Gebraucht Insulinpumpe - Infektionsrisiko oder Unbedenklich?

  • Da ich in Deutschland in den nächsten Wochen ganz sicher keine Insulinpumpe mehr verschrieben bekomme und nicht noch Wochenlang mit der ICT weiter machen möchte (vor allem auch deshalb weil mein BZ durch das Ende der Honeymoon-Phase zunehmend schwerer einstellbar wird), bin ich dazu entschlossen mir den Wunsch nun selbst zu erfüllen.


    Ich weiß dass es nicht "nur" um die Einmalkosten für die Pumpe geht, sondern vor allem auch um die laufenden Kosten für Katheter, Reservoirs usw. geht, die die Krankenkasse ohne einen genehmigten Pumpenantrag dann auch nicht übernimmt - da ich zum Glück nicht schlecht verdiene kann ich mir das aber leisten und meine Gesundheit & Lebensqualität ist mir das Geld allemal Wert.


    Da ich mich (nach meinen bisher leider ziemlich schlechten Erfahrungen mit zwei verschiedenen Diabetologen in Deutschland) aber eh dazu entschlossen habe mittelfristig mit meiner Diabetesbehandlung nach Frankreich zu wechseln und ich hier mit Typ 1 eine Pumpe wohl auf jeden Fall probelmlos verschrieben & bezahlt bekommen werde, würde ich jetzt aber nur ungern 3000-4000 Euro für eine neue Pumpe bezahlen, die ich dann in ein paar Monaten (wenn ich hier in Frankreich eine verschrieben bekommen habe) höchstens mit einem hohen Verlust wieder weiterverkaufen könnte.


    Ich habe mir deshalb überlegt, mir online eine gebrauchte Pumpe zu kaufen, die ich dann sobald ich eine neue verschrieben bekommen habe, mit nur geringem Verlust wieder weiterverkaufen könnte.


    Ich habe schon ein paar Tage das Ypsopump Demokit getragen und bin damit nach anfänglichen Startschwierigkeiten beim Umziehen & auf die Toilette gehen echt gut klar gekommen :) Das Schalfen mit dem Schlauch (wovon ich die meisten Angst hatte) war überhaupt kein Problem :)


    Das einzige was mich im Moment noch davon abhält mir eine gebrauchte Schlauchpumpe zu kaufen, ist die Frage nach dem Infektionsrisiko. Katheter, Schlauch und Reservoir wären ja so wie so neu, aber ist an der Pumpe selbst irgendwas was direkt mit dem Insulin in Kontakt kommmt?


    Da sich ja doch einige auch zum Loopen eine gebraucht Pumpe kaufen und sich vermutlich niemand dabei einem Infektionsrisiko aussetzen möchte, vermute ich eher, dass es ein solches Risiko nicht gibt bzw. dieses einfach vermieden werden kann. Trotzdem woltle ich mal lieber fragen um auf nummer sicher zu gehen.


    Danke und liebe Grüße


    Aleksandar

    Diabetes zu haben hat auch Vorteile:


    Wenn man wissen will wie lange etwas her ist, kann man einfach zählen wie viele Sensoren man seitdem schon hatte.


    "Das ist jetzt 3 Libre Sensoren her" haha

  • aleks.t1d

    Aus meiner Sicht gibt es da kein Problem, weil kein Teil der Pumpe direkt mit dem Insulin in Berührung kommt.

    Du solltest eventuell bedenken, daß Du bei einer gebrauchten Pumpe keine Einweisung durch Fachpersonal bekommst. Es sollte also mindestens ein Handbuch vorhanden sein oder die Möglichkeit, es downzuloaden. Eine Garantie ist sicher auch fraglich bzw. besteht nicht, da die Pumpen nur auf den Erstbesitzer registriert sind.

    Und wie soll das laufen, wenn Du Fragen z.B. wegen der Basalrateneinstellung hast? Wenn ich es richtig verstehe, machst Du das dann in Eigenregie?


    Also ich finde das - sagen wir mal - mutig ;)... ich wüßte nicht, ob ich mir das alleine zutrauen würde bzw. würde wohl an Deiner Stelle lieber warten, bis Du in Frankreich eine offiziell vom Diabetologen bekommst, der Dir bei der Einweisung und allen Fragen helfen kann.... Du benötigst ja auch Kurzzeitinsulin, das für die Pumpe zugelassen ist...

    Vielleicht hast Du das alles aber schon gecheckt.... sorry für meine Bedenken ;)

  • aleks.t1d

    Aus meiner Sicht gibt es da kein Problem, weil kein Teil der Pumpe direkt mit dem Insulin in Berührung kommt.


