Differenzialdiagnose (DD) | T1 - Mody - ketosis prone type diabetes

  • Ein "Hallo" in die Insulinclub-Runde! :)


    Verschaffe mir gerade einen Überblick über die unterschiedlichen Diabetes-Formen bzw. Typen. Ich selbst bin seit Februar 2018 "Clubmitglied" ;)

    In den Entlassungsunterlagen der Klinik bzw. im Artzbrief von damals sind die Diagnosen "Typ 1 DD Mody DD ketosis prone type diabetes" angegeben worden und ich bin seither auch bei einem Diabetologen in Behandlung. Es sollen nochmal Untersuchung erfolgen, um die eindeutige Diagnose zu klären (auf Nachfragen von mir). Möchte einfach nochmal nachforschen, weil es mich umtreibt, dass mein Honeymoon doch so lange dauert bzw. ich nach wie vor mit Basalrate von 14 Einheiten und mit dem Bolus bzw. BE-Faktor 1,0 noch so gut fahre... (seit Feb. 2018).


    Wenn meine Recherchen stimmen, unterscheidet sich der Typ 1 Diabetes von Mody's (unter Anderem?) durch Autoantikörper. Genauer gesagt:

    Typ 1: zwei oder mehr Arten von Insel-Autoantikörpern

    Mody-Typen: keine Autoantikörper

    Ist das so korrekt bzw. kann das jemand bestätigen oder dem widersprechen?


    Zu "ketosis prone type diabetes" finde ich relativ wenig im Netz und sogar noch weniger in deutscher Sprache. Weiß da jemand von euch mehr?


    Bin gespannt auf eure Antworten. Vielen Dank schon dafür & eine sonnige Wochenmitte an alle :)

  • Möchte einfach nochmal nachforschen, weil es mich umtreibt, dass mein Honeymoon doch so lange dauert bzw. ich nach wie vor mit Basalrate von 14 Einheiten und mit dem Bolus bzw. BE-Faktor 1,0 noch so gut fahre... (seit Feb. 2018).

    Willkommen im Club :)


    Ich verwende seit Jahren eine Basalrate von 5 IE/Tag und für eine Portionsgröße von ca. 6 KE spritze ich mittags 6 IE. Meine Diabetologin betrachtet mich als normalen Typ 1 mit etwas Restsekretion, wobei meine Diagnose Ende 2010 war.


    Es gibt nichts, was es nicht gibt.


  • Das ist interessant zu wissen, dass es Dir auch so geht und obendrein sogar noch viel länger. Ich denke auch, dass ein T1 bei mir nicht unwahrscheinlich ist, mag nur die 100% Sicherheit haben. Und wenn dem so ist und wir haben die Fragen in dem Thread trotzdem geklärt, profitieren vielleicht andere "Club-Mitglieder" vom Austausch :-)

  • Also spontan habe ich zu deiner Frage folgendes gefunden:

    Praxisempfehlung der DDG von 2018 zu "Diagnostik", gibt es auch im Internet leicht zu finden.

    Dort steht als Kriterien für Mody u.a.:

    - junger Patient (weiß jetzt nicht wie alt du bist)

    - Keine Ketoazidose

    - Messbares C-Peptid in Hyperglykämie

    - keine Typ-1-Antiköper.


    Vielleicht hilft dir das schon weiter?

  • Stimmt, das habe ich gesehen in der DDG Praxisempfehlung. Dankeschön, trotzdem! :-) Um deine Frage zu beantworten, ich bin Anfang 32.


    Das mit den Autoantikörpern scheint mir aber ein noch verlässlicheres Kriterium zu sein, um T1 von einem Mody zu unterscheiden:


    ...

    Wenn meine Recherchen stimmen, unterscheidet sich der Typ 1 Diabetes von Mody's (unter Anderem?) durch Autoantikörper. Genauer gesagt:

    Typ 1: zwei oder mehr Arten von Insel-Autoantikörpern

    Mody-Typen: keine Autoantikörper

    Ist das so korrekt bzw. kann das jemand bestätigen oder dem widersprechen?

    ...


    Kannst Du dazu etwas sagen?

  • Wenn meine Recherchen stimmen, unterscheidet sich der Typ 1 Diabetes von Mody's (unter Anderem?) durch Autoantikörper. Genauer gesagt:

    Typ 1: zwei oder mehr Arten von Insel-Autoantikörpern

    Mody-Typen: keine Autoantikörper

    Ist das so korrekt bzw. kann das jemand bestätigen oder dem widersprechen?

