Erfahrungen: Medtronic 770G

  • Kalibrieren bringt auch Sicherheit, nur mal so ins www gestellt.

    sehe ich auch so! Ich würde mich niemals ganz auf einen Sensor verlassen - besonders nicht am 1. Tag!!

    nest

  • Kalibrieren bringt auch Sicherheit, nur mal so ins www gestellt.

    Nur wenn die Sensortechnologie nicht ausgereift ist. Den Dexcom G6 habe ich hin und wieder mal mit dem echten BZ verglichen und er war immer extrem genau. Leider hat mich später dann eine Kontaktallergie ereilt und ich musste wechseln.


    Kommen wir zu den guten Nachrichten. Ich habe heute meine Laborwerte bekommen. Ich habe einen Hba1c von 6,2 erreicht. Das ist sehr interessant, da der dieser Hba1c, wenn man ihn in mg/dl umrechnet, einem Durchschnitts-BZ von exakt 120 mg/dl und damit genau dem im Automodus eingestellten Zielwert entspricht.

    Zur Erinnerung: Die 770g ist bei mir seit Anfang Mai im Einsatz, insofern ist der Hba1c vollständig unter Verwendung des Automodus zustande gekommen. Früher habe ich ebenfalls einen Hba1c zwischen 5,6 und 6,5 erreicht, allerdings mit deutlich mehr Hypos. Der Automodus funktioniert echt super, ich habe wesentlich häufiger als früher Tage bei denen ich gar keine Hypo mehr habe. Ich denke, wenn der neue Algorythmus ausgerollt wird, wird ein nochmals tieferer Hba1c durchaus erreichbar (rein rechnerisch 5,6). Den Sportmodus konnte ich jetzt auch schon mehrfach bei mehrstündigen Wanderungen testen und er funktioniert super. Insgesamt bin ich also mit der Pumpe sehr zufrieden, ein großer Fortschritt zur 640g.


    Das einzige was ich nicht so pralle finde ist die Streuung bei der Sensorqualität, sowohl was die Haltbarkeit als auch die Genauigkeit angeht. Ich habe den Eindruck, dass die genauen Sensoren auch über die Laufzeit genau bleiben und die eher ungenauen durchs kalibrieren nicht besser werden. Häufig machen die Sensoren auch nach 6 Tagen schlapp. Allerdings kann man solche Sensoren dann online reklamieren (sehr einfacher workflow, dauert keine zwei Minuten!) und bekommt flugs einen Ersatzsensor zugesendet.

  • Das einzige was ich nicht so pralle finde ist die Streuung bei der Sensorqualität, sowohl was die Haltbarkeit als auch die Genauigkeit angeht. Ich habe den Eindruck, dass die genauen Sensoren auch über die Laufzeit genau bleiben und die eher ungenauen durchs kalibrieren nicht besser werden. Häufig machen die Sensoren auch nach 6 Tagen schlapp. Allerdings kann man solche Sensoren dann online reklamieren (sehr einfacher workflow, dauert keine zwei Minuten!) und bekommt flugs einen Ersatzsensor zugesendet.

    das mit den G3-Sensoren wird ja i.d.R. als schlecht bezeichtnet. Bei mir laufen sie sehr genau, hin und wieder ist ein "Spinner" dabei. Wie machst du es am 1. Tag des Sensors, wo er ja noch einige Zeit für Initialisierung...braucht, bis er ordentlich misst? Nutzt du dann deine alten Basalraten? Führst du ein regelmäßiges Leben? Der automodus muss sich ja erst an dich gewöhnen!

    nest

  • das mit den G3-Sensoren wird ja i.d.R. als schlecht bezeichtnet. Bei mir laufen sie sehr genau, hin und wieder ist ein "Spinner" dabei. Wie machst du es am 1. Tag des Sensors, wo er ja noch einige Zeit für Initialisierung...braucht, bis er ordentlich misst? Nutzt du dann deine alten Basalraten? Führst du ein regelmäßiges Leben? Der automodus muss sich ja erst an dich gewöhnen!

    nest

    Die programmierte Basalrate, die dann greift wenn der Automodus nicht verwendet werden kann, passt bei mir ganz gut. Wenn sich der Sensor also tagsüber löst warte ich bis zum nächsten Morgen und mache erst dann einen neuen Sensor drauf. Ansonsten wird man zu Unzeiten geweckt (man kann die Alarme aber auch ausstellen...). I.d.R. misst der Sensor nach der 2. Kalibrierung (also ca. 4h nach der Initialisierung) ordentlich. In der Zwischenzeit arbeite ich dann eben wieder mit BZ-Messungen.


