Versorgung in Krisensituationen

  • Das beste Deutschland ALLER Zeiten!

  • Über welchen Blackout reden wir eigentlich? Verursacht durch was? Ich bin jetzt von einer 1Mt Nuklearwaffe ausgegangen.

    Braucht viel weniger. Weil die meisten Kraftwerke erstaunlicherweise Strom brauchen um Strom zu produzieren. Komplexes Thema. Was Ängste schürt, aber nicht notwendigerweise reale Gefahren abbildet. In der regel würden sich Subnetze abschalten um dann kontrolliert und gespeist aus noch funktionierenden Nachbarnetzen anzufahren.

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    Nix Diabetes - das ist lediglich Glucose-Intoleranz.

  • Zur Steigerung der Hysterie empfehle ich noch folgende Lektüre:


    https://www.amazon.de/BLACKOUT…ackout%2Caps%2C111&sr=8-4


    Aber ernsthaft: Einer der besten Thriller, die ich je gelesen habe mit extrem gut recherchiertem technologischem Background - ein Bestseller. Kein unrealistisches Szenario. Der Autor Marc Elsberg wurde ausgezeichnet und als „Meister der düsteren Vision“ bezeichnet. Nach dem Roman wurde er von Katastrophenschutz-Behörden als Berater engagiert. Auch seine weiteren Werke beschäftigen sich mit kritischen Technikfolge-Fiktionen (Digitalisierung, Genmanipulation u.ä.) in sehr spannenden Handlungen.

    Das Buch hatte ich vor 2 Jahren auch gelesen. Ich fand die Vorstellung, dass es sowas geben könnte sehr beängstigend. Und jetzt sind wir wahrscheinlich gar nicht mehr soweit davon entfernt. Zwar nicht aufgrund eines Hackerangriffs, aber trotzdem...

  • Die Stromnetze in Europa (insb. DE, aber der Rest hängt da mit dran) werden im Winter sehr instabil werden, weil wir in Deutschland aus ideologischen Gründen die umweltfreundlichen AKWs (fast) alle abgeschaltet haben, genau wie Kohle.

    Sorry, Unfug. Aktuell läuft Kohle auf nahe 100% der verfügbaren Kapazität. Und die AKW sind seit Monaten bis Jahren recht konstant. Etwa das selbe wie Biomasse. Um 4-5GW.


    Biomasse aktuell: 5.2 GW

    AKW: 4GW

    Braunkohle: 13 GW

    Steinkohle: 13 GW

    Gas: 10 GW


    Solar Peak heute Mittag: 13 GW, aktuell 5 GW zur Zeit des Beitrags.


    Problem: Kohle hat etwa 1/10 des Lastfolgevermögens von Kohle. Weil man Kraftwerke nicht beliebig hoch und runterfahren kann. Gerade dicke Kohlekraftwerke, sonst reissen deren Kodensatoren.

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    Nix Diabetes - das ist lediglich Glucose-Intoleranz.

  • Strom muss exakt in dem Maß erzeugt werden, wie dieser verbraucht wird. Du kannst ein Gaskraftwerk von etwa null auf 80% in kaum 15 min hochfahren. Ein Kohlekraftwerk kann das in seinen feuchten Träumen nicht. Daher brauchen wir Gas. Vor allem da viele Gaskraftwerke eigentlich "KWK" Anlagen sind.


    Beispiel "meines" Industrieparks: Der eher fährt mit Gas und komplett wärmegeführt. 40% des Brennwerts werden Strom und weitere 55% sind Wärme (Dampf). Der Wärmebedarf bestimmt wieviel Brennstoff verfeuert wird. Die Dinger laufen quasi als Grundlast durch.


    Übrigens brauchen wir etwas über ein Promille der deutschen Stromerzeugung. Deutlich jenseits 60 Megawatt Anschlussleistung. Was bei dem Thema gerne übersehen wird - nur 1/4 bis 1/3 des deutschen Gasverbrauchs geht an Privathaushalte, der Rest in die Industrie.

