Lebenszufriedenheit eines Hypohundes

  • Hallo in die Runde,

    seit fast einem Jahr lebt wieder ein Hund (er ist jetzt fast drei Jahre alt) bei mir. Eigentlich wollte ich ihn zum Diabetikerwarnhund, trotz all der Möglichkeiten wie Libre und co, ausbilden.

    Er hat sich sehr eng an mich angeschlossen und kann nicht gut allein sein und ich mag ihn auch sehr gern ständig, 24/7, um mich haben. Auch deswegen fand ich meine Idee gut, weil er mich so eigentlich überall hin begleiten könnte, wenn auch nicht zu meiner Diaärztin, die grundsätzlich keinen Hund in ihre Praxis läßt.


    Nun sagte meine Freundin zu mir, dass sie mich ganz schön selbstsüchtig findet, weil mein Hund als Diabetikerwarnhund keine Freizeit hätte, sondern quasi immer im Dienst wäre.

    Das möchte ich natürlich meinem Hund nicht antun, er soll ein gutes Leben führen können, mit genügend Zeit für das, was ihn beschäftigt.


    Deswegen meine Frage an alle Menschen hier, die sich mit Diabetikerwarnhunden und deren Zufriedenheit, oder auch Unzufriedenheit auskennen, würdet Ihr Euch genau so wieder entscheiden und einen Hund als Warnhund ausbilden?

    Danke schon mal Vorab für eure Erfahrungen.

  • Ich habe zwar keine Ahnung von Hunden, aber Das scheint mir doch eine sehr verquere Sichtweise. Soweit ich meine zu wissen, brauchen zwar Drogenspürhunde Pausen aber ob das bei einem Diabeteshund auch so ist, wage ich zu bezweifeln- der riecht einfach was er riecht und wenn es dann die entsprechenden Moleküle in der Luft gibt, wird er es anzeigen. Ich stelle mir das eher so vor, wie er auch immer ein Stück Fleisch riechen wird. Wenn es ihn anstrengen würde, glaube ich nicht, dass sich Diabetikerhunde durchgesetzt hätten, alleine schon aus Selbstschutz, denn er wäre kein verlässlicher Anzeiger. Aber wie gesagt - ich bin kein Experte


    Aber positiv ist dochbzu sehen, was für Helden wir alle sind, die sich 24h, 365 Tage im Jahr über Jahre uns um die Diabetes kümmern und das ohne Ruhepausen 😀💪

  • ich finde die Frage durchaus berechtigt (und bin auch kein Experte :D ) und freue mich einfach, dass es Menschen gibt, die über sowas nachdenken. Ich denke, es hängt von der Persönlichkeit des Hundes ab... ein Hund, der eh schon einen Beschützerinstinkt hat, käme damit (meiner Laienmeinung nach) vielleicht besser zurecht als einer, der lieber bei seinem Menschen Schutz sucht. Ich könnte mir vorstellen, dass es für so einen Hund Stress ist, die "Verantwortung" zu tragen. Ein Drogenspürhund ist ja nicht 24/7 im Einsatz, ein Dia-Hund schon

    Blutzucker ist die Autobahn, Gewebszucker ne Nebenstraße!

  • Ich habe zwar keinen Diabetikerwarnhund und kann deine Frage nicht direkt beantworten, aber Nicki (mein Avatar) warnt eigentlich vor allem und jedem, insbesondere Briefträger, Katzen, Vögel, Eichhörnchen, ... :rofl


    Spaß beiseite, ich finde die Aussage deiner Freundin ziemlich unsinnig, sie zeugt von wenig Kenntnis über das Wesen von Hunden. Wenn die Aussage richtig wäre, könnte man sie im Grunde auf sämtliche Arbeitshunde, die noch bei Schäfern, in Rettungshundestaffeln oder für ähnliche Zwecke eingesetzt werden, übertragen. Tatsächlich werden diese Hunde aber in aller Regel äußerst professionell trainiert und gehalten. Viele Rassen haben einen natürlichen Beschützerinstinkt oder Trieb zum Bewachen ihres Reviers bzw. Rudels in die Wiege gelegt bekommen. Diese Instinkte werden im Arbeitseinsatz sinnvoll genutzt, anstatt nur einem Stöckchen oder Ball hinterher zu jagen.


