Dr Teupe Studie: Analog Insulin bildet Antikörper bei Typ 1

  • Hallo an alle,


    habe mich hier nun Angemeldet im Forum um zu einer Frage die mich seid ca. einer Woche beschäftigt hoffentlich Antworten zu erhalten. Ich habe jetzt seid knapp einem Jahr Diabetes Typ 1, bin 28 Jahre alt und nutze die Dana RS und das Dexcom G6. Loope bisher aber noch nicht, das kurz zu mir :) ach, da mein Bruder aber bereits seid 17 Jahren Diabetes hat beschäftige ich mich dennoch schon länger mit dem Thema.


    Nun zum Thema:

    Ich habe über eine Google suche, in einem anderen Forum die Studie von Herrn Dr. Teupe gefunden aus der Zeitschrift "Insuliner", hier der Link: Insuliner Zeitschrift


    Da mich diese Behauptung nun bekloppt macht, und auch im Forum keine weitergehenden Antworten waren habe ich dazu gegoogelt. Doch obwohl der Beitrag von 2014 ist finde ich nichts weiter dazu.


    Also habe ich Herrn Teupe per Mail geschrieben, hier der kurze Verlauf:


    Ich:

    Guten Tag Herr Teupe,


    ich bin 28 und habe seid knapp einem Jahr Diabetes, mein Bruder ist 23 und hat bereits seid 17 Jahren Diabetes. Ich erhalte Humalog und mein Bruder Novorapid. Nun bin ich über ein Forum auf Ihr Interview gestoßen aus der Zeitschrift "Insuliner" aus dem Jahr 2014 wo Sie die Verbindung von Insulin Resistenz herstellen zu Analog Insulinen. Leider finde ich im Netz nichts weiteres zum Ausgang der Anfrage oder Stellungnahmen der Hersteller oder ähnliches. Daher dachte ich mir, ich schreibe Ihnen einfach und Frage nach ob es bereits Neuigkeiten gibt bzw. wie die Sache ausgegangen ist?


    Liebe Grüße

    Sven K********


    Antwort:

    Guten Abend Frau K********,

    wenn Sie mehr darüber erfahren wollen, dann klesen Sie auf unserer
    hompege >www.diabetesdorfalthausen.de< den Artikel "Late revenge of
    analogue insulin among Typ--1-diabetics.

    MfG
    B. Teupe

    Mal abgesehen von den Rechtschreibfehlern und das er offenbar denkt Sven wäre ein Weiblicher Vorname, habe ich mir die Studie in Englisch durch gelesen, doch dort steht ja letztendlich das selbe wie bereits im Interview.

    Also hilft es mir auch nicht weiter.


    Hoffe mich kann vielleicht jemand beruhigen, und das ich jetzt Niemanden auch bekloppt mache mit dem Thema.


    Irgendwie finde ich die Zeitschrift "Insuliner" komisch, aber auch die Homepage von Herrn Teupe sowie die Antwort. Zudem gibt es die Zeitschrift mittlerweile auch nicht mehr.


    Würde mich über eine beruhigende Diskussion freuen :)


    Liebe Grüße

    Sven

  • Lieber Sven,


    den Insuliner gibt es nicht mehr, weil die ehrenamtlich arbeitenden Redaktionsmitglieder nach etwa 20 Jahren ihr Projekt der Zeitschrift beendet haben. Grund war auch, dass die Diskussionen sich zunehmend auf das Internet und Foren verlagert haben und die anfangs aus der Community kommenden Beiträge und Diskussionen immer stärker redaktionell erarbeitet werden mussten. Redaktionell arbeiteten sie auf hohem Niveau und stellten immer wieder kritische Anfragen bei Pharmaunternehmen. Es war eine unabhängige Zeitschrift von Diabetikern für Diabetiker. Eine Zeitschrift, die ich schmerzlich vermisse!


    Und wegen der Antikörper kann ich Dir nur empfehlen, es nach Deiner Remissionsphase zu beobachten, wie sich Dein Insulinbedarf verändert, sofern Du überhaupt NovoRapid verwendest. Nicht bei jedem und jeder reagiert der Körper gleich. Daher mach Dich mal nicht bekloppt ;)


    Hier ein weiterer Thread dazu: Typ 1 und Insulinresistenz

    Einmal editiert, zuletzt von Chapter 11 () aus folgendem Grund: Zufügung des Links zu verwandtem Thread

  • Ich kann hier noch ergänzen, dass häufige Wechsel der Insulinsorten wohl zu der benannten Antikörperbildung beitragen können. Die Antikörper bilden sich nicht bei allen Menschen ! Du musst Dich nicht verrückt machen!