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    Nix Diabetes - das ist lediglich Glucose-Intoleranz.

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  • Das Buch hatte ich vor 2 Jahren auch gelesen. Ich fand die Vorstellung, dass es sowas geben könnte sehr beängstigend. Und jetzt sind wir wahrscheinlich gar nicht mehr soweit davon entfernt.

    Naja, ich lese auch gerne Science-Fiction, deshalb schiebe ich aber noch keine Panik vor einer Alien-Invasion.


    Das derzeitige Worst-Case-Szenario resultiert aus der Hypothese, dass die Leute in der Panik, dass bald kein Gas mehr für ihre heimische Zentralheizung verfügbar ist, sich elektrische Heizöfchen gekauft haben und die dann alle gleichzeitig einschalten, wenn sie von der Arbeit heim kommen. Ich hab wirklich einige im Bekanntenkreis, die das gemacht haben, obwohl sie keine Photovoltaik-Anlage auf dem Dach haben. Rein wirtschaftlich schon Quatsch, weil derzeit bei unserem Grundversorger die Kilowattstunde Gas nur halb so teuer ist wie eine Kilowattstunde Strom.


    Ich hoffe, dass in der Bevölkerung etwas Grundlagenwissen aus dem Physikunterricht hängen geblieben ist. Gas in Wärme, Wärme in Druck, Druck in Bewegung, Bewegung in Strom und Strom dann wieder 1 : 1 in Wärme umzuwandeln, macht wegen den ganzen Umwandlungsverlusten wenig Sinn. Eine Wärmepumpe arbeitet zwar auch mit Strom, holt sich die Wärme aber aus der Umgebung mit einem vielfach höheren Wirkungsgrad.

  • Ich hoffe, dass in der Bevölkerung etwas Grundlagenwissen aus dem Physikunterricht hängen geblieben ist.

    Du bist wirklich ein Optimist.

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    Nix Diabetes - das ist lediglich Glucose-Intoleranz.

  • Du bist wirklich ein Optimist.

    Ja, genau daran glaube ich auch nicht. Eher, dass die Medien es jetzt so ausführlich breit trampeln, dass es auch der letzte Honk kapiert. Heizlüfter statt Gaskessel = blöde Idee; essen Geld auf!

    "Sing this corrosion to me!"

    (Stoßseufzer eines unbekannten Seglers)

  • Was den DM betrifft, ists relativ simpel. Ich hab Insulin für mind. 1 Monat daheim. Jedenfalls Bolus. Drum mach ich mir da jetzt keine Sorgen.


    Ohne Strom wärs mühsam. Aber zur Not seh ich halt im Schimmer meines Schwedenofens fern.

  • Ich mach mir ehrlich gesagt keine Sorgen, dass mir in einer Katastrophensituation das Insulin ausgeht. Zum einen hab ich hier wirklich genug Patronen noch rumliegen für eine ganze Weile. Übrigens lagere ich die nie im Kühlschrank. Ist noch nie was passiert :D Würde mir aktuell wohl eher Sorgen machen, dass sie unbrauchbar werden weil die Patronen gefrieren, wenn das Gas ausfällt.

    Zum anderen: Auch bei einem Katastrophenfall werden Strukturen aufgebaut werden, um die medizinische Versorgung der Bevölkerung zu sichern. Mal bitte realistisch bleiben und nicht in apokalyptische Szenarien verfallen. Das schlimmste was passieren kann, ist dass man sich das Insulin mal vorübergehend etwas besser einteilen muss. Das ist übrigens Realität für viele Menschen mit Diabetes in vielen Regionen der Welt.

  • Zu mindestens Toilettenpapier habe ich diesmal genug. Heute nochmal einen XXL Pack auf Halde gelegt. :bigg

    Ich hoffe, dass in der Bevölkerung etwas Grundlagenwissen aus dem Physikunterricht hängen geblieben ist.