    Der Automodus hat seine Lernphase bei der 1. Anwendung des Systems und muss nicht mit jedem neuen Sensor neu angelernt werden. Allerdings passt sich der Algo auch laufend dem aktuellen Insulinbedarf weiter an.


    Ich habe ein realtiv regelmäßiges Leben, sodass ich zeitweise auch mal ohne den Automodus auskommen kann (ging ja vorher auch...wenn auch nicht so gut :) )

    Einmal editiert, zuletzt von Diecast ()

  • da wirst du leider enttäuscht werden. Die 770G lässt sich zwar updaten, aber der Sensor bleibt der Guardian 3. Der neue kalibrierungsfreie Sensor passt nur mit der 780G!! Da wurde dir offensichtlich was verkehrt erzählt!

    nest

    hallo nest,


    leider hast du recht!

    Medtronic hat mal wieder Wort gehalten und sich unterm Strich so präsentiert wie in den letzten Jahren.

  • Medtronic hat mal wieder Wort gehalten und sich unterm Strich so präsentiert wie in den letzten Jahren.

    wurde dir von Medtronic die 770G so verkauft? Hatte mich gründlich informiert - und wusste es daher. Sollte mich wundern, dass die MA von Medtronic das nicht wissen. Ansonsten würde ich mit Medtronic einen Deal ausmachen und auf die 780G pochen!

    nest

  • Servus!
    Ich will mal meine Anfangserfahrungen mit der 770g mitteilen.

    Initial: 640g mit Enlite

    Seit noch nicht ganz 2 Wochen habe ich jetzt die 770g mit Guardian 3 in Betrieb.

    Ich bin ein sehr eingefleischter Medtronic Nutzer, der sich in der Vergangenheit auch noch nicht all zu sehr mit Alternativen beschäftigt hat. Ich bin auch grundsätzlich immer recht zufrieden gewesen. Lediglich das letzt Jahr war sehr anstrengend, was die Sensoren betrifft. Auch mit den Enlite Sensoren gibt es seit einiger Zeit scheinbar Qualitätsprobleme - zumindest bei mir.

    Meine letzten Tage waren etwas emotional bzgl. des Themas Pumpe, weshalb ich mich auch mal auf die Suche nach Berichten und Foren gemacht habe und hier gelandet bin (ich freue mich sehr hier zu sein).

    Mein Start war erstmal eher enttäuschend. Das hatte zunächst 2 Gründe:

    1.Das neue Messgerät. Die 770g arbeitet jetzt mit dem Accu Check Guide Link. Das wusste ich nicht, weil ich micht nicht informiert hatte. Jetzt habe ich noch einige hunder Streifen für das Countur Next hier stehen und darf diese erstmal aufbrauchen, bevor ich neue bekomme. Heißt: Jeden BZ-Wert eintippen. (Das nervt - ist aber erträglich) Das ist allerdings meine Schuld und nicht die von Medtronic. Obgleich der Wechsel eigentlich keine Vorteile bringt. Wobei doch: Die Batteriefirmen freuen sich, denn das Accucheck benötigt 2 CR2032 und hat keinen Akku mehr. Und zum Auslesen der Pumpe dient es auch nicht mehr, falls man die Handyunterstützung nicht nutzen will. Und dazu kommen wir auch gleich.

    2.Die "Smart"phone-Unterstüzung: Die fand ich nämlich irgendwie gar nicht mal so smart. Es widerstrebt mir sowieso sehr, dass ich meine Gesundheitsdaten an Medtronic weitergeben muss, um sie vernünftig analysieren zu können, aber wenn es mir gute Ergebnisse bringt, könnte ich auch das verkraften. Aber mir fehlen irgendwie echt viele Sachen. Sie funktioniert zb. nicht mehr, wenn man sie schließt. Sprich: Keine Hintergrundaktualisierung. Stellt euch vor, ihr bekommt keine SMS mehr, wenn ihr die entsprechende App schließt - das ist doof. Ebenso fehlen mir Funktionen wie eine Unterstüzung von Smartwatches, denn auf die Uhr würde ich noch öfter schauen, als aufs Handy. Ich hoffe, dass es da noch Updates gibt.