    Wenn dein Hund eine enge Bindung zu dir aufgebaut hat, gibt es für ihn sowieso keinen besseren Ort als in der Nähe seiner Rudelführerin. Du schadest ihm also nicht, wenn ihr ständig die Zeit gemeinsam verbringt – im Gegenteil. Ich bin mir sicher, dass er viel Spaß beim Training/der Ausbildung haben kann. Das ist bestimmt eine artgerechtere Haltung, als einen Hund häufiger allein zu lassen.


    Man muss nur aufpassen, dass man ihn bei der Ausbildung nicht überfordert – beim späteren „Einsatz“ auch rund um die Uhr ist das, wie 2021 schon schreibt, im Grunde gar nicht möglich. Und dass der Hund vom Wesen her geeignet ist. Das kannst du vielleicht selbst am besten beurteilen oder eine Einschätzung von einem erfahrenen Trainer/in einholen.

  • Olli72


    Hast du da eine adäquate Antwort...?

    🤔


    Wenn ich kann bin ich immer nett. Bin ich nicht nett, kann ich gerade nicht. 8o




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  • Hallo zusammen,


    ich bin zwar kein Hundetrainer aber habe meine Hündin mit Unterstützung zum DWH ausgebildet.


    Sie ist, soweit ich dies vertreten kann 24/7 mit mir zusammen und an meiner Seite. Ich habe mir von den Geschäften, wo ich einkaufen gehe das okay geholt und sie darf mit rein. Sie kommt auch mit mir zur Arbeit ins Büro und wenn ich auf Dienstreise bin ist sie dabei. Selbst im Flugzeug hatte sie ihren eigenen Platz neben mir in der Kabine. Nur nicht gerade auf dem Sitz😉. Auch bei den Ärzten, wo ich regelmäßig bin, ist sie ohne wenn und aber dabei und gerne gesehen(Diabetologe, Augenarzt, Zahnarzt).


    So ein Hund ist, da immer im Einsatz ( hat ja keinen I/O Schalter) nicht gerne alleine und man sollte dies für die kommenden Jahre in die Planung ( Urlsub, Reisen, Aktivitäten) berücksichtigen. Lässt sich nicht immer umsetzen aber ich versuche es auf ein abdolutes Minimum von paar Stunden am Stück zu minimieren da, wie schon gesagt wurde, du das Rudel für deinen Partner bist.


    Die ist such nicht überfordert mit dem Aufpassen und Kontrollieren da es ja um Geruchsveränderung und Motorische Veränderungen geht und dies mit Auge und Nase wahrgenommen wird , was der 🐕 eh dauerhaft im Einsatz hat.


    Außerdem, da sie immer dabei ist ist die auch viel Unterwegs und bekommt laufeinheiten und kuscheleinheiten.


    Man muss auch an das Ende denken 🌈 da nichts von Dauer ist. Meine Lucy ist über 12 Jahre Alt und hat Krebs und mittlerweile auch Diabetes. Aber sie ist immer noch jeden Tag dabei und erledigt ihre Aufgabe zuverlässig. Trotzdem ist ihr Nachfolger schon bei mir und wird demnächst mit seiner Ausbildung beginnen . Er lernt so such von ihr, und die hat hoffentlich noch ein paar ruhige Wochen und Monate ( Jahre???).


    Im Hintergrund Baltazar 6 Monate alt und klein Lucy mit 12 Jahren.


  • Herzlichen Dank Euch Allen

    und Dir Olli ganz doll auch für Deine Offenheit!!!


    Deine Lucy hat so kluge und gute Hundeaugen mit so viel Vertrauen zu dem/n Menschen an ihrer Seite (der sie gerade fotografiert).