    Im Allgemeinen ist das richtig.


    Der klassische Typ1-Diabetes ist eine Autoimmunerkrankung bei dem die insulinproduzierenden Beta-Zellen der Bauchspeicheldrüse zerstört werden. Damit sind im allgemeinen entsprechende Antikörper nachweisbar. Wobei es durchaus seltene Fälle gibt wo keine Antikörper gefunden werden können, vor allem nach längerer Erkrankungsdauer wenn schon alle Beta-Zellen zerstört sind gehen auch irgendwann die Antikörper wieder weg.


    Beim MODY-Diabetes beruht das Problem auf einer (angeborenen) Mutation für bestimme Gene die in der Insulinproduktion oder im Zuckerstoffwechsel eine Rolle spielen. Es hat also nicht mit einer Autoimmunreaktion zu tun. Wie ausgeprägt die Erkrankung dann ist hängt davon ab welches Gen genau betroffen ist, da gibt es ne ganze Reihe an verschiedenen MODY-Typen. Nachweisen lässt dieser sich indem man das entsprechende Gen sequenziert.

  • Wow, vielen Dank für die weitere Erklärung. Das war mir stellenweise so nicht direkt klar, Gendra :-)


    Kannst Du auch was zu "ketosis prone type diabetes" sagen bzw. hast du das schonmal gehört/gelesen?

  • Meine Antwort steht schon oben.

    Keine Diabetes-Antikörper laut DDG als ein Kriterium für Mody-


    Mody wird, soweit ich das weiß, vererbt und ist keine Autoimmunerkrankung. Nach Mody (gibt es Gen-Tests, die die Diagnose sichern, sehr teuer wird nur bei dringenden Verdacht gemacht) wird gesucht, wenn der Verdacht auftritt, weil relativ viele Personen in einer Familie Diabetes haben und relativ jung erkranken.

    Klar gibt es immer Ausnahmen. Und man kann theoretisch auch mehrere Diabetes-Formen gleichzeitig haben...


    Aber wenn du Anti-Körper hast und kaum noch C-Peptid dann kannst du meiner Meinung nach schon davon ausgehen, dass du einen (mehr oder weniger) klassischen Typ1 hast.

  • Kannst Du auch was zu "ketosis prone type diabetes" sagen bzw. hast du das schonmal gehört/gelesen?

    Nö, noch nie gehört aber auf die Schnelle zumindest ein paar (englische) Publikationen gefunden, u.a. Lebovitz et al.

    Scheint auf den ersten Blick wohl dasGgegenteil eines LADA zu sein, also zu Beginn ein schwerer Verlauf mit Ketoazidose und dann im Verlauf eher milder wie ein Typ 2.


    Bist du denn schonmal auf Antikörper getestet worden?

  • Wobei c-Peptid auch etwas "Kaffeesatzleserei" ist, was ich hier so gelesen habe.


    Mein letztes c-Peptid ist auch recht niedrig ausgefallen, ich "laufe" auch auf ca. 6IE Basal und Faktor 1.


    c-Peptid hängt wohl sehr davon ab, wie viel die BSD zum Zeitpunkt der Blutentnahme zu tun hat.


    nicht zu wissen, welcher Typ es nun genau ist, ist ein echt doofes Gefühl. Nur ich hatte damals zwischen T1 und T2 "geschwankt".

    Kommt Insulin wieder weg und gehts auf Tabletten? Oder dauerhaft Insulin?

  • Kannst Du auch was zu "ketosis prone type diabetes" sagen bzw. hast du das schonmal gehört/gelesen?

    Nö, noch nie gehört aber auf die Schnelle zumindest ein paar (englische) Publikationen gefunden, u.a. Lebovitz et al.

    Scheint auf den ersten Blick wohl dasGgegenteil eines LADA zu sein, also zu Beginn ein schwerer Verlauf mit Ketoazidose und dann im Verlauf eher milder wie ein Typ 2.


    Bist du denn schonmal auf Antikörper getestet worden?


    Du bist echt flink ;-) Auf den Artikel bin ich zwar gestoßen, kann aber (noch) nichts damit anfangen, da zu spezifisch bzw. mein Englisch in dem Bereich einfach nicht ausreicht.


