Hindernislauf - praktische Fragen

  • Hallo,


    ich trainiere in einer Trainingsgruppe für Hindernisläufe/Schlammcrossläufe wie Strong Viking, Strongmanrun oder Spartan Race. Nach der Diagnose T1D vor einem halben Jahr bin ich sportlich jetzt wieder Top fit und will wieder an Wettkämpfen teilnehmen. Nachdem diese nun endlich auch wieder coronabedingt stattfinden können.


    Wer von euch hat Erfahrungen mit CGM, Pumpe, BZ Messung usw bei so einer Veranstaltung? Habe leider nur einen Thread gefunden der 10 Jahre alt ist.


    Konkret interessiert mich, was ihr beim Lauf mitnehmt und wie ihr die Sachen schützt? Oder habt ihr jemand am Rand stehen, wo man mal zwischendrin messen/scannen kann? Oder einfach Blindflug und KEs mitnehmen?


    Da es außer G6 und Bluejay ja keine Möglichkeit gibt ohne Smartphone den CGM auszulesen sehe ich das als größtes Problem...


    Aktuell habe ich den FSL2 und Pen, aber bald dann Omnipod Dash.


    Danke für euren Input ;)

  • Vorweg… ich hab mit Sport nicht am Hut. Wenn man mal vom Gassiwandern mit dem Hund absieht.


    Für Android gibt es einige tolle Lösungen, auch den FSL2 zuverlässig minütlich auszulesen und den Wert (falls vorhanden) an eine Smartwatch weiter zu geben. Über die Suchfunktion findest du sicher einige passende Threads zu dem Thema.


    Ein wichtiger Punkt könnte sein, wie du am besten an genug KH kommst um den Verlust durch die körperliche Anstrengung auszugleichen. Ich denke, je nach Dauer der Wettkämpfe kann da einiges zusammen kommen, was du unterwegs brauchst.

    LG, Angi :urlaub


    Läuft bei mir. Nicht rund. Und rückwärts. Und bergab. Aber läuft

  • Das Profil in der Pumpe rechtzeitig vorher reduzieren (ausprobieren, ich würde bei 60% ansetzen) und schauen, dass kein aktives Insulin mehr da ist.


    Die Pumpe selber kann man gut in einem Aquapack wasserdicht verstauen, falls sie nicht wasserdicht ist. Ich wird sie wahrscheinlich dann am Körper festtapen, dass sie nicht verloren gehen kann.

    Wer nichts weiß muss alles glauben. Maria von Ebner- Eschenbach

  • Ja die üblichen Anpassungen bei Sport etc sind klar.


    Mir geht es um die praktischen Überlegungen wie man den BZ im Auge behält etc.


    Wasserdicht alleine reicht vermutlich nicht aus. Wenn man durch den Matsch kriecht oder irgendwo drüberklettert dann kann man leicht hängen bleiben und was abreissen. Deshalb meine Frage nach konkreten Erfahrungen... :)

  • Wenn ich Höhlen befahren. D.h. In die Höhle gehe, hab ich ähnliche Probleme. Beim kriechen durch eine enge röhre oder Schacht ist mir schon öfter ein sensor abgerissen. Kh's kann man auch nicht immer zu sich nehmen.


    Wirkliche Lösung hab Ich keine ausser das ich kaum noch schwierige Höhlen befahre. Wenn dann, ohne IOB, blindflug & ggf. messen.

    Ich halb Grieche. Fetalicherseits.

  • Ich mache sowas auch ab und an, allerdings trainiere ich keto und hab damit keine Probleme da kaum Schwankungen. Messgeräte / Insulin nehme ich nicht mit, den Sensor hab ich auf dem Rücken und kann nicht abreißen. Das längste war ein 18km Mudiator, das lief ohne Probleme.

  • Wer von euch hat Erfahrungen mit CGM, Pumpe, BZ Messung usw bei so einer Veranstaltung?

    Ich nutze die Kombi Omnipod & Dexcom G6. Laufe Halbmaraton und trainiere entsprechend. Ich habe eine passende Basalrate für den Sport. Beim Laufen interessiert mich das CGM, der BZ-Wert nicht - dient einzig der Auswertung und Vorbereitung auf den Wettkampf.

