Umstellung Basal (Lantus auf Tresiba)

  • Hallo Zusammen,


    über meine Probleme, die ich seit Juni/Juli mit meinen BZ-Werten habe, hatte ich an anderer Stelle schon berichtet. Mit deutlich größeren Insulinmengen (deren Notwendigkeit ich wohl akzeptieren muss) habe ich das auch recht gut in den Griff bekommen.


    Was mich genervt hatte, war, dass ich meine Basaldosis (Lantus) auf 2 Gaben splitten musste, da es bei einmaliger Gabe nach 20 Stunden mächtig geschwächelt hat.


    Mit meiner Diafee habe ich besprochen, es mal mit Tresiba zu versuchen, da hier eine Einzeldosis reichen sollte. Damit habe ich am letzten Freitag angefangen und spritze im Moment abends 28 iE (vorher 2x 18iE Lantus). Was mir jetzt auffällt ist, dass ab nachmittags der BZ nach 3iE Fiasp pro KE wieder deutlich über 180mg/dl ansteigt und fast immer von mir korrigiert werden muss.


    Kann das damit zu tun haben, dass die Tresiba-Dosis (noch) zu niedrig ist?


    Nach den jetzt 5 Tagen seit Umstellung sollte jetzt nur noch das Tresiba im Körper wirken und eine weitere Anpassung möglich sein, oder? Das würde ich gern ab heute Abend machen. Ich frage mich allerdings, ob ich da ganz vorsichtig in 2er Schritten anpasse oder die erste Erhöhung etwas mutiger angehe.


    Was meinen denn die Tresiba-Profis dazu?

    LG, Angi :urlaub


    Läuft bei mir. Nicht rund. Und rückwärts. Und bergab. Aber läuft

  • Oh, ich bin gar nicht gemeint...


    Ich habe kürzlich von 7 auf 8 IE Tresiba umgestellt (wegen nächtlicher eher leichter Anstiege), nachts geht es bis zum Morgengrauen nun eher runter (halbe Einheiten kann der Pen nicht), aber alles im grünen Bereich und Dawn setzt früh genug ein. Die Restfunktion liefert geschätzt noch einmal um die 10 Einheiten, die niemand zählt...


    Nichtsdestotrotz habe ich, selbst im Basalraten-Testmodus, mehrmals täglich unvermittelte Anstiege, die ich mit Bolusinsulin neutralisiere - Tresiba ist anscheinend zu geradlinig und lässt das Circadiane unberücksichtigt.

    Mit Levemir zu basteln ist mir zu nervig, in den meisten Fällen fallen die Peaks sowieso in die Nähe von Mahlzeiten, sie vergurken mir da nur die Faktoren :-/


    Ich sitze also etwas zwischen Baum und Borke. Für den allgemeinen Tagesablauf ist das Tresiba ausreichend, die Korrekturen fallen nur im Fastenmodus wirklich ins Gewicht.

    (Daraus mal ein Basalprofil für eine Pumpe bauen... wenn es soweit ist.)


    Lange Rede: Tresiba ist schon toll, passt aber nicht jedem perfekt (und über unerwarteten Sport haben wir noch gar nicht gesprochen).

  • Hmmm… ich denke, dass meine Restfunktion jetzt endgültig dahin ist. Das würde auch die inzwischen deutlich höheren Insulindosen erklären, ich ich brauche. Bis Juni hatte ich über 24 Stunden immer einen Faktor 1 für meine KEs und beim Basal reichten 12 Einheiten Lantus mit einmaliger Gabe.


    Ab Juli ging meine Basalrate immer höher bis ich bei insgesamt 36 Einheiten angekommen war. Mein KE-Faktor liegt jetzt zwischen 2 und 4.


    Es ist jetzt auch nicht mehr so, dass bei einem hohen BZ-Anstieg von selbst eine Korrektur (über die BSD) kommt. Das muss ich mit Bolus korrigieren.