    Ja, bin ich. Die Antikörperdiagnostik war negativ, wurde auf im Verlauf der weiteren Behandlung empfohl zu wiederholen. Eine Wiederholung fand soweit und meinen Unterlagen entnehmen kann ich weiß nicht statt...

  • hmm..

    Ich habe nicht so nidrige c-peptid

    1,7 wie ich mich erinnere

    Antikörper habe ich auch nicht so hoch aber die sind immer noch..present..

    Labor Test ich habe in April dieses Jahr gemacht..

    Meine Hba1c 5.8%..

    Immer noch ohne bolus Insulin

    Mody ist das nicht-

    nur Markus Diabetes 🙄

  • Man kann sich auch ganz gut mit der Ausschlußmethode weiterhelfen:


    - Antikörper pos. und keine Neigung zur Resistenz: Typ1 oder LADA

    - Antikörper neg. und Insulinresistenz: Typ 2

    - Antikörper pos. und Insulinresistenz: Doppel-Diabetes (Typ 1und Typ 2)

    - Antikörper neg. und Gen-Test auf MODY pos: MODY


    Alles andere ist die diabetische Resterampe, bei der es nach Indizien geht:

    - Antikörper neg., und Insulinmangel bei hoher Insulinempfindlichkeit: Typ 1 (weil es sonst keiner besser weiß)


    Zum MODY-Gentest wäre noch zu sagen, dass der reichlich teuer ist (mehrere TEUR).


    Viel Erfolg bei der Identitätskrise...ich hatte die anfangs auch recht ausgeprägt.


    Lg Hubi

    "What I tell you three times is true!"

    (Lewis Carroll, The Hunting of the Snark)

  • Danke auch Dir Hubi :-)


    Dann schau ich jetzt erst nochmal gespannt auf den Antikörper-Test. Wenn der weiter negativ ist frage bin ich mal gespannt, wie was der Doc zur zweifelsfreien Diagnose vorschlägt. Denn im Vergleich zu T1 wäre z. B. eine Vererbung bei einem Mody sehr viel wahrscheinlicher.


    Weißt Du wie die Antikörper heißen bzw. welche getestet werden?

  • Mein Typ 1 ist dieses Jahr 19 geworden und ich bin mit degludec bei 10 oder 11 IE Basal und tagsüber Faktor 1 zum Essen gut versorgt.

    Nun bin ich allerdings weiblich, nicht besonders groß oder kräftig, was ja doch auch eine Rolle beim Bedarf spielen wird.


    Erstmanifestation mit Ketoazidose spricht z. B. für den klassischen Typ 1, ebenso das Auftreten weiterer Autoimmunerkrankungen (das kann auch LADA sein).


    An Mody würde ich tatsächlich eher denken, wenn mehrere Familienmitglieder in jungen Jahren Probleme mit dem BZ haben, es aber eher moderat verläuft.


    ICA-AK, GAD, AK gegen Insulin, IA2-AK und noch was mit Zink-Transportern.


    Guck mal hier ins PDF.


    https://www.google.de/url?sa=t…Vaw1nULAbjmUq0b5cxHyU9V7G

    Tresiba ist zurück! :thumbsup:

    Einmal editiert, zuletzt von hakaru ()

  • Danke hakaru und auch für die PDF! Wahnsinn, was hier beigesteuert wird von euch allen. Lieben Dank! :-)


    Bei der Erstmanifestation lag keine Azidose vor.

    Die Kotone waren damals 3-fach positiv.

    HbA1c war bei 15,2%.

    Antikörper waren negativ.

  • Hui, das HbA1c würde ich schon in die Kategorie "hochgradig Typ 1-verdächtig" einstufen. :)

    Ich glaub, meins war bei 17 und ich hatte eine Ketoazidose. Vielleicht warst Du Gott sei Dank etwas früher in der Klinik als ich seinerzeit.

    Tresiba ist zurück! :thumbsup:

  • wie lange kann man denn die Antikörper nachweisen? nach längerer Erkrankungsdauer sind die doch auch weg, dachte ich? oder liegt das an den iwann nicht mehr vorhandenen Betazellen.


    Figur macht sicherlich bei dem ein oder anderen was aus, weil ja die Insulinresistenz gefördert wird. selbst mit Restproduktion würde mich ein Arzt sicher auf höheren Verbauch schätzen, wenn er mich nur sieht ;)


    btw sind es Ketone - falls es n Tippfehler war, kann mal passieren. falls es Unwissen war (weil jmd undeutlich gesprochen hat, hiermit aufgeklärt :)