  • Ich habe 2011 auf der Suche nach Allergenen eine recht umfangreiche Labordiagnostik bekommen. Dabei sind auch sehr, sehr geringe Mengen an Antikörpern gegen Insulin gefunden worden. Die Ärzte erklärten es damit, dass dieser Wert bei jedem, der Insulin spritzt, positiv anzeigt.

    Mein Insulinbedarf ist gering und ich habe diesen gefundenen AKs keine Bedeutung zugemessen. Zu der Zeit spritzte ich über zehn Jahre NovoRapid und Lantus/Levemir. Heute Fiasp und Tresiba ohne Probleme in kleinen Dosierungen.


    Dr. Teupe hatte seinerzeit, wenn ich mich richtig erinnere, gerade NovoRapid als besonders auffällig befunden. Ganz ehrlich, für mich ist das eine Einzelmeinung.


    Was Ava sagt, kenne ich auch so. Insulinwechsel, wenn nicht unbedingt notwendig, sollte man besser sein lassen.

    Tresiba ist zurück! :thumbsup:

  • Durch die Art und Weise wie das beschrieben wurde in dem Interview war sofort mein Gedanke: Natoll, jetzt haste dich schon mit dem Spritzen und alles Abwiegen abgefunden, jetzt musste auch noch Sorgen haben das dass nächste kommen könnte in Zukunft. Und da momentan eh mein Wert macht was er will und kaum zu bändigen ist, macht man sich da seine Gedanken.


    Aber Vielen Dank schonmal für die Beruhigenden Worte. :)


    Ich dachte mir, wenn da wirklich etwas dran sein sollte, müsste doch mittlerweile deutlich mehr dazu im Internet zu finden sein.

  • Zur Sicherheit muss ich nachfragen, dass ich auch das Resultat richtig verstehe.

    Habe es mir hier mal Übersetzt:


    SCHLUSSFOLGERUNGEN: Bei Typ-1-Diabetikern führen hohe Konzentrationen an zirkulierenden Insulin-Antikörpern zu erhöhten Gesamtprofilen, aber nicht zu freien Insulin-Aspart. In Übereinstimmung mit dem Ergebnis einer ähnlichen Insulin-Pharmakodynamik unterscheidet sich die langfristige glykämische Kontrolle nicht signifikant zwischen Patienten mit unterschiedlichen Niveaus von Insulin-Antikörpern.


    Bedeutet, ganz einfach ausgedrückt, es macht eigentlich keinen Unterschied im Langzeit Wert wie hoch die Antikörper sind, sondern nur die benötigte Insulin Menge ist höher?

  • Mal abgesehen von den Rechtschreibfehlern

    Dann lasse deine Postings halt vorher von jemandem Korrekturlesen, wenn du das selbst nicht kannst. In Teupes Antwort sind jedenfalls nur halb soviele Fehler, als in deiner Anfrage...

  • Jetzt ich habe schiss bekommen.😟

    Kleine Geschichte. 😏🙄


    Ich habe nach der Diagnose als Typ1 mit Antykörper in Blut,

    Novorapid mit Levemir in der Hand gedrückt bekommen.


    Nach der erholung ca,4 wochen.

    Ich habe erst mein bolus INSULIN Novorapid reduziert bis zum Null IE.


    Dann kommt Levemir in spiel.

    Denn kann ich bis 3-4IE von 13IE morgens.

    Von10IE auf 4IE abends reduziert können 👍


    Dauert es über 1 Jahr bis ich wieder rückwärts gegangen bin.🙄


    Seit über 3/4 Jahr nehme ich weiter nur Levemir..

    Zw.14 und 16IE pro 24st.


    Antykörper sind noch da.

    Nur viel weniger wie vorher..


    Ich habe Untersuchung gemacht, wo die antykörper noch da sind..nur nicht soviel ,wie bei Diagnose..🤨


    Jetzt die frage zu Levemir, die ist auch gleich so gefährlich wegen Insulin Resistenz wie Novorapid?

    Die beide Insulin sind vor eine der gleiche Hersteller..🙄


    Soll ich was anderes nehmen als Novorapid und Levemir.

    Z.zt.Fiasp hab ich in Kühlschrank 🙄


    Ich möchte noch sehr gerne Remisionfase aufhalten ..😔


    Schreibt Ihr die Meinung..

    Ich werde gerne mit mein Diabetologe sprechen.

    Ich habe sehr gute Diabetologe.

    Er behandelt nicht nur mit Insulin .

    Er ist mit Leib und Seele mit dabei.

    Ich kann mit Ihn darüber reden.

    Gruß

    Markus

    Einmal editiert, zuletzt von Markus99 ()

  • Mal abgesehen von den Rechtschreibfehlern

    Dann lasse deine Postings halt vorher von jemandem Korrekturlesen, wenn du das selbst nicht kannst. In Teupes Antwort sind jedenfalls nur halb soviele Fehler, als in deiner Anfrage...

