BZ Werte wie festgenagelt

  • Jetzt muss ich mal in die Runde fragen, Was das nun wieder sein könnte... ich beobachte seit einigen Wochen, dass meine Werte in der Nacht zwar stabil sind, sich aber auf einer anderen Ebene bewegen. Will heißen Bisher lag mein Nacht Durchschnitt zwischen 80 und 90, seit gut einem Monat liegen die Werte zwischen 110 und 130. Das ist ein ganz schön doller Anstieg finde ich, und erklären kann ich ihn mir nicht. Ich ernähre mich nach wie vor Low-Carb gemäßigt. Ich habe meinen basal schon um zwei erhöht, von zwölf auf 14 IE. Das hat aber nichts geändert. Auch steigt der Blutzucker nicht an sondern bleibt einfach auf dieser Ebene stehen. Er lässt sich aber auch kaum nach unten regeln, Einheiten die ich spritze scheinen einfach zu verpuffen. Als Beispiel: gestern Abend 1KE gegessen ( Eiweißbrot mit Käse und Salat) Dazu brauchte ich bisher 1 bis maximal 2IE. Gestern habe ich gleich 2 iE gespritzt. Blutzucker stagniert bei 120. Eineinhalb Stunden später noch mal 2 Einheiten gespritzt.( mal sehen was passiert) Blutzucker Bleibt weiter bei 120. Eineinhalb Stunden später noch mal zwei Einheiten gespritzt. Blutzucker bleib die ganze Nacht bei konstant 120.

    6! Einheiten! So viel brauche ich manchmal für den ganzen Tag! Und anscheinend richten Sie nichts aus. Und ja, ich habe natürlich auch einen anderen Pen versucht aber das Insulin scheint o. k. zu sein. Was um alles in der Welt kann denn das sein? Die Werte sind jetzt nicht tierisch hoch aber auch nicht so wie sie sich sonst verhalten. Auch tagsüber ist‘s eigenartig.... Das gleiche heute Morgen für 1 KE (Eiweiß Brot) habe ich bis jetzt 5 iE gespritzt!, und der Blutzucker bleibt nachdem er erst auf 160 hochgerauscht ist nun konstant auf 120. Ich bin echt ratlos... :confused2 (und ja, hab das natürlich auch Blutig gegengecheckt)

    Wenn das nur für ein paar Tage wäre, würde ich ja an einem verdeckten Infekt glauben, aber das geht schon seit Wochen so… Insulinempfindlichkeit gesunken? Aber warum? Ich hatte einen eher niedrigen Insulinverbrauch bisher, circa 6-8 Einheiten (Novorapid) pro Tag und zwölf Einheiten (Toujeou) basal. Das lief bisher immer wunderbar… Ernährung ist gleich geblieben und Bewegung auch. Und da ich schon 50 bin ist das mit den Hormonen wohl auch nicht mehr so wild.

    Ihr findet mich ratlos... :/

  • Hm, kannst du Fehlfunktionen des Sensors ausschließen? Ich hab auch ab und zu sensoren, die konstant 20-30 Punkte überm ziel laufen, genau wie einzelne recht belastbar 20 drunter liegen.


    Und ja, ich hatte vor ein paar Monaten sowas ähnliches - stabil hohe Werte, aber eben nach unten hin stabil. Nach oben wars weniger lustig, irgendein kaum bemerkbarer Infekt. Weil nach 2-3 Wochen wars wieder vorbei.

    --
    Nix Diabetes - das ist lediglich Glucose-Intoleranz.

  • Jetzt muss ich mal in die Runde fragen, Was das nun wieder sein könnte... ich beobachte seit einigen Wochen, dass meine Werte in der Nacht zwar stabil sind, sich aber auf einer anderen Ebene bewegen. Will heißen Bisher lag mein Nacht Durchschnitt zwischen 80 und 90, seit gut einem Monat liegen die Werte zwischen 110 und 130. Das ist ein ganz schön doller Anstieg finde ich, und erklären kann ich ihn mir nicht. Ich ernähre mich nach wie vor Low-Carb gemäßigt. Ich habe meinen basal schon um zwei erhöht, von zwölf auf 14 IE. Das hat aber nichts geändert. Auch steigt der Blutzucker nicht an sondern bleibt einfach auf dieser Ebene stehen. Er lässt sich aber auch kaum nach unten regeln, Einheiten die ich spritze scheinen einfach zu verpuffen. Als Beispiel: gestern Abend 1KE gegessen ( Eiweißbrot mit Käse und Salat) Dazu brauchte ich bisher 1 bis maximal 2IE. Gestern habe ich gleich 2 iE gespritzt. Blutzucker stagniert bei 120. Eineinhalb Stunden später noch mal 2 Einheiten gespritzt.( mal sehen was passiert) Blutzucker Bleibt weiter bei 120. Eineinhalb Stunden später noch mal zwei Einheiten gespritzt. Blutzucker bleib die ganze Nacht bei konstant 120.

