Blitzartig auftretende Unterzuckerung (mit Bewusstseinsverlust und Ohnmacht)

  • Hallo, liebe Gemeinde,

    ich hatte jetzt schon innerhalb von 6 Monaten 2 (fast 3) Unterzuckerungen, die ich nicht selbst regulieren konnte und beim ersten mal mit Bewusstseinsstörungen und Verwirrtheit einherging, ich aber noch aufrecht gehen konnte, bis der KTW kam. Der BZ fiel dann selbst im KH noch gut eine Stunde immer wieder ab.

    Beim 2. mal ging es innerhalb von 3 Minuten. Von- als mir schwummerig wurde- bis zur Ohnmacht. Obwohl ich versuchte ganz schnell noch ein Süssgebäck zu essen, welches ich nur zu 3/4 schaffte. Dann war ich weg. Dazu gesellte sich leider gottes noch ein Krampfanfall.

    Bei beiden Vorfällen habe ich Apidra höchstens um 1,bis 2 Einheiten überhöht. Bei 2 Weißbrötchenhälften mit Konfitüre 4 Einheiten. Was sonst immer geklappt hat. Nehme ich weniger, bleibt der BZ hoch.

    Bei beiden Vorfällen begann der Unterzucker erst nach ca. 2 Stunden. Normaler Weise merke ich sowas innerhalb 1 Stunde nach Injektion von Apidra. Ich kann doch nicht jedesmal die Notfallspritze nehmen.

    Hat hier jemand schonmal ähnliches erlebt?

  • Leider kann ich Dir zu Apidra nichts sagen, aber es gibt natürlich ein paar Fragen: Hast Du vorher Sport gemacht? Wie war der BZ vor dem Essen des Brötchens? Was sagt Dein Doc dazu?

    Wenn es bei Dir so schnell und heftig passiert, wärest Du eigentlich ein dringender Kandidat für ein CGM mit Vorwarnung, mindestens Libre 2, besser Dexcom G 6... und vielleicht sogar eine Pumpe.... für mich waren solche Hypos damals der Grund, zur Pumpe zu wechseln

    Viele Grüße

    Einmal editiert, zuletzt von Lilimaus ()

  • Gibt verschiedene Gründe dafür, auch falsche Basalrate kann ne Ursache sein.

    Wann hat Apidra sein Wirkmaximum? sonst wäre falscher SEA auch ein Grund.


    eine kontinuierliche Glucosemessung über Libre oder besser noch CGM wegen der rechtzeitigen Warnung bringt da sicherlich Licht ins Dunkel.


    Ich kenne es von mir, wenn die gegessenen KH schneller ankommen als mein Insulin, dann geht der BZ erstmal nach oben - und dann wieder nach unten.... aber weiter nach unten, als wenn er zum Essen angekommen wäre. Hab ich gestern erst mit Eis wieder ausprobiert.

  • Danke erstmal für Eure Antworten. Ja, ich glaube auch, das hier nur ein CGM hilft. Oder Pumpe.

    Mein Morgen-Wert war mal 90 letztens "160"!! Das macht mich ja so kirre. Und nein, kein Sport.

    Werde es wohl auf Dexcom hinauslaufen lassen. Mein Doc hat mir leider noch keine konkrete Hilfe angeboten. Eventuell wechsel ich. Sowas möchte ich ungerne noch öfter erleben.

  • Gibt verschiedene Gründe dafür, auch falsche Basalrate kann ne Ursache sein.

    Wann hat Apidra sein Wirkmaximum? sonst wäre falscher SEA auch ein Grund.

    Hatte am Anfang auch apidra. Mir wurde gesagt dass es sehr schnell wirkt, aber dann nur für etwa 2 Stunden.

    Könnte ich so leider nicht ganz bestätigen, bei mir wars so dass ich das direkt vorm essen spritzen sollte. Habe ich dann aber kohlenhydrate gegessen die schnell gingen (wie z. B. ein Brötchen mit Marmelade) schossen die KH rein, dass Apidra wirkte aber zu spät. War bei mir damals kein zu großes Drama mit UZ, weil ich da noch in der Anfangsphase war und sehr wenig gespritzt habe um die Faktoren festzustellen. Das heißt mein BZ war nach 2 Stunden nicht zu tief, da die Menge sehr gering war. Allerdings wurde die Spitze auch nicht richtig abgefangen.


    Ich hab dann zu Liprolog gewechselt.

    Liebe ist, wenn beide vom Waldspaziergang zurück kommen.