    Sowas habe ich schon fast vermutet - aber bei so einem heiklen Thema war mir "vermuten" dann doch zu weing weshalb ich trotzdem gefragt habe.


    aleks.t1d

    Und wie soll das laufen, wenn Du Fragen z.B. wegen der Basalrateneinstellung hast? Wenn ich es richtig verstehe, machst Du das dann in Eigenregie?


    Also ich finde das - sagen wir mal - mutig ;)... ich wüßte nicht, ob ich mir das alleine zutrauen würde bzw. würde wohl an Deiner Stelle lieber warten, bis Du in Frankreich eine offiziell vom Diabetologen bekommst, der Dir bei der Einweisung und allen Fragen helfen kann.... Du benötigst ja auch Kurzzeitinsulin, das für die Pumpe zugelassen ist...

    Vielleicht hast Du das alles aber schon gecheckt.... sorry für meine Bedenken ;)

    Ja ja ich weiß, dass das Vorhaben etwas "extrem" ist, aber


    -ich habe auch mit ICT meine Einstellung zu großem Teil in Eigenregie mit Hilfe von YT, Instagram, Diabetes-Blogs und Foren-Beinträgen gemacht

    -wenn es nach dem ginge was Ärzte/Diabetesberater mir gezeigt/geschult haben, würde ich heute noch nach einem festen Spritzplan spritzen und würde vermutlich den ganzen Tag zwischen 150-300 mg/dl liegen ...

    -auch zum Thema Insulinpumpe und die entsprechenden Einstellungen gibt es gute Anleitungen online

    -ich kann mir zum Glück recht gut Sachen selber beibringen - habe mir auch im Job schon so manche Sachen selbst beigebracht für die Kollegen auf Schulung waren (und diese Kollegen fragen heute teilweise mich wenn es um diese Themen geht xD)


    Das passende Insulin werde ich mir von meiner Hausärtzin (die hat mir auch bisher den ganzen ICT Bedarf verschrieben) verschreiben lassen - zur Not halt auch auf Privatrezept.


    Liebe Grüße


    Aleksandar

    Diabetes zu haben hat auch Vorteile:


    Wenn man wissen will wie lange etwas her ist, kann man einfach zählen wie viele Sensoren man seitdem schon hatte.


    "Das ist jetzt 3 Libre Sensoren her" haha

  • aleks.t1d


    Das klingt schon irgendwie beruhigend ;);)... zum Glück hast Du ja den Libre, mit dem Du Deine Verläufe einigermaßen gut beurteilen kannst.... es ist halt so, daß man die Basalrate bei der Pumpe sehr individuell einstellen kann, ganz im Gegensatz zur ICT.... auf jeden Fall wünsche ich Dir viel Glück bei Deinem Vorhaben.... berichte uns doch mal, wenn Du fündig geworden bist...

    Alles Gute!

  • Danke & ja das mache ich auf jeden Fall :)

    Diabetes zu haben hat auch Vorteile:


    Wenn man wissen will wie lange etwas her ist, kann man einfach zählen wie viele Sensoren man seitdem schon hatte.


    "Das ist jetzt 3 Libre Sensoren her" haha

  • Ich halte das Infektionsrisiko auch für völlig vernachlässigbar, da dürften die Keime auf der Oberfläche noch das größere Problem sein.


    Ansonsten halte ich in deiner Situation, wo eine Pumpengenehmigung eh eine sichere Sache ist und du nur einen franz. Diabetologen finden musst, die Idee eine Pumpe selbst zu kaufen für völligen Unsinn. Allen voran, wenn es nur darum geht, dass man nichtmal mehr Lust auf ein paar Wochen (!) ICT hat. Denn mit einem est. A1c von 5,3% bist du so gut eingestellt, dass auch eine Pumpe keinerlei messbare gesundheitliche Verbesserung bringen wird.

    Ich hatte mir selbst durchaus auch überlegt ob ich, wenn es hart auf hart kommt, eine Pumpe privat kaufe, aber das würde ich nur dann in Erwägung ziehen, wenn in absehbarer Zeit (Jahre) keinerlei Chance besteht, anderweitig an eine Pumpe zu kommen.

    Außerdem ist es durchaus sinnvoll, die ICT ausreichend zu üben, gerade wenn die Restfunktion etwas nachlässt und das Fahrwasser etwas rauer wird. Selbst wenn die Werte mal ein Quartal nicht bilderbuchmäßig aussehen, dürfte das Risiko für Folgeschäden quasi nicht erhöht sein (und man gewinnt obendrein noch die Erfahrung, dass man auch bei schlechteren Werten nicht sofort tot umfällt).

