Entscheidungshilfe

  • Guten Abend zusammen,


    ich nutze aktuell meine steinalte Spirit Combo in Kombination mit dem Aviva Messgerät. Ich bin damit sehr zufrieden, jedoch gibt es die Geräte nicht mehr und wenn diese nun den Geist aufgibt muss ich mich spätestens umentscheiden.

    Seid einiger Zeit lese ich sämtliche Testberichte und Erfahrungen, kann mich leider immer noch nicht entscheiden...


    Was für mich wichtig ist:

    -keine Patchpumpe, sie soll einen Schlauch haben

    - mit Messgerät, kein CGM/FGM, da ich mich hierfür nicht begeistern kann, jedoch für die Zukunft die Möglichkeit besteht mich zu verbinden, für Test oder ähnliches

    -einen Bolus-Rechner am Messgerät, vergleichbar zu meinem bestehendem System


    Dies schränkt die Wahl wohl auf die MiniMed G740/780G oder die YpsoPump ein, richtig?


    Vielleicht kann mir der ein oder andere eine Entscheidungshilfe geben :)


    Vielen Dank

  • Die Ypsopump hat keinen Bolusrechner in der Pumpe, sondern nur in einer entsprechenden App.


    Bei den Medtronic Pumpen ist meines Wissens das BZ Gerät keine Fernbedienung wie bei der Combo, sondern für den Bolus muss man an die Pumpe. Vllt kann jemand mit Medtronic Pumpe mehr dazu sagen. Der BZ Wert wird aber automatisch an die Pumpe übertragen.



    Ich werfe mal noch Dana i und t Slim in den Ring. Beide Pumpen mit Bolusrechner, jedoch musst du den BZ Wert händlich in die Pumpe (t-Slim, Dana i) oder App (Dana i) eintragen.

  • kein CGM/FGM, da ich mich hierfür nicht begeistern kann, jedoch für die Zukunft die Möglichkeit besteht mich zu verbinden, für Test oder ähnliches

    Diesen Standpunkt hatte ich auch lange. Dann hatte ich ca 4 Monate den Libre 3, ehe ich direkt auf Pumpentherapie wechseln konnte. da war ersichtlich, dass ich mit ICT am Ende war. Die Ypsopump ist abhängig vom Handy. Bei der 780g kannst du deine Werte an der Pumpe ablesen. Mit der 780 kannst du auch AID fähig starten. Insofern empfehle ich die Pumpe direkt mit Sensor. Hast du Probleme mit Hypos? Das kann die auch gut managen.

  • Willkommen im Forum :)  Jonas3105


    Bei den Medtronic Pumpen ist meines Wissens das BZ Gerät keine Fernbedienung wie bei der Combo, sondern für den Bolus muss man an die Pumpe

    Genau so ist es. Bei Medtronic heißt das BolusExpert und bietet alle nötigen Einstellmöglichkeiten. Der BZ wird vom entsprechenden Messgerät an die Pumpe übertragen, der Rest, wie die Eingabe der Kohlenhydrate erfolgt an der Pumpe.

    Bei den neueren Medtronic Pumpen wie meiner 780G erfolgt die Angabe der Kohlenhydrate in g, also nicht mehr in BE. Daran hatte ich mich allerdings schneller gewöhnt als gedacht.

    Der Insulinfaktor wird in g pro Insulineinheit angegeben. An der Stelle musste ich auch erstmal umdenken.

    Mit den Ruhezeiten ist nicht zu spaßen, vor allem beim Hefeteig!

  • Jonas3105 So ganz habe ich die Fragestellung noch nicht verstanden.


    Suchst du eine Pumpe?

    Oder ein Messgerät?

    Oder ein Messgerät, welches mit der Pumpe - wie auch immer - kommuniziert?


    Und warum ist es Dir wichtig, dass der Bolusrechner auf dem Messgerät ist und nicht auf der Pumpe? - nur um den Gedankengang nachvollziehen zu können

    Insulin: Humalog, Hypo-Helfer: Dextro, Diaversary: 19.11.

    Glukosewerte werden vorwärts gelebt und rückwärts verstanden.

  • Die Medtronic 780g kann mit und ohne Sensor laufen. Sinnvoller ist sie allerdings mit Sensor. Das BZ-Messgerät gibt den BZ automatisch an die Pumpe weiter, man kann es aber auch händisch eingeben, wenn das Messgerät nicht mit der Pumpe verbunden ist. Die Pumpe hat einen Bolusrechner. Man benötigt keine App zur Bedienung, kann sie aber installieren wenn man möchte.

  • Man benötigt keine App zur Bedienung, kann sie aber installieren wenn man möchte.

    Ja, allerdings kann man mit der App die Pumpe nicht bedienen. Nur ein paar Daten ablesen und die Daten an Carelink senden.

    Mit den Ruhezeiten ist nicht zu spaßen, vor allem beim Hefeteig!

  • und man sollte auch einwerfen, dass Medtronic Pumpen auch Medtronic CGM brauchen (oder hat sich da was geändert?)