    Nach der Inbetriebnahme lief alles erstmal normal an. Da man den Automodus ja erstmal anlernen muss, ist es bis auf ein paar Kleinigkeiten erstmal kaum ein Unterschied zu meiner alten 640g. Soweit so gut. Neu für mich war aber der Guardian3. Grundsätzlich bin ich recht erfahren mit den Sensoren von Medtronic, da ich bereits sowohl den Minilink als auch den Elite hatte. Der erste Tag ist für mich jetzt natürlich anstrengender, da man häufiger kalibrieren muss. Das ist gewöhnungsbedürftig, aber es ist halt so.

    Doch leider hab ich direkt richtig gut gestartet. Der erste Sensor lief zuerst sehr schlecht und nach nichtmal 16h verabschiedete er sich. Der 2.Sensor lief ca. 3 Tage, aber ebenfalls nicht besonders gut. Kalibrierungen wurden nicht akzeptiert, einfach irgendwann zwischendurch gefordert oder in der Gültigkeitsdauer herabgesetzt. Irgendwann kam dann auch bei diesem Exemplar das Ende. Ich war einfach wirklich sehr frustiert. Ich war richtig demotiviert. Was tat ich? Ich rief mal bei Medtronic an. Ich wusste nicht wirklich was ich mir erhoffte, aber irgendwas musste ich ja tun. Der Herr am Telefon, war wie immer sehr freundlich, gab mir noch ein paar Tipps, die ich zwar bereits wusste, aber es war sehr nett gemeint. Ich habe mich aber durch seinen erneuten Rat erstmals getraut den Sensor am Arm zu sezten. Ebenso wurden mir die beiden Sensoren natürlich ersetzt. An der Stelle will ich den Support von Medtronic einmal loben, denn der war bei mir bis jetzt wirklich immer sehr gut. (Hatte einmal einen Pumpenaustausch innerhalb einer Stunde).

    Jedenfalls läuft der 3.Sensor jetzt und das auch sehr gut. Vielleicht liegt es wirklich an der Setzstelle. Aber es gibt ja viele Leute, die aktuell Probleme mit den Medtronic-Sensoren haben.

    Jetzt im Moment bin ich sehr zufrieden und mag auch die Handy-Anzeige ganz gern, obwohl sie eher mager ist. Gerade hier am Schreibtisch hab ich mein Handy in meiner Ladestation liegen und habe so neben meinem Computer sehr schön meinen Wert offen - das hat schon was. Es ist einfach etwas anderes, als wenn man auf die Pumpe schauen muss.
    Soweit ist meine aktuelle Situation. Ich werde hier auch sehr gerne nochmal ergänzen, sobald ich das Abenteuer des Automodus begonnen habe - ich bin sehr gespannt.


    Ich bin sehr froh, dass ich dieses Forum hier gefunden habe, denn ich rede wirklich gern über Diabetes und besonders gerne mit anderen Diabetikern, die ihre Erfahrungen mitbringen.


    LG

  • Das mit der Kalibrierung spielt sich noch ein. Ich kalibriere zwischendurch einfach mit dem aktuell angezeigten Gewebezuckerwert, sofern man im steady-state ist, und messe nur 1x morgens und 1x abends. Das ist natürlich offiziell nicht so vorgesehen, aber zweckmäßig.

  • Das neue Messgerät

    Medtronic brauchte ein bluetoothfähiges Messgerät, daher der Wechsel!

    Wie liest man die Pumpe ohne Smartphone aus??? Reicht ein PC???

    nest


    Ach ja, welcome im Forum!!!

  • Medtronic brauchte ein bluetoothfähiges Messgerät, daher der Wechsel!

    Hmm, ja das mit Bluetooth macht tatsächlich Sinn. Daran hab ich gar nicht gedacht.

    Wie liest man die Pumpe ohne Smartphone aus??? Reicht ein PC???

    Es gibt wieder, wie damals bei der Paradigm, einen USB Stick für den PC, den man sich kostenlos bestellen kann.

    Ach ja, welcome im Forum!!!

    Hi :D

  • Sie funktioniert zb. nicht mehr, wenn man sie schließt.


    du kannst Apps am schließen hindern, das geht entweder im Energiemanagement des Handys (beim M20 nennt sich das "spezieller Zugriff") oder über den Task-Manager (ich nenn das mal so)... ich ruf dir mal Kappa das ist unser liebster Erklärbär :love:


    Medtronic brauchte ein bluetoothfähiges Messgerät, daher der Wechsel!


    wie hat denn das Contour Next mit der 640 kommuniziert? Ging das nicht über BT?