    Seit der Umstellung auf Tresiba reicht aber mein Mahlzeitenbolus irgendwie nicht mehr aus. Da, wo ich vorher bei vllt 170mg/dl gelandet bin, habe ich jetz Werte von über 200, die auch nicht großartig wieder abfallen.


    Geändert habe ich aber eben „nur“ das Basalinsulin, sodass ich da am ehesten die Ursache vermute.


    Was unerwarteten Sport angeht, bin ich da wohl auf der sicheren Seite. Außer den (zwar langen aber) moderaten Spaziergängen mit dem Hund und dem Radfahren in der Stadt, passiert da nicht viel.

    LG, Angi :urlaub


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  • Es kann gut sein, dass deine Mahlzeiten teilweise mit Basallücken zusammenfallen, da hilft nur BRT, ggf. über mehrere Tage.

    Lineare Anstiege aus dem Nichts heraus kann man ja ganz gut auf eine extra BR zurückrechnen (und die dann beim Bolus im Hinterkopf haben). Viel Auswahl haben wir als Penner da nicht.

  • Was auch neu ist…


    Ich bemerke sehr krass die Besonderheiten bei fettigerem Essen.


    Ich spritze einen 3er Bolus (Beisp. Schnitzel mit Pommes und Salat mit Essig-Öl = ca 50g KH = 15iE Fiasp). Da kommt erst mal gar kein Anstieg, sondern der Bz fällt runter auf ca 80. Nach Stunden dann ein erneuter Anstieg auf bis über 200.


    Gestern Abend hatte wir Stammtisch und ich hatte gegen 18.30 og Essen. Um 22.00 lag ich bei 204mg/dl und habe mit 4 Einheiten korrigiert. Um 2.15 lag ich bei 186 und hab noch mal 5 Einheiten nachgelegt. Aufgewacht bin ich dann um 8.30 mit 170

    LG, Angi :urlaub


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  • Gestern Abend hatte wir Stammtisch und ich hatte gegen 18.30 og Essen. Um 22.00 lag ich bei 204mg/dl und habe mit 4 Einheiten korrigiert. Um 2.15 lag ich bei 186 und hab noch mal 5 Einheiten nachgelegt. Aufgewacht bin ich dann um 8.30 mit 170

    Ja, das klingt schon ein bissel nach Basalmangel, oder das Fiasp wirkt nicht mehr gut bei dir. Vielleicht ja auch beides.

  • Dass es am Fiasp liegt, glaube ich eigentlich nicht. Dazu klappt es bis nachmittags zu gut mit dem Bolus.


    Heute gab es Putenschnitzel mit Kartoffeln und Salat, als Nachtisch ungesüßte Erdbeeren. Geschätzt 35g KH


    Vor dem Essen hatte ich einen Wert von 125mg/dl und habe um 11.55 Uhr 12,5 iE gespritzt. 2 Korrektur, 10,5 Bolus.

    Das Bild zeigt die FSL2-Kurve bis jetzt. Mir scheint es, als würde das Fiasp seinen Job gut machen

    LG, Angi :urlaub


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  • lunaiko

    Hat den Titel des Themas von „Umstellung Basal (Lantus auf Trasiba)“ zu „Umstellung Basal (Lantus auf Tresiba)“ geändert.
  • Ich verwende Tresiba schon seit mehreren Jahren (22 IE bei 78 kg Körpergewicht) und habe damit nachts, sofern kein Bolus mehr aktiv ist, eine schöne Flatline. Tagsüber verbleiben aber auch kleine Basallücken, bei mir frühmorgens und gegen 18:00 Uhr. Die kompensiere ich mit kleinen Korrekturen bzw. addiere die auf anstehende Boli.


