Wenn z.B. die Oberkante bei 170 ist, ist das ja auch noch in der TIR!!

    nest

    Also ich hab das ohne Automodus nicht im Ansatz hinbekommen! Vielleicht 80% wenn's hoch kommt.

    Die internationale Standard-TIR für Typ1 ist nunmal 70-180, da sollte man auch nix ändern, sonst kann man einfach schwer vergleichen. Wichtig ist natürlich auch immer, wieviel % unter 70, welcher Variabilität (GVI o.ä.) und die Standardabweichung. Zur Überprüfung per Labor dann der gemessene A1c (quasi zur Überprüfung, ob einem der Sensor nichts vorschwindelt).

    Ich bin auch sehr gespannt auf den Hba1c.....dauert noch ein wenig bis ich den nächsten Wert bekomme. Vielleicht lass ich ihn mal mitte Juni messen.

    In der Tat, kannst du sein, die Werte sprechen für sich, aus *deiner* Sicht gibt es eigentlich gar keinen Grund, am System zu zweifeln. Der Durchschnitt darf vielleicht noch ein klein wenig sinken (bei 134 wäre es ca. 6.6 A1c hochgerechnet). Wichtig ist dann die Statistik eines ganzen Monats. Wenn die auch so ist, würde ich sage: "Case closed!" ;)

    Ich denke mit dem 780er Algo wird man dann den SG-Schnitt sicher nochmal um die besagten 20 mg/dl drücken können - einersetzs weil 100 mg/dl dann der angestrebte Zielwert ist und andererseits weil die Pumpe schon früher beim Bolus unterstützt. Damit wäre der Verbesserungsbedarf wirklich nur noch marginal. Weitere Sprünge sind dann wirklich nur noch durch die bihormonelle Pumpe und noch bessere/schnellere Insuline zu erzielen, bzw. was ich mir noch vorstellen könnte, wäre eine Verknüpfung von Smartwatchdaten zur körperlichen Aktivität mit der Insulinpumpe (mehr Bewegung = automatisch höheres SG-Ziel, oder bei Aufenthalt im Fitnessstudio)

    Hey, können wir uns bitte auf einen freundlichen Umgangston verständigen? Schließlich versuchen wir ja alle hier nur von gegenseitigem Erfahrungsaustausch zu profitieren. Ich versuche, niemandem hier etwas zu verkaufen. Danke...


    Der Algorithmus der 770g soll eben "nur" die Basalrate abdecken und einmal die Hypo-Abschaltung bieten und bei zu gering berechneten Bolusmengen etwas nachhelfen. Letzteres aber eben nur in sehr begrenztem Umfang. Der algorithmus der 780g ist da schon VIEL weiter (wurde in der Medtronic Präsentation gezeigt) und greift schon sehr früh ein (etwa, wenn der Sensor erkennt, dass die Sensorglukose-Steigerungsrate ein bestimmtes Level übersteigt, was schon nach 30 Minuten der Fall sein kann). Die 780g dürfte demnach auch mit Pizza & co. besser umgehen können.


    Ich habe die 770g wie gesagt erst seit einigen Tagen und konnte dementsprechend noch nicht so ausgiebig testen. Ich habe vielleicht so 5-6 FPE-lastige Mahlzeiten eingenommen und finde die Ergebnisse, die man im Automodus erzielen kann, nicht berauschend. Wer also Wert auf den verlängerten/dualen Bolus legt, wird mit der Pumpe aktuell m.E. nicht glücklich oder muss zumindest Abstriche machen.


    BTW: Heute 95 % TIR, 5% >180, 0% <70, Durchschnitt 134. Bin weiterhin recht angetan.

    Die maximale Basalrate wird mir nicht angezeigt. Dürfte bei mir aber eher wenig sein. Ich würde nicht soweit gehen und sagen, dass die Pumpe dann keinen Sinn macht. Es hängt eben vom individuellen Ernährungs- und Nutzerverhalten ab. Wenn man den dualen/verlängerten Bolus eher selten nutzt, dürften die Vorteile des Automodus die Nachteile erheblich überwiegen. Und falls man besagten Modus nur ab und an mal braucht, kann man den Automodus temporär verlassen und einen verlängerten Bolus geben...eine Kompromisslösung wäre vielleicht auch die Verwendung von NovoRapid oder Humalog statt Fiasp oder Lyumyev.....für mich überwiegen klar die Vorteile.

    Also ehrlich gesagt, statistisch gesehen ist das perfekt (du bist statistisch besser als 90% aller T1), eigentlich musst du gar nichts mehr tun, vielleicht die 3% unter 70 noch beobachten, irgendwelche ernsten Hypos?


    Also man sieht mal wieder, wie subjektiv ein Adjektiv wie 'hoch' ist. ;)


    Interessant wäre noch (in Bezug auf Sensorgenauigkeit) wie der prognostizierte und der tatsächliche HBA1 per Labortest dann ist.

    Die Einstellung ist insgesamt sicher sehr gut! Die Hypos waren insgesamt weniger an der Zahl und dann auch schwächer.


    Mindestens zwei? Ich möchte wetten im Handbuch steht auch hier das Medtonic 3-4 Messungen empfiehlt, wie bei allen anderen Senorpumpen bisher auch.


    Könntest Du bitte erläutern warum das "echt blöd" sein soll?

    Pumpe versucht doch im Automodus den BZ bei 120 zu halten und gibt dafür sogar Mikrobolen hab. Als wozu soll dann noch ein Dualbolus mit Verlängerung nützlich sein?

    Oder kann die Pumpe im Automodus bei einer Pizza, doch nicht den BZ im Bereich halten?

    Tatsächlich empfiehlt Medtronic 3-4 Messungen, insbesondere vor dem Essen. Rein technisch ist das aber nicht erforderlich. Man könnte mit 2 Messungen auskommen, sofern die Pumpe einen nie aus dem Automodus kickt, was aber schonmal vorkommen kann. Um diesen dann wieder aktivieren zu können, bedarf es einer Messung. Mich hat das BZ Messen aber in den letzten Tagen nicht gestört, auch wenn ich im Mittel sicherlich auch auf die 3-4 Messungen gekommen bin.


    Zur Pizza-Problematik: Der Automodus kann nur in einem engen Rahmen korrigierend eingreifen. Durch die Begrenzung der maximalen Basalmenge (vom Benutzer nicht einstellbar!) schafft es die Pumpe nicht, den zweiten Anstieg, für den man typischerweise 50% Bolus über 2h oder so geben würde, abzudecken.