    Blutzucker ist die Autobahn, Gewebszucker ne Nebenstraße!

  • du kannst Apps am schließen hindern, das geht entweder im Energiemanagement des Handys (beim M20 nennt sich das "spezieller Zugriff") oder über den Task-Manager (ich nenn das mal so)... ich ruf dir mal Kappa das ist unser liebster Erklärbär

    Ich hab ein iOS Gerät. Keine Ahnung obs da eine ähnlich Funktion gibt. Aber ich schließe es eigentlich eh nicht unabsichtlich. Ich halte es aber irgendwie für einen Schönheitsfehler, dass die App nicht im Hintergrund arbeiten kann.

  • wie hat denn das Contour Next mit der 640 kommuniziert? Ging das nicht über BT?

    Nein, das ging nicht über BT. Tatsächlich wird BT auch bei 770 in gewisser Weise angepriesen. Der Guardian3 Link ist ja nun auch BT-fähig.

    Was mir aber aufgefallen ist. Es gibt von Ascensia das Contour Next One, das BT hat und mit dem Handy kommunizieren kann. Also es würde die Technologie in der Produkfamilie bei Ascensia schon geben. Hatte vermutlich irgendeinen vertraglichen Hintergrund das ganze.

  • wie hat denn das Contour Next mit der 640 kommuniziert? Ging das nicht über BT?

    Das war das Contour Next Link 2.4, noch von Bayer, das mit der Pumpe reden konnte - und das über OTG-USB ans Handy gehängt werden konnte, um dann per 600SeriesUploader die Pumpen- und Sensordaten ins Nightscout zu bringen.

    Pumpe und CNL verwendeten irgendein proprietäres Funkprotokoll, aber da sich der CNL auseinanderbauen ließ (bis auf die recht dünne Platine, wer braucht schon ein Display und drei Knöpfe?), hat sich wohl keiner die Mühe gemacht, das zu analysieren. Das CNL findet man bei fccid.io, wen's interessiert...

  • Servus!

    Bezugnehmend auf meinen letzten Beitrag will ich mal ein kurzes Update geben:

    Mittlerweile bin ich doch deutlich zufriedener als am Anfang. Der Guardian 3 funktioniert bei mir dank des Wechsels der Setzstelle von Bauch zu Arm nun einwandfrei. Der aktuelle und auch der letzte hatten überhaupt keine Probleme. Ich komme mit 2 Kalibrierungen durch und auch die Werte sind relativ genau - ich hoffe wirklich, dass das so bleibt.


    Automodus läuft bei mir jetzt auch seit knapp 24h, dazu kann ich aber noch nicht viel sagen. Erster Eindruck ist ganz gut. Das einzige, das mich nervt ist, dass ich nicht einfach korrigieren kann wie ich will. Die Pumpe will einen BZ haben (kann man ja auch den vom Sensor eingeben) und dann kann sie eine Korrektur empfehlen. Ansonsten kann man aber beim Bolus nur noch KH und BZ eingeben und nichts manuell geben. Finde ich irgendwie blöd, auch wenn ich mir schon denken kann, warum es so ist.

    LG

  • Das ist den amerikanischen Anwälten geschuldet. Der Wert zur Korrektur wurde von Dir eingegeben und damit ist die Firma nicht so angreifbar. Das ist auch bei den m.M. nach viel zu frühen Abschaltungen der Grund. Die haben einfach Angst vor der eigenen Courage und den Schadensersatzklagen in den USA.


    Mein 3er läuft immer am Arm und meistens ist es gut. Das Problem liegt einzig und allein darin, daß man zum Wechseln dort auf Hilfe angewiesen ist.

    Stay cool and carry on gardening !

  • Naja, aber er wäre ja auch der Fall, wenn ich direkt die IE zur Korrektur eingebe und nicht mir über den BZ von der Pumpe anhand der Korrekturfaktors einen Vorschlag machen lasse. Also dass man das bestätigen muss, leuchtet mir ein. Aber warum man nicht generell selbst was machen kann ist blöd. Wobei das vielleicht den Grund hat, dass man womöglich noch doppelt korrigiert, weil der Automodus eh schon dagegen arbeitet.


    Ich habs am Arm sogar einmal alleine geschafft - aber Erfolgsgarantie gibt es dabei nicht unbedingt. Habe mir beim zweiten Mal dann auch Hilfe geholt.