    Ich nutze die "alte" Medtronic 6.... (Ich merk mir die Zahl nicht mehr in diesem Leben) auch ohne CGM. Der damalige Sensor hat mich mit seinen unnötigen Kalibriererinnerungen zu oft geweckt.

    Allerdings geb ich selbst den BZ nicht ein, sondern erhöhe bei Bedarf die Insulinabgabe manuell, nachdem der Rechner auf meine KE sein Ergebnis ausspuckt.


    Muss jetzt auch mal überlegen, zu welcher Pumpe ich wechsle. Und ich glaub, wenn man die Möglichkeit zu loopen hat, testet man das auch aus.


    Eine gute Seite zum Pumpenvergleich ist auch "pumpencafe" - vllt ist da noch eine, die du noch nicht aufm Schirm hast oder Parameter, an die man nicht denkt. Reservoirgröße kann bei hohem Insulinbedarf auch ne Rolle spielen und manche Pumpen haben "nur" 1,8mL.


    Ich glaub, für mich hatte ich an Dana und tslim gedacht, aber noch keinen Kopf dafür gehabt, mich genauer einzulesen.

  • Die Medtronic- Pumpen laufen immer noch ausschließlich mit den Hauseigenen Sensoren.Allerdings muss der Guardian 4 nicht mehr (bzw.nur selten) kalibriert werden- zum Glück kein Vergleich mehr zu dem Guardian 3.

  • Die Dana hat einen Bolusrechner eingebaut, ich habe ihn nichtmal eingerichtet. Ein Messgerät gibt es nicht dazu.


    Die meisten würden wohl CGM und Pumpe kombinieren , um den Blutzucker einfacher zu korrigieren. Wenn du mit einem Sensor nicht klar kommst gibt es noch andere Systeme. Auch gibt es neben den Kommerziellen Loop Systemen, noch DiY-AID System wo man meist noch viel mehr einstellen kann (unter Android mit AAPS oder am iPhone mit iAPS oder Loop).


    So nutze ich die dana-i mit dem iPhone und iAPS. Sollte das so irgendwann nicht mehr gehen, gibt es noch AAPS (Android) und demnächst soll auch noch mit

    Diabeloop ein kommerzielles System folgen.

    █══════████████████────────
    puɐʇsɟdoʞ uǝuıǝ ǝpɐɹǝƃ ʇɥɔɐɯ 'uuɐʞ uǝsǝl sɐp ɹǝʍ シ

  • Jonas3105 Gib gerne mal Rückmeldung, ob die bisherigen Hinweise in die richtige Richtung gehen. Es ist immer etwas frustrierend, wenn sich Thread-Ersteller nicht mehr melden und man nicht weiß, ob die Antworten hilfreich waren.


    Hinsichtlich Pumpen-Entscheidungshilfe würde vielleicht auch eine Nachfrage in der behandelnden Dia-Praxis Sinn machen.

    Bei uns im Diabetes-Zentrum werden Schulungen z.B. nur für 4 Pumpenmodelle angeboten (Medtronic 780G, T:Slim X2, Ypsopump, Omnipod 5) und auf diese konzentriert sich deren technisches Know-How. Das kann ich auch gut nachvollziehen, da der Markt der angebotenen Diabetes-Technik immer unübersichtlicher wird.

    Insulin: Humalog, Hypo-Helfer: Dextro, Diaversary: 19.11.

    Glukosewerte werden vorwärts gelebt und rückwärts verstanden.

  • Hallo zusammen,

    Und warum ist es Dir wichtig, dass der Bolusrechner auf dem Messgerät ist und nicht auf der Pumpe? - nur um den Gedankengang nachvollziehen zu können

    weil ich das Messgerät ja eh schon in der Hand habe zum messen, dann wärs ja am sinnvollsten dass auch direkt der Rechner drauf ist :D


    Unverständlich.

    läufst du wirklich gerne mit 2 so Kanülen an einem Körper herum? Mich regt ja schon der einzelne der Pumpe auf. Ständiges jucken und Rötungen.
    Oberflächlichkeit spielt da auch mit rein, ich bin ein junger Kerl.

    Es gibt immer wieder Wochen wo ich die Pumpe beiseite lege und mit Einwegspritzen arbeite, fühlt sich einfach freier/besser an.

    Ich hatte schon den Libre1 sowie DexcomG6 probegetragen. Libre1 hat 4 Tage gehalten, da musste ich direkt an das Geschwurbel mit den Krankenkassen denken --> Ausschlusskriterium. Der G6 über die volle Laufzeit aber es ist einfach kein schönes Gefühl das Teil dauerhaft dran zu haben und dann wieder die Optik


    Suchst du eine Pumpe?

    Oder ein Messgerät?

    Oder ein Messgerät, welches mit der Pumpe - wie auch immer - kommuniziert?

