Wisst ihr noch...? Der Nostalgiethread

  • Zitat von mistpfützenfrosch;258720

    Woran ich mich immer noch gerne erinnere
    war das Spätstück (was für ein tolles Wort).


    Witzig, das muß bei meiner Schulung 2001 auch dabei gewesen sein, denn Göga macht sich heute noch darüber lustig, wenn ich abends Käse (oder irgendwas) nasche: "na wieder Spätstück".... oder wenn was nicht alle wurde: "das ißt Mama bestimmt als Spätstück noch auf "
    Zumindestens war bei uns dieses Wort vorher unbekannt.


    LG Wildrose

    Wenn man mit hohem Blutzucker in der Sonne liegt, karamellisiert man dann? :urlaub

  • Mein erstes Pümpchen, das ich im Januar 88 erhielt, war die [Link] "H-Tron Hoechst" [/Link] der Vorgänger der H-Tron.


    Damals absolut "state of the art" mit 24 programmierbaren Basalratenschritten am Tag. Andere Pumpen hatten 4 oder keine Basalratenschritte.
    Allerdings waren auch bei der H-Tron Hoechst die Basalratenschritte mit 0,25 IE noch sehr grob gerastert.


    Erst mit der Einführung der Insulinpumpen wurde in der Diabetologie erst deutlich, dass auch kleine Insulinmengen in der basalen Versorgung durchaus deutliche Auswirkungen machen können. Heute reichen die Schrittweiten, in denen stündliche, oder auch halbstündliche Basalratenschritte programmiert werden können, bis zu 0,01IE/h herunter.


    Programmierbar waren die Basalraten der H-Tron Hoechst allerdings nur mit Hilfe eines an die Pumpe anzuschließenden [Link] > Programmiergerätes < [/Link], das über Kontakte am Boden des Faches der Motorbatterie der Pumpe, die dafür herausgenommen wurde, mit der Pumpe verbunden wurde.


    Gruß
    Joa

  • Zitat von MUC;258737

    Irgendjemand hatte den Clinitest ins Spiel gebracht. Damit wurde ja der "Urinzucker" bestimmt. Habt ihr auch zum Clinitest jedesmal den Azetontest gemacht?
    Komm gerade drauf, weil Haku das mit den Ketonen erwähnt hatte.... Sobald ich auch nur einen Hauch von Azeton hatte, gabs geriebenen Apfel. Einen geriebenrn Apfel mag ich heute immer noch. Auf den Clinitest .... konnt ich damals schon verzichten...


    Wäääh, der Clinitest- ich erinnere mich noch dran, was war das für ein Gepantsche....... :eek: ! Und dann alle 3 Monate in die Kinderdiabetesambulanz mit einem gesammelten 24h Std. -Harn.....war das doof! Ich hab natürlich auch CT gespritzt, alles war um den Diabetes aufgebaut, war echt irgendwie nicht lustig im Vergleich zu heute, aber damals hab ich das eigentlich gar nicht als so extrem empfunden. Ich weiß gar nimmer, wann ich auf ICT umgestellt worden bin, erinnere mich aber noch daran, dass ich ein Normalinsulin und ein NPH Insulin selbst in U40 Plastipak Spritzen gemischt habe.....

  • Gerade beim Infekt habe ich dieses "Essen müssen" als ziemlich ätzend empfunden... Noch dazu wenn man so gar keinen Hunger hatte.... Und "Diätfehler" mußte man bis zu 3 Tage hinterher noch büßen, da eine Korrektur mit Normal-Insulin(=Wirkdauer bis zu 6h) noch nicht unbedingt Standard war.... Als Teenager war das eh nicht besonders prickelnd... Und dieses starre System hat doch ziemlich eingeschränkt, damals war diese Therapieform das Modernste was es an Diabetes-Therapie gab... Und BZ-Meßgeräte gab es damals(=1984) erst dann,wenn man schon fast blind war... Die Meßgeräte kosteten damals ca. 500,00 D-Mark... Und viele Kassen haben es gerade bei Jugendlichen immer wieder abgelehnt... Erst mit Einführung der ICT Ende der 1980er Jahre gab es Standard mäßig ein Meßgerät. Dauer des BZ-Testes mind. 2 Minuten... Heute eine gefühlte Ewigkeit. Und der Clinitest gab einem das Gefühl ein Chemiker zu sein, noch dazu am eigenen Becken*schüttel* Bei negativem Urinzucker war der BZ bei max. 180mg/dl(=Nierenschwelle), weil weniger konnte man mit dieser Methode nicht feststellen. Für Unterzucker mußte man auf Dauer gesehen eine gute Wahrnehmung haben. HbA1c-Werte im Bereich von 8% und mehr waren damals eigentlich fast normal... Dagegen geht es uns heute richtig gut....
    Dieses starre CT-Schema hat mir eigentlich ein ziemlich gestörtes Verhältnis beschert und auch leider hinterlassen.... Ich ertappe mich heute auch immer wieder dabei, daß ich mir Nahrungsmittel regelrecht reinzwinge, weil ich ja Bolus abgegeben habe... Dabei könnte ich es doch auch anders lösen... Aber das sind halt Relikte, die mir nach 28 Jahren D.M. geblieben sind... Mittlerweile löse ich gerade dieses zwanghafte Gefühl alles aufessen zu müssen doch eleganter, wenn ich merke, daß die Portion z.Bsp. im Restaurant, doch zu groß ist... Und mal spontan im restaurant essen war nicht drin, da sich alles nach dem Zeitschema des Diätplans richtete...