    Blutzucker ist nicht Blutzucker und die Setzstelle ist wichtig: (Pumpe und CGM nicht dort platzieren wo die Muskulatur am aktivsten ist). Ich trainiere nicht, wenn ich eine Unterzuckerung hatte oder bei Insulin Resistenz - und zu hohen Werten). Erhöhte Blutzuckerwerte aufgrund von Hormonen (Stress, Verliebtheit ect.) korrigiere ich nicht!


    Wasserdicht alleine reicht vermutlich nicht aus. Wenn man durch den Matsch kriecht oder irgendwo drüberklettert dann kann man leicht hängen bleiben und was abreissen. Deshalb meine Frage nach konkreten Erfahrungen... :)

    Du rennst ja nicht metertief unter Wasser - Omnipod ist wasserdicht 😉 Ich fixiere meine Gerätschaften sonst nur mit Kinesiotape, weil mich sonst Verlusstängste plagen 👹 Mein Smartphone (bin Looper) wird am Oberarm gehalten oder in einen Bauchgürtel gesteckt


  • Ich habe persönlich keine Erfahrungen, aber vielleicht helfen dir meine Gedanken.


    Zwecks Schlamm hätte ich Angst (vllt aber auch unbegründet), dass es zu irgendwelchen Infektionen oder zu falsch messende Sensoren kommen könnte, wenn irgendwo Schleim eindringt. Aber auch das Pflaster würde dann sehr unschön aussehen. Daher würde ich persönlich wahrscheinlich Sensoren und Pumpenkatheter/Pods nur unter Kleidung tragen und am besten mit transparenter Folie (Duschpflaster/folie) abkleben.


    Zwecks Abreißen, da würde ich vielleicht zusätzlich fürn Bauch und ggf. Arm solche Loop-Bänder kaufen. Gibt es bspw. von mellitus one. Damit würde der Sensor und/oder Pod auch nochmal extra etwas geschützt.


    Auslesen ist echt ein Thema für sich. Da müsstest du vermutlich austesten. Vermutlich lieber hoch starten, plus nur zur Sicherheit bspw. das Lesegerät mit niedrig Alarm irgendwo möglichst wasserdicht nah am Körper verpacken und sollte es halt klingeln, musst du kurz Pause und den Alarm bestätigen. Wobei ich das versuchen würde zu vermeiden. Und natürlich dann was essen.

  • Danke für die Antworten und die guten Ideen.


    Vermutlich muss man das echt mal austesten und dann beim nächsten Mal optimieren.


    Finde es auch interessant, dass einige ohne CGM Werte oder zwischendurch BZ zu messen so lange Sport machen ... Da hab ich wohl noch etwas wenig Erfahrung^^


    Also ich glaube für den ersten Wettkampf werde ich es so probieren wie July95 vorgeschlagen hat. Im Notfall hab ich halt ein Messgerät geopfert aber immer noch besser als mein Smartphone :D nur blöd dass man den Sensor dann mit dem Lesegerät starten muss.

  • Ich fände es jedenfalls toll, wenn Du hinterher Deine Erfahrungen mit der Apparatur und dem BZ-Management hier mitteilen könntest. :)

    Basal: Lantus (5 IE/d), Bolus: Normal-Insulin (0,5-1,3 IE/(gKH + gEW/2)/10), Pre-Workout: Humalog (1-2 IE), Hypo-Helfer: Dextro, KH-Menge pro Tag: 30-50g

  • Finde es auch interessant, dass einige ohne CGM Werte oder zwischendurch BZ zu messen so lange Sport machen ...

    Naja, die gemessenen Glucoswerte sind beim Leistungs- bzw. Ausdauersport physiologisch bedingt "ungenau" und auf "diesen" Werten werden besser keine aktuellen Therapieentscheidungen getroffen! Die Unterzuckerung findet ja in der Zelle statt und nicht im Blut oder im Unterhautfettgewebe. Die Diskrepanz der gemessen *korrekten* Werte zur tatsächlichen Glucose in der Zelle ist im trainierten und hormongefluteten Körper samt Glucose gespeicherten Muskulatur signifikant!


