DDG: Gesundheitsbericht Diabetes 2021

  • Die DDG hat den aktuellen „Gesundheitsbericht Diabetes 2021“ veröffentlicht. Er kann hier heruntergeladen werden:

    https://www.deutsche-diabetes-…hungen/gesundheitsbericht


    Der Bericht befasst sich mit Statistik, Folgeerkrankungen, Missständen im Gesundheitssystem und politischen Hintergründen. Er ist mittlerweile ziemlich umfangreich, behandelt aber überwiegend Typ 2. Das ist in Anbetracht der Epidemiologie auch nicht verwunderlich:


    Derzeit haben in Deutschland mindestens 8 Mio. Menschen Diabetes Typ 2, zuzüglich einer hohen Dunkelziffer.

    Dagegen haben nur 341.000 Erwachsene und 32.000 Kinder/Jugendliche Typ 1.

  • Danke Kappa



    Dagegen haben nur 341.000 Erwachsene und 32.000 Kinder/Jugendliche Typ 1.

    Kann ich kaum glauben, das es so wenige sein sollen. :/


    Wenn ich kann bin ich immer nett. Bin ich nicht nett, kann ich gerade nicht. 8o




    DanaRS 08/19 - nightscout 10/19 - Dexcom G6 + AAPS + xdrip 11/19 - Closed Loop 02/20 - SonyXA2 - SonySWR50

  • Danke Kappa



    Dagegen haben nur 341.000 Erwachsene und 32.000 Kinder/Jugendliche Typ 1.

    Kann ich kaum glauben, das es so wenige sein sollen. :/

    Ich bezweifel die Zahlen sehr stark an. In einer Präsentation über Pankreopriven Diabetes hieß es, dass pankreopriver Diabetes sehr häufig fehldiagnostiziert wird. Interessanterweise ist auch in dieser Verteilung der Anteil an Typ1 ern recht hoch und der Anteil von Typ2ern deutlich geringer. Also die werden anscheinend auch häufig fehldiagnostiziert.


    Typ1 23,1%

    Typ2 67,7%

    Typ3c 9,2%


    Hier kann man die entsprechende PDF downloaden.

    https://www.google.de/url?sa=t…Vaw0cDXfo9RExALnTFnW2EIB7


    Die Grafik stammt von Phil A. Kraft 2017. Bisher habe ich von der Grafik aber nur den Abstract gefunden, aber noch keinen Volltext.

    https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/28404095/

  • Low-Carb gehört jetzt also zu den favorisierten neuen Diätmodellen. Das ist schön, wird es aber trotzdem kein Eingeständnis geben, wie viel Schaden die DGE und DDG mit ihren Diätempfehlungen in den letzten Jahren angerichtet hat.

  • Eingeständnis geben, wie viel Schaden die DGE und DDG mit ihren Diätempfehlungen in den letzten Jahren angerichtet hat.

    Das stimmt, wenn ich denke wie es Anfang der 70er bis Ende der 80er in den Krankenhäusern und Kliniken für "Diäten" für Typ 1er gegeben hat, graust es mich heute noch.

    *schüttel vor Ekel und Unverständnis *


    Wenn ich kann bin ich immer nett. Bin ich nicht nett, kann ich gerade nicht. 8o




    DanaRS 08/19 - nightscout 10/19 - Dexcom G6 + AAPS + xdrip 11/19 - Closed Loop 02/20 - SonyXA2 - SonySWR50

  • Ich bezweifel die Zahlen sehr stark an. In einer Präsentation über Pankreopriven Diabetes hieß es, dass pankreopriver Diabetes sehr häufig fehldiagnostiziert wird. Interessanterweise ist auch in dieser Verteilung der Anteil an Typ1 ern recht hoch und der Anteil von Typ2ern deutlich geringer. Also die werden anscheinend auch häufig fehldiagnostiziert.


    Typ1 23,1%

    Typ2 67,7%

    Typ3c 9,2%

    Man muss aufpassen, wenn irgendwo Grafiken auszugsweise ohne vollständige Datengrundlage zitiert werden. Wenn man nach der Quelle der von dir genannten Zahlen recherchiert, findet man folgenden Zusatz zu der Tortengrafik:


    Zahl. Prävalenz und Ursachen von Typ-3c-Diabetes mellitus (A) Prävalenz von Typ-3c-Diabetes in einer Kohorte von 1868 Teilnehmern mit Diabetes. (B) Häufigkeit verschiedener Ursachen bei 117 Teilnehmern mit Typ-3c-Diabetes.


    Dieses noch relativ geringe Teilnehmerfeld ist sicherlich nicht repräsentativ für die Bevölkerung. Es stellt sich auch immer die Frage, wie das Feld ausgewählt wurde. Am Beginn der von dir verlinkten Präsentation taucht z.B. eine Verteilung der Patienten in einer diabetologischen Schwerpunktpraxis auf. Der Großteil der Typ 2er wird bestimmt nicht von einem Diabetologen, sondern von normalen „Hausärzten“ behandelt. Das verfälscht die Verteilung.


    Die Zahlen im Gesundheitsbericht stammen dagegen aus folgender Primärquelle:

    https://edoc.rki.de/bitstream/…df?sequence=4&isAllowed=y


    Darin kann man die statistischen Grundlagen im Detail nachlesen. Es wurden das Diabetesregister Nordrhein-Westfalen und das bundesweite DPV-Register ausgewertet sowie mit den Daten gesetzlicher Krankenkassen abgeglichen. Damit wurde die Inzidenz der Diabetestypen abgeschätzt und auf die Gesamtbevölkerung hochgerechnet. Die Datengrundlage war daher weitaus umfangreicher und deshalb auch zuverlässiger.


    Allerdings wird eingeschränkt, dass das DPV-Register, in dem neu diagnostizierte Diabetiker erfasst werden, erst 1995 eingeführt wurde. Ältere Typ 1er mit einer früheren Diagnose sind darin also nicht enthalten. Sicherlich sind unter den Typ 2er auch einige Fehldiagnosen dabei. Das ändert aber nichts an der Tatsache, dass Typ 1 auch mit Lada und Typ 3 zusammen eine relativ kleine Minderheit darstellt.

  • Eingeständnis geben, wie viel Schaden die DGE und DDG mit ihren Diätempfehlungen in den letzten Jahren angerichtet hat.

    Das stimmt, wenn ich denke wie es Anfang der 70er bis Ende der 80er in den Krankenhäusern und Kliniken für "Diäten" für Typ 1er gegeben hat, graust es mich heute noch.

    *schüttel vor Ekel und Unverständnis *

    Ich vergesse nie das 2. Frühstück für kleine Kinder. 2 Scheiben trockenes Knäckebrot mit braunem, weil löchrigem Apfel. ( Die Grammzahl musste ja stimmen ) Gabs damals im Bezirkskrankenhaus Dresden High Carb vom Feinsten. :rofl Und Aufessen war ja Zwang. :essen:Aber man wusste es in den 70 zigern nicht besser. Äpfel sind bis heute nicht meins. :toast

    Einmal editiert, zuletzt von Ava ()

  • Da gebe ich dir Recht.


    Dennoch gibt es mehrere Studien, die den starken Verdacht hegen, dass insb. Typ3c viel zu häufig fehlklassifiziert ist.

    Sobald jemand ein gewisses Alter erreicht wird, wird ja leider i.d.R. sofort vom Typ2 ausgegangen. Wie viele Lada Diabetiker werden ja auch erst fälschlich als Typ2 diagnostiziert. Es werden sicher nicht 50% Typ1 und Typ3 sein, sondern natürlich deutlich weniger als Typ2. Aber sicher deutlich mehr, als bisher angenommen.

  • Aufessen war ja Zwang

    Ja, ürgs... Wie ätzend war das denn.

    Und in der Diabetes Klinik in die ich mindestens einmal im Jahr musste gab es immer Obst geschnitten, da gab es dann zwei Fingerbreit Banane und weil die Grammzahl nicht stimmte gab es noch ein dünnes Scheibchen dazu, natürlich in tiefbraun angeranzt. :hechel:

    Und low carb war der grüne Blattsalat mit Spritzer Zitrone und halben Spritzer Süßstoff auf 20 Liter Wasser. Genau wie die Suppe vor dem Hauptgang. Die eigentlich nur Wasser war, wo von der Wurst die am morgen beim Frühstück nicht verbraucht wurde, feingeschnippelt Reste drin schwammen.

    100 Liter Wasser mit 1 Möhre und 20g Wurst, feingeschnitten.

    Knäckebrot hätt ich auch gern gehabt, welliges hartes Schwarzbrot gab es. Klar nur ein Eckchen und weniger als der kleine Fingernagel Streichfett. Iiiiiiiiiiiiiiigittigit.


    Da kommen ganz viele fiese Gedanken hoch. ||:ball


    Wenn ich kann bin ich immer nett. Bin ich nicht nett, kann ich gerade nicht. 8o




    DanaRS 08/19 - nightscout 10/19 - Dexcom G6 + AAPS + xdrip 11/19 - Closed Loop 02/20 - SonyXA2 - SonySWR50

    Einmal editiert, zuletzt von bierernst ()

  • Knäckebrot ohne Belag und Streichfett, dafür mit braunem Apfel aus dem blauen Plastebecher war einfach nur ätzend und ist bei mir bis heute unvergessen...:hmmz:* Schüttel* :blerg::blush:


    heikeov : bei uns gabs statt Haferschleim Obst - Reistag, Reis mit Wasser gekocht und etwas Obst. Esse bis heute keinen Reis und kann ihn auch nicht riechen. Als ich dann etwas älter war, flog der Reis regelmäßig aus dem Fenster. :help::blush:

    Einmal editiert, zuletzt von Ava ()