    :thumbsup: „Wer seine Meinung nie zurückzieht, liebt sich selbst mehr als die Wahrheit.“
    Joseph Joubert :thumbsup:

  • [QUOTE=Feiervogel;258711]Na Quark aufs Brot & zusammenklappen ;) - wobei der Quark den Kohl auch nicht mehr fett gemacht hätte...
    Das war wohl eine Spielweise für Ernährungsberater.
    War das beim Mittagessen genauso detailliert - also XY gramm Gemüse & genaue Aufschlüsselung der KH-armen Lebensmittel ?
    Wie lange hast du dich denn an diesen Detail-ernährungsplan gehalten ?[/QUOT



    Wie lange ich das durchgehalten habe weiss ich nicht mehr. Jedenfalls macht man mit 10 Jahren noch das was die Eltern sagen.Der DM war ja anfang der 70iger Jahren noch im Keller.Ich meine das ganze Wissen und die Forschung. 10 Jahre weiter war alles anders

    GRUSS T;)TTI

  • Das kannst Du aber laut sagen.
    20gr Graubrot=1BE
    waren es 22gr, wurde eine Ecke abgeschnitten.
    Das war nicht in den 70iger Jahren, sondern
    bei mir in den 50iger.


    Mal eine Frage: wer ist denn hier schon
    laenger DMler/in als ich. Ich bin nicht
    besonders stolz darauf,er koennte ruhig
    mal auf Urlaub gehen. Es interessiert
    mich nur mal. 57 Jahre sind kein Pappenstiel.

  • BZ-Messgerät gab es nicht und auch keine Stechhilfe.
    Ich hab die Teststreifen längs halbiert, damit ich weniger Blut benötigte und statt der Lanzette habe ich Kanülen zum stechen verwendet, die war in der Spitze dünner. Seit dem weiß ich, wie lang 2 Minuten sein könnnen. Eine Minute warten, nach dem Blut draufträufeln, Blut abwischen, eine Minute warten und an das Schätzeisen legen. Hat auch irgendwie geklappt. [/QUOTE]


    Oh ja, ich weiß noch genau, wie ich mit meiner Mutter auf der Waschmaschine BZ gemessen habe, mit Stoppuhr und Watte! Die halbierten Teststreifen passten genau zwischen die Ablesefarben. Manchmal war es ganz schön schwierig, zu entscheiden, wie hoch der BZ nun war. Die eine Farbe gehörte eher zur einen Rubrik und die andere eher zur anderen. Und dann kam die Sensation! Meine Krankenkasse hat mir ein eigenes BZ-Gerät gesponsert! Aber Blut abwischen und zwei Minuten warten musste ich immer noch. Als ich dann ein Gerät bekam, dass das Blut einsog und nur 50 sec brauchte, fand ich das super.

  • Zitat von Jutta-Z;258799


    Mal eine Frage: wer ist denn hier schon
    laenger DMler/in als ich.


    pierre ist seit 53 bei der Truppe. ;)


    Gruß
    Joa

  • Habe schon mal etwas von ihm gehoert, wusste aber nicht,
    wie lange er schon dabei ist. Mich hat man schon mal als
    Oma des Forums betitelt. Bin ich das wirklich?
    Die Admins muesste das ja eigentlich wissen. Die haben
    aber momentan so viel am Hals mit unseren Aenderungswuenschen,
    dass man sie besser in Ruhe lassen sollte.

  • Zitat von Birgit79;258805

    BZ-Messgerät gab es nicht und auch keine Stechhilfe.
    Ich hab die Teststreifen längs halbiert, damit ich weniger Blut benötigte und statt der Lanzette habe ich Kanülen zum stechen verwendet, die war in der Spitze dünner. Seit dem weiß ich, wie lang 2 Minuten sein könnnen. Eine Minute warten, nach dem Blut draufträufeln, Blut abwischen, eine Minute warten und an das Schätzeisen legen. Hat auch irgendwie geklappt.



    Da hatte ich wohl Glück, ich habe damals (1983) gleich ein BZ-Gerät bekommen. War allerdings auch bei meinem Vater privat versichert. Das Ding war riesengroß und hatte einen Netzstecker. Ich habe es auch nie irgendwo mit hin genommen - viel zu groß.


    Wo ich jetzt auch noch den Kopf drüber schüttel ist, dass einem damals erzählt wurde, man solle bei einer Hypo ruhig Schokolade oder Kuchen essen (auch ein Schokoriegel mit Fruchtzucker wurde mir empfohlen), was ich auch immer gemacht habe, weil ich es ja sonst nicht durfte!