    Beim Sport ist normalerweise eine Unterzuckerung schwer möglich. Stichwort Gegenregulierung. Erst hinterher wird es spannend. Stichwort Muskelauffüllefekt.


    Eine weitere Herausforderung ist sicherlich die verlangsamte Magenentleerung beim und nach dem Sport. Und die erhöhte Insulin Empfindlichkeit nach dem Sport.


    Die Angst vor Unterzuckerung haben wir ja alle, aber beim Sport kann ich meinen Körper besser ohne CGM vertrauen 🤗

  • Beim Sport ist normalerweise eine Unterzuckerung schwer möglich.

    Hab ich schon ein paarmal geschafft.

    Das blöde: Anfangs merkt man es nicht, weil man ja eh am Schwitzen ist und sich die Muskulatur ausgepowert anfühlt.


    (Die Besonderheit bei mir ist, dass der BZ beim Sport steil ansteigt, wenn ich nicht mit schnellem Insulin vorab gegensteuere. - ohne KH-Zufuhr. Aber manchmal haut das Timing nicht hin oder man trifft ein Gefäß. Shit happens.)

    Basal: Lantus (5 IE/d), Bolus: Normal-Insulin (0,5-1,3 IE/(gKH + gEW/2)/10), Pre-Workout: Humalog (1-2 IE), Hypo-Helfer: Dextro, KH-Menge pro Tag: 30-50g

  • Hab ich schon ein paarmal geschafft.

    Das blöde: Anfangs merkt man es nicht, weil man ja eh am Schwitzen ist und sich die Muskulatur ausgepowert anfühlt.


    (Die Besonderheit bei mir ist, dass der BZ beim Sport steil ansteigt, wenn ich nicht mit schnellem Insulin vorab gegensteuere. - ohne KH-Zufuhr. Aber manchmal haut das Timing nicht hin oder man trifft ein Gefäß. Shit happens.)

    Das ist keine Besonderheit bei dir allein ;) Der Anstieg dürfte hormonell bedingt sein, lass die Korrektur weg. Damit schießt du dich quasi automatisch in die Unterzuckerung! Hormonell bedingte BZ Erhöhungen verpuffen und regulieren sich meist von selbst und benötigen kein Zusatzinsulin beim Sport.

  • Der Anstieg dürfte hormonell bedingt sein, lass die Korrektur weg. Damit schießt du dich quasi automatisch in die Unterzuckerung! Hormonell bedingte BZ Erhöhungen verpuffen und regulieren sich meist von selbst und benötigen kein Zusatzinsulin beim Sport.

    Nein, ich schieße mich damit nicht in die Unterzuckerung. Das ist bei mir täglich erprobte Praxis. Aber seltene Ausnahmen bestätigen leider die Regel.


    Den Sport-Bolus wegzulassen habe ich auch schon ausgetestet. - Ganz schlechte Idee. Die von Dir beschriebene Gegenregulation dauert dann ~10 Stunden. So lange will ich nicht mit erhöhten Werten rumlaufen.


    (Nachtrag: Hatte ich sogar hier dokumentiert, falls von Interesse: Umgang mit sport-bedingten Blutzucker-Anstiegen - Sport & Hobby - insulinclub.de )

    Basal: Lantus (5 IE/d), Bolus: Normal-Insulin (0,5-1,3 IE/(gKH + gEW/2)/10), Pre-Workout: Humalog (1-2 IE), Hypo-Helfer: Dextro, KH-Menge pro Tag: 30-50g

    2 Mal editiert, zuletzt von Ove ()

  • Sport, Extremsport ging schon immer, auch ohne die modernen Hilfsmittel. Im Gegenteil: Solange man noch ein bischen Gefühl für den Blutzucker hat,zweifelt man in solchen Situationen mehr an der Technik als daß sie hilft.


    Einfach etwas weniger Basal-Insulin und je nach Bedarf die Verpflegungstationen nutzen. Etwas Traubenzucker wasserdicht verpackt z.B. in die Unterhose stecken.

    Gefährlich wird eher die Nacht danach. Der Muskelauffülleffekt erfordert einiges an BE bis zum nächsten morgen. Am besten ne ordentliche Protion Spagetti oder Pommes am Abend essen.

    let the sun shine