Beiträge von Gendra

    Im Prinzip sind die Insulineinheiten schon so ausgelegt, dass der Wirkeffekt pro Einheit gleich sein sollte. Da aber natürlich die Resorption und Bioverfügbarkeit doch etwas unterschiedlich ist, wird es immer kleine Unterschiede geben.


    Ich z.B. benutze sowohl Fiasp als auch Actrapid (Normal-/Humaninsulin) im Wechsel, je nachdem ob ich etwas schnell oder langsam verdauliches esse (quasi als Ersatz für einen verzögerten Bolus) und rechne dabei mit den selben Faktoren und es kommt ganz gut hin.

    Wie viele Einheiten Basalinsulin Spritzt ihr denn? Ich habe eben gerade 6 Einheiten gespritzt

    Soviel wie nötig sind, um meinen Blutzucker ohne Essen stabil zu halten ;). Bei mir sinds 8 (3 mittags + 5 nachts) aber hier im Forum dürfte von 2 bis >100 IE alles vertreten sind. Kurzum: Es hängt vom eigenen Körper und der eigenen Insulinempfindlichkeit ab und muss langsam ausgetestet werden.


    Was du beim NPH-Insulin noch bedenken solltest: Es wirkt zwar verzögert, aber es hält keine 24h an und hat auch eine recht ausgeprägtes Wirkmaximum nach 4-6h, daher wird es meist mehrfach am Tag gespritzt.

    Heutzutage ist es eigentlich üblicher, Insulinanaloga zu benutzen, die wirken meist länger und gleichmäßiger.


    Ove Streng genommen ist es ja sogar das gleiche Insulin, denn auch im NPH-Basal ist normales Humaninsulin enthalten. Nur eben zusätzlich noch das NPH, das zu einer verzögerten Aufnahme in die Blutbahn führt.

    Durch Corona ist die gesamte Versorgung inkl. Schulung sowieso und dann bei Neudiagnose noch zusätzlich sehr schwierig.

    Also das man sich im März mit Corona rausredet ist zwar unschön, aber noch irgendwie verständlich.

    Aber innerhalb von 6 Monaten keine ordentliche Schulung hinzubekommen ist schlicht indiskutabel. Es muss ja keine Gruppenschulung sein, die hatte ich z.b. auch nie (vor Corona wars eben der Personalmangel). Aber eine Einzelschulung, notfalls auch per Telefon, ist beim einem Neuling in meinen Augen das Mindestmaß. Einfach nen Insulin hinknallen und "mach eben selbst" kann auch ganz schnell nach hinten losgehen.


    P.s.: Gibt's eigentlich auch sowas wie Godwin's law für LC?

    Auf der abgebildeten Patrone steht "Huminsulin". Das ist ein Normal-Insulin und kein Verzögerungs-/Basal-/NPH-Insulin. Und das soll nicht trübe sein.

    Meine "Adleraugen" meinen darunter noch den Schriftzug (Basal/NPH) erkennen zu können (halb in Richtung Tisch gerollt). Auch die grüne Farbe der Patrone würde für Huminsulin Basal sprechen.

    Meine Schulung war auch erst etwas später, davor nur ein Crashkurs und ein ähnlicher Zettel wie deiner.

    Meine "Schulung" war auch nicht sofort bzw. so nen richtigen "Kurs" hatte ich bis heute nicht bekommen. Aber ich war anfangs eben engmaschig angebunden und hatte auch immer die Möglichkeit schnell jemanden telefonisch zu kontaktieren.


    Artem Wie bist du denn angebunden? Hast du regelmäßige Kontrolltermine bzw. Gespräche zumindest mit einem Diabetesberater? Klinik oder Praxis?

    Wurdest du denn zumindest über die Erkrankung an sich informiert, insbesondere Unterzuckerrisiko oder auch das Risiko eine Ketoazidose?

    Denn auch bei Restfunktion ist die Methode, nur die Ernährung umzustellen und die noch lebenden Zellen auf Vollgas laufen zu lassen nicht unbedingt ideal. Wenn man bedenkt, dass eine Restfunktion auch mal recht schnell zu Ende sein kann, dann halt ich es sogar für fahrlässig, wenn nicht parallel eine engmaschige Kontrolle statt findet.