  • weshalb eine Pumpe kaufen, wenn man in absehbarer Zeit sowieso eine bekommt?

    Dein DM-Verlauf ändert sich - klar - aber gerade da brauchst du Unterstützung. Ich finde das nicht so ganz ideal, wenn nicht sogar fahrlässig. Du weißt evtl. nicht, was du nicht weißt.

    Geh nach Frankreich - warum nicht sofort? Lass dir das Teil verschreiben und gut isses!

    Sollte etwas schief gehen, zahlt die Versicherung bestimmt nicht, wenn du eigenmächtig handelst.

    Vor dem Infektionsrisiko hätte ich keine Angst, aber vor dem handlings-Fehler!

    nest

  • -ich kann mir zum Glück recht gut Sachen selber beibringen - habe mir auch im Job schon so manche Sachen selbst beigebracht für die Kollegen auf Schulung waren (und diese Kollegen fragen heute teilweise mich wenn es um diese Themen geht xD)


    ging es dabei auch um dein Leben? ;)


    Infektionsrisiko ist so gut wie keins vorhanden (ich wüsste nicht, an welcher Stelle), aber wohl ein Funktionsfehler... oder eben ein Fehler in der Handhabung...


    Was machst du bei einer Keto? Wie findest du raus, ob du eine hast? Was ist der erste Schritt? Dieses Risiko besteht (theoretisch) bei JEDEM Katheterwechsel

  • ging es dabei auch um dein Leben?

    naja, so schnell geht es damit auch nicht! Zumindest in unseren Breiten!

    Ich kann mir auch gut vorstellen, dass aleks.td1 auch etwas genervt war von den meist T2-Betreuern. So ist es leider!

    Die gehen auf Nummer sicher, vo allem bei einem übereifrigen Newcomer!

    Aber mir ist einfach nicht klar, weshalb du nicht gleich nach Frankreich gehst!?

    Wenn man es einfach haben kann, macht man doch keinen Umweg!

    Oder willst du uns testen?

    nest

  • Interessant.

    Ich habe mir ähnliches auch schon vorstellen können, allerdings hätte ich lieber den Omnipod. Den würde ich im Urlaub gern mal ausprobieren. Sollte auch preiswerter sein.

  • laut Aussage meiner Dia-Elfe ist der Omnipod auf die "Laufzeit" gerechnet einiges teurer als eine Schlauchpumpe


    Grob geschätzt über 4 Jahre: Omnipod 16.000 Euro (ohne PDM), Schlauchpumpe (Medtroniczubehör) 13.000 Euro (Pumpe, Katheter, Reservoire). Ich bin von 3tägigem Wechsel ausgegangen

  • Ich habe mir ähnliches auch schon vorstellen können, allerdings hätte ich lieber den Omnipod. Den würde ich im Urlaub gern mal ausprobieren. Sollte auch preiswerter sein.

    finde, dass das einfach anders herum gedacht ist. Ich könnte mir ein Leben ohne Pumpe nicht mehr vorstellen!

    Würde eher Pumpe empfehlen und im Urlaub evtl., wenn überhaupt ICT, z.B. bei Extrembedingungen.

    Und so einfach mal ausprobieren ist das auch wieder nicht. Eine Basalrate hinzubekommen heißt mehrfach nen BR-Test zu machen. Das wird man kaum im Urlaub machen wollen. Und das Loopen setzt schon eine gewisse Pumpenroutine voraus - o.k., da bin ich jetzt kein Profi!

    Na, denn viel Erfolg!

    nest

  • OK ok ihr habt mich überzeugt. Ich werde die nächsten Wochen noch mit ICT "durchhalten" (ja ich weiß ist ein echtes Luxusproblem bei mir, viele müssen ja jahrelang oder für immer mit einer ICT auskommen) und sobald ich meine französische Versicherungskarte habe, gehe ich hier zu einem Diabetologen und lasse mir eine Pumpe verschreiben.


    Hätte zwar schon am liebsten gestern eine Pumpe, aber wenn ihr meint, dass das Risiko, dass ich mir durch eine falsche Handhabung der Pumpe schade, erheblich größer ist als der Nutzen von evtl. minimal besseren Werten die ich dann theoretisch mit einer selber gekauften Pump erreichen könnte, dann werde ich es sein lassen.


    Danke für das Vernunft einreden - das habe ich wohl gebraucht.


    Liebe Grüße


    Aleksandar

    Diabetes zu haben hat auch Vorteile:


    Wenn man wissen will wie lange etwas her ist, kann man einfach zählen wie viele Sensoren man seitdem schon hatte.


    "Das ist jetzt 3 Libre Sensoren her" haha