  • Dass die Insulinempfindlichkeit tagesabhängig sehr unterschiedlich ist, ist nicht ungewöhnlich und auch nicht vermeidbar. Daran ändert auch eine Insulinpumpe oder ein wechsel des insulins nichts. was imo neben einem cgm am meisten dazu beitragen würde, sowas zu verhindern wäre eine verbesserung der hypowahrnehmung. Der BZ springt ja nicht in 3 minuten von 120 mg/dl zu Hypo mit Bewusstlosigkeit.

  • Um die Hypos besser zu erkennen, wäre eben ein CGM sehr hilfreich! Der Verlauf kann damit jederzeit kontrolliert werden.

    Was ich nicht nachvollziehen kann, ist, daß Dein Doc Dir nicht weiterhilft! Das finde ich ziemlich unmöglich - bei mir war nur eine einzige schwere Hypo damals schon ein Grund für die Verordnung einer Pumpe.

    Vielleicht solltest Du wechseln?

  • @ DerWurstkuchen

    Im Ernst. Sonst nehme ich das rechtzeitig war, dann wird mir leicht duselig. Aber z.Bsp. letztes merkte ich es auf einmal ,konnte gerade noch 20 Meter zum Bäcker und dann den Plunder reingemümmelt. Während der Bestellung noch 3 Stck. Traubenzucker. Aber kam alles zu spät.

  • Abends Alkohol erhöht morgens und vormittags die Gefahr von starken Hypos. Ob das auch eln Grund für so plötzlich auftretende Hypos sein kann, weiß ich nicht. Natürlich weiß ich auch nicht, ob du an Abend vorher Alkohol getrunken hast.

  • dann wird mir leicht duselig

    wenn du das öfter hast, dann nimmt dieses Gefühl auch ab und du nimmst sie später wahr.


    genau den Effekt meinte ich - und ein Marmeladenbrötchen hat sowohl schnelle KH (die Marmelade) als auch langsame KH (das Brötchen).

    Laut Google hat Apidra auch ein Wirkmaximum nach einer Stunde. Aber ohne ein genaueres BZ-Profil nach dem Essen können wir hier nur Spekulieren.

    Mein Doc hat mir leider noch keine konkrete Hilfe angeboten.

    Ist die Frage, in wie weit er deine Problematiken bzgl unerwarteter Hypos kennt.

    Du kannst deinen Doc ja mal auf ein CGM ansprechen, und wenn er da nicht so richtig zieht, wechseln. Dann hatte er nochmal ne Chance ;)

  • Isirany in dem Fall geht sogar beides schnell, oder? In meiner Erstschulung damals hieß es Weißmehl-Produkte gingen extrem schnell rein?

    Grade wenn das auch noch ohne Butter gegessen wird kann ich da dem BZ beim rennen zuschauen...

    Liebe ist, wenn beide vom Waldspaziergang zurück kommen.

  • @ DerWurstkuchen

    Im Ernst. Sonst nehme ich das rechtzeitig war, dann wird mir leicht duselig. Aber z.Bsp. letztes merkte ich es auf einmal ,konnte gerade noch 20 Meter zum Bäcker und dann den Plunder reingemümmelt. Während der Bestellung noch 3 Stck. Traubenzucker. Aber kam alles zu spät.

    Du sollst ja auch sofort Traubenzucker nehmen und nicht erst noch "Kilometer zum Bäcker laufen" ;-)


    Es kann bei dir auch sein das die Resteigenproduktion so langsam den Geist aufgibt, aber hin und wieder noch was besteuert was dann die UZ bewirkt ( kann ich mir so schon vorstellen)

  • Genau das was Jogi geschrieben hat, ist mir auch in den Kopf gekommen.

    Bei einem stärkeren Unterzucker noch zum Bäcker rennen, einen Plunder bestellen, eventuell noch bezahlen und essen, da würde ich auch am Boden liegen. :pinch:

    Schummerig sein im Kopf bedeutet, dass das Gehirn schon nicht mehr ausreichend Zucker bekommen hat, also eine absolute Notlage. :!:

    Vorher treten aber noch andere Hypoanzeichen auf, zum Beispiel Zittern, kribbelnde Lippen, komisches Gefühl im Bauch. Diese Zeichen musst du schon beachten. Außerdem brauchst du schnell verfügbare Kohlenhydrate in der Hosentasche oder Jackentasche, damit du gar nicht den Bäcker überfallen musst.


    LG

    zuckerstück

  • meine Frage zum Thema:

    hast du eine richtig gute Schulung erhalten, vielleicht auf einer Reha?

    Man kann auch in einer diabetologischen Praxis eine Hypowahrnehmungsschulung machen....

    Die Hypowahrnehmung kann sich im Lauf der DM-Jahre verändern...aber man kann durchaus die Wahrnehmung dafür wieder bekommen.