    Ja, sie schaut sehr zufrieden aus!

    Also werde ich doch und guten Gewissens versuchen, ob mein Weili ein Diabetikerwarnhund werden kann.


    Ich nehme ihn sehr gerne überall mit hin, er ist freundlich, verträglich und super klug. In diesem knappen Jahr hat er schon so viel gelernt, das ist unglaublich. Er kann Stadt, Geschäfte, genauso wie Land, kleine Kinder, andere Hunde,... Für mich ist er mein Traumhund.


    Muss ein Hund, um ein guter DWH werden zu können, von sich aus bereits Unterzuckerungen anzeigen, bevor er ausgebildet ist?

    Weili hat mich von sich aus noch nicht gewarnt bei Unterzuckerungen, aber er bleibt dann besonders nah bei mir, sucht den Körperkontakt und legt sich ganz ruhig neben mich. Ich glaube, er will mich dann beschützen.

  • Muss ein Hund, um ein guter DWH werden zu können, von sich aus bereits Unterzuckerungen anzeigen, bevor er ausgebildet ist?

    Weili hat mich von sich aus noch nicht gewarnt bei Unterzuckerungen, aber er bleibt dann besonders nah bei mir, sucht den Körperkontakt und legt sich ganz ruhig neben mich. Ich glaube, er will mich dann beschützen.

    Das Verhalten ist doch bereits eine Anzeige. Er spürt wahrscheinlich, dass mit dir etwas nicht stimmt. Er hat nur noch kein besonderes Signal oder Maßnahme gelernt.

  • Hallo Neli,


    Vielen Dank für deine Worte. Nutze die Möglichkeit und bilde deinen Hund aus. Du wirst es sicherlich nicht bereuen. Auch wenn nicht jeder Verständnis dafür hat, dein Kumpel wird es dir besonders danken.


    Und nein, der Hund muss nicht die Unterzuckerung eigenständig erkennen bevor er ausgebildet ist.


    Es würde die Sache nur einfacher machen da du eine Reaktion fördern und ausbauen kannst.


    So wie du es aber sagst, zeigt er doch ein entsprechendes Verhalten wenn du in eine Hypo kommst, er legt sich neben dich und schmiegt sich an dich. Darauf unbedingt aufbauen und ausbauen.


    Eine gewünschte Handlung trainieren. Kontrolliere mal ob du dieses Verhalten nachstellen kannst, indem du ein Shirt , welches du bei einer Hypo getragen hattest, ausziehst und dicht verpackst in einem Zipper Beutel. Dann mal schauen, ob das Verhalten reproduziert werden kann, wenn du den Beutel öffnest und der Geruch in def Luft liegt.

    Dann hättest du einen super Punkt zum aufbauen.

  • Olli72 du schreibst, dass deine Lucy sogar im Flugzeug bei dir ist. Gibt es Orte oder Situationen, in denen man nachweisen muss, dass es ein DWH ist? Wie ein Blindenhund? Und wenn man selbst trainiert hat, kann man nach der Ausbildung irgendwo eine Prüfung machen, die das bestätigt?

  • Olli72 du schreibst, dass deine Lucy sogar im Flugzeug bei dir ist. Gibt es Orte oder Situationen, in denen man nachweisen muss, dass es ein DWH ist? Wie ein Blindenhund? Und wenn man selbst trainiert hat, kann man nach der Ausbildung irgendwo eine Prüfung machen, die das bestätigt?

    Ja natürlich muss man sowas nachweisen. Wenn du selber ausbildest und deinen Hund dann nur bei dir hast wo jeder mit Hund sein kann, dann brauchst du nichts weiteres. Wenn du aber mehr möchtest, benötigst du schon Unterstützung und eine Prüfung mit Nachweis. Dann bekommst du ja auch eine Kenndecke und einen Bescheinigung/Ausweis.

    sobald offiziell unterwegs, Kenndecke an und man erkennt was los ist. Bei einigen Kommunen hast du dann auch Vorteil bei Hundesteuer.


    Die Niederländer sind da weiter. Bei Ikea oder Albert Heijn dürfen Service Hunde rein. Also Kenndecke an und rein. Kein Problem . Selbst in UK bei Sightseeingtour war ich mit Lucy im Leeds Castle obwohl Hunde verboten waren.


    Also am Besten einen Hundetrainer nehmen der Servicehunde ausbildet und eine Prüfung/ Ausbildung mit ihm machen. Man ist selbst fest in der Ausbildung integriert, da diese Hunde nicht fremd ausgebildet werden können da sie das Team ja kennen lernen muss.


    Hier mal das Video was der WDR mal von mir gemacht hat. Schon was her aber hat Spaß gemacht.






    Einmal editiert, zuletzt von Olli72 ()

  • Lucy ist unglaublich und hat so viel Freude bei ihrem Tun!!!

    Und das Video ist wirklich klasse, sehr hilfreich.

    Also es erleichtert mich so sehr Lucy zu sehen und Eure, Olli und Kappa, Ermutigung meinen Weili auszubilden. Danke!!!


    Weili wurde mit ca. 5 Monaten in einen Zwinger gesteckt zu 2 alten Rüden und dort eigentlich vergessen. Er durfte so gut wie nichts lernen und das, was er lernen sollte, wurde eher mit Druck an ihn heran getragen. Als er im Januar zu mir kam, mit fast 2 Jahren, war er verängstigt und wütend.

    Ich habe dann mit Vertrauens-/Bindungsarbeit angefangen und gleichzeitig geschaut, woran er Freude hat. Das war Balancieren, Rennen, Springen, Hindernisse überwinden... Damit haben wir im Garten begonnen und dann beim Agility in der Hundeschule weiter gemacht. Dazu kamen möglichst viele Hundekontakte und langsam Alltagstraining, später auch in Geschäften. Er kann sogar Fähre fahren, weil er mir vertraut. Für mich ist er und sein vertrauen in mich, einfach ein riesiges Geschenk


    Dann muss ich mich jetzt nur noch auf die Suche machen nach einer guten Hundeschule, möglichst in der Nähe, in der DWH ausgebildet werden. Leider wohnen wir nicht in der Nähe von Aachen, sondern in der Nähe von Bremen auf dem platten Land.


    Herzlichen Dank<3<3<3

  • Ich halte es für schwierig einen 2 Jahre alten Hund noch zum DWH auszubilden.

    Normalerweise wird schon beim Welpen drauf geachtet, aber dazu fähig wäre.

    Ich drücke dir aber die Daumen, dass es klappt.

  • Hallo Mrks,

    Danke für Dein Daumen drücken. Ja, hab gelesen, dass Welpen ausgesucht werden. Dachte aber, dass es auch mit einem erwachsenen Hund gehen könnte. Kennst Du Dich mit der Ausbildung aus? Oder Kennst Du eine gute Ausbildungsstätte? Osnabrück ist vom Bremer Umland nicht so weit entfernt wie Aachen.

  • Eine gewünschte Handlung trainieren. Kontrolliere mal ob du dieses Verhalten nachstellen kannst, indem du ein Shirt , welches du bei einer Hypo getragen hattest, ausziehst und dicht verpackst in einem Zipper Beutel. Dann mal schauen, ob das Verhalten reproduziert werden kann, wenn du den Beutel öffnest und der Geruch in def Luft liegt.

    Dann hättest du einen super Punkt zum aufbauen.

    Danke Olli, das versuche ich nach der nächsten Hypo!

  • Hallo Mrks,

    sorry, ich war ein paar Tage nicht hier, sondern flach im Bett gelegen.

    Den link kann ich nicht aktivieren, es sagt mir dann immer, dass ein Fehler aufgetreten wäre.

    Könntest Du mir bitte sagen, worum es sich konkret handelt, dann könnte ich auch bei YouTube nachsehen, sollte der link nicht mehr aktuell sein.

    Liebe Grüße,

    Neli