  • Mein erstes Messgerät hab ich 1993 bekommen. Reflolux S. War das ein Kampf bis ich es bekommen habe. Weniger mit der KK, die war dafür, sondern mit dem Doc. Der Doc hat doch tatsächlich 2 Monate gebraucht um das Schreiben der KK zubeantworten. Zum guten Ende hin hab ich es dann doch bekommen. Genutzt hat es allerdings nicht viel. Was nutzen einem das Wissen der Werte, wenn ich nicht darauf reagieren kann. Ich hatte zu diesem Zeitpunkt CT mit nur einem Insulin (Depot CS von Hoechst). Damit waren BZ-Korrekturen nicht möglich.
    Mein zweites Messgerät bekam ich 1997 im Krankenhaus verpasst. One touch Basic... grauer Kasten.... große Teststreifen... Soweit ich mich erinnern kann hatte das Gerät keine Speicherfunktion der Messwerte, aber es war genau. Ich hab das Bewilligungsschreiben der KK noch daheim. 148,00 DM ..... ganz schön teuer.

    Stolpern und Hinfallen ist keine Schande.
    Nicht wieder Aufstehen und Liegenbleiben schon.

  • Von Disetronic gab es die H-Tron Insulinpumpe in verschiedenen Ausführungen. C40, C100, D40, D100, V40 und V100. Der Buchstabe gab an welche Art von Basalraten möglich war. C: 1 gleichbleibende Basalrate für 24 Stunden, D: 2 gleichbleibende Basalraten für xx Stunden, V: 24 variable Basalmengen für 1 Stunde. Die Zahl 40 oder 100 gab an, für welches Insulin die Pumpe ausgelegt war. Entweder für U40 oder für U100.
    Die Minimed 508 konnte man selbst einstellen welches Insulin man verwendet hat U40 oder U50 oder U100. (Bitte korrigieren falls nicht richtig)

    Stolpern und Hinfallen ist keine Schande.
    Nicht wieder Aufstehen und Liegenbleiben schon.

  • Der aktuelle Insuliner (Ausgabe Nr. 100) hat auch nen Nostalgie-Teil....ganz lesenswert....
    lg

    Früher war alles besser. Jawohl! Das ist Scheiße! Nichts war früher besser! Das stimmt nicht. Das ist ein Quadratunsinn. Nichts war früher besser. Früher war vieles früher...das ist richtig... (Jochen Malmsheimer)

  • Hallo,
    meine Mutter wurde auf CT eingestellt, das war 1986..... Sie hat sich ihr Insulin immer selber gemischt, also erst Normalinsulin vom Schwein aufgezogen und dann die entsprechenden Einheiten Verzögerungsinsulin dazu. Leider weiß ich nicht mehr welches es war, aber spannend und zugleich gruselig war es schon. Zum Glück hatte sie schon die modernen Einmalspritzen zur Verfügung mit denen sie auch zum Üben Apfelsinen malträtiert hat . BZ-Messen wurde nur beim Doc gemacht. Den starren Essplan hatte sie auch und am schlimmsten für sie war immer diese Spätmahlzeit - meistens einen Apfel vor dem Schlafengehen. So betrachtet war das die "Steinzeit" und ich bin froh, dass mich der DM erst in jetziger Zeit angesprungen hat.
    Gruß Julmond

  • Oh Du meine Güte, fühle mich gerade 30 Jahre zurück versetzt.....neeeeee, was haben wir es doch heute komfortabel......

  • Zitat von BettyJ;259677

    Oh Du meine Güte, fühle mich gerade 30 Jahre zurück versetzt.....neeeeee, was haben wir es doch heute komfortabel......


    Stimmt :), aber das "oh Du meine Güte" Gefühl hatte ich während meiner Diabeteslaufbahn eigentlich nie, ich war immer froh mit einer "neuen Revolution" es erleichtert zu bekommen. Wer hätte damals an Pumpe und CGM gedacht ?"!


    Danke an Jörg, ich habe einiges vergessene wiedererkannt ;)

    LG PumpenKati


    „Es ist hier die Rede nicht von einer durchzusetzenden Meinung, sondern von einer mitzuteilenden , deren sich ein jeder als eines Werkzeuges nach seiner Art bedienen möge.“

    J. W. v. Goethe

  • Hab auch noch ein schönes Bild aus dem März 2009

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    puɐʇsɟdoʞ uǝuıǝ ǝpɐɹǝƃ ʇɥɔɐɯ 'uuɐʞ uǝsǝl sɐp ɹǝʍ シ

  • Ich würde ja aus 1955 auch gerne noch Bilder
    vorzeigen, aber damals gab es noch keine
    Kameras. die so etwas übermitteln konnten,
    geschweige denn einen PC, der es dann auch
    wiedergeben konnte.
    Vielleicht sollte man sich doch öfter einfach nur
    daran freuen, wie gut wir es heute haben.