    Ich bin selten so schnell abgerauscht, konnte mir aber immer selbst helfen, auch weil ich immer schnelle KH´s bei mir habe, o.k. und nun den CGM-"Luxus"! Und wenn ich eine Hypo hatte, dann konnte ich das in der Regel irgendwie nachvollziehen. Dafür gibt es meistens Gründe - auch bei dir...und wenn es nur die Spritzstelle war, die evtl. zu nah an einem Gefäß lag!

    cd63

  • Wenn es so schnell geht, wie beschrieben, dann würde weder Traubenzucker noch Cola die Bewusstlosigkeit verhindern. 3 Minuten von Erkennung bis zum abtreten, das wird nichts. Selbst Traubenzucker braucht bei mir Minimum 5 bis 10 Minuten bis ich eine Besserung spüre. Entweder rauscht du sehr schnell ab, oder merkst es wirklich erheblich zu spät. In beiden Fällen würde ein CGM wahrscheinlich Abhilfe schaffen. Da würde ich einen Libre sogar direkt ausschließen.


  • Entweder rauscht du sehr schnell ab, oder merkst es wirklich erheblich zu spät. In beiden Fällen würde ein CGM wahrscheinlich Abhilfe schaffen. Da würde ich einen Libre sogar direkt ausschließen.

    denke, dass es ein Wahrnehmungs - und Einstellungsproblem ist, das erst mal angegangen werden muss. Wenn man erst seit 2017 DM hat, hat man durchaus Chancen eine optimale Schulung zu erhalten. Ein CGM würde zwar helfen, das Grundübel aber kaum beseitigen. So hätte man evtl. nur Insulinstopps zu verbuchen, anschließend evtl. Höhenflüge. Ein CGM ist nicht die Rettung aller Missstände - eher ein gutes Dokument, wo es nicht passt!

    cd63

  • Natürlich sollte einfach alles genau angeschaut werden und eine Schulung erfolgen, falls noch nicht gemacht.

    Aber ich kenne auch einen Fall, bei dem die Wahrnehmung nicht (mehr) vorhanden ist und meist die Angehörigen "zufällig" eine Hypo bemerken, weil der Betroffene still in der Ecke sitzt und nicht mehr reagiert.

    Daher meine ich, ein CGM wäre eine absolute Hilfe.... wenn man den Warnwert z.B. auf 90 stellt, kann man noch schnell genug reagieren.... man stirbt zwar nicht so schnell an einer Hypo, aber eventuell an einem Unfall, den man dabei erleidet.....

  • Entweder rauscht du sehr schnell ab, oder merkst es wirklich erheblich zu spät. In beiden Fällen würde ein CGM wahrscheinlich Abhilfe schaffen. Da würde ich einen Libre sogar direkt ausschließen.

    denke, dass es ein Wahrnehmungs - und Einstellungsproblem ist, das erst mal angegangen werden muss. Wenn man erst seit 2017 DM hat, hat man durchaus Chancen eine optimale Schulung zu erhalten. Ein CGM würde zwar helfen, das Grundübel aber kaum beseitigen. So hätte man evtl. nur Insulinstopps zu verbuchen, anschließend evtl. Höhenflüge. Ein CGM ist nicht die Rettung aller Missstände - eher ein gutes Dokument, wo es nicht passt!

    cd63

    ein CGM allein stoppt auch kein Insulin. Aber ich stimme dir zu, die Dokumentation hilft sehr, seinen DM, seine Verläufe und Auswirkungen von Insulin und Nahrung zu verstehen.

    von Pumpe redet hier grad noch keiner.

  • Interessant wäre hier der Wert, bei dem tatsächlich erste Symptome wahrgenommen werden. Wenn der BZ von 'hoch' oder 'normal' mit angelegten Ohren in den rapiden Sinkflug übergeht, Rudi aber erst bei 50 mg/dl überhaupt etwas spürt, dann kann die Zeit bis zu so einem Komplettaussetzer schon recht kurz sein.


    Wahrnehmungstraining kann eine gute Idee sein, lässt sich aber vermutlich ohnehin nicht von heut auf morgen realisieren. Dringender wäre darum auch aus meiner Sicht, zunächst für Sicherheit durch ein rechtzeitig alarmgebendes System (und in der Folge natürlich schnelle Reaktion) zu sorgen, damit es nicht zu ohnmachtsbedingten, schwereren Verletzungen kommt. Treppen und Bordsteine können sehr hart sein. Von der eventuellen Gefahr beim Führen eines Kfz gar nicht zu reden.


    Liebe Grüße vom Arbyter

    Das Leben ist zu kurz für ein langes Gesicht!