    6! Einheiten! So viel brauche ich manchmal für den ganzen Tag! Und anscheinend richten Sie nichts aus. Und ja, ich habe natürlich auch einen anderen Pen versucht aber das Insulin scheint o. k. zu sein. Was um alles in der Welt kann denn das sein? Die Werte sind jetzt nicht tierisch hoch aber auch nicht so wie sie sich sonst verhalten. Auch tagsüber ist‘s eigenartig.... Das gleiche heute Morgen für 1 KE (Eiweiß Brot) habe ich bis jetzt 5 iE gespritzt!, und der Blutzucker bleibt nachdem er erst auf 160 hochgerauscht ist nun konstant auf 120. Ich bin echt ratlos... :confused2 (und ja, hab das natürlich auch Blutig gegengecheckt)

    Wenn das nur für ein paar Tage wäre, würde ich ja an einem verdeckten Infekt glauben, aber das geht schon seit Wochen so… Insulinempfindlichkeit gesunken? Aber warum? Ich hatte einen eher niedrigen Insulinverbrauch bisher, circa 6-8 Einheiten (Novorapid) pro Tag und zwölf Einheiten (Toujeou) basal. Das lief bisher immer wunderbar… Ernährung ist gleich geblieben und Bewegung auch. Und da ich schon 50 bin ist das mit den Hormonen wohl auch nicht mehr so wild.

    Ihr findet mich ratlos... :/

    hmm, ich würde sagen deine Bauchspeicheldrüse liegt in den letzten Zügen. Deine Diagnose war 2015 und da ist es gut möglich, dass bis heute noch ein wenig Insulin produziert wurde. Ich merke auch eine schwankende Eigenproduktion, mal sind es mehr, mal weniger.

    Ansonsten den G6 mal blutig gegen gemessen?

  • Ja, der G6 tut gerade gut. Hm... kann natürlich sein, das bis jetzt Eigenproduktion mitgewirkt hat. Komisch nur das der BZ auf das Insulin so unglaublich schwerfällig, oder fast garnicht reagiert....

  • Bei mir ist das selbe Problem

    Ich reguliere mit Levemir.

    Weil geht's es schneller bei mir.


    Kurz insulin Fiasp (3IE ) hab ich versucht mit 297mg auf der Tacho (Dexii )zu stürzen :wacko:

    Und ich habe bis zu 42mg geschossen. :patsch:

    Um 00.00 Mitternacht

    Wahr leckerchen angesagt.

    :bigg:toast

    hmmm...Es geht viel schneller als gedacht. :hmmz:

    Bei nächste mal ich habe 2 IEFiasp

    gespritzt auch zuviel aber schon besser 103mg Tendenz doppelt feil nach unten:hmmz:

    3 ).mal keine spritzen mehr. :P


    Warte ich ab, ob der eigene Insuli Produktion mit Levemir nicht selber BZ-reguliert. ;)

    Ich bin über 2jahre Typ 1 auch komisch aber glücklich, dass ich immer noch keine insulin, die du erwähnt hast brauch.


    Gruß :blush:

    PS. Novorapid hab ich am Anfang der Diagnose gehabt.

    Ich habe mir gewünscht das die insulin kurzer wirkt, weil nach 4 Stunden wahr ich immer zu niedrig.

    Fiasp ist der richtige. :thumbup:

    Verträglichkeit muss ich in die Zukunft prüfen ;):)

  • Hm, kenne ich irgendwie (als Typ 3e),

    nur Korrektur für die Nacht funktioniert bei mir auch nicht, auch nicht mit großen mengen Insulin, da passiert einfach garnichts.

    Esse ich aber 1-2 KE und spritze ganz Normal dafür + Korrektur, dann funktionierts


    p.s.

    Nutze auch Fiasp, tagsüber funktioniert das gut, zur Nacht hin habe ich damit erhebliche Probleme

  • ...nur Korrektur für die Nacht funktioniert bei mir auch nicht, auch nicht mit großen mengen Insulin, da passiert einfach garnichts.

    Esse ich aber 1-2 KE und spritze ganz Normal dafür + Korrektur, dann funktionierts

    Guter Hinweis, auf die Idee bin ich noch gar nicht gekommen. Werde ich beim nächsten zu hohen Abendwert mal probieren. :thumbup:

    Alles hat seine guten Seiten... Man muss sie nur finden.