    Ein komplett neues System, da ja mein altes nicht mehr unterstütz wird, und mein Diabetologe dass auch nicht mehr auslesen kann :D


    Meine Idealvorstellung wäre einfach die Art von Therapie wie ich sie jetzt habe + die Möglichkeit CGM nach zurüsten wenn ich denn möchte:

    D.H. Pumpe mit Schlauch, BZ-Messgerät mit Bolurechner, KE-Eingabe über MG + Kommunikation direkt an die Pumpe



    Die Dana klingt noch nach einer Alternative, diese werde ich mir genauer ansehen.


    Vielen Dank

  • Jonas3105

    Zur Dana kann ich nichts sagen, weil ich sie nicht kenne.

    Meine Idealvorstellung wäre einfach die Art von Therapie wie ich sie jetzt habe + die Möglichkeit CGM nach zurüsten wenn ich denn möchte:

    D.H. Pumpe mit Schlauch, BZ-Messgerät mit Bolurechner, KE-Eingabe über MG + Kommunikation direkt an die Pumpe

    Alles andere was du möchtest, erfüllt die 780G. Das Messgerät dazu, die AccuChek Guide Link, enthält zwar keinen Bolusrechner, sendet aber die BZ-Werte automatisch an die Pumpe, wenn sie mit dieser verbunden ist und die Pumpe enthält einen Bolusrechner.


    Bin mal gespannt wie du dich entscheiden wirst.


    Alles Gute!

  • Oberflächlichkeit spielt da auch mit rein, ich bin ein junger Kerl.

    Ein unsicherer anscheinend 😅😂

    Diabetes ist kein Wunschkonzert, aber wir können es uns so machen wie wir wollen. Du natürlich auch.

    Loop, Dana-I, ein L3 am muskulösen Arm, HbA1c von 5.3 locken Frauen an 😉 …

  • Ypsopump läuft mit dem FSL3. Der ist wirklich klein. Die tslim läuft mit dem G7. Bin mir nicht sicher ob der auch für alternative Setzstellen zugelassen ist. Den G6 kann man ganz offiziell auch am Bauch tragen. Aber ich kann total verstehen dass du den nicht willst. Inoffiziell kann man die alle auch an Stellen wie Oberschenkel anbringen. Müsstest du halt schauen ob die trotzdem gut messen.

    Eine weitere Pumpe ist die kaleido Pumpe, ich glaube die gibt es nun auch in Deutschland. Weiß aber nicht mit welchem Sensor.

  • Wenn nu eine Nadel gewünscht ist und noch etwas Zeit ist möchte ich mal die


    Niia Signatur


    in den Ring werfen.

    Da hat man Pumpe und CGM in einem.

  • Das kann ich auch gut nachvollziehen, da der Markt der angebotenen Diabetes-Technik immer unübersichtlicher wird.

    Na, also DAS kann ich ja so gar nicht stehen lassen.


    Pumpen gibt es deutlich unter 10, Sensoren sind wir meiner Zählung nach bei 5 (Libre, Dexcom, Eversense, Medtrum, Medtronic). Das ist SEHR überschaubar. Ein Autohandler muss mich über mehr Modelle mit Dutzenden Ausstattungsvarianten beraten können. Ein Audio-Berater muss Hunderte Audio-Systeme verschiedenster Hersteller kennen, um mich richtig beraten zu können. Und die versteinerten Diabetes-"Fach"-Leute sollen mit den paar, ein ein paar Fingern abzählbaren, Systemen überfordert sein?

    Die sind einfach zu faul und verstockt, sich mit den Systemen wirklich mal richtig zu beschäftigen.

    Auf der Kinderdiabetes-Abteilung der Bult, wo meine Tochter damals leider zur Manifestation war, hat man damals NICHTS außer Medtronic 640G an die Kinder gebappt. Und selbst DIE EINE Pumpe kannten sie nicht richtig. Die wussten nicht mal, wie man die Pumpe von BE auf gKH umstellt und warum der Faktor bei Umstellung nicht stimmte (weil nämlich die Medtronic intern mit den in Amerika üblichen Carb Choices (=15gKH) umrechnet).

    Mein Fazit: Diabespraxen WOLLEN sich überhaupt nicht mit mehr als 1-3 Systemen befassen.

    Da gibt es aber keine Entschuldigung für. Das ist eigentlich deren Job. Den sie erbärmlich schlecht machen!

    Es hilft aber leider nichts: der Diabetiker muss sich eben selbst schlau machen und eine Entscheidung treffen. Der Diabetesberater/Diabetologe muss das dann allerdings noch mitmachen. Und selbst das ist etlichen dann ja noch zu viel...

  • Naja, ich gehe ja nicht für ein Verkaufsgespräch in die DiaPraxis. Da ist der Schwerpunkt schon ein anderer. (sich in jeden sehr individuellen Diabetes-Stoffwechsel reindenken, Kurven analysieren, psychische Dilemmata bearbeiten, Krankenkassenformalien, u.v.m.) - das wäre jedenfalls mein Anspruch.

    Insulin: Humalog, Hypo-Helfer: Dextro, Diaversary: 19.11.

    Glukosewerte werden vorwärts gelebt und rückwärts verstanden.