    Aber nach eine Woche der "Honeymoon Phase" merke ich, dass meine Bauchspeicheldrüse überhaupt keine Insulinproduktion mehr hat :cursing: ,

    Wie sieht den der weitere Plan von deinem Diabetologen (oder wars der Hausarzt) aus?

    Übrigens falls du tatsächlich (gar) keine Insulinproduktion mehr hättest, dann wärst du ohne Insulinzufuhr schon tot.

    Du hast einen Typ I (vermutlich mit Restproduktion) und auch schon ein Insulinrezept bekommen, ohne irgendeine Info oder Schulung bekommen zu haben?

    Gabs denn wenigstens ne Angabe zur Dosis, die du dir spritzen sollst und eine Info zur Anwendung vom Insulin?8|


    Das was du da gepostet hast, ist, soweit man es erkennen kann, ein NPH-Insulin. Also ein Basalinsulin, dass die Verzögerungswirkung durch einen Zusatzstoff erreicht. Dieser dürfte die "milchige Substanz" sein, die man innen sieht. Damit es richtig funktioniert muss es vor dem Spritzen korrekt durchmischt werden. Wenn das nicht richtig gemacht wird, dann stimmt die Verzögerung nicht mehr richtig und man kann sich schnell in ne Hypo schießen.

    Eigentlich werden die NPH-Insuline heutzutage kaum noch verwendet, weil sie eben viele Fehlerquellen (mischen) bieten und auch die Wirkkurve sehr starken Schwankungen ausgesetzt ist.


    Ich würde bevor ich irgendwas auf gut Glück spritze eine entsprechende Schulung einfordern!

    AFAIK ist die Standortfreigabe für Bluetooth Low Energy (BLE) erforderlich. Irgendwo gabs hier im Forum auch mal ne Erklärung dazu.

    Kurz zusammengefasst: Immer wenn BLE aktiviert ist, dann ist theoretisch eine "Ortung" über Bluetooth-Beacons möglich. Da der Nutzer dieser Ortung auch zustimmen muss, geht BLE nur mit aktiviertem Standort.


    Edit:

    Hier war der Beitrag.

    Das ein kontinuierliches Messystem zum Einsatz kam, habe ich bisher nicht erlebt (ich denke mal darauf spielt die Frage an).

    CGM Sensoren sind bisher nicht für die Verwendung in Kliniken zugelassen.

    Das war jetzt gerade bei mir zu Beginn in Bad Mergentheim ein Thema.

    In den USA hat Dexcom (und wohl auch Abbott) immerhin eine Zulassung für stationäre COVID19-Patienten bekommen (womit wir wieder beim Thema wären ;))

    Dazu würde mich interessieren, wie man auf einer Intensivstation den BZ misst?

    Soweit ich es mitbekommen habe, wird es meist über eine BGA (Blutgasanalyse) gemacht, da ist bei unserem Gerät auch immer ne Glukose dabei.

    Das geht fix, nen (arteriellen) Zugang haben die Patienten eh meist und man sieht auch sofort, ob sich eine Elektrolytengleisung oder eine Azidose anbahnt.

    Das ein kontinuierliches Messystem zum Einsatz kam, habe ich bisher nicht erlebt (ich denke mal darauf spielt die Frage an).

    Spätestens wenn im Kh deine Insulintherapie durch das Personal übernommen wird wirst du recht bald eine Insulinresistenz entwickeln.

    Da sprichst Du eine meiner düstersten Phantasien an:

    Zwecks Behandlung narkotisiert werden und das BZ-Management abgeben müssen. - Und dann mit einer Hypo oder Ketoazidose verrecken. :pfeil:

    Auch wenn die übliche BZ-Einstellung in der Klink hier sicher nicht auf Begeisterung stoßen dürfte: Auf einer Intensivstation ist man normalerweise schon in der Lage, den Stoffwechsel ohne schwere Entgleisungen stabil zu halten. Notfalls eben per Insulinperfusor.