  • Also das mit den Nachtwerten ist schon eigenartig. Da erkenne ich jetzt ein richtiges Muster!

    So gegen 23 Uhr steigen die Werte um ca. 40 und bleiben bis ca.4 Uhr morgens dort recht konstant und fallen laaaangsam etwas bis 7 Uhr, sind dann aber immer noch 30 zu hoch. Erst ab dem Morgenbolus komm ich dann wieder in für mich normale Gefilde und da bleib ich dann auch, bis wieder Abends gegen 23 Uhr.

    Könnte das eine Basallücke sein?

    Ich spritze um 22 Uhr 13iE Toujeou. Eigentlich soll das ja ein gleichmäßiges Wirkprofil haben und das hat bisher ja auch gut geklappt. Aber jetzt eben nicht mehr....

    Oder sollte ich mal versuchen den Spritzzeitpunkt vom Basal auf morgens zu schieben? Könnte das was ändern?

    Einfach mehr Basal wird wohl nix bringen weil‘s tagsüber ja stimmt?

    :/

  • Wenn der Anstieg immer in der ersten Nachthälfte ist , hilft vielleicht schon vor dem Schlafengehen zusätzlich eine kleine Dosis

    Bolusinsulin vielleicht mit einem kleinen Snack verbunden.

    Aber eben vorsichtig....

    Alternative wäre ein kürzer wirksames Basalinsulin , zB Levemir, und dann die Dosen an die tageszeitbedingten Bedürfnisse anpassen.

    Man muss die Schuld auch mal bei den Anderen suchen :bigg

  • So, habe jetzt abends beim zu Bett gehen das mit dem kleinen Extra Bolus versucht. Zumindest hält sich damit der Zucker dann bei 100 stabil über Nacht. Komisch ist das für mich trotzdem.

    Es ist so als wäre diese 100 eine magische Linie unter die der BZ nicht mehr sinkt, egal was man macht. Tagsüber ist das anders da reagiert der BZ normal auf Bolus und fällt auch unter 100 und kann bei 80 stabil bleiben. Nur nachts scheint es da jetzt irgendwie eine andere Regel zu geben...

    Bin auch mit dem Basal 2IE hoch. Auch das scheint keinen Einfluss auf irgendwas zu haben.

    Und wieder einmal kratzt man sich am Kopf und versteht einfach das warum nicht...

    Es geht mir auch garnicht um die Werte, die sind ja gut. Aber was sind die Mechanismen?

    Wieso kann ich abends bei einem BZ von um die 100 2-4! IE spritzen und es passiert: NICHTS.

    Gibt es dafür irgendeine sinngebende Erklärung?

  • Ich halte es in solchen Situationen wie Reinhold Niebuhr :

    Gott, gib mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann, und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.

    Alles hat seine guten Seiten... Man muss sie nur finden.


  • Hallo,


    hier wurden schon einige Stellungnahmen gepostet, auch dass die eigene Insulinversorgung langsam versiegen könnte.

    Wenn die eigene Insulinversorgung kaum noch Wirkung zeigt, dann werden erstmalig die Schwächen der Therapie sichtbar.

    Eine Schwäche von dem Toujeo z.B. ist, dass Toujeo zum Ende hin stark an Wirkung verliert und sich eine Lücke auftut, die natürlich durch die eigene Insulinversorgung ausgeglichen werden kann.

    Ist die eigene Insulinversorgung nicht mehr vorhanden, dann sollte natürlich bei einem Spritzzeitpunkt von 22.00 Uhr der BZ gegen 24.00 Uhr angestiegen sein und müsste mit Bolusinsulin ausgeglichen werden.

    Wenn der BZ ohne Boluskorrektur aber fällt zum Morgen hin, dann ist die Basaldosis im Grunde zu hoch.

    Bei einem zeitlich begrenzten Basalmangel wirkt auch das Bolusinsulin sehr viel weniger stark bzw. träge.

    Im Weiteren ist das NovoRapid für eine Low-Carb Ernährung relativ ungeeignet oder aber man müsste die Insulinierung für eine kohlenhydratarme Ernährung durch das zeitliche Splitten der Insulindosis auf zwei oder drei Injektionen anpassen. Und auch die Dosis errechnet sich anders, anders als die falsche oft zitierte 100kcal Fett-und-Eiweiß-Berechnungsformel.

    Sollte eine eigene Insulinversorgung noch vorhanden sein, dann könnte man durch eine überhöhte Basalversorgung die (Low-Carb)Nahrungsinsulinierung grob abdecken, ein Mehrbedarf an Insulin würde dann über die Eigenversorgung ausgeglichen werden.

