Pumpenschulung/Einstellung ambulant der stationär?

  • Hallo zusammen,

    Vor knapp 3 Jahren bekam ich die Typ 1-Diagnose, seither bändige ich den Zuviel-Zucker in meinem Blut mit ICT und wechselndem Erfolg.:hmmmm:

    Zum Glück seit letztem Sommer mit Dexcom. Das ist schon mal ein Schritt in die richtige Richtung.


    Denke seit einiger Zeit über den Wechsel zur Pumpe nach, meine Diabetologin unterstützt mich.

    Ein paar Fragen an die Pumpenträger unter Euch:


    1. Wo habt Ihr die Pumpeneinweisung oder -schulung gemacht, in einer Diabetesklinik oder ambulant?

    2. Falls ambulant: wie lief das ab? Wie oft wart Ihr in der Praxis? Wart Ihr in der Zeit krankgeschrieben?

    3. Falls in Diabetesklinik: Wo wart Ihr?

    Hattet Ihr die Pumpe schon dabei, als ihr in die Klinik kamt? (Vermutlich schon, weil das ja sonst mit der Genehmigung durch die KK zeitlich gar nicht hinhaut.)


    4.Würdet Ihr es wieder so machen?


    Viele Fragen vorab, und da haben wir über die Auswahl einer passenden Pumpe noch gar nicht gesprochen...

    Freue mich, wenn ihr mir von Euren Erfahrungen berichtet.

    Viele Grüße

    Lotta

  • Meine Pumpe habe ich vor 30 Jahren ambulant bekommen. Der Diabetologe sagte, die Technik brauche ich ihnen nicht zu erklären, das finden sie selbst schneller heraus. Er gab mir aber die Ersteinstellung von Basalrate, Bolus- und Korrekturfaktoren schriftlich mit. Ich konnte in den nächsten Tagen jederzeit in der Diabetespraxis und nach Feierabend beim Diabetologen persönlich anrufen, falls ich irgendwelche Probleme gehabt hätte. Krankgeschrieben wurde ich nicht. Wozu auch?


    Ich fand das für mich ok. Wenn ein*e andere*r lieber eine stationäre Schulung und Pumpeneinstellung wünscht und dann auch bekommt, finde ich das auch richtig. Menschen sind bei so was nunmal verschieden.

  • Vor 16 Jahren aAmbulant beim DiaDoc. Basal, ISF, CR wurde vorgegeben. Damals hatte ich Semesterferien, sonst wäre ich krank geschrieben worden.

    Wäre auch anders nicht gegangen, die ersten zwei Wochen waren quasi Dauerunterzucker.

  • Als ich vor 16 Jahren zurück zur Pumpe gewechselt bin wurde das ambulant gemacht. ich war eine Woche täglich dort und es wurde alles durchgespielt. wir waren damals eine kleine Gruppe von 4 Leuten(Anfänger und Fortgeschrittene).

    Die Woche war ich krank geschrieben.

  • Vor 5 Jahren Umstellung von ICT auf Pumpe in einer ambulanten Einzelschulung. Erste Woche war ich jeden Tag da, dann 2x bis 3x die Woche. In der Zeit, insgesamt 4 Wochen, war ich krank geschrieben. War auch gut so, so konnte ich zusehen, dass ich mich an BR, Boli und Korrekturfaktoren rantasten und dann "nur noch" anpassen musste als ich wieder arbeiten gegangen bin.

  • Ich war vor ungefähr 25 Jahren in der damaligen Berliner Nachtklinik und wurde von der ICT auf die Pumpe umgestellt.

    Tagsüber ging ich zum Studium und abends in die Nachtklinik. Da fanden auch Schulungen etc. statt. Krank geschrieben war ich nicht. Der Tagesablauf sollte so lebensnah wie möglich sein. Wir waren eine größere Gruppe. Ich habe den Aufenthalt als sehr angenehm in Erinnerung. Einige Kontakte bestehen heute noch.