    Das sind die gleichen Menschen, die den Dreisatz können müssten.:rofl


    LG

    zuckerstück

    Ein Leben ohne den Insulinclub ist möglich, aber sinnlos.:bigg

  • Der Vergleich Klopapier vs. Insulin ist echt putzig.

    Ich würde sagen es ist noch niemand wegen Klopapiermangel verstorben. Bei Insulinmangel sieht die Sache schon anders aus ...

    Das Hamstern von Insulin ist für normale Kassenpatienten sowieso nicht möglich weil die Ärzte i.d.R. nur den Quartalsbedarf rezeptieren.

    Ich kann aber jedem nur empfehlen den Insulinvorrat nicht auf nur ein paar Tage zusammenschrumpfen zu lassen. Insulin ist in unserem Fall LEBEN und man kann das im Gegensatz zu Klopapier nicht mal eben beim Nachbarn oder im Supermarkt nebenan besorgen...

    Ja, aber welchen Quartaksbedarf ich habe, bestimme ich.

    Wenn mein Bedarf, aus welchen Gründen auch immer steigt, wird der Arzt das verschreiben.


    Bei mir verschreibt der Diabetologe den Quartalsbedarf und der Hausarzt verschreibt mir das, was darüber hinaus geht, weil ich vielleicht krank war oder sonstiges.

  • Gut das Tim Freitag Termin hat, werde mich bevorraten. Geht mir eh auf den Senkel alle 4 Wochen dahin zu Latschen.....

  • ja, man "muss" sich (mehr oder weniger) zur Zeit Gedanken über Dinge machen, die man nie machen wollte ^^
    Angefangen von Insulinpumpenträgern mit USB-C Ladebuchse und nicht einfach man ne Batterie aus der Notreserve geholt. Also holt euch Kurbelladegeräte oder ähnliches. Das ist aber noch das Einfachste.

    Wenn ein Blackout käme ist der nicht gerade in paar Stunden oder Tage vergessen. Kommunikation, Lebensmittel besorgen in Supermärkten wo keine Kasse mehr geht, Kraftsoff ohne Benzinpumpen an der Tankstelle, wie erreiche ich meine Ärzte, wie kann ich Medikamente besorgen. Die Krankenhäuser werden ebenso wie Rettungskräfte, zumindest anfänglich, gar nicht mehr funktionieren. Kurzum die Steinzeit wäre wieder da!


    Zur Vorbereitung muss man erst mal klären worauf, Corona, Stromausfall (1 Tag), Überflutung, Unwetter, Plünderer, Krieg, atomare Angriffe. Dementsprechend steht die Liste mit Notwendigkeiten und deren Kosten.


    Aber ich bin positiv gestimmt, ab 45 Jahren braucht keine Jodtabletten mehr bei atomaren Angriff ;-)


    Frage:


    Glaubt ihr, angenommen nur Insulin würde Mangelware sein, dass man rein mit Sport und Nahrung seinen BZ "gut" halten können?

  • Frage:


    Glaubt ihr, angenommen nur Insulin würde Mangelware sein, dass man rein mit Sport und Nahrung seinen BZ "gut" halten können?

    Natürlich nicht, ganz ohne Insulin geht mit Typ 1 nicht lange gut. Mit minimalen Dosen und strenger Diät müsste man halt versuchen, das Insulin möglichst weit zu strecken um sich am Leben zu erhalten. Gute Werte hat man damit kaum

  • Ideale Lösung ist eine 10 kWpeak Photovoltaik Anlage mit 10 kWh Akku und einem Wechselrichter mit Notstromversorgung des ganzen Hauses. Damit ist man 80% des Jahres völlig autark und fährt sogar umsonst E-Auto. Selbst im Winter kommt noch einiges tagsüber vom Dach.


    Kostet nur leider 30.000 Euro und die Lieferzeit liegt mittlerweile bei einigen Herstellern über einem Jahr.