    Aus meiner persönlichen Sicht ist eine wirklich berechenbare und ausgeglichene Low-Carb-Ernährung mit einer Pen- oder Spritzentherapie sehr schwer zu realisieren.

    Wenn es doch funktionieren sollte, dann ist das sehr schön, aber wird mehr einer ultrakonventionellen Typ-1-Insulintherapie (= CT) entsprechen. Was bedeuten würde, wenn man nur eine Therapiekomponente leicht verändert beeinflusst das die BZ-Kurve sehr deutlich und ist natürlich auch erklärbar.


    Aus meiner Sicht gibt es nichts Unerklärliches, man hat nur noch keine Erklärung gefunden.


    Mit Gruß

  • Und da ich schon 50 bin ist das mit den Hormonen wohl auch nicht mehr so wild.

    Das ist nun überhaupt nicht mein Thema aber es gibt doch die Wechseljahre oder so.

    https://www.netdoktor.de/wechseljahre/ab-wann/ sagt:

    "Die Perimenopause beginnt durchschnittlich mit 47 Jahren und dauert ungefähr vier Jahre."

    Als genormter Durchschnittsmensch wäre man mit 50 also genau mittendrin. ;)


    Ansonsten ist es schwierig solche Beschreibungen der BZ-Verläufe zu interpretieren, weil ja meistens niemand sein BZ-Tagebuch oder Librekurven postet. Sondern immer nur seine Beobachtungen, Interpretationen und Beurteilungen. Das ist also schon nichtmehr die neutrale Welt der Zahlen sondern wir interpretieren quasi die Interpretationen.



    Zitat

    6! Einheiten! So viel brauche ich manchmal für den ganzen Tag!

    Es gibt ja diverse Faustformeln um (ganz grob) seinen Insulintagesbedarf zu schätzen. 6 IE sind auffallend wenig. Als Erwachsenser kann das doch eigentlich nur sein wenn:

    a) noch viel körpereigene Insulinproduktion. Das kann sich natürlich ändern.

    b) sehr, sehr viel Bewegung. Der Effekt von Bewegung ist aber ziemlich zufällig scheint mir.



    Zitat

    Aus meiner Sicht gibt es nichts Unerklärliches, man hat nur noch keine Erklärung gefunden.

    Das denke ich auch. Teilweise sind es ja ganz kleine Dinge sind die man selbst gar nicht wahrnimmt.

    Übers Internet zu raten was sich bei einem Fremden verändert hat ist da unmöglich. Da kann man nur raten genau zu überlegen ob nicht doch etwas anders ist. Bei mir hat es zB ziemlich großen Einfluss auf die Verläufe was ich 1-2h nach einer Mahlzeit mache, wenn also etwas nicht geklappt hat überlege ich zuerst ob da etwas anders war als sonst.


    Was auch noch sein könnte:

    Hattest Du vielleicht früher viel mehr Unterzuckerungen? Dann sind die Speicher leer und es gibt diesen Effekt dass der BZ kaum ansteigt weil der Zucker quasi direkt in die leeren Speicher geht. Wird manchmal "Pseudo-normalisierung" genannt weil die BZ-Verläufe dann sehr, sehr glatt aussehen, auch nach Mahlzeiten. (Klingt erstmal toll aber die Nachteile und Risiken häufiger UZ sollten ja bekannt sein)

    Wenn die UZ nun wegfallen dann werden andere Schwächen der Therapie sichtbar.

  • So, Rätsel um die „hohen Nächte“ geklärt. Antwort: Basallücke.

    Soviel zu „Toujeou wirkt 24h konstant“. Mit zunehmendem Aufgeben der BSD fällt es dann halt auf...

    Habe meinen Diabetologen auf das Phänomen angesprochen das der BZ bei mir Nachts zu hoch ist. Er meinte dann ich solle den Spritzzeitpunkt von bisher 22 Uhr mal auf 18 Uhr vorverlegen. Und: Bingo. Ab ca. 15 Uhr steigt der BZ an.

    Also nach ca. 20h fällt bei mir die Wirkkurve von Toujeou stark ab.

    Nun könnte ich morgens und abends spritzen meinte er. Ich lasse es aber so, spritze nur 1x um 18 Uhr, esse am Nachmittag noch eine Kleinigkeit :toastund spritze einfach die Korrektur mit.

    Am Abend bin ich dann wieder stabil und komme glatt und gut durch die Nacht.

    Gut wenn‘s auch mal läuft wenn man was ändert :foehn