    Anbei eine kurze Beschreibung:


    https://www.openpr.de/news/909…zin-und-Diabetologin.html

  • Letzten Sommer den selben Schritt zur ersten Pumpe gemacht, Einweisung ambulant um Fehlzeiten am Schreibtisch möglichst gering zu halten, sog. technische Einweisung per Skype über den Vertreiber der Pumpe.

    Am ersten morgen von 07:00-09:00 die Einstellungen der Pumpe durchgegangen, Katheter setzten, Eventualitäten durchgesprochen, Pumpe zusammen gestartet und auf ins Büro. Tagsüber Vorkommnisse notiert, abends Raten und Faktoren angepasst. Ergebnis am nächsten Morgen in der Praxis zusammen mit der Beraterin diskutiert, nach 30 Minuten fertig gewesen. Am dritten Tag auch nur "Hi-and-by"-Termin, alles ganz entspannt.

  • Ich habe vor 12 Jahren zur Pumpe gewechselt. Ich hatte mich für die ambulante Einstellung entschieden.


    Vorher hatte ich die Pumpe, sowie die Bedienungsanleitung etc mit nach Hause bekommen, um mich schon mal damit bekannt zu machen und schon die vorher ermittelte Basalrate einzugeben.


    Als es dann soweit war, wurde ich für zwei Wochen krank geschrieben. Legen des ersten Katheters, aufziehen der ersten Ampulle und anlegen der Pumpe erfolgten in der Praxis.

    Ich musste mich dann täglich in der Praxis melden, um meine Werte durch zu sagen. Vom DiaDoc gab es dann Anordnungen falls etwas geändert werden sollte.

  • Vielen Dank für Eure ausführlichen Antworten!

    Alle, die geantwortet haben, haben die Pumpeneinstellung ambulant gemacht, das hatte ich nicht erwartet. Jetzt bin ich wieder etwas schlauer.

    Ava: Danke auch für den Link zur Nachtklinik. War neu für mich.


    Ihr habt mir sehr geholfen:)


    Schönen Abend noch

    Lotta

  • Wichtig sind eigentlich "nur" die Basalraten. Den Bolus must du ja, wie bei ICT, selbst abgeben. Der rest ist einfach nur Technik. Im übrigen wr ich auch nicht krank geschrieben. Im nachhinein betrachtet hätten abe zwei, drei Tage Sinn gemacht.

    >auf Kohle geboren<


    Wenn jemand zu dir sagt "Zeit heilt alle Wunden", hau ihm auf die Fresse und sag´: "Warte, gleich wird`s besser!"

  • ich glaub, das muss auch individuell gesehen werden. Zum einen natürlich, wie viel anzupassen ist, wenn man umsteigt auf Pumpe - zum anderen aber auch, wie viel technisches Verständnis man selbst mitbringt. Da braucht der eine auch mehr Beratung/Betreuung als der andere. Oder auch mal mehr Zeit, damit vertraut zu machen.


    Bei mir wars nur ein Besuch bei der Diaberaterin, die die Basalrate nach diesem Schema umgerechnet hatte.

  • Bei mir war das Rennerschema einfach komplett falsch :)
    Ich habe mit Traubenzucker und Saft angefangen und hab zum Schluss fast alle 2h Brot gegessen, damit die carbs länger gehalten haben.

    Ging aber nach ein paar Tagen

  • Eine Rolle sollte bei der Entscheidung Krank-Schreibung oder nicht auch die Arbeit selber eine Rolle spielen. Wenn du zwischendurch messen und hoch oder runter korrigieren kannst ohne Probleme, dann ist das sicherlich nicht das große Problem. Hast du einen stressigen Job mit vielleicht noch anstrengendem Chef und/oder Kollegen, ist das Zuhause eindeutig entspannter und der "Wiedereinstieg" ;)auch