    Vielen Dank für deinen Hilfreichen Beitrag zum Thema :D

  • Irgendwie finde ich die Zeitschrift "Insuliner" komisch, aber auch die Homepage von Herrn Teupe sowie die Antwort. Zudem gibt es die Zeitschrift mittlerweile auch nicht mehr.


    Beide sind aber enorm kompetent und auch seriös, wenn es um Diabetologie geht.


    Bei diesen Studien muss man immer im Hinterkopf haben, dass sie Möglichkeiten aufzeigen. Es gibt nur wenige, die für alle gelten.

    Trotzdem ist es immer gut, wenn man darüber informiert ist, denn dann weiß man im Fall der Fälle (wenn der Insulinverbrauch ansteigt) auch, dass es evtl. an einer AK-Bildung liegen könnte.


    In den meisten Fällen wird es aber eher an einer Rezeptor-Down-Regulation liegen: wenn Insulin an einer Zelle "andockt", dann verschwindet das Insulin mitsamt dem Rezeptor in der Zelle. Dort bleibt der Rezeptor dann für eine gewisse Latenzzeit und ist daher nicht für weitere Insulinmoleküle verfügbar.

    Spritzt man viel Insulin, sind also auch viele Rezeptoren in ihrer Latenzphase. Die Folge ist ein erhöhter BZ und man spritzt noch mehr Insulin = ein kleiner Teufelskreis entwickelt sich.


    Umkehren kann man das ganze auch, indem man dafür sorgt, dass man weniger Insulin verbraucht: weniger KH essen und sich körperlich betätigen. Zirkuliert im Blut weniger Insulin, dann sind auch weniger Rezeptoren im Zellinneren und es kommt zu einer Rezeptor-Up-Regulation.


    Viele Grüße
    Jörg

  • Vielen Dank für die Ausführliche Antwort :)


    Mit "Komisch" wollte ich ja meinen ersten Eindruck vermitteln und nicht den Insuliner oder Herrn Teupe angreifen.


    Das finde ich aber sehr interresant, denn das kam auch nicht in der Schulung vor.

    Wie lange ist denn eine Latenzzeit? Die 4 Stunden Wirkdauer?

    Und ab wann fängt "viel" an?

  • OMG.:pupillen::saint:

    Alles so schön geschrieben sogar verständlich.

    Nur ich bin total durcheinander.

    Bisschen zuviel für mein Kopf.


    Was sollte man jetzt machen?

    Die ganze teorii muß ich erst verdauen. ?!


    Tatsächlich, muß man von irgendwelche lnsulin grosse Bogen machen.?:/

    Wenn ja ,welche?

    Mein basal Levemir oder bolus Insulin Novorapid noch Fiasp ,

    die ich bevorzuge.?!

    Mindestens bis heutige zeit? !:wacko:


    Was jetzt. .hmm..||:(

    3 Mal editiert, zuletzt von Markus99 ()

  • Nein, nur wenn der BZ irgendwann mal über Stunden und evtl. Tage erhöht bleibt, obwohl er es nicht sollte. Dann macht man die KH-/Insulin-/Bewegungs"Diät" vorübergehend für ca. einen Tag, Dann sollten die Rezeptoren wieder frei sein für den Insulintransport. Du bist noch in der Remissionsphase, Sven K. auch. Da wird es wahrscheinlich noch länger dauern, bis Ihr mit sowas Erfahrungen macht.


    Und was den Insulinbedarf angeht, ist esgut, diesen so knapp wie möglich zu halten, natürlich nur so viel weniger, dass der BZ noch gut ist. Das hilft vorbeugend gegen die Rezeptor-Down-Regulation.


    In den meisten Schulungen erfährt man scheinbar nur die Basics.


  • Sehe ich absolut genau so. Herr Teupe hat sicher in seinem Buch (das mit 150 euro inkl. versand nicht unbedingt das schnäppchen des jahres ist) einige gute systematische ansätze zur diabetes therapie erarbeitet. Aber deswegen sollte man trotzdem nicht alles, was er von sich gibt, auch unkritisch für 100% bare münze nehmen.


    Antikörper bildet der körper gegen so gut wie alle körperfremden substanzen, die sich jemand regelmäßig per injektion zuführt. Teupe hat jetzt festgestellt, dass einige patienten mit hohen antikörper titern vermehrt hohe postprandiale werte und nächtliche hypos haben, andere patienten mit hohen antikörper titern hingegen nicht. Das lässt nun sehr viel interpretationsspielraum zu. Teupes Ausführungen treffen hier viele annahmen, die die interpretation dieser werte in eine bestimmte richtung lenken, die er gerne haben möchte. Vieles sind offenbar nur subjektive beobachtungen, keine harten statistischen belege. Dass damit seine publikation bei renommierten Journals nicht akzeptiert wird ist nicht verwunderlich und richtig so.


    Der bericht von der patientin, die angeblich aufgrund der insulin antikörper nur dank hämofiltration überhaupt überleben kann, stößt mir etwas unangenehm auf. Wenn man so etwas ungewöhnliches behauptet, dann sollte man ein bisschen mehr hintergrundinformationen dazu liefern.


    Es gibt vereinzelte weitere studien zu dem thema. Einige sehen wie die oben von mir erwähnte keine nachteiligen auswirkungen der antikörper auf die insulintherapie, andere gehen in eine ähnliche richtung wie teupe.


    Beim allergrößten anteil von typ1ern dürften die durch insulinanaloga induzierten antikörper keine wesentliche rolle spielen.


    Wie jörg schon sagte, man kann diese beobachtungen zur kenntnis nehmen und vielleicht zB bei einem insulinwechsel noch mal nachdenken, ob er wirklich nötig ist und einen vorteil bringt. man sollte sie aber keineswegs überbewerten. Ich würde keinem empfehlen, nur wegen der ausführungen von teupe novo rapid zu meiden, erst recht nicht wenn man bisher damit gut zurecht kommt. Und wenn ein insulinwechsel therapeutisch klare vorteile bringt, dann würde ich das insulin wechseln ohne groß darüber nachzudenken, ob das irgendwelche antikörpertiter erhöhen könnte.

  • Ja, der Punkt mit der Dame die eine Art Dialyse benötigt zum Überleben ist mir sehr aufgestoßen. Finde das ist eine absolute Horror Vorstellung.

    Zudem komme ich, behaupte ich zumindest, recht gut klar mit meinem Diabetes und ich habe keine Probleme mit dem Spritzen oder Rechnen. Nur das jetzt Insulin gefährlich werden könnte hat mich sehr vor den Kopf gestoßen.

    Aber nach euren Erfahrungen ist die Sorge ja gar nicht so begründet, ansonsten hätte ich hier jetzt mit Sicherheit öfters gelesen von Leuten die bereits Probleme mit Antikörpern hatten/haben.


    Vielen Dank an alle bis hier hin :)

  • DerWurstkuchen : Großes Dankeschön für die gute Erklärung! :)


    Noch kurz zu meinem positiven AK-Nachweis damals im Labor: Der Immunologe, bei dem ich war, empfahl in seinem Bericht ernsthaft, die Therapie mit Insulin zu überdenken. :arghs: Bei Typ 1-Diabetes, was ihm bekannt war. :hmmz:

    Die Aussage meiner anderen Ärzte, dass diese Antikörper nun mal auftreten (können), sobald man fremdes Insulin im Körper hat, hat mich dann sehr beruhigt.

    Also dran denken sollte man bei bestimmten Fragestellungen schon, aber es wird doch eher was seltenes sein.

    Tresiba ist zurück! :thumbsup:

  • DerWurstkuchen : Großes Dankeschön für die gute Erklärung! :)


    Noch kurz zu meinem positiven AK-Nachweis damals im Labor: Der Immunologe, bei dem ich war, empfahl in seinem Bericht ernsthaft, die Therapie mit Insulin zu überdenken. :arghs: Bei Typ 1-Diabetes, was ihm bekannt war. :hmmz:

    Die Aussage meiner anderen Ärzte, dass diese Antikörper nun mal auftreten (können), sobald man fremdes Insulin im Körper hat, hat mich dann sehr beruhigt.

    Also dran denken sollte man bei bestimmten Fragestellungen schon, aber es wird doch eher was seltenes sein.

    Was wäre denn die Alternative zur Insulin Therapie bei Typ 1? :/

  • Ja eben. :wacko: Deshalb habe ich darüber dann gar nicht groß nachgedacht. Und wie oben geschrieben, mein Insulinbedarf ist seit Jahren unverändert niedrig. 11 Einheiten Basal ist ja nun nicht die Welt und bei Bolus ist es ähnlich moderat.


    Was der Doktor sich damals gedacht hat, weiß ich nicht. War auch eine etwas eigenartige Type. :woot: Er hatte aber ein großes Budget und konnte umfassende Laborwerte testen, die damals auf der Suche nach Allergien nicht verkehrt waren. Deshalb war ich dort hingeschickt worden.

    Tresiba ist zurück! :thumbsup:

  • Na 11 Einheiten ist ja echt wenig, selbst ich benötigte schon 28 Einheiten Basal vor der Pumpe.


    Dachte der Doc hätte vielleicht eine Alternative genannt, aber denke auch bei Ärzten gibt es genug "eigenartige" Leute dabei, wie in jeder Berufsgruppe :D