    Man kann auch mal mit dem Injektionszeitpunkt experimentieren. Das Wirkprofil von Tresiba ist sehr flach, hat aber schon ein kleines Maximum. Bei mir läuft es am besten mit einer Injektion um 23:00 Uhr. Einen großen Einfluss bei einer zeitlichen Verschiebung spüre ich aber nicht. Ich habe ein ausgeprägtes Dawn-Phänomen. Allein mit Tresiba kam der Anstieg immer um 5:00 Uhr und hat sehr genervt. Durch Zufall (bei einer Probe-Umstellung) habe ich festgestellt, dass ich den Anstieg durch eine Kombination der Basalinjektion von Tresiba/Toujeo zu 50/50 auf 8:00 Uhr verschieben kann, wo er mich weniger stört bzw. ohne Schlafunterbrechung korrigiert werden kann.


    Tresiba soll zwar sehr lange im Körper sein, aber die Wirkdauer ist dennoch begrenzt. Bei einer vergessenen Basalinjektion geht es nach 4-5 Stunden offensichtlich hoch, man kann die Injektion dann aber noch problemlos nachholen (mit Korrekturbolus) und auch die nächste Injektion zur üblichen Zeit führt nicht zum Absturz.


    Wenn die Basaldosis zu niedrig ist, hat das großen Einfluss auf den Tagesverlauf. Bei mir stimmen auch die KH-Faktoren nicht und die oben genannten basalen Lücken bzw. leichten Anstiege tagsüber sind viel stärker ausgeprägt. Ich sehe das dann auch an einem tendenziell steigenden Verlauf der nächtlichen Kurve.


    Das kann schon von einer Veränderung des Körpergewichts um nur 1 kg ausgelöst werden. Bei mir ist eine Dosisanpassung um +/- 10% alle paar Wochen nötig, ohne ersichtlichen Grund, wahrscheinlich liegt es an einer Up- und Down-Regulation der Insulinrezeptoren. Eine Änderung um 2 IE reicht meistens aus bzw. merke ich schon deutlich, eine Änderung um 1 IE hat nur geringen Einfluss bzw. ist schon Feintuning.


    Das mit dem späten Anstieg nach fettigem Essen ist ja eigentlich normal. Vielleicht wurde das früher bei dir zufälligerweise vom Wirkmaximum des Lantus kompensiert. Wenn deine Basaldosis noch zu niedrig ist, kann dieser Effekt aber auch stärker ausgeprägt sein. Mit FIASP hatte ich es eher selten, mit Lyumjev ist es aber richtig heftig. Deshalb nehme ich für solche Mahlzeiten weiterhin FIASP.

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  • Danke Kappa. Dein Erfahrungsbericht hilft mir schon.


    Ich hab das 200er Tresiba, kann also nur in 2er-Schritten anpassen. Ich leg heute Abend mal 2 Einheiten drauf und verschiebe die Injektion etwas nach hinten.


    Diese krassen Anstiege nach fettigem Essen kannte ich bisher so nicht. Da hat wahrscheinlich die Restfunktion meiner BSD geholfen.


    Aber wie schon Eingangs geschrieben, passieren diese krassen Anstiege erst ab dem späten Nachmittag. Und ebensolch erst seit dem Umstieg auf Tresiba. Ich erhöhe jetzt mal moderat die Dosis und schau, was passiert.

    LG, Angi :urlaub


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  • Siehste, bei mir war es andersrum, Fiasp habe ich nur im Fertigpen bekommen und halbe Einheiten sind bei mir (noch) ein Ding (und jedesmal eine ganze Einheit durch die Nadel zu spülen tat schon weh).

    Prinzipiell (Kids, don't try this at home!) können die Penfills zerlegt werden, bei Lilly mit der Laubsäge, bei Novo mit Geduld. Natürlich macht das niemand... und ich rate auch niemandem dazu.

  • Ich hab meinem Doc immer nach einer Testverordnung in Fertigpens für das Bolus richtige (Kinder)Pens aus den Rippen geleiert. Ich finde es einfach besser, wenn ich auch kleiner dosieren kann.


    Anfangs hatte ich mal den Pendiq. Da kann man sogar in 0,1er-Schritten dosieren. Allerdings war es jedes Mal ein ziemlicher Aufwand und bei jeder Injektion muss man eine halbe Einheit in die Luft abgeben bevor die eigentliche Abgabe kommt.

    Als der Pendiq nach einem Sturz aus 1,5 Metern kaputt war, wollte ich keinen neuen haben.


    Für das Basal brauche ich nichts anderes als einen Fertigpen. Den brauche ich nur 1x am Tag und die größeren Schritte stören mich nicht.


    Allerdings würde ich es gar nicht mal schlecht finden, ein Fiasp mit 200iE/ml zu haben. Da wären die Portionen doch sehr viel kleiner und ich müsste nicht so oft splitten.

    LG, Angi :urlaub


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  • Nicht? Je höher die Konzentration desto geringer ist doch das Volumen. Und davon ist die Resorption abhängig. Deshalb splitte ich ja alles über 10/12 Einheiten.


    Oder hab ich das falsch verstanden?

    LG, Angi :urlaub


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  • Fertigpens verordnen die Ärzte ja immer am Anfang, damit man erst mal testen kann, ohne gleich die 100 Euro für den Pen auszugeben. Käme für mich auf Dauer nicht in Frage. Ich brauche die Memory Funktion am NovoPen immer wieder mal, gerade beim Basalinsulin. Das vergesse ich doch gerne, weil es nicht an eine Mahlzeit oder ein sonstiges Ereignis gekoppelt ist. Und es ist so eine Routine, dass das Gehirn es nicht abspeichert. 10 Minuten danach, weis ich schon nicht mehr, ob ich gespritzt habe oder nicht.


    Ich hab schon mehrfach Fiasp Dosen >20 IE in einer Injektion abgegeben und keine Probleme bei der Resorption festgestellt. Mittlerweile splitte ich große Dosen auch (zeitlich), aber nur weil es mich nach dem Essen sonst in den Keller haut. Die Konzentration spielt dabei keine Rolle.

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  • Nicht? Je höher die Konzentration desto geringer ist doch das Volumen. Und davon ist die Resorption abhängig. Deshalb splitte ich ja alles über 10/12 Einheiten.


    Oder hab ich das falsch verstanden?

    Hast alles richtig verstanden, ich mal wieder nicht :( ich splitte nie und bei einer großen Pizza sind das dann schonmal 26 IE die ich an einer Stelle injiziere mit 200er LumLum, komme damit gut klar.

  • Das mit der Memoryfunktion beim NovoPen ist natürlich prima. Und sicher ein Argument für den Pen. Lass ich mir mal durch den Kopf gehen.


    Gestern Abend hab ich meine Basaldosis um 4 Einheiten auf 32 erhöht. Den Effekt werde ich aber wohl erst in 3-4 Tagen beurteilen können.


    Gestern hatte ich um 0.30 einenWert von 75mg/dl und vor dem schlafen noch einen Kinderriegel gefuttert (11g KH). Heute Morgen dann 157 und mit 5,5 Einheiten korrigiert. Nach fast 2 Stunden liege ich jetzt bei 152.

    Zufrieden bin ich damit natürlich nicht…

    LG, Angi :urlaub


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  • Schokolade halt, wirkt nich sofort bei BZ 75, dafür später…

    LG
    Schaf

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  • Hallo,

    mein Doc hat mir heute auch einvernehmlich Tresiba statt Lantus verschrieben, da es immer wieder gewisse unerklärliche Inkonssitenzen im BZ-Verlauf gibt.


    Da ich bisher nur eine relativ kleine Menge Lantus benötige (12 IE über 24h) und ich Pen-Ampullen bevorzuge, war klar, dass es die 100e/ml Penfill werden sollen

    Nun sagt mir meine Apotheke, es wäre (derzeit) gar nicht lieferbar. Auch in einer Internet-Apotheke gibt es die Auskunft "derzeit nicht lieferbar".

    Kennt einer dazu vielleicht Hintergründe oder hat in den letzten Tagen erfolgreich das Penfill bekommen können, bevor ich nun eine Apotheke nach der